Daniel Würmli

Joined November 2018
  • Day191

    Santo Domingo - Karibik & Jassen

    May 16 in Dominican Republic ⋅ ⛅ 30 °C

    Wenn der Flug um 6h15 geht und man um 4h45 am Flughafen ist, das Web Check In bereits erledigt, könnte man eigentlich davon ausgehen, man habe mehr als genügend Zeit inkl. gemütlichem zmörgele. Doch die endlose Schlange bei der Gepäckabgabe und die vielen Leute bei der Passkontrolle provozieren einen Wettlauf gegen die Zeit. Um 6 Uhr wird das Boarding geschlossen. 5h50 haben wir die Security Kontrolle passiert, Zeitangabe zu unserem Gate: 8 Minuten. So joggen wir durch den halben Flughafen und erreichen 4 Minuten später ausser Atem unser Gate. Doch nicht nur wir sind spät dran, auch Wingo Air ist nicht pünktlich. Immerhin haben wir noch genügend Zeit, das WC aufzusuchen und ein Getränk aus dem Automat zu lassen.
    Die Domininanische Republik empfängt uns mit viel Wärme und Sonnenschein. Unser Hostel wird von einem Schweizer Auswanderer betrieben. Überall sind kleine Schweizer Details angebracht, die etwas Heimatfeeling aufkommen lassen.
    Santo Domingo gefällt uns gut. Los Tres Ojos (Die drei Augen) stehen auf dem Pflichtprogramm. 4 Seen schimmern in glitzerndem blau in den offenen Höhlen. Wir sehen Fische, kleine Echsen und sogar ein Marder ähnliches Tierchen. Wir sind froh, dass wir unseren praktisch menschenleeren Durchgang bereits beendet haben, als die grossen Touri Busse aus Punta Cana ankommen.

    Die Dom.Rep ist bekannt für Bernstein und eines der wenigen Länder, wo sogar Insekten im versteinerten Harz zu finden sind. Grund ist, dass der Wachs, welcher vor Millionen Jahren hier aus dem Bäumen gelaufen ist, so heiss war, dass er alles am Baum gleich mitgerissen hat. Heutzutage wird das in mittlerweile Steine konvertierte Harz in Minen an verschiedenen Orten im Land ausgegraben. Im Museum erhalten wir eine tolle Führung und zu unserer grossen Überraschung von einer Dominikanerin, die praktisch perfekt Deutsch spricht. Sie zeigt uns auch, wie wir echten von falschen Bernstein unterscheiden können. Schwimmt er im Salz- oder Mineralwasser oben auf, ist er echt. Der Test gelingt natürlich nur, wenn kein Metall etc. dran ist. So habe ich am Ende des Tages neue Ohrringe und Dani einen Insektenstein😁.
    Die Altstadt ist sehr schön, geprägt von gepflegten kolonialen Gebäuden und Erinnerungen an Christoph Kolumbus, welcher den Ort 1492 entdeckte. Wir schlendern durch die mit Kopfstein gepflasterten Strassen und entdecken die Aufschrift "Fabrica de Tabaca". Wir betreten den Verkaufsladen und werden informiert, dass die Fabrik zwei Gebäude nebenan im 3. Stock ist. Etwas verloren schleichen wir herum, gucken in die Räume bis irgendwann ein Mitarbeiter mit uns zu schwatzen beginnt und uns die verschiedenen Tätigkeiten der Herstellung der Caoba Zigarren zeigt. Total cool, eine Führung ganz privat und ohne einen Preis bezahlen zu müssen.
    Mein Highlight ist aber ganz etwas anderes und zwar endlich wieder einmal Jassen! Am Dienstag Nachmittag treffen sich die ausgewanderten Schweizer Senioren jeweils in unserer Unterkunft und veranstalten einen Jass Nachmittag. In der ersten Runde muss ich Trumpf ansagen und habe nichts und so sieht auch der Punktestand danach aus. Zum Glück ist mir mein Partner Hans nicht böse, aber ob jetzt alle denken ich kann's nicht wirklich? In den weiteren Runden harmonieren unsere Karten jedoch hervorragend und wir gewinnen ein Spiel nach dem andern und so kann ich das Abendessen ohne Niederlage geniessen. Bei Ghackets&Hörnli mit Öpfelmuess (yammi) hat jeder einige Story's zu erzählen. Die einen sind mit einer viel jüngeren Dominikanerin verheiratet, andere gehen lieber mit Haitianerinen aus, da sie nie eine Domi anlangen würden weil diese danach gleich mit Sack und Pack vor der Haustüre stehen und heiraten möchten. Wir lernen über die korrupte Polizei und wie nervenauftreibend es ist, eine Wohnung inkl. Dachterrasse umzubauen mit unzuverlässigen und nicht mitdenkenden "Domis". Als Beat vernommen hat, dass Dani sich im Metallbau auskennt, fragt er ihn, ob wir am nächsten Tag mal vorbeikommen können, er brauche Rat wegen einem Segeldach. Und so holt er uns am nächsten Tag ab und zeigt uns die ganze Baustelle. Mittlerweile arbeiten Haitianer unter der Leitung eines Peruaners auf der Baustelle, mit den Domis hatte er keine Nerven mehr. Dass ständig Dinge kaputt gehen und verschwinden, sei Alltag. Der Teppich, welcher hinter der Gittertüre lag wurde vom "Hauspenner" entwendet. Als er ihn darauf ansprach, meinte er es tut ihm Leid und wenn er ihm ein bisschen Geld gebe, könne er ihn gerne zurückkaufen.
    Dani und ich sind uns einig, wir hätten definitiv nicht die Nerven, hier zu leben:-). Aber die Stadt als Touristen zu besuchen, hat sich auf jeden Fall gelohnt!
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  • Day187

