• Resümee zur Reise

    18 aprile, Stati Uniti ⋅ ☀️ 23 °C

    Mein Fazit:

    Die Natur, wegen der ich ja hierhergekommen bin, ist wirklich absolut atemberaubend und sehr vielfältig. Die Nationalparks sind super organisiert. Schöne Wanderwege in allen Schwierigkeitsstufen und Distanzen, gute Beschilderung (zumindest auf den Straßen, bei den Wanderwegen sah das teilweise anders aus), toll gemachte Besucherzentren, ausreichend Toiletten, Mülleimer und Wasserspender, sauber und gepflegt. Super ist die offizielle und kostenlose NPS App (National Park Service) mit Offline Modus. Außer ihr und Google Maps (auch im Vorfeld die Karten geladen) habe ich nichts gebraucht.

    Tiere nahezu Fehlanzeige, bis auf die süßen Hörnchen, ein paar Vögel und Rehe. Das hatte ich allerdings auch nicht anders erwartet. Die Städte, durch die ich gekommen bin, fand ich furchtbar. Tankstellen, Drive-Throughs und Motels an der Hauptverkehrsstraße. Durch meinen Airbnb Aufenthalt in Kingman habe ich ein Wohnviertel kennen gelernt: ruhig und gepflegt, aber kein Leben auf der Straße, keinerlei Gastronomie oder Geschäfte, Einen Ortskern in der Form, wie wir das aus Europa kennen, habe ich nirgends gefunden. Damit auch keinen Ort, in dem ich abends gerne noch gebummelt hätte (mit einer kleinen Einschränkung für Williams und natürlich das sehr spezielle Las Vegas). Zugegebenermaßen bin ich den Städten aus dem Weg gegangen, aber ich glaube, in den USA gibt es einfach nicht das Stadtleben, wie wir es in Europa kennen. Vor allem ist es nicht üblich, sich irgendwo zu Fuß zu bewegen - die Städte sind auf Autos ausgerichtet (das hatte ich nicht anders erwartet, war über das extreme Ausmaß aber dann doch überrascht). Damit fand ich die Reise zwar toll, im Vergleich zu Australien aber etwas einseitig. Viel länger hätte sie somit nicht sein müssen. Aber ich kann mir gut vorstellen, wiederzukommen um mir andere Nationalparks anzuschauen.

    Sehr positiv überrascht war ich von den Menschen. Die waren überall unfassbar freundlich und sehr kommunikativ. Ich war immer wieder ruckzuck in ein Gespräch verwickelt. Die Grußfloskeln gingen weit über das aus Deutschland bekannte hinaus. Dass das oberflächlich ist und kein echtes Interesse zeigt, ist mir klar, aber sehr schön fand ich es trotzdem. Von der Servicekultur können wir uns eine Scheibe abschneiden.

    Das Preisniveau war heftig. Quasi alles war teuer; selbst das Tanken war durch den Irankrieg nicht mehr günstig. Vor allem halbwegs gesunde oder hochwertige Lebensmittel waren Luxus, Fast Food gab es teilweise sehr günstig. Einmal habe ich 3,50 $ für einen 150 Gramm Becher Joghurt bezahlt, an dem nichts Besonderes war. Wir sind in Deutschland unbestritten mit sehr günstigen Preisen für Nahrungsmittel verwöhnt. Dennoch ist es ein echtes Problem nicht nur für Touristen, sondern vor allem für die Amis selbst. Meine Vermieterin in Kingman sagte, „they are starving the lower and middle class out“. Ich verstehe jetzt besser, was für ein Riesen Thema die Inflation politisch ist. Um so erstaunter war ich über den sorglosen Konsum in Las Vegas, wo alles noch mal teurer war. Auch hierzu Kyra aus Kingman: Amerikaner neigen dazu, über ihre Verhältnisse zu leben.

    Während vieles extrem durchdacht und super organisiert war, habe ich mich bis zum Schluss über die üblichen Einarmmischer in den Duschen gewundert: sie ließen sich gegen den Uhrzeigersinn drehen, und zwar von aus über kalt zu warm (ohne die Möglichkeit, die Menge einzustellen).

    Las Vegas war natürlich in vielerlei Hinsicht speziell. In der Nähe des Flughafens und der Autovermietungen fand ich die Anzahl und Auffälligkeit der Werbung für Verkehrs- und Unfallanwälte sehr bezeichnend. Die Hotels hatten ein sehr eigenes Konzept. Grundsätzlich musste man immer durchs Kasino, egal, wohin man wollte. Wahnsinnige Laufwege, und insbesondere die Zimmer bzw die Aufzüge zu ihnen waren erst ausgeschildert, wenn man fast schon davor stand. Es war schon interessant, dass ich nach dem Be- oder Entladen meines Autos mehr Schritte auf dem Fitnesstracker hatte als nach manchem Wandertag.
    Leggi altro