Daniel Würmli

Joined November 2018
  • Day176

    Ich (Daniel) mag mich nicht mehr richtig erinnern aber ich habe glaubs als Kind im Fernseher (vermutlich heimlich) eine Doku über die Galapagos Inseln geschaut und war schlichtweg begeistert. An diesem Tag wurde wohl der Wunsch eines Besuches der Inseln geboren.

    Eher mässig bequem beginnt unsere Reise im Flieger über Guayaquil zur Insel Santa Cruz. Anstatt den angegebenen Plätzen beieinander sitzen wir verstreut im Flugzeug und im wahrsten Sinne des Wortes in der Holzklasse ohne jegliche Beinfreiheit. Nachdem wir, mit ein bisschen Bescheissen beim Einreiseformular, angekommen sind, werden wir am Hafen von faulenzenden Seelöwen begrüsst. Alle Petflaschen und Plastiksäckli müssen noch entsorgt werden um die Inseln möglichst plastikfrei zu halten. Manuela mit ihrem immer währenden Appetitt kauft sich gleich nach der Ankunft Reis mit Bananen im Plastikbecher mit Plastiklöffel im Plasticksäkli und dazu ein Wasser im Plastikfläschli. In den Supermärkten siehts übrigens auch nicht besser aus. Tja ist ja auch kein Wiederspruch oder?... Gleich nach der Ankunft im Hostel gehen wir an den Hafen und stolpern fast wortwörtlich über Leguane, Seehunde, Pelikane und andere Vögel, die sich an den Fischresten gütlich tun. Im Hafenbecken daneben schwimmen kleine Haifische. Ich habe mich bereits in die Inseln verliebt. Was für ein Start!

    Cruise Tag 1:
    Nach den Erklärungen wie und was alles auf dem Boot läuft und nach unserem super Zmittag an Bord der Galaven haben wir bereits die erste Aktivität auf dem Programm. Nachdem wir bereits Haie vom Boot aus gesehen haben, dürfen wir uns ins Wasser begeben und beim Schnorcheltripp Haie, Aale, Fische und Seegurken beobachten. Das Wasser sei kalt, wir verzichten jedoch auf einen Wetsuit und überstehen das Schnorcheln auch ohne gross zu frieren. Danach besichtigen wir die kleine ca. 500m lange mini Insel Mosquera. Hier können wir weitere Haie, Seehunde, Pelikane, Krebse und Wasserleguane beim Faulenzen beobachten. Die Tiere sind absolut nicht scheu, wir müssen die 2m Abstand jedoch strickt einhalten. Besonders angetan sind wir von einem Baby Seehund das kläglich nach seiner Mutter ruft. Als dieses Baby sich dem Wasser mit den Haien nähert, fiebern alle mit und rufen dem Baby zu “nein geh nicht ins Wasser!“ Glücklicherweise befolgt es unseren Rat, denn später sehen wir ein angeknabbertes Seehundbaby das wohl keine so guten Ratgeber hatte.

    Cruise Tag 2:
    Der Tag beginnt mit einem Spaziergang vor dem Zmorgen auf der Insel Plaza Norte. Ich und Manuela werden bereits um 4.30 Uhr von den startenden Bootsmotoren ein erstes Mal geweckt. Glücklicherweise haben wir 2 Wecker gestellt, denn den von Manuela hören wir bei diesem Lärm gar nicht. Die Insel wird von 50cm grossen gelbschwarzen Leguanen bevölkert, die die herunterfallenden stacheligen Kaktusblätter fressen. In dem man einen Stein fallen lässt, kann man die Leguane ködern. Dies funktioniert jedoch scheinbar nur auf dieser Insel. Nach einer kurzen Begegnung mit 2 Seehunden beim Schnorcheln machen wir uns auf den Weg zur Insel Santa Fe. Auf dieser Insel sind die teils über 200 jährigen Kaktusbäume einiges höher, da früher hier Riesenschildkröten gelebt haben, die sich auf die Hinterbeine stellten, um an die Kaktusblätter zu gelangen. Hihihi ich habe mir das gleich bildlich vorgestellt. Die ebenfalls deutlich grösseren Leguane lassen sich von einem Steinwurf nicht täuschen. Auf dieser Insel müssen sie ein bisschen mehr Workout betreiben: um an ihre bevorzugte Nahrung zu gelangen, müssen sie nämlich auf die Kaktusbäume klettern.