    Bogota - Ein Tag Hauptstadt Kolumbien

    May 12 in Colombia ⋅ 🌧 14 °C

    Am Flughafen in der Abflughalle in Pasto kommt ein etwas verhängter Traveler auf uns zu und beginnt auf Englisch zu erzählen, nach 5 Monaten gehe er nun back to Switzerland. Überrascht, dass er aus dem selben Land kommt, wechseln wir auf Schweizerdeutsch. Im Flugzeug setzt er sich neben uns und erzählt uns von seinem rohen Schaf-Fleisch resp. den Innereien, die er gerade gekauft hat, um sie dann später roh als Snack zu essen. Am Flughafen seien plötzlich etwa 10 Polizisten um sein Gepäck gestanden, da Blut rausgelaufen ist. Es hat sie dann aber nicht weiter interessiert und unser neuer Kollege ist erleichtert, dass er dies nun bald trinken kann (zum Glück nicht im Flugzeug). So vergeht der Flug wie im Nu und wir sind bereits bei der Gepäckausgabe. Dani und mein Gepäck kommen, seins fehlt noch. Irgendwann verabschieden wir uns, leider ohne zu Wissen, ob sein wohl nicht ganz standardgemässes Gepäckstück angekommen ist.
    In Bogota haben wir nur einen Tag Zeit, um die Stadt zu entdecken. Mit Uber fahren wir in die Stadt, den 70 jährigen Billy aus den USA haben wir auch gleich mitgenommen. Das Zügli bringt uns alle drei auf den Monserrate Berg, wo sich eine Sicht über die ganze Stadt eröffnet. Dani's Geduld wird hart auf die Probe gestellt, denn Billy macht noch mehr Fotos als ich und ist auch nicht ganz der Schnellste. Ich mag Billy. Er ist dankbar & herzlich und sieht ein bisschen aus wie Samichlaus in den Sommerferien.
    Trotzdem schaffen wir es, um 14 Uhr am Treffpunkt für die Free Walking Tour zu sein. Unser Guide Hector ist toll! Mit viel Wissen und Humor zeigt er uns seine Stadt. Wir lernen, dass die Flaggen von Venezuela, Ecuador und Kolumbien alle die selben Farbe beinhalten, nämlich Gelb für Edelmetall, Blau für Meer und Rot für Blut. Grund dafür ist, dass früher alles ein Land war - Grand Colombia. In einem Café erhalten wir Chicha, ein fermentiertes Maisgetränk zum degustieren. Traditionel wurde es sehr interessant hergestellt - man versammelte sich, alle kauten Mais und spuckten es dann in den (selben) Topf. Anschliessend wurde es für die Fermentierung ein paar Tage in der Erde begraben, bevor es dann getrunken wurde. Yammi.
    Zurück beim Hostel kaufen wir ein paar Kleinigkeiten im nahen Supermarkt. Ich bezahle mit einer 50'000 Note (ca. CHF 16). Der Verkäufer schaut sie an, studiert sie und meint, sie ist nicht echt. Er ruft seinen Kollegen, welcher dies bestätigt. Ich hole eine zweite Note hervor um zu vergleichen - und tatsächlich, wenn man genau schaut ist es ziemlich gut erkennbar. Von wo kommt denn die? Von der Bank ja kaum... Und da dämmert's uns - eine Note haben wir noch von dem Grenztausch, dort wo uns der Polizist geholfen hat. Vielleicht hat er von nichts gewusst, eher warscheinlicher ist wohl, dass er mit dem Geldwechsler unter einer Decke steckte. Tja, auch blöd von uns, einem Polizisten zu trauen, wir sind schliesslich nicht in der Schweiz.
    Kolumbien hatten wir eigentlich nicht auf der Reiseroute, wir haben jedoch von Bogota einen günstigen Flug gefunden, deshalb sind wir im Eiltempo hierhin gereist. Morgen fliegen wir für das grosse Finale in die warme Karibik - 10 Tage Dominikanische Republik, juhuii
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  • Day185

    Ecuador - einzigartige Tierwelt

    May 10 in Ecuador ⋅ ⛅ 17 °C

    Ecuador hat sich wie in unseren Augen erwartet, praktisch von Ort zu Ort gesteigert. Der Anfang war eher dürfrig doch es kamen lauter Highlights. Die 3.5 Wochen mit Dani's Eltern haben sich auch für uns angefühlt wie Ferien. Wir haben unsere Backpacker Mentalität liegen gelassen und uns unter "normale" Touristen gesellt. Die Ferien waren einfach wirklich grossartig. Über das Wetter, das Programm, die besuchten Orte, es stimmte alles. Es war auch sehr schön, Besuch aus der Heimat zu haben und diese Erlebnisse teilen zu können.
    Von der Kultur haben wir weniger mitbekommen als in anderen Ländern. Einerseits sicher, weil wir weniger Zeit in den höheren Gebieten verbracht haben, wo die Kultur vermutlich ausgeprägter ist. Anderseits, weil wir mit Galapagos und dem Dschungel zwei doch sehr touristische Orte besucht haben.
    Wir fühlten uns auch hier meistens sicher. In Quito war mir zwar schon etwas mulmig zu Mute, als mir eine alte Frau sagte, ich soll meinen Stoffrucksäckli vorne tragen. Als uns Alexandra nach dem gemeinsamen Nachtessen auf keinen Fall 200 Meter vom Hotel entfernt ausstiegen liess, bin ich auch etwas überrascht. Nach 15 Jahren in Quito wird sie wohl wissen warum. Aber zum Glück passierten uns keine unangenehmen Zwischenfälle (ausser meine schöne Jacke die aus dem Rucksack gewandert ist😤) und sogar Lilian's grosse Kamera hat den Aufenthalt gut überstanden.
    Gegessen haben wir nicht schlecht aber auch selten hervorragend (ausser auf dem Kreuzfahrtschiff). Dafür haben wir viele leckere Jugos (Chuugos ausgesprochen = Säfte) getrunken, hauptsächlich Mora (Brombeere) und Maracuja (Passionsfrucht).
    Geld haben wir viel viel viel ausgegeben, hauptsächlich wegen Galapagos. Schon nur der "Eintritt" kostete 100$ pro Person. Die 8-tägige Kreuzfahrt hat uns weitere 2500$ aus der Tasche geraubt. Auch Taxis, Hotels, Restaurants, Busse & Touren kosteten ein Vielfaches verglichen zu den Festland Preisen. Ich schätze, dass wir in Ecuador mindestens so viel Geld ausgegeben haben wie für Bolivien, Peru und Chile zusammen. Aber eben, auf Galapagos geht man (höchstwarscheinlich) nur einmal im Leben und dann möchte man es auch richtig geniessen.
    Die Busfahrten hier funktionieren etwas anders als bisher. Vorverkauf existiert praktisch nicht und so geht man einfach zur gewünschten Zeit ans Busterminal und schaut, wann der nächste Bus fährt. WC's sind oft keine im Bus und bei den angegebenen Zeiten sollte man am besten nochmals einen Drittel dazuzählen. Klimaanlagen gibt es zu unserer Freude keine, so mussten wir wenigstens nicht so frieren. Fliegende Händler steigen ein und aus, man muss weder hungern noch durstig bleiben.
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  • Day185

