• Larissa Becker
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USA Südwesten

Eine Rundreise durch die USA und die Navajo Nation (das fühlt sich wirklich wie zwei verschiedene Länder an) zu den Nationalparks in Nevada, Kalifornien, Arizona und Utah. Læs mere
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    15. marts 2026

    Ankunft in Las Vegas

    15. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Flug macht einen großen Bogen über Island und Grönland, bevor es Richtung Süden geht. Die meiste Zeit sehe ich aus dem Fenster nur Schnee und Eis. Erst kurz vor Las Vegas wird es schneefrei und dann auch gleich sehr karg. Die Aussicht erinnert mich an den Anflug auf Äthiopien letztes Jahr. Nach gut 11 Stunden lande ich pünktlich in Las Vegas. Bei der Landung kann ich schon die Pyramide des Luxor Hotels sehen, in dem ich die nächsten zwei Nächte verbringen werde.

    Die Einreise ist wieder Erwarten völlig unspektakulär. Die üblichen Fragen, was ich in den USA vorhabe und ob ich irgendetwas Deklarierungspflichtiges dabei habe. Dann schnappe ich mir mein Gepäck und lass mich von einem Uber ins Hotel bringen.

    Dort bin ich erst mal überfordert. Es ist riesengroß und unübersichtlich. Ich muss meine Tasche ziemlich weit durch die Gegend schleppen, bis ich endlich die Rezeption gefunden habe. Cool: über einen QR-Code kann man sich selbst seine Zimmerkarte programmieren. Danach suche ich den „grünen“ Aufzug, der eigentlich ein „Inclinator“ ist, der in einem 39-Grad-Winkel an der Wand der Pyramide entlang fährt. Dafür geht es einmal quer durchs Erdgeschoss und vorbei an unzähligen Glücksspielautomaten. Als ich endlich im Zimmer angekommen bin, wünsche ich mir, ich hätte mich doch für eine Tasche oder einen Koffer mit Rollen entschieden.

    Ich bin ziemlich geschafft, denn der heutige Tag war durch die Zeitverschiebung 8 Stunden länger als gewohnt. Um schnell in den neuen Rhythmus zu kommen, schlendere ich noch ein Weilchen den Strip entlang. Die erste Herausforderung ist dabei, überhaupt aus dem Hotel herauszukommen. Beim ersten Versuch lande ich im Nachbarhotel. Die Atmosphäre ist überall ähnlich und erinnert mich an das Centro in Oberhausen. Es gibt quasi nur Fastfood: Sandwiches, Burger, Pizza, Chicken Fingers und Co., und das zu heftigen Preisen. Kein Wunder, dass die Amerikaner so häufig übergewichtig sind. Daneben natürlich überall Glücksspielautomaten, Sportwetten etc. Wirklich aufnahmefähig bin ich allerdings nicht. Mein heutiges Highlight ist daher das Bett. 😅
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  • Immer noch Las Vegas

    16. marts, Forenede Stater ⋅ 🌙 23 °C

    Mein Bedarf an Hotels und Spielautomaten ist bereits gedeckt, und richtig interessant wird es auch erst abends. Das Atomic Museum steht noch auf meiner Liste, aber das hebe ich mir auf für das Ende der Rundreise. Heute wird mir das etwas knapp, denn um drei kann ich meinen Mietwagen abholen. Die Zeit bis dahin nutze ich, um mich hier ein bisschen zu orientieren, den morgigen Tag zu planen und gemütlich im Hotel abzuhängen.

    Der Nachmittag und Abend bringt dann doch etwas Adrenalin. Am Alamo-Schalter ist meine Buchung nicht auffindbar. Es braucht eine halbe Stunde und eine zweite Mitarbeiterin, bis sie wunderbarerweise im System auftaucht. Die nächste Herausforderung: In den USA ist es üblich, sich seinen Mietwagen selbst auszusuchen. Die Qual der Wahl, welchen soll ich nehmen? Am Ende entscheide ich nach dem Geruch im Innenraum.