    Cruise Tag 3:
    Wir landen mit unserem kleinen Beiboot und wie immer regelkonform mit Schwimmwesten ausgerüstet an dem Steg von Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz. Das auch ja niemand ins Wasser plumst, müssen wir uns mit beiden Armen am Guide bzw. am Bootsmann festklammern. Ich komme mir jeweils wie ein Kleinkind vor. Wir besichtigen hier die Riesenschildkröten Aufzucht mit dem Namen des famosen Entdeckers Charles Darwin. In diesem Reservat werden junge Riesenschildkröten aufgezogen und in die Freiheit entlassen. Die älteren dienen lediglich als “Brutmaschinen“, da sie in der Wildnis nicht mehr überleben würden. Eine Riesenschildkröten Art war vor Jahren vom Aussterben bedroht und das einzige Männchen wollte keinen romantischen Moment mit den alten Weibchen verbringen. Nach langer Recherche fanden sie jedoch ein weiteres Männchen, liessen dieses aus San Diego in den USA einfliegen und retteten so diese Art (vorübergehend aber hoffentlich für immer). Andere Arten auf anderen Inseln hatten dieses Glück leider nicht und wurden durch die Menschen (bzw. die ersten Piraten) ausgerottet. Zurück im Hafen können wir die Wartezeit mit dem Bestaunen der Babyhaie und der Schildkröten, die sich im Hafenbecken tummeln, vertreiben. Plötzlich kommt ein Seehund den Steg heraufgewatschelt und streckt sich mitten auf der Bank aus um ein Nickerchen zu halten. Die Aufmerksamkeit der Touristen ist ihm garantiert. Die Crew muss noch “schnell“ den defekten Kühlschrank ersetzen und mit knapp 2h Verspätung kommen wir auf der Insel Floreana an. Der Schnorcheltripp, der wie immer einem Ameisenhaufen gleicht, ist für mich ein voller Erfolg. Um meine Schnorchelruhe zu geniessen setzte ich mich ein bisschen vom Rest des Haufens ab und kann einen Rochen, Fischschwärme, Seegurken, einen Aal, eine Schildkröte, Seesterne, Seeigel und zum Schluss einen grossen Tintenfisch beobachten. Gwundrig wie ich bin, tauche ich möglichst zu jedem Tier hinunter. Das bleibt vom Tintenfisch natürlich nicht unbemerkt und er ändert sogleich die Farbe. Herrlich! Kurz vor dem Eindunkeln können wir die wunderschönen Flamingos auf der Insel beobachten. Zurück am Strand liefert uns ein Blaufuss Tölpel Pärchen noch eine Brunftschow aus nächster Nähe. Auf dem Boot angekommen, möchten die Einen (inkl. ich) vom Boot springen. Der Kapitän untersagt dies jedoch, da hier Haifische leben. Ich glaube ihm nicht so recht und halte dies für eine blöde Ausrede, werde jedoch einige Minuten später eines besseren belehrt. Im Dunkeln zündet ein Scheinwerfer auf die Meeresoberfläche und lockt somit Plankton an. Dieser lockt fliegende Fische an und diese wiederum locken bis 3m grosse Blacktip Haifische an. Wir staunen nicht schlecht, als sich über 20 Haie versammeln und die Fliegenfische jagen. Um unser Boot müssen sich sicherlich über 100 Haie befinden. Das Schauspiel zieht alle in den Bann.

    Cruise Tag 4:
    Über Nacht navigieren wir 6 Stunden bis zur Nordseite von Santa Cruz um noch vor dem Zmorgen einen Landspaziergang bei Sonnenaufgang zu machen. Das einzig Spezielle in der schönen grünen Landschaft ist die Entdeckung eines Landleguans, welcher uns schläfrig aus einer verlassenen Bruthöle anschaut. Da das Boot leider 8 Tage und 4 Tage Rundfahrten gemischt hat, gehen die meisten von Board um auf den Flieger zu gehen. Neue Reisende werden gleichzeitig an Board geholt. Ein bisschen genervt über diese 3h Zeitverschwendung lümmeln wir auf dem Boot herum, schreiben den Blog weiter und warten auf den Zmittag. Wir müssen anschliessend nochmal 3h Zeit totschlagen um östlich der Insel Santiago vor Anker zu gehen. Am Schnorchelplatz angekommen erspähen wir einen Meerleguan der gerade am Schwimmen ist. Ich begebe mich sofort ins Wasser (nach dem ich den Guide natürlich um Erlaubnis gebeten habe, denn ansonsten hätte ich sicherlich einen Zämäschiss kassiert) und jage ihm hinterher. Ich komme jedoch nicht weit und werde wieder aus dem Wasser gepfiffen um weiter zu fahren. Entsprechend genervt über das entwischte Fotomotiv schwinge ich mich gleich als Erster wieder über Bord und werde von vielen grossen rotschwarzen Seesternen begrüsst. Das Glück hält an und wir sehen 5 Pinguine an Land. Alle sind entzückt von den kleinen härzigen Vögel. Der nächste Pinguin, den wir im Wasser schwimmend entdecken, wird von unserem fotowütenden Guide komplett verdeckt und wir sehen so zu sagen gar nichts. Ich hätte mir hier (und auch in vielen ähnlichen Situationen) einen touristenfreundlicheren Guide gewünscht. Nichts desto trotz bleibt die Sichtung der Pinguine ein bisheriges Highlight.

