Reisenebenwirkungen
April 22 in Vietnam ⋅ ☁️ 26 °C
Warum sind wir z. B. ausgerechnet in....... Da Lat?
Gegenfrage: wo soll man anfangen und wo soll man aufhören bei einer Reise? Man sucht sich die attraktiven Orte, oder man will seine Ruhe haben. Letzteres geht auch in Brandenburg.
Für uns darf es landschaftlich interessant sein, wir wollen von der Kultur des Landes etwas mitbekommen und haben Interesse an Kunst und Historie. Dafür muss man manchmal ein paar Dinge in Kauf nehmen, die da heißen: unbequeme Fortbewegungbedingungen (geht aber fast überall wesentlich besser als angenommen), gelegentlich eine enttäuschende Unterkunft, sprachliche Hürden. Das landestypisches Essen erquickt nicht überall länger als 14 Tage auf Grund von gewisser Einseitigkeit und in manchen Regionen aus hygienisch-ästhetischen Gründen. Aber das kann man ein wenig schon von zu Hause abschätzen. Schweden oder England sind bezüglich Kulinarik auch keine Vorzeigeländer. Alles andere sind Begleiterscheinungen.
Persönlich wirkende Nebenwirkungen sind:
- man wird körperlich faul, gefordert wird man nur im Laufen durch die Stadt oder beim wandern. Unter anderem auch weil wir den Großteil der Zeit in Gefilden sommerlicher Temperaturen mit 25- 38 Grad unterwegs sind.
- Generell ist nicht jeder Tag prickelnd, wenn er mit über 30° und mit hoher Luftfeuchtigkeit daherkommt. (Kreislauf- wir sind keine 32 mehr)
- So manche Klamotten trägt man 3-5 mal bis zur Wäsche.
- täglich setzt man sich an den gedeckten Frühstückstisch in der Pension oder im Hotel gibts sogar Buffet
- Kein Wecker klingeln zu hörem, solange man nicht das Quartier wechselt, ist toll.
Man hat unterwegs einen anderen
- Blick auf die Werte der Gesellschaft, wo man unterwegs ist und damit hinterfragt man auch die eigenen.
- Blick auf die Heimat und beobachtet die Entwicklungen mit Abstand
- Blick auf den eigenen Job in der Zukunft und kommt auf neue Gedanke und Ideen.
Man beschäftigt sich mit Dingen, zu denen man sonst nie in dem Umfang kommen würde, z.B. Geographie, Politik, Wirtschaft, Architektur.
Was zur Eitelkeit beitragen könnte, gerät in den Hintergrund.
Man hat immer wieder unvorhergesehene kleine Abenteuer, wie neue Gerichte, nicht funktionierende Geldautomaten, Moped fahren, kalten Kaffee schlürfen, Schuhkarton als Fortbewegungsmittel nutzen, sich in neue Systeme gedanklich einarbeiten (U-Bahn, Fahrpläne, etc.)
Es ist für den Körper an manchen Tagen tatsächlich Stress, wenn man nach fünf Tagen bequemen Lebens und Museum angucken dann körperlich aktiv wird.
Die Hoffnung woanders nicht zum Doc zu müssen ist immer mit.
Man sieht, was in anderen Ländern auf die Beine gestellt wird oder nicht funktioniert. Und wir fragen uns, was in einem Jahr Abwesenheit in Deutschland alles entstanden sein wird und uns überraschen wird.
Oder wie viel Dynamik inzwischen da ist (?), ob die Politik inzwischen vielleicht zielorientierter ist? Oder sie sich selbst sabotiert/bremst…? Ob die Gesellschaft so bleiben kann, wie sie jetzt ist? Der Blick von aussen ist auf jeden Fall ein anderer.
Was noch festzustellen bzw. Perspektive ist:
Erholung, d.h. frei von Lärm zu sein, werden wir zu Hause genießen beziehungsweise werden wir uns organisieren.
Wasser mit Sprudel oder ähnliche Feinheiten sind unterwegs sooo nebensächlich….
Nach 10 Monaten denken wir darüber nach mal wieder etwas aktives loszutreten. Irgend eine Art Projekt, was Freude macht und nicht nur mit Geld ausgeben zu tun hat.
Ich denke, dass einige dieser Punkte nicht eintreten würden, wäre man nur 4 Wochen unterwegs.Read more