    Es ist ziemlich ungewohnt, ein so großes Auto zu fahren. Mein erste Ziel ist ein Supermarkt. Auch der typisch amerikanisch riesig groß. Bis ich alles erledigt habe, ist es Abend. Jetzt schnell was essen, dann kommt die Blue Man Group. Eine tolle Show. Gelegentlich rutscht es für meinen Geschmack etwas sehr in Slapstick ab, was durch das begeisterte Glucksen der Kinder entschädigt wird. Ansonsten tolle Sound- und Lichteffekte. Ich stelle fest, dass die Amis viel mehr mitgehen und jeden Quatsch mitmachen. Sehr sympathisch und gut für die Stimmung.
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  • Death Valley

    17. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 32 °C

    Heute steht mir ein langer Tag bevor. Um 6.30 Uhr fahre ich in Las Vegas los. Kurz nach 9 Uhr erreiche ich das Death Valley. Und merke, dass ich durch die Reisen der letzten Jahre ziemlich versaut bin. Devil‘s Golf Course kommt nicht an Dallol (Äthiopien) heran, Badwater Basin nicht an den Lake Tyrell (Australien) und schöne Felsformationen habe ich in Kappadokien gesehen. 🤷🏼‍♀️

    Trotzdem, das Death Valley ist beeindruckend. Ich packe ziemlich viel in den Tag rein. Neben den üblichen Fotostops und Scenic Drives auch kleinere Wanderungen. Der Natural Bridge Trail ist wunderschön und schattig. Beim Golden Canyon Trail ist das leider anders. Die Hitze macht mir schwer zu schaffen. Danach bin ich fix und fertig, und werde das am nächsten Tag mit Sonnenbrand und Kopfschmerzen bezahlen. Das Faszinierende ist, dass im Hintergrund die ganze Zeit schneebedeckte Berge zu sehen sind. Das wirkt total verrückt in Anbetracht der extremen Temperaturen.

    Am Schluss mache ich noch einen Abstecher zu Dante‘s View, was zu meinem persönlichen Highlight wird. Aber auch einer knappen Nummer: Ich schaffe es gerade noch rechtzeitig ins Hotel, bevor die Rezeption schließt.
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  • Eintauchen in die Geschichte

    18. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 33 °C

    Die Google Bewertungen meiner ursprünglichen Planung sind nicht so toll. Daher werfe ich diese um. Jetzt beginnt mein Tagesprogramm direkt im Hotel. Das hat nur zwei Sterne, aber dafür viel Charme und 100 Jahre Geschichte. Es liegt in Death Valley Junction. Der Ort entstand rund um eine Fabrik, in der das im Death Valley abgebautes Borax verarbeitet wurde. Nach drei Jahren wurde die Fabrik schon wieder geschlossen, weil anderswo profitablere Boraxvorkommen gefunden wurden. Nun lockte der Ort mit seiner Infrastruktur Touristen an - bis 1943 die Bahnlinie als Beitrag zur Kriegswirtschaft abgebaut wurde. 1947 war der Ort nahezu verlassen. 1967 kam Marta Becket, eine New Yorker Balletttänzerin, und zog hier eine Oper auf. Sie mietete die Recreation Hall, restaurierte und bemalte sie und wandelte sie zu einer Oper um. Und mit einem irrsinnigen Durchhaltevermögen trat sie jahrelang ohne Publikum auf. Das wurde 1970 von einem National Geographic Reporter entdeckt, die Artikel führten zu internationalem Interesse. Bis 2012 trat Marta Becket hier auf - am Ende mit einer „Sitting Show“, da sie altersbedingt keinen Spitzentanz mehr konnte. Das Hotel und das Opernhaus sind bis heute im Betrieb und wunderschön. Der Ort ist trotzdem tot: Es gibt nur einen permanenten Bewohner.

    Nächster Stop: Der alte Friedhof in Shoshone und der Dublin Golf, in den Fels gehauene ehemalige Unterkünfte der Arbeiter und Glückssucher. Skurril und interessant.

    Nachmittags erreiche ich in Barstow meine nächste Unterkunft. Sie wirbt mit ihrem großen Pool, an dem ich den Tag beschließe. 🏊‍♂️

    Abends möchte ich zu meinem Geburtstag gerne schön essen gehen. In Barstow gibt es allerdings fast nur Fast Food, in der Regel als Drive Through. Entsprechend begegnen mir auf der Suche nach einem Restaurant außer Obdachlosen auch keinerlei Fußgänger. Das vorab in Google gefundene Restaurant sieht von Nahem betrachtet nicht so toll aus, und die Strecke möchte ich nach dem Essen im Dunklen auch nicht zurück laufen. So lande ich bei einem Mexikaner gleich gegenüber des Motels. Die Portion ist großzügig bemessen, aber ich habe schon besser gegessen. Beispielsweise gestern Abend mit Avocado und aus Deutschland mitgebrachtem Pumpernickel. 🤷🏼‍♀️ Ich kippe da jetzt im Motel noch ein Glas Wein drauf, dann kann ich bestimmt gut schlafen.
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  • Geisterstadt Bagdad