    Cruise Tag 5:
    Bereits am Vortag sind wir im Westen der Insel Santiago vor Anker gegangen und konnten eine ruhige, wellenlose Nacht geniessen. Irgendwie nicht so abwechlungsreich haben wir heute zweimal schnorcheln auf dem Programm. Wir sehen bereits beim Strand kleinere Rochen und später beim Schnorcheln noch eine grössere. Besonders fasziniert haben mich die 30cm langen Schneckenhäuser. Darin verstecken sich die knallroten mit blauen Punkten verzierten Bewohner. Als wir aus dem Wasser kommen und uns sauber abtrocknen, damit uns die Rossbrämen nicht angreifen, schreien die neu angekommenen Kinder plötzlich “Shark, Shark, Shark“. Sofort schnappe ich Taucherbrille & Kamera, stolpere fast über einen Babyhai am Strand und jage dem Hai schwimmend hinterher. Nach etwa 100m auf offenem Meer und ein paar mehr oder weniger guten Fotos, muss ich dem Hai den Sieg dieses Wettschwimmens zugestehen und kehre um. Ein bisschen geschockt über meine Reaktion, dem Hai nachzuschwimmen, werde ich von Manuela freudig in die Arme geschlossen. Am Nachmittag sehen wir vom Boot aus immer wieder Schildkröten und Seehunde, die uns umschwimmen. Am Abend beim schönen Sonnenuntergang nehmen wir zwei Sessel um auf das Meer zu schauen, die Seele baumeln zu lassen und die (fast) Zweisamkeit zu geniessen. Plötzlich springt ein grosser Haifisch 10m vor uns senkrecht aus dem Wasser, vollführt eine formvollendete Schraube und klatscht mit lautem Geplatsche wieder ins Wasser. Sofort stürmen die andern Gäste zu uns - die Show war jedoch nur eine Privatvorstellung für mich und Manuela und schon wieder vorbei. Dieser Haifisch sei ein Mobula-Rochen erfahren wir später vom Guide und dieses Spektakel vollführt er um Parasiten, die sich an seinem Körper befinden, los zu werden. Zum Abschluss des Tages hat Manuela noch ein paar Babyschildkröten gesichtet und holt mich nochmals aus dem Bett. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekommen wir noch einmal ein paar dieser süssen kleinen Babyschildkröten zu Gesicht und auch ich kann mit einem Lächeln wieder zu Bett gehen.