    Abschied & Weiterreise

    May 10 in Ecuador ⋅ ⛅ 15 °C

    Die Ferien sind vorbei, Lilian und Marc müssen die Koffer packen. Ich habe grosses Glück und es hat genügend freien Platz für all meine Einkäufe. Als Abschieds-Mitagessen gibt's Fisch und einen leckeren Brombeersaft im Markt. Mit einer dicken Umarmung verabschieden wir die beiden.
    Für uns geht das Abenteuer noch ein bisschen weiter, zuerst mit einem mühsamen Teil. Wir haben drei Tage Zeit, um in Bogota, Kolumbiens Hauptstadt, anzukommen. Mit dem Taxi fahren wir zum Busbahnhof, von dort 5 Stunden Bus bis nach Tulcan, wo wir in ein Taxi wechseln bis an die Grenze. Hier wimmelt es von Leuten, ganze Familien haben es sich mit ihren Koffern auf dem Boden bequem gemacht. Es scheint, als wären sie schon seit Stunden oder Tagen hier. Vermutlich viele Venezuelaner auf der Durchreise. Wir Touris dürfen die Schlange überholen und keine 10 Minuten später ist unser Pass für die Ausreise Ecuadors gestempelt. Zu Fuss geht es weiter über die internationale Brücke, dort müssen wir ca. 30 Minuten warten bevor auch der Kolumbien Einreisestempel in unserem Pass verewigt ist. Wir fragen einen Polizisten, wo wir am besten ein Taxi nehmen. Als Freund und Helfer gibt er freundlich Auskunft und vermittelt uns direkt noch an einen fliegenden Geldhändler. Gemäss unseren Berechnungen bringt uns der Wechsel von 40$ einen Kursverlust von 6$. Bleibt fraglich, ob der Polizist hier mehr zu unseren oder zu seinen Gunsten gehandelt hat. Mit dem Kollektivtaxi geht's zum Busbahnhof in Ipiales und von dort mit dem Minibus in zwei weiteren Stunden nach Pasto, unserem Tagesziel. Die Fahrt ist sehr nervenaufreibend aber auch spannend. Die Gegenspur nutzt er wie eine Überholspur auf der Autobahn, halt einfach mit Gegenverkehr. Plötzlich erklingt ein Schrei im Bus. Eine schlafende Passagierin wir unsanft aus dem Schlaf gerissen, indem der Fahrer von der Strasse im Eiltempo auf den holprigen Schleichweg abbeugt. Wieder zurück auf der Hauptstrasse gehen die waghalsigen Überholmanöver weiter, ja nicht einmal bei der Ambulanz macht er Halt und zieht mit vollem Tempo an ihr vorbei.
    Um 19 Uhr haben wir es endlich geschafft, wir finden noch ein Zimmerchen und sind so froh, dass wir morgen einen Flug haben direkt nach Bogota und so eine 24 stündige Busfahrt vermeiden können.
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  • Day183

    Mindo - Schlafen im Baumhaus & Kolibris

    May 8 in Ecuador ⋅ 🌧 19 °C

    Nach der langen Rückreise von den Inseln nach Quito haben wir erneut einen Tag Aufenthalt in Quito, den wir nutzen um den Markt aufzusuchen. Lilian und ich sind sehr effizient und füllen in den 5 Stunden je zwei Einkaufstaschen. Die Herren sind bei weitem nicht so erfolgreich, Dani kauft gar nichts für sich selber, Marc immerhin einen tollen Panamahut! Wie ich nun mein Platzproblem im Rucksack löse, ist mir noch unbekannt. Lösungsvorschläge sind gerne willkommen!
    Am nächsten Morgen holt uns unser Taxifahrer "Kleber" um 8h30 ab. Das Auto vor uns wird von der Polizei rausgenommen, Kleber erklärt, dass heute Montag alle Kennzeichen mit Endnummer 1 oder 2 zu den Stosszeiten nicht auf die Strasse dürfen. Der Gesetzesbrecher wird nun mit 200$ gebüsst.
    Zuerst fahren wir zur "Mitad del Mundo" - die Mitte der Welt oder auch Äquator. Für Dani und mich einen speziellen Moment, wir sind nun tatsächlich die halbe Welt hochgereist - vom Ende bis zur Mitte. Im interaktiven Museum dürfen wir experimentieren, unter anderem ist es auf der Äquator Linie möglich, ein Ei auf einem Nagel zu balancieren. Wir sind alle vier erfolgreich und erhalten als Beweis ein personalisiertes "Egg-Master" Diplom🥚💪.
    Weiter geht's mit einem kurzen Halt beim Pululahua Vulkan, wo wir eine gute Aussicht auf das Dorf haben, welches sich im Krater befindet. Da Marc und Daniel 😉 unbedingt noch in die Souvenirläden möchten, fügen sich Lilian und ich und kaufen halt erneut ein.
    Eine gute Stunde später erreichen wir unser Tagesziel, die Ortschaft Mindo, gelegen im Nebelwald. Hier erwartet uns eine spektakuläre Unterkunft - ein Zimmer auf dem Baum! Als Lilian und Marc in Quito ankamen, sind sie mit einer Genferin ins Gespräch gekommen, welche von einem Baumhaus geschwärmt hat. Ich habe google durchforst und wurde fündig. Doch es gab ein Problem - es gibt nur EIN Baumhaus mit EINEM Doppelbett und wir sind zu viert! Die Lösung war bald gefunden: wir müssen 2 Nächte bleiben, dass alle in den Genuss kommen.