    19. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 34 °C

    Bagdad ist eine Geisterstadt an der historischen Route 66 in der Mojave-Wüste. Gegründet 1883 als Eisenbahnstation, erreichte der Ort seinen Höhepunkt im frühen 20. Jahrhundert. Der Niedergang begann mit dem Rückgang des Bergbaus und dem Bau der Interstate 40. Seit ca. 1991 sind fast alle Gebäude abgerissen, zurück blieben nur Betonfundamente, Schutt, ein Friedhof und ein Tamarindenbaum. Selbst die Geister sind längst ausgezogen.

    Die Stadt war Namensgeber für den Film „Bagdad Café“, der jedoch im nahegelegenen Newberry Springs gedreht wurde, und ist bekannt dafür, einen Rekord für die längste Trockenheit in den USA (767 Tage) gehalten zu haben.
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  • Es ist heißer als erwartet…

    20. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 19 °C

    … und dank Steffi weiß ich jetzt auch, dass ich mir das nicht bloß einbilde.

    Ich reagiere, indem ich morgens um acht schon mit der ersten Wanderung starte. Dank Jetlag kein Problem. 🤷🏼‍♀️ Leider ist es ab sieben schon eine Affenhitze. Aber immerhin ist das Licht um die Uhrzeit herrlich.Læs mere

  • Noch mal Joshua Tree NP

    20. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 22 °C

    Weil der Nationalpark so wunderschön ist und ich eh wach bin, fahre ich heute Morgen noch mal in den Joshua Tree Nationalpark. Ich fahre den östlichen Park ab bis zum Ausgang ganz im Süden.

    Zwischendrin gehe ich den Arch Rock Nature Trail. Zumindest denke ich das. Tatsächlich biege ich schon direkt am Einstieg falsch ab. Damit gerät die Wanderung deutlich länger als geplant, und den Arch sehe ich auch nicht. Dafür bin ich fast ganz alleine auf dem Pfad und genieße die morgendliche Stille.
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  • Geisterstadt Oatman

    20. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 35 °C

    In Oatman huldigt man dem Kult rund um die Route 66. Außerdem wimmelt es überall von wilden Eseln, die hier in Zeiten des Goldrausches als Arbeits- und Lasttier eingesetzt waren. Zu denen gehe ich soweit das möglich ist auf Abstand - und das schon bevor ich lese, dass sie beißen.Læs mere

  • Grand Canyon West

    21. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 31 °C

    Von meiner Unterkunft in Kingsman aus sind es etwa 120 km bis zum Grand Canyon West. Das nutze ich für einen Tagesausflug.

    Der Grand Canyon West liegt auf indigenem Territorium und wird von den Hualapai bewirtschaftet. Das führt dazu, dass mein Nationalpark Pass nicht gilt, sondern ich für den Eintritt knapp 115 $ zahlen muss. Finde ich heftig, aber es sind immerhin Ziplining und ein Skywalk enthalten. Und der Tag wird so beeindruckend, dass es mir am Ende nicht leid tut um das Geld.

    Um lange Wartezeiten zu vermeiden, starte ich mit dem Ziplining am Hualapai Point. Die Amerikaner lachen sich schlapp, als wir über das Mindestgewicht informiert werden. Ich rechne hektisch amerikanische Pfund in deutsche Kilo um. Es reicht gerade so. Die Fahrt ist schön und bietet eine grandiose Aussicht, ist aber recht kurz und auch nicht wahnsinnig schnell. Letzteres könnte am Gewicht liegen - die anderen sind deutlich schneller unten. 😅

    Als Nächstes gehe ich einen kleinen Trail. Zum Glück ist es hier oben nicht ganz so brütend heiß wie die letzten Tage. Am Aussichtspunkt habe ich einen grandiosen Blick in den Canyon hinunter, bis zum Colorado Fluss. Und: Ich begegne auf der gesamten Strecke niemandem.