    Cruise Tag 6:
    Immer noch vor der Insel Santiago machen wir einen Spaziergang an der Küste. Wir gehen über Sand und Lavagestein und beobachten Heugümper beim Liebe machen. Das machen die bis zu einer Woche ununterbrochen, wobei sie sich nicht trennen. Das Männchen hockt auf dem Rücken des Weibchen und sticht dieses um die Eier zu befruchten. Das Liebesspiel ist für das Weibchen daher nicht so angenehm.
    Zwischen den Meer Leguanen, die sich nur unter Wasser von Algen ernären, krabbeln rote Krebse umher. Diese häuten sich dreimal jährlich, wobei sie die komplette Haut abstreifen und dann glibbrig wie eine Qualle sind. Die abgestreifte Haut sieht dann aus wie ein lebendiger Krebs, nur krabbelt dieser nicht mehr davon. In dem sie eine Stunde lang ins Wasser und wieder raus rennen, können sie durch chemische Reaktionen die Schale bzw. ihre feste Haut wieder aufbauen. Am Ende des Spazierganges befinden sich natürliche Pools, die Darwins Toilet heissen (da sich das Wasser hebt und senkt wie auf dem WC). In diesen treiben vier schnarchende Seehunde. Das Schnarchen ist deutlich zu hören und soooooo härzig. Wieder am Strand geht es erneut ins Wasser zum Schnorcheln. Ein Seehund tümmelt sich bereits seit längerem vor dem Strand und wir möchten unbedingt mit ihm schnorcheln. Ungeduldig warten wir auf das Shampoo um unsere Brille auszuwaschen und eine Mattscheibe zu verhindern. Sofort schwimmen wir zum Seehund und kriegen eine fantastische unterwasser akrobatik Show, wobei er nur wenige Zentimeter vor uns wieder auftaucht um Luft zu holen. Das Spektakel geht noch weiter. Wärend ich und Manuela einen Rochen observieren, hat Mueti eine Schildkröte gesichtet. Schnell wie ein Seehund schwimmen wir zu Mueti und geniessen den anmutigen und gemütlichen Schwumm der Schildkröte. Wir folgen ihr sicherlich 10 Minuten und machen unzählige Fotos. Auf dem Rückweg sehen wir mehrere Haie, die natürlich von mir erneut verfolgt werden. Was für ein Erlebnis! Wir denken, der Tag kann nicht besser werden. Doch beim Schnorcheln am Nachmittag taucht plötzlich ein Pinguin vor meiner Nase auf. Kaum bemerkt, schwimmt er schnell wie der Blitz an Manuela vorbei und verschwindet. Die weiteren 3 Pinguine auf dem Felsen versetzen uns erneut in Begeisterung. Den Abend lassen wir beim Besteigen der 400 Treppenstufen auf der Insel Bartalomé ausklingen. Das Panorama auf dem Hügel ist einfach umwerfend und bereits auf vielen Postkarten abgedruckt.

    Cruise Tag 7:
    Vor der Insel Rábida gehen wir zum letzten Mal schnorcheln auf dieser Kreuzfahrt. Das Schnorcheln verläuft vorerst ereignislos, ist jedoch eine willkommene Abkühlung nach dem Strandspaziergang. Doch plötzlich kommt Action auf! Am Strand flitzt eine gelbe Roche unter uns vorbei. Diese sehen wir zum ersten Mal und können sie nun auch abhaken auf unserer Checkliste. Ein Hai schwimmt, von Manuela unbemerkt, unter ihr durch, als plötzlich die Fische vor uns davonjagen. Ich denke mir noch “aha da könnte etwas grösseres kommen“ als mir auch schon ein Seehund fast ein Küsschen gibt, so nahe wie er ist. Im eher trüben Wasser verlieren wir ihn immer wieder aus den Augen und erschrecken, wenn es neben uns platscht und er erneut auftaucht. Zum Schluss können wir ihm zusehen und filmen, wie er einen Fisch fängt und gleich gierig verschlingt. Wir fahren wieder an den Ausgangspunkt von gestern Nachmittag zurück (allgemein ist es ein hin und her Gefahre, welches man sicherlich minimieren könnte). Dies können wir jedoch nicht ohne immense Anstrengung und Erfindungsreichtum machen, da der Motor zum heben des Ankers defekt ist. Wie die Crew inkl. Kapitän im Übergwändli das repariert hat, bekommen wir zwar nicht mit, jedoch steht dem Landgang auf der ziemich neuen Lavafläche nichts mehr im Wege. Hier wächst noch (fast) nichts. Dementsprechend befinden sich auch noch (fast) keine anderen Lebewesen auf diesen 7km2. Nichts desto trotz ist diese schwarze, karge und heisse Oberfläche sehr interressant und wir können uns an den erstarrten Formen kaum satt sehen. Die Lavadecke ist 6m tief und bis man sie, nach dem Ausbruch vor 123 Jahren, betreten konnte (ohne sich die Füsse zu verbrennen), vergingen sechs Monate. Eine schier unvorstellbare Naturgewalt ist so ein Vulkan, da sind wir uns alle einig. Zum Abschluss gibt es noch einen Tanzabend den Mueti in vollen Zügen geniesst. Auch Papi lässt das Tanzbein schwingen. Wir anderen widmen uns lieber dem Freigetränk.