    Die Münze entscheidet, dass Dani und ich zuerst den Baumschlaf geniessen können. Die erste Herausforderung besteht im Hochschleppen der Rucksäcke. Im oberen Stock befindet sich das Zimmerchen, Baumstämme ragen direkt hindurch. Im unteren die offene Dusche und das türlose WC. Ein Glücksfall für die Mücken, so frisches Füdliblut erhalten sie wohl nicht überall.
    Die Unterkunft ist wunderschön, wir verbringen den restlichen Nachmittag auf der Terasse und beobachten Kolibris aus nächster Nähe. Ein Nachtspaziergang mit einem Wickelbär, Fröschen, Schmetterlingen, Spinnen und einem vom Guide noch nie gesehenen Insket rundet den Tag ab. Müde und zufrieden fallen wir auf 10 Meter Höhe, in der Hoffnung, dass der Baum unserem Gewicht standhält, in den Tiefschlaf.
    Um 5h30 ertönt bereits der Wecker. Erfreut, nicht heruntergefallen zu sein, machen wir uns auf Vogelsuche. Lilian kommt ZEHN Minuten zu spät, alle müssen warten. Ausser die Vögel, denen ist es wohl zu blöd. So sind wir nicht besonders erfolgreich, liegt vielleicht auch daran, dass unsere Augen nicht darauf geschult sind.
    Nach einem leckeren Frühstück sind die Schmetterlinge dran. Im Mariposario begrüssen uns hunderte davon. Man darf ein bisschen Bananenbrei an den Finger nehmen, um so einen Schmetterling zu halten. Was daraus geworden ist, ist in den Fotos zu sehen:-) Ich bin fasziniert, den Neulingen beim Schlüpfen zuzuschauen. Für die Würmlis scheint das alltäglich zu sein, da sie das selbe Schauspiel im eigenen Garten haben. Die Sesselbahn bringt uns über den Nebelwald zurück zum El Eden Treehouse (unsere Unterkunft). Unser Hotelpapi eilt uns entgegen und ruft "Tucan, Tucan". Schnell begeben wir uns auf die Terasse und sehen die Vögel mit dem farbigen Schnabel auf einem Ast, ganz in der Nähe.
    Nun dürfen Lilian und Marc das Baumhaus beziehen und wir schlafen diese Nacht in einem grosszügigen Doppelzimmer mit Aussicht in die Bäume. Vor dem Schlafen geht's aber noch ans Konzert! Wie haben Tickets für das Froschkonzert ergattern können. Gespannt, was uns erwartet machen wir uns auf den Weg zum See. Als Begrüssung gibt's einen Schluck Wein. Wir sind die einzigen Besucher und geniessen die "Musik". Nur zuzuhören wird mit der Zeit etwas langweilig, deshalb geht's mit dem Guide zu Fuss auf eine Runde um den See. Wir entdecken einige Fröschlis, eine interessante Spinne, (die kein Netz spinnt sondern ein Blatt einrollt, dies mit einem starken Faden zubindet und auf ihre Beute wartet), Glühwürmchen, leuchtendes Holz und lustige Baumschnecken. Im Bett stelle ich fest, dass heute der 7. Mai ist, wir sind vor genau einem halben Jahr losgezogen😀.
    Am dritten Tag freuen wir uns auf viel Adrenalin. Mit zehn Zip Lines schwingen wir uns von Baum zu Baum und geniessen die tollen Ausblicke. Zum Schluss wartet der freiwillige Tarzan Sprung auf uns. Marc überrascht alle und begibt sich als erstes auf die Absprung Plattform. 3,2,1 und er wird in die Tiefe katapultiert, wow... er schwingt hin und her und hin und her bis er schlussendlich zum Stillstand kommt und der Guide ihn mit einer Leiter erlöst. Als nächstes spring Daniel, easy peasy stürzt er sich in die Tiefe. Für Lilian ist das Ganze etwas zu extrem und so mache ich mich auf den Weg zur Plattform. Doch plötzlich höre ich "Nein stopp!! Ich möchte doch, aber nicht als letztes". Wenig später hängt auch sie in der Luft, begleitet von viel Geschrei. Total fertig aber zufrieden hat sie den Sprung sehr gut gemeistert. Als ich dann da oben stehe und in die Tiefe schaue, wird mir auch etwas mulmig. Die Nervosität steigt und zägg werde ich rausgeschupst. Ein langer, intensiver Schrei lässt sich nicht verkneifen. Einfach geil das Gefühl!! Hat sich auf jedenfall gelohnt, auch wenn ich anschliessend total fertig bin. Zurück in der Unterkunft verabschieden wir uns von den Kolobris und sogar ein Tukan kommt noch schnell vorbei, bevor es mit Taxi und Bus zurück nach Quito geht.
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  • Day179