    Den Eagle Point kann man über einen Skywalk erkunden. Der ist kleiner als erwartet, aber der senkrechte Blick nach unten ist schon toll. Es gibt auch eine interessante Ausstellung über die Hualapai. Ich scheine leider die einzige zu sein, die sich die Informationstafeln durchliest.

    Am Guano Point erwartet mich mein persönliches Highlight. Man kann auf eine Anhöhe kraxeln, von der aus man einen grandiosen Blick in den Canyon hat. Mit der Zeit wird das Licht immer weicher und die Touristen immer weniger. Irgendwann sitze ich alleine dort oben. Es fühlt sich an wie auf dem Dach der Welt. Ich kann mich gar nicht losreißen.

    Traurige Randnotiz: Der Wasserverbrauch von Industrie, Landwirtschaft und Städten ist so hoch, dass der Colorado, der einst diesen gigantischen Canyon geschaffen hat, in Mexiko nur noch als Rinnsal ankommt und es bis zum Meer gar nicht mehr schafft.

    Müde, zufrieden und mal wieder mit Sonnenbrand (man durfte keinen Rucksack mitnehmen, daher habe ich unter anderem die Sonnencreme und die Hosenbeine im Auto gelassen) komme ich abends zurück in meine Unterkunft. Inklusive Fahrzeit war ich 11 Stunden unterwegs, und bin noch ganz beseelt von all den Eindrücken.

    Frage an alle, die schon mal hier waren: Ich habe für den Südrand des Canyons einen Rundflug gebucht. Jetzt frage ich mich, ob die Perspektive vom Flugzeug aus so viel anders ist als vom Rand des Canyons. Sollte ich den Flug stornieren?
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  • Kingman

    22. marts, Forenede Stater ⋅ ⛅ 25 °C

    Den heutigen Tag widme ich dem Mythos Route 66. Ich fahre noch mal ein Stückchen zurück nach Kingman rein, wo ich unter anderem das Route 66 Museum besichtige.

    Die Route 66 hat einige dunkle Flecken in ihrer Geschichte, die im Museum in Kingman nicht verschwiegen werden. Denn die mühsame Expansion der Siedler, Goldsucher und Wirtschaftsflüchtlinge kümmerte sich nicht groß um die hier bereits lebenden Völker. Die „netteren“ Menschen waren für Umsiedlung und/oder kulturelle Angleichung, die Hardliner für Ausrottung. Der ganze Zug nach Westen basierte auf der Ideologie der „Manifest Destiny“: der Überzeugung, dass es Gottes Wille und Auftrag sei, die amerikanische Großartigkeit und Kultur möglichst weit zu verbreiten. Der Glaube an die göttliche Vorherbestimmung führte zur Marginalisierung aller Gruppen, die nicht der Definition des „amerikanischen“ entsprachen. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass es da einige Parallelen zur heutigen amerikanischen Politik gibt.Læs mere

  • Get your kicks on Route 66

    22. marts, Forenede Stater ⋅ ☁️ 21 °C

    Von Kingman aus cruise ich gemütlich über den Hackberry General Store und Seligman bis Williams, wo ich die nächsten drei Nächte verbringen werde. Mittags esse ich stilecht im Roadkill Cafe in Seligman.

    Was soll ich sagen: die ganze Route 66 ist irgendetwas zwischen genialem Marketing, krassem Kommerz, Sexismus und abgedrehtester Verrücktheit. Überall Murals, Memorabilia, Souvenirshops und Diners. Es gibt praktisch kein Haus, dass nicht irgendwie auf die Route 66 Bezug nimmt. Und zwischen all der Nostalgie die dazu passenden Leute. Ich habe ernsthaft einen Besucher im ersten Moment für eine Wachsfigur gehalten.

    Neben all dem Kitsch - bzw. je nach Betrachtungsweise dem nostalgischen Flair - führt die Straße durch eine beeindruckende Landschaft. Nicht zuletzt das macht ihre Faszination aus.