    Cruise Tag 8 & Santa Cruz
    Den letzten Tag beginnen wir mit einem Spaziergang auf der Insel North Seymour, die der Flughafeninsel Baltra vorgelagert ist. Hier können wir endlich Frigate Vögel bei ihrem Paarungsritual beobachten. Die Männchen bauen ein Nest, platzieren sich darin und blasen ihren roten Sack auf, der sich unterhalb des Halses befindet. So versuchen sie, ein Weibchen zu angeln. Dies muss in den nächsten 7-10 Tagen passieren, denn so lange können sie den Ballon aufgeblasen lassen. Andernfalls müssen sie die Paarung auf das nächste Jahr verschieben. Auch die Blaufuss Tölpel sind sich hier am Paaren. Anders als die Frigate Vögel vollführen sie einen härzigen Tanz. Bei beiden Arten kann sich das Weibchen das Männchen aus massenhaft Anwärtern auswählen. Plötzlich rennt uns ein Landleguan wie von der Tarantel gestochen über den Weg und wir müssen fast zur Seite springen. Er ist einem Blaufuss Tölpel Nest zu nahe gekommen und der brütende Vogel hatte gar keine Freude (obwohl die Leguane Pflanzenfresser sind). Kaum am Flughafen abgesetzt, geht das Abenteuer für uns weiter. Wir bitten den Taxifahrer uns bei der Riesenschildkröten Farm abzusetzen. Vorher laufen und kriechen wir durch einen erstarrten Lavatunnel. Auch dies ist sehr eindrücklich wenn man bedenkt, dass hier vor langer Zeit flüssiges Gestein durchgeflossen ist. Bei der Farm angekommen, läuft uns bereits das erste Urgestein über den Weg. Urgestein daher weil diese Riesenschildkröten locker 200 Jahre alt werden können. Auf der Farm treffen wir auf ein Exemplar welches mitten auf dem “Fussweg“ am fressen ist. Wir müssen daher die vorgegebenen 2m Abstand unterschreiten und werden prompt von der Schildkröte wütend angefaucht. Nicht viel weiter hören wir plötzlich ein regelmässiges Geräusch. Für mich hört sich das wie Gestöne an. Wir nähern uns neugierig dem Geräusch und platzen mitten in eine Liebesszene hinein. Uuuups. Ohne Scham machen wir natürlich unsere Fotos. Der Rundgang dauert ca. 25min haben sie uns am Eingang gesagt. Tja die Familie Würmli inkl. Manuela hat das natürlich locker um das Dreifache überboten. Ist ja auch kein Wunder bei den vielen Riesenschildkröten. Glücklicherweise haben wir einen geduldigen Taxifahrer erwischt. Nun geht es mit dem Speedboot weiter auf die Insel Isabela wo wir die nächsten 3 Tage unser Lager aufschlagen.

    Somit gehen unsere ersten 8 Tage Galapagos zu Ende. Wir verabschieden uns von der 8 köpfigen Crew und den 12 weiteren Passagieren. Es ist schon ein anderes Volk auf so einer teuren Kreuzfahrt als in einem Hostel. Rucksacktouristen wie wir, waren keine weitere vertreten. Die ersten vier Tage haben wir den Tisch mit einer holländischen Familie mit drei Kindern (12, 13 und 15) geteilt und viel gelacht. Die nächsten 4 Tage (als die Familie abgereist ist), haben Mutter mit Tochter aus Dänemark an unseren Tisch gewechselt (die einzigen neben uns, die nach vier Tagen nicht abgereist sind) und ein schwules Pärchen ist neu dazu gekommen, welches sich auf dem Hinflug frisch verlobt hat. Für Wirbel sorgte eine indisch-deutsche Familie mit drei Kindern im Alter von 7, 9 und 11. Anstatt Ruhe und Relaxen war dann plötzlich Bollywood angesagt.

    Die meisten Tier- und Pflanzenarten auf Galapagos sind einzigartig und nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Der Grund dafür ist, dass die Lebensbedingungen auf diesen isolierten Inseln so einmalig sind, dass sich die Tiere, welche irgendwie irgendwann hier angekommen sind, den Bedingungen anpassen mussten. Dadurch haben sich über die Zeit neue Arten entwickelt.

    An der überwältigenden Kreuzfahrt hat mich das entdeckte Paradies, dass hier vor tausenden von Jahren, durch ausbrechende Unterwasser-Vulkane und tektonische Plattenverschiebung entstanden ist, fasziniert. Aber auch das super gute Essen hat uns sehr gemundet. Da ich in den letzten 5 Monaten kaum guten Kaffee geniessen konnte