    Galapagos - Inseltage auf Isabela

    May 4 in Ecuador ⋅ ⛅ 29 °C

    Nachdem schon seit Geburt unseres Blogs klar war, dass Dani über die Galapagos Inseln berichten darf, bin ich (Manuela) nun wieder am Zug und darf noch über den zweiten Galapagos Teil erzählen.
    Am ersten Tag nach der Kreuzfahrt gilt Ausschlafen als höchste Priorität. Endlich mal nicht zwischen 5h und 6h aufstehen, da kommt richtiges Ferienfeeling auf! Doch leider ist auch niemand mehr da, der für uns kocht und unser Programm zusammenstellt. Um einen Landschock zu vermeiden nach 8 Tagen auf hoher See, haben wir ein Hotel direkt am Strand gewählt und geniessen das Einschlafen bei Wellenrauschen.
    Nach dem Frühstück gibt's gleich mal eine Runde Freizeit - oder auch Internerzeit. Nach 8 Tagen Funkstille hat man einiges nach zu holen! Als Abwechslung kommt ein Schwumm im offenen Meer-Wellenbad gerade richtig. Am Nachmittag spazieren wir in der Gegend umher, entdecken jenste Meer Leguane und spüren 3 Flamingos auf, die sich 5 Meter vor uns herauspützeln.
    Am nächsten Morgen ist Ausschlafen schon wieder wunschdenken für Lilian, Daniel und mich. Um 7h20 werden wir abgeholt und aufs Boot gebracht. Wir rasen durch das Meer, sehen immer wieder mal einen Flossen oder Buckel aus dem Wasser ragen und kommen 45 Minuten später am Ziel an, den "tuneles". Heute hat der Pinguin Empfangsdienst und begrüsst uns freundlich. Wir bööteln im Schritttempo durch die malerischen Lavalandschaften bis das Boot zu einem Stopp kommt und ein Landgang ansteht. Zu Fuss spazieren wir über die Lava Tunnels, winken den vorbeischwimmenden Schildkröten zu und tanzen mit dem Blaufuss Tölpel. Ein paar hundert Meter entfernt, Schnorchel und Tauchbrille aufgesetzt, begeben wir uns ins Nass und beobachten die Unterwasser-Welt. Eine Schildkröte nach der anderen paddelt gemütlich an uns vorbei, begleitet von farbigen Fischen. In einer Höhle finden wir ein Dutzend Haifische beim gemütlichem Zusammensein. Als letztes machen wir uns auf die Suche nach Seepferdchen, wobei unser Guide schnell fündig wird. Jedoch zeigt sich nur ein einziges Geschöpf und 10 sehensgierige, mit Flossen strampelnde Schnorchler, versuchen einen Blick zu erhaschen....
    Am Nachmittag gehen wir in der Perla de la concha (nur ein 20 minütiger Spaziergang von unserem Hotel) auf eigene Faust schnorcheln. Da ich keine Schnorchel Ausrüstung habe, warte ich auf dem Steg, während Dani und Lilian die Umgebung unter Wasser erkunden und Marc eine Abkühlung im Wasser geniesst. Als vier entenähnliche Gestalten gemütlich vor Marc vorbeischwimmen überlege ich noch, ob ich ein Foto machen soll aber Enten sind ja langweilig. Bis Marc ruft "Pinguuuus". Doch bis die Kamera eingeschaltet ist, sind sie bereits aus dem Bild. Ich kann es nicht fassen, dass ich diese einmalige Fotogelegenheit verpasst habe🙈🐧. Als Lilian mir ihr Schnorchelzeug übergibt, ist mein einziges Ziel dem Blog Namen gewidmet: Find penguins! Vom Steg aus können wir gleich einen sichten, Dani und ich stürzen ins Wasser und wenig später haben wir ihn erwischt und können friedlich hinterherschwimmen. Er schwimmt an der Wasseroberfläche und zwitschert alle 5 Sekunden etwas in die Welt hinaus bis er irgendwann abtaucht und sich verabschiedet. Die Faszination Galapagos hat mich nun definitiv auch erreicht! Ich spüre eine Schildkröte auf, schwimme mit ihr bis zu den Mangroven und leiste ihr Gesellschaft beim Z'vieri. Plötzlich rufen mir die Würmlis vom Steg her zu "Seelöwe! Hinter dir, nein rechts, nein andere Seite...! Tja verpasst, dafür sagt nochmals ein Pingu kurz hola und ich kann das Wasser zufrieden verlassen.
    Für unseren letzten Tag variieren die Interessen. Dani möchte die Gelegenheit unbedingt noch nutzen, um beim Hafen schwimmende Meer Leguane zu sehen und die besste Chance eröffnet sich jeweils am Morgen. Marc und ich gehen währenddessen auf die Vulkanwanderung. Der zweitgrösste Krater weltweit erwartet uns auf dem Sierra Niegra. Doch der Guide muss uns des besseren belehren - die Info in den Reisehandbücher ist falsch - es gibt einige grössere Krater. Und trotzdem ist er mit 35km2 eindrücklich gross! Noch eindrücklicher wird es, als unsere Wanderung über Lavagesteine führt. Die bizarre Umgebung gibt einem das Gefühl, als befänden wir uns auf einem anderen Planeten. Die 9km auf derselben Strecke zurück ziehen sich ziemlich in die Länge. Wir erfreuen uns an leichtem rägele als Abkühlung. Aber die Freude währt nicht lange, schon bald bin ich in der Regenjacke eingepackt und von oben bis unten pflotschnass.
    Zurück in Villamil finde ich Dani nicht im Hotelzimmer vor. Die wasserdichte Kamera auf dem Bett verrät jedoch, dass die beiden nicht mehr am schnorcheln sind. Gwunderig wie ich bin, drücke ich den "Ein" Knopf und warte gespannt... Nein wie süss, ein Pinguin strahlt mich aus nächster Nähe an. Ich weiss nicht genau, ob bei mir nun Freude oder Eifersucht überwiegt;-). So richtig freue ich mich aber, als ich jenste Fotos von schwimmenden Meer Leguanen finde. Seit Tagen hat er sich das gewünscht und endlich wurde der Wunsch erfüllt.
    Am Nachmittag möchte ich mein Glück mit dem Pinguin auch noch versuchen doch er steht, wie erwartet, nicht mehr auf seinem Stein. Immerhin sehe ich einen Aal und eine Schildkröte.
    Nach insgesamt 12 Tagen sind unsere Galapagos Ferien leider zu Ende. Um 5h15 holt uns das Taxi ab und bringt uns zum Hafen, wo wir mit dem Wassertaxi zum Boot fahren. In der Weite sehe ich einen weissen Punkt. Sofort schnappe ich mir meinen Feldstecher und meine Vermutung stellt sich als Tatsache heraus - da ist tatsächlich ein Pinguin so früh aufgestanden, um uns Tschüss zu winken😍🐧👋
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  • Day176

    Galapagos - ein Kindertraum wird wahr

    May 1 in Ecuador ⋅ ⛅ 22 °C

    Ich (Daniel) mag mich nicht mehr richtig erinnern aber ich habe glaubs als Kind im Fernseher (vermutlich heimlich) eine Doku über die Galapagos Inseln geschaut und war schlichtweg begeistert. An diesem Tag wurde wohl der Wunsch eines Besuches der Inseln geboren.

    Eher mässig bequem beginnt unsere Reise im Flieger über Guayaquil zur Insel Santa Cruz. Anstatt den angegebenen Plätzen beieinander sitzen wir verstreut im Flugzeug und im wahrsten Sinne des Wortes in der Holzklasse ohne jegliche Beinfreiheit. Nachdem wir, mit ein bisschen Bescheissen beim Einreiseformular, angekommen sind, werden wir am Hafen von faulenzenden Seelöwen begrüsst. Alle Petflaschen und Plastiksäckli müssen noch entsorgt werden um die Inseln möglichst plastikfrei zu halten. Manuela mit ihrem immer währenden Appetitt kauft sich gleich nach der Ankunft Reis mit Bananen im Plastikbecher mit Plastiklöffel im Plasticksäkli und dazu ein Wasser im Plastikfläschli. In den Supermärkten siehts übrigens auch nicht besser aus. Tja ist ja auch kein Wiederspruch oder?... Gleich nach der Ankunft im Hostel gehen wir an den Hafen und stolpern fast wortwörtlich über Leguane, Seehunde, Pelikane und andere Vögel, die sich an den Fischresten gütlich tun. Im Hafenbecken daneben schwimmen kleine Haifische. Ich habe mich bereits in die Inseln verliebt. Was für ein Start!

    Cruise Tag 1:
    Nach den Erklärungen wie und was alles auf dem Boot läuft und nach unserem super Zmittag an Bord der Galaven haben wir bereits die erste Aktivität auf dem Programm. Nachdem wir bereits Haie vom Boot aus gesehen haben, dürfen wir uns ins Wasser begeben und beim Schnorcheltripp Haie, Aale, Fische und Seegurken beobachten. Das Wasser sei kalt, wir verzichten jedoch auf einen Wetsuit und überstehen das Schnorcheln auch ohne gross zu frieren. Danach besichtigen wir die kleine ca. 500m lange mini Insel Mosquera. Hier können wir weitere Haie, Seehunde, Pelikane, Krebse und Wasserleguane beim Faulenzen beobachten. Die Tiere sind absolut nicht scheu, wir müssen die 2m Abstand jedoch strickt einhalten. Besonders angetan sind wir von einem Baby Seehund das kläglich nach seiner Mutter ruft. Als dieses Baby sich dem Wasser mit den Haien nähert, fiebern alle mit und rufen dem Baby zu “nein geh nicht ins Wasser!“ Glücklicherweise befolgt es unseren Rat, denn später sehen wir ein angeknabbertes Seehundbaby das wohl keine so guten Ratgeber hatte.