    In Williams angekommen erlebe ich das erste Mal auf dieser Reise einen Ort, der sich auch nach Ort anfühlt und nicht bloß als Ansammlung von Motels/Hotels und mehrspurigen Straßen. Ich gehe Kaffee trinken und mache danach einen Spaziergang, ohne dass ich mir dabei als Fußgänger deplatziert vorkomme oder mich unsicher fühle.
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  • Grand Canyon South Rim

    23. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 26 °C

    Ich verbringe erneut einen vollen Tag am Grand Canyon. Erst gehe ich ca 4 km den Rim Trail entlang, ein wunderbarer Weg mit phantastischen Ausblicken. Dann wage ich mich ein Stück auf dem Bright Angel Trail ins Canyoninnere. Es ist anstrengend, aber die andere Perspektive ist die Mühe Wert. Wieder oben angekommen nutze ich den Hop-on-Hop-off-Bus, um die weiter westlich gelegenen Aussichtspunkte zu erkunden. Mit dem Shuttle Bus geht’s dann zurück zum Parkplatz.

    Um viertel vor vier bin ich endlich bei meinem Auto, in dem mein Mittagessen auf mich wartet. Jetzt suche ich mir erst mal einen schönen Picknick-Platz.

    Dann fahre ich mit dem Auto die Aussichtspunkte auf dem Desert View Drive Richtung Osten ab. Mein letztes Ziel heute ist der Navajo Point. Hier warte ich auf den Sonnenuntergang. Ich baue mein Stativ neben einem Kanadier auf und beobachte, wie sich der Himmel langsam orange färbt. Dann trete ich die Rückfahrt an. Bis ich im Hostel bin, ist es kurz vor neun. Einkaufen und Haare waschen werden vertagt, Abendessen ist jetzt wichtiger.
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  • Rundflug über den Grand Canyon

    24. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 19 °C

    Spannend ist der Unterschied zwischen Nord- und Südrand. Der North Rim liegt deutlich höher und ist daher kälter. Die letzten Schneereste sind noch zu sehen. Außerdem war er in den letzten Jahren von heftigen Waldbränden betroffen. Die Espen und Ponderosa Kiefern des nördlichen Kaibab Forest sind - anders als im Süden - in einem erbärmlichen Zustand.Læs mere

  • Abstecher in die Werkstatt

    24. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 25 °C

    Es heißt ja immer, dass eine Autopanne zu so einer Reise dazugehört. Bisher war ich darum herum gekommen, aber das Glück kann ja nicht ewig anhalten. Gerade ist mein Mietwagen in der Werkstatt. Wobei es eigentlich gar keine Panne im engeren Sinne ist. Drück mir bitte die Daumen, dass es dabei bleibt.

    Ich war erst ein paar Tage unterwegs, da leuchtete an meinem Mietwagen die Servicemeldung auf: Ölwechsel fällig. In Las Vegas hatte man mir gesagt, falls so etwas passieren sollte, sollte ich einfach das Auto an der nächsten Alamo Station austauschen. Das ist allerdings einfacher gesagt als getan. Auf meiner gesamten Route gibt es genau eine weitere Alamo Station, und zwar in Flagstaff. Das Problem auszusitzen, ist mir zu riskant. Schließlich habe ich noch gut drei Wochen vor mir. Ich habe versucht, vorher anzurufen, um herauszufinden, ob die überhaupt ein alternatives Fahrzeug haben. Es ging bloß keiner ran, und aus Las Vegas wollte man sich auch nicht weiter kümmern. So mache ich von Williams aus auf gut Glück einen Ausflug zu Alamo Flagstaff. Und natürlich haben sie kein Ersatzfahrzeug! 😬 Dafür können sie immerhin arrangieren, dass in einer Vertragswerkstatt ein Ölwechsel vorgenommen wird. Währenddessen esse ich in einem Laden mit dem vertrauenserweckenden Namen „est & run“ einen unglaublich leckeren Avocado Toast.
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  • Montezuma Castle

    24. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 33 °C

    Was mache ich jetzt mit dem angefangenen Nachmittag? Da ich nun mal schon in Flagstaff bin, mache ich einen Abstecher nach Süden.

    Das Montezuma Castle ist eine fünfstöckige Felsbehausung mit 20 Zimmern. Sie wurde etwa von 1100 - 1425 von den Sinagua bewohnt. Leitern wurden genutzt, um in die 30 Meter hoch liegenden Wohnungen zu kommen. Die übrigen im Fels sichtbaren Löcher wurden ebenfalls für Wohn- und Lagerzwecke genutzt. Eine noch größere Struktur mit 45 Räumen ist nicht mehr sichtbar.Læs mere

  • Sedona Reck Rocks

    24. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 28 °C

    Eisen färbt die Sedona Red Rocks knallrot. Ich kraxele ein Stück den Bell Rock hoch und genieße die Abendstimmung. Bestimmt ein phantastischer Ort für den Sonnenuntergang, aber ich habe noch 1 1/2 Stunden zu fahren und immer noch nicht eingekauft und möchte nicht schon wieder so spät in die Unterkunft kommen. Und immerhin: Abendessen vor 21 Uhr! 💪Læs mere

  • Meteor Crater

    25. marts, Forenede Stater

    Vor 50.000 Jahren ist ein Meteor hier fast senkrecht mit 18 km pro Sekunde in den Boden gekracht und hat einen etwa 200 Meter tiefen und etwa 1.2 km breiten Krater geschaffen. Es entstand eine pilzförmige Staubwolke ähnlich einer Atomexplosion. Die Gesteinsschichten wurden hoch geschleudert und fielen in umgekehrter Reihenfolge um den Krater herum in einem Umkreis von mehreren Kilometern wieder runter, was man heute noch sieht. Der Meteor selbst ist dabei größtenteils verdampft, geschmolzen oder hat sich in winzigen Stücken im Boden verteilt, wodurch man ihn nie gefunden hat.

    Dieser Krater ist heute der best erhaltenste Meteorkrater der Welt und war der erste, den man als durch einen Meteor geschaffenen Krater nachgewiesen hatte. Die Forschung an diesem Krater trug entscheidend dazu bei, Krater u.a. auf Mond und Mars zu verstehen. Anzüge für Marsmissionen wurden hier getestet, zum Glück, denn ein Anzug riss bei den Übungen im Krater, was auf dem Mars lebensgefährlich gewesen wäre.
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  • Petrified Forest NP (südl. Bereich)

    25. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Petrified Forest wirkt dystopisch und ziemlich unordentlich. Die ganze Gegend sieht aus wie eine riesige Abraumhalde. Dazwischen hat jemand vor Tausenden von Jahren Bäume gefällt, die Stämme in ordentliche Scheiben geschnitten, und sie dann liegen gelassen. Auf magische - wahrscheinlich eher chemische - Weise hat sich das Holz in der Zwischenzeit in Kristall verwandelt. Oder zumindest in etwas, das so aussieht und sich auch so anfühlt.

    Die Schautafel erklärt: Es waren eher ein paar Millionen Jahre als ein paar Tausend, die Stämme bestehen jetzt aus Quartz, und die Farben stammen von Mangan- und Eisenoxiden. Wobei die Erklärung für mich nichts der Faszination nimmt, im Gegenteil.

    Der Blue Mesa Trail führt durch die sogenannten „Badlands“, ein sehr treffender Name, wie ich finde. Er bezeichnet felsige Landschaften mit weitläufigem und oft trügerischen Gelände aus farbigen Sedimentschichten.
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  • Petrified Forest NP: Painted Desert

    26. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Petrified Forest National Park liegt mitten in der Painted Desert, die sich in einer Breite von etwa 250 km im nördlichen Arizona erstreckt. Bekannt ist sie für ihre intensiv farbigen, geschichteten Badlands in Rot, Gelb und Blau, die durch Erosion entstanden.

    Ich habe ich hier genug Zeit, nicht nur die Aussicht von der Strasse aus zu genießen, sondern auch alle verfügbaren Trails zu gehen. Das mache ich so intensiv, dass ich abends von einem Ranger angesprochen und bis zum Ausgang eskortiert werde. 🙈

    Ich wage mich sogar auf den Wilderness Trail. Zu Beginn orientiere ich mich an einem netten Ehepaar aus Michigan, die eine Karte haben und einen guten Blick für den Pfad. Sie sind übrigens genauso überrascht wie ich über die Hitze. Sie fahren seit Jahren immer im März hierher und sind daher bestens ausgestattet mit Thermounterwäsche, haben aber kaum T-Shirts dabei.