    Cruise Tag 2:
    Der Tag beginnt mit einem Spaziergang vor dem Zmorgen auf der Insel Plaza Norte. Ich und Manuela werden bereits um 4.30 Uhr von den startenden Bootsmotoren ein erstes Mal geweckt. Glücklicherweise haben wir 2 Wecker gestellt, denn den von Manuela hören wir bei diesem Lärm gar nicht. Die Insel wird von 50cm grossen gelbschwarzen Leguanen bevölkert, die die herunterfallenden stacheligen Kaktusblätter fressen. In dem man einen Stein fallen lässt, kann man die Leguane ködern. Dies funktioniert jedoch scheinbar nur auf dieser Insel. Nach einer kurzen Begegnung mit 2 Seehunden beim Schnorcheln machen wir uns auf den Weg zur Insel Santa Fe. Auf dieser Insel sind die teils über 200 jährigen Kaktusbäume einiges höher, da früher hier Riesenschildkröten gelebt haben, die sich auf die Hinterbeine stellten, um an die Kaktusblätter zu gelangen. Hihihi ich habe mir das gleich bildlich vorgestellt. Die ebenfalls deutlich grösseren Leguane lassen sich von einem Steinwurf nicht täuschen. Auf dieser Insel müssen sie ein bisschen mehr Workout betreiben: um an ihre bevorzugte Nahrung zu gelangen, müssen sie nämlich auf die Kaktusbäume klettern.

    Cruise Tag 3:
    Wir landen mit unserem kleinen Beiboot und wie immer regelkonform mit Schwimmwesten ausgerüstet an dem Steg von Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Das auch ja niemand ins Wasser plumst, müssen wir uns mit beiden Armen am Guide bzw. am Bootsmann festklammern. Ich komme mir jeweils wie ein Kleinkind vor. Wir besichtigen hier die Riesenschildkröten Aufzucht mit dem Namen des famosen Entdeckers Charles Darwin. In diesem Reservat werden junge Riesenschildkröten aufgezogen und in die Freiheit entlassen. Die älteren dienen lediglich als “Brutmaschinen“, da sie in der Wildnis nicht mehr überleben würden. Eine Riesenschildkröten Art war vor Jahren vom Aussterben bedroht und das einzige Männchen wollte keinen romantischen Moment mit den alten Weibchen verbringen. Nach langer Recherche fanden sie jedoch ein weiteres Männchen, liessen dieses aus San Diego in den USA einfliegen und retteten so diese Art (vorübergehend aber hoffentlich für immer). Andere Arten auf anderen Inseln hatten dieses Glück leider nicht und wurden durch die Menschen (bzw. die ersten Piraten) ausgerottet. Zurück im Hafen können wir die Wartezeit mit dem Bestaunen der Babyhaie und der Schildkröten, die sich im Hafenbecken tummeln, vertreiben. Plötzlich kommt ein Seehund den Steg heraufgewatschelt und streckt sich mitten auf der Bank aus um ein Nickerchen zu halten. Die Aufmerksamkeit der Touristen ist ihm garantiert. Die Crew muss noch “schnell“ den defekten Kühlschrank ersetzen und mit knapp 2h Verspätung kommen wir auf der Insel Floreana an. Der Schnorcheltripp, der wie immer einem Ameisenhaufen gleicht, ist für mich ein voller Erfolg. Um meine Schnorchelruhe zu geniessen setzte ich mich ein bisschen vom Rest des Haufens ab und kann einen Rochen, Fischschwärme, Seegurken, einen Aal, eine Schildkröte, Seesterne, Seeigel und zum Schluss einen grossen Tintenfisch beobachten. Gwundrig wie ich bin, tauche ich möglichst zu jedem Tier hinunter. Das bleibt vom Tintenfisch natürlich nicht unbemerkt und er ändert sogleich die Farbe. Herrlich! Kurz vor dem Eindunkeln können wir die wunderschönen Flamingos auf der Insel beobachten. Zurück am Strand liefert uns ein Blaufuss Tölpel Pärchen noch eine Brunftschow aus nächster Nähe. Auf dem Boot angekommen, möchten die Einen (inkl. ich) vom Boot springen. Der Kapitän untersagt dies jedoch, da hier Haifische leben. Ich glaube ihm nicht so recht und halte dies für eine blöde Ausrede, werde jedoch einige Minuten später eines besseren belehrt. Im Dunkeln zündet ein Scheinwerfer auf die Meeresoberfläche und lockt somit Plankton an. Dieser lockt fliegende Fische an und diese wiederum locken bis 3m grosse Blacktip Haifische an. Wir staunen nicht schlecht, als sich über 20 Haie versammeln und die Fliegenfische jagen. Um unser Boot müssen sich sicherlich über 100 Haie befinden. Das Schauspiel zieht alle in den Bann.

    Cruise Tag 4:
    Über Nacht navigieren wir 6 Stunden bis zur Nordseite von Santa Cruz um noch vor dem Zmorgen einen Landspaziergang bei Sonnenaufgang zu machen. Das einzig Spezielle in der schönen grünen Landschaft ist die Entdeckung eines Landleguans, welcher uns schläfrig aus einer verlassenen Bruthöle anschaut. Da das Boot leider 8 Tage und 4 Tage Rundfahrten gemischt hat, gehen die meisten von Board um auf den Flieger zu gehen. Neue Reisende werden gleichzeitig an Board geholt. Ein bisschen genervt über diese 3h Zeitverschwendung lümmeln wir auf dem Boot herum, schreiben den Blog weiter und warten auf den Zmittag. Wir müssen anschliessend nochmal 3h Zeit totschlagen um östlich der Insel Santiago vor Anker zu gehen. Am Schnorchelplatz angekommen erspähen wir einen Meerleguan der gerade am Schwimmen ist. Ich begebe mich sofort ins Wasser (nach dem ich den Guide natürlich um Erlaubnis gebeten habe, denn ansonsten hätte ich sicherlich einen Zämäschiss kassiert) und jage ihm hinterher. Ich komme jedoch nicht weit und werde wieder aus dem Wasser gepfiffen um weiter zu fahren. Entsprechend genervt über das entwischte Fotomotiv schwinge ich mich gleich als Erster wieder über Bord und werde von vielen grossen rotschwarzen Seesternen begrüsst. Das Glück hält an und wir sehen 5 Pinguine an Land. Alle sind entzückt von den kleinen härzigen Vögel. Der nächste Pinguin, den wir im Wasser schwimmend entdecken, wird von unserem fotowütenden Guide komplett verdeckt und wir sehen so zu sagen gar nichts. Ich hätte mir hier (und auch in vielen ähnlichen Situationen) einen touristenfreundlicheren Guide gewünscht. Nichts desto trotz bleibt die Sichtung der Pinguine ein bisheriges Highlight.

    Cruise Tag 5:
    Bereits am Vortag sind wir im Westen der Insel Santiago vor Anker gegangen und konnten eine ruhige, wellenlose Nacht geniessen. Irgendwie nicht so abwechlungsreich haben wir heute zweimal schnorcheln auf dem Programm. Wir sehen bereits beim Strand kleinere Rochen und später beim Schnorcheln noch eine grössere. Besonders fasziniert haben mich die 30cm langen Schneckenhäuser. Darin verstecken sich die knallroten mit blauen Punkten verzierten Bewohner. Als wir aus dem Wasser kommen und uns sauber abtrocknen, damit uns die Rossbrämen nicht angreifen, schreien die neu angekommenen Kinder plötzlich “Shark, Shark, Shark“. Sofort schnappe ich Taucherbrille & Kamera, stolpere fast über einen Babyhai am Strand und jage dem Hai schwimmend hinterher. Nach etwa 100m auf offenem Meer und ein paar mehr oder weniger guten Fotos, muss ich dem Hai den Sieg dieses Wettschwimmens zugestehen und kehre um. Ein bisschen geschockt über meine Reaktion, dem Hai nachzuschwimmen, werde ich von Manuela freudig in die Arme geschlossen. Am Nachmittag sehen wir vom Boot aus immer wieder Schildkröten und Seehunde, die uns umschwimmen. Am Abend beim schönen Sonnenuntergang nehmen wir zwei Sessel um auf das Meer zu schauen, die Seele baumeln zu lassen und die (fast) Zweisamkeit zu geniessen. Plötzlich springt ein grosser Haifisch 10m vor uns senkrecht aus dem Wasser, vollführt eine formvollendete Schraube und klatscht mit lautem Geplatsche wieder ins Wasser. Sofort stürmen die andern Gäste zu uns - die Show war jedoch nur eine Privatvorstellung für mich und Manuela und schon wieder vorbei. Dieser Haifisch sei ein Mobula-Rochen erfahren wir später vom Guide und dieses Spektakel vollführt er um Parasiten, die sich an seinem Körper befinden, los zu werden. Zum Abschluss des Tages hat Manuela noch ein paar Babyschildkröten gesichtet und holt mich nochmals aus dem Bett. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekommen wir noch einmal ein paar dieser süssen kleinen Babyschildkröten zu Gesicht und auch ich kann mit einem Lächeln wieder zu Bett gehen.

    Cruise Tag 6:
    Immer noch vor der Insel Santiago machen wir einen Spaziergang an der Küste. Wir gehen über Sand und Lavagestein und beobachten Heugümper beim Liebe machen. Das machen die bis zu einer Woche ununterbrochen, wobei sie sich nicht trennen. Das Männchen hockt auf dem Rücken des Weibchen und sticht dieses um die Eier zu befruchten. Das Liebesspiel ist für das Weibchen daher nicht so angenehm.
    Zwischen den Meer Leguanen, die sich nur unter Wasser von Algen ernären, krabbeln rote Krebse umher. Diese häuten sich dreimal jährlich, wobei sie die komplette Haut abstreifen und dann glibbrig wie eine Qualle sind. Die abgestreifte Haut sieht dann aus wie ein lebendiger Krebs, nur krabbelt dieser nicht mehr davon. In dem sie eine Stunde lang ins Wasser und wieder raus rennen, können sie durch chemische Reaktionen die Schale bzw. ihre feste Haut wieder aufbauen. Am Ende des Spazierganges befinden sich natürliche Pools, die Darwins Toilet heissen (da sich das Wasser hebt und senkt wie auf dem WC). In diesen treiben vier schnarchende Seehunde. Das Schnarchen ist deutlich zu hören und soooooo härzig. Wieder am Strand geht es erneut ins Wasser zum Schnorcheln. Ein Seehund tümmelt sich bereits seit längerem vor dem Strand und wir möchten unbedingt mit ihm schnorcheln. Ungeduldig warten wir auf das Shampoo um unsere Brille auszuwaschen und eine Mattscheibe zu verhindern. Sofort schwimmen wir zum Seehund und kriegen eine fantastische unterwasser akrobatik Show, wobei er nur wenige Zentimeter vor uns wieder auftaucht um Luft zu holen. Das Spektakel geht noch weiter. Wärend ich und Manuela einen Rochen observieren, hat Mueti eine Schildkröte gesichtet. Schnell wie ein Seehund schwimmen wir zu Mueti und geniessen den anmutigen und gemütlichen Schwumm der Schildkröte. Wir folgen ihr sicherlich 10 Minuten und machen unzählige Fotos. Auf dem Rückweg sehen wir mehrere Haie, die natürlich von mir erneut verfolgt werden. Was für ein Erlebnis! Wir denken, der Tag kann nicht besser werden. Doch beim Schnorcheln am Nachmittag taucht plötzlich ein Pinguin vor meiner Nase auf. Kaum bemerkt, schwimmt er schnell wie der Blitz an Manuela vorbei und verschwindet. Die weiteren 3 Pinguine auf dem Felsen versetzen uns erneut in Begeisterung. Den Abend lassen wir beim Besteigen der 400 Treppenstufen auf der Insel Bartalomé ausklingen. Das Panorama auf dem Hügel ist einfach umwerfend und bereits auf vielen Postkarten abgedruckt.