    Irgendwann verliere ich sie beim Fotografieren aus den Augen, und den Pfad prompt dazu. Vorab hatte ich bei meiner Recherche noch den Anstoß, to „Get Lost“ gelesen, um eine intensive Wildniserfahrung zu machen. Okay, Auftrag ausgeführt. Jetzt schlage ich mich kreuz und quer durch die Landschaft. Überall gibt es ausgetrocknete Bach- und Flussbetten, die Pfaden ähneln, und jede Menge Trampelpfade von anderen Wanderern, die sich verlaufen haben. Irgendwie gelingt es mir trotzdem, die Agate Bridge zu finden, an der die Umkehr empfohlen wird. Vom Pfad finde ich dort aber wider Erwarten keine Spur. Nur einmal begegne ich anderen Wanderern, aber die sind ebenfalls lost und fragen mich nach dem Weg. Die Richtung ist zum Glück einfach zu finden, denn der Einstieg ist von Weitem zu sehen. Das macht es aber nicht einfach. So hart hier das Holz ist, so weich und bröselig ist der Boden und auch der „Fels“, aus dem die Hubbel bestehen. Ich kann ihn mit dem Finger eindrücken. Blöderweise bin ich oben auf der Hügelkette, muss aber runter. Da ich keinen sicheren Weg finde (Wanderschuhe und -stöcke liegen im Auto), arbeite ich mich schließlich auf allen vieren rückwärts nach unten. Sieht ja keiner. 😉 Irgendwann finde ich den Weg wieder (und eine volle Hundekottüte, die ich vorbildlicherweise mitnehme 😇), allerdings bloß, um ihn gleich wieder zu verlieren. Letztlich schlage ich mich fast die ganze Strecke quer“feld“ein durch. Ganz schön anstrengend (natürlich ist auch wieder genau Mittagszeit), und die stinkende Tüte nervt. Aber es ist ein tolles Erlebnis, und ich bin ein bisschen stolz auf mich.
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  • Canyon de Chelly - South Rim

    27. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 26 °C

    Und weiter geht’s auf meiner Reise zu den Nationalparks und National Monuments, die nicht auf den üblichen Routen liegen: Canyon de Chelly, ein kulturell bedeutsames Schutzgebiet mit bis zu 300 Meter hohen roten Sandsteinwänden, antiken Pueblo-Ruinen und aktiver landwirtschaftlicher Nutzung durch die Navajo.

    Es gibt hier einige Besonderheiten. Ich bin hier in der Navajo Nation. Andere Menschen (praktisch nur Indigene, die ich bisher kaum gesehen habe), andere Regeln (das Innere des Canyons darf nur mit Navajo Guide betreten werden) und andere Uhrzeit (anders als im Rest Arizonas gilt hier Sommerzeit, was mich wahnsinnig macht, weil mein Handy zwischen den Zeiten hin und her springt und ich Angst habe, eine Stunde zu spät zu meiner für morgen gebuchten Tour zu erscheinen).

    Die Straße am Rand des Canyons ist frei befahrbar und bietet phantastische Ausblicke in den Canyon. Höhepunkt der Südstrecke ist der Spider Rock: Ein Doppel-Monolith am Zusammenfluss von Canyon de Chelly und Monument Canyon.
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  • Canyon de Chelly: Bilder und Ruinen

    28. marts, Forenede Stater ⋅ ☀️ 19 °C

    Mein Wecker ging heute um 6 Uhr („Handy“-Zeit), damit ich auf jeden Fall pünktlich um 8.40 Uhr am Treffpunkt bin. Das war zu großzügig kalkuliert, aber besser so als zu knapp.

    Die Tour ist ziemlich holprig und staubig, aber faszinierend. Wir sehen Ruinen, die primär von den Ancestral Puebloans (oft als Anasazi bezeichnet) stammen, die dort etwa von 750 bis 1300 n. Chr. siedelten und Felswohnungen in die Wände bauten. An fast jeder Felswand erklärt der Guide uns wunderbar erhaltene Felsmalereien. Die ältesten Darstellungen reichen Wikipedia zufolge bis etwa 2500 v. Chr. zurück. Viele sind von den Anasazi, während spätere Bilder von den Navajo stammen, die den Canyon seit dem frühen 18. Jahrhundert bewohnen. Dazwischen nutzten Hopi-Indianer das Gebiet.

    Aber auch der Canyon selbst ist wunderschön. Von unten kann man die Struktur und Muster der Sandsteinfelsen viel besser erkennen als von oben. Der Guide interpretiert hier jede Menge Tiere rein, aber dem kann ich nur teilweise folgen. Ob es an seinem Akzent liegt, der geringen Anzahl an Zähnen oder er einfach nur nuschelt, weiß ich nicht.

    Nachmittags fahre ich den North Rim Drive und gehe den White House Ruins Trail, den einzigen Weg in das Canyon-Innere, den man ohne Guide gehen darf.
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