    Cruise Tag 7:
    Vor der Insel Rábida gehen wir zum letzten Mal schnorcheln auf dieser Kreuzfahrt. Das Schnorcheln verläuft vorerst ereignislos, ist jedoch eine willkommene Abkühlung nach dem Strandspaziergang. Doch plötzlich kommt Action auf! Am Strand flitzt eine gelbe Roche unter uns vorbei. Diese sehen wir zum ersten Mal und können sie nun auch abhaken auf unserer Checkliste. Ein Hai schwimmt, von Manuela unbemerkt, unter ihr durch, als plötzlich die Fische vor uns davonjagen. Ich denke mir noch “aha da könnte etwas grösseres kommen“ als mir auch schon ein Seehund fast ein Küsschen gibt, so nahe wie er ist. Im eher trüben Wasser verlieren wir ihn immer wieder aus den Augen und erschrecken, wenn es neben uns platscht und er erneut auftaucht. Zum Schluss können wir ihm zusehen und filmen, wie er einen Fisch fängt und gleich gierig verschlingt. Wir fahren wieder an den Ausgangspunkt von gestern Nachmittag zurück (allgemein ist es ein hin und her Gefahre, welches man sicherlich minimieren könnte). Dies können wir jedoch nicht ohne immense Anstrengung und Erfindungsreichtum machen, da der Motor zum heben des Ankers defekt ist. Wie die Crew inkl. Kapitän im Übergwändli das repariert hat, bekommen wir zwar nicht mit, jedoch steht dem Landgang auf der ziemich neuen Lavafläche nichts mehr im Wege. Hier wächst noch (fast) nichts. Dementsprechend befinden sich auch noch (fast) keine anderen Lebewesen auf diesen 7km2. Nichts desto trotz ist diese schwarze, karge und heisse Oberfläche sehr interressant und wir können uns an den erstarrten Formen kaum satt sehen. Die Lavadecke ist 6m tief und bis man sie, nach dem Ausbruch vor 123 Jahren, betreten konnte (ohne sich die Füsse zu verbrennen), vergingen sechs Monate. Eine schier unvorstellbare Naturgewalt ist so ein Vulkan, da sind wir uns alle einig. Zum Abschluss gibt es noch einen Tanzabend den Mueti in vollen Zügen geniesst. Auch Papi lässt das Tanzbein schwingen. Wir anderen widmen uns lieber dem Freigetränk.

    Cruise Tag 8 & Santa Cruz
    Den letzten Tag beginnen wir mit einem Spaziergang auf der Insel North Seymour, die der Flughafeninsel Baltra vorgelagert ist. Hier können wir endlich Frigate Vögel bei ihrem Paarungsritual beobachten. Die Männchen bauen ein Nest, platzieren sich darin und blasen ihren roten Sack auf, der sich unterhalb des Halses befindet. So versuchen sie, ein Weibchen zu angeln. Dies muss in den nächsten 7-10 Tagen passieren, denn so lange können sie den Ballon aufgeblasen lassen. Andernfalls müssen sie die Paarung auf das nächste Jahr verschieben. Auch die Blaufuss Tölpel sind sich hier am Paaren. Anders als die Frigate Vögel vollführen sie einen härzigen Tanz. Bei beiden Arten kann sich das Weibchen das Männchen aus massenhaft Anwärtern auswählen. Plötzlich rennt uns ein Landleguan wie von der Tarantel gestochen über den Weg und wir müssen fast zur Seite springen. Er ist einem Blaufuss Tölpel Nest zu nahe gekommen und der brütende Vogel hatte gar keine Freude (obwohl die Leguane Pflanzenfresser sind). Kaum am Flughafen abgesetzt, geht das Abenteuer für uns weiter. Wir bitten den Taxifahrer uns bei der Riesenschildkröten Farm abzusetzen. Vorher laufen und kriechen wir durch einen erstarrten Lavatunnel. Auch dies ist sehr eindrücklich wenn man bedenkt, dass hier vor langer Zeit flüssiges Gestein durchgeflossen ist. Bei der Farm angekommen, läuft uns bereits das erste Urgestein über den Weg. Urgestein daher weil diese Riesenschildkröten locker 200 Jahre alt werden können. Auf der Farm treffen wir auf ein Exemplar welches mitten auf dem “Fussweg“ am fressen ist. Wir müssen daher die vorgegebenen 2m Abstand unterschreiten und werden prompt von der Schildkröte wütend angefaucht. Nicht viel weiter hören wir plötzlich ein regelmässiges Geräusch. Für mich hört sich das wie Gestöne an. Wir nähern uns neugierig dem Geräusch und platzen mitten in eine Liebesszene hinein. Uuuups. Ohne Scham machen wir natürlich unsere Fotos. Der Rundgang dauert ca. 25min haben sie uns am Eingang gesagt. Tja die Familie Würmli inkl. Manuela hat das natürlich locker um das Dreifache überboten. Ist ja auch kein Wunder bei den vielen Riesenschildkröten. Glücklicherweise haben wir einen geduldigen Taxifahrer erwischt. Nun geht es mit dem Speedboot weiter auf die Insel Isabela wo wir die nächsten 3 Tage unser Lager aufschlagen.

    Somit gehen unsere ersten 8 Tage Galapagos zu Ende. Wir verabschieden uns von der 8 köpfigen Crew und den 12 weiteren Passagieren. Es ist schon ein anderes Volk auf so einer teuren Kreuzfahrt als in einem Hostel. Rucksacktouristen wie wir, waren keine weitere vertreten. Die ersten vier Tage haben wir den Tisch mit einer holländischen Familie mit drei Kindern (12, 13 und 15) geteilt und viel gelacht. Die nächsten 4 Tage (als die Familie abgereist ist), haben Mutter mit Tochter aus Dänemark an unseren Tisch gewechselt (die einzigen neben uns, die nach vier Tagen nicht abgereist sind) und ein schwules Pärchen ist neu dazu gekommen, welches sich auf dem Hinflug frisch verlobt hat. Für Wirbel sorgte eine indisch-deutsche Familie mit drei Kindern im Alter von 7, 9 und 11. Anstatt Ruhe und Relaxen war dann plötzlich Bollywood angesagt.

    Die meisten Tier- und Pflanzenarten auf Galapagos sind einzigartig und nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Der Grund dafür ist, dass die Lebensbedingungen auf diesen isolierten Inseln so einmalig sind, dass sich die Tiere, welche irgendwie irgendwann hier angekommen sind, den Bedingungen anpassen mussten. Dadurch haben sich über die Zeit neue Arten entwickelt.

    An der überwältigenden Kreuzfahrt hat mich das entdeckte Paradies, dass hier vor tausenden von Jahren, durch ausbrechende Unterwasser-Vulkane und tektonische Plattenverschiebung entstanden ist, fasziniert. Aber auch das super gute Essen hat uns sehr gemundet. Da ich in den letzten 5 Monaten kaum guten Kaffee geniessen konnte, habe ich mich über den sehr guten Kaffee an Board gefreut. Logischerweise ist mein Kaffeekonsum explodiert. Leider war die Kaffemaschine in den letzten Tagen defekt (passend zum Schiff).
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  • Day166

    Dschungel - Foto Special

    April 21 in Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Dank Lilian's super Kamera und ihrer Geduld haben wir unglaublich tolle Tieraufnahmen, vielen Dank Lilian!!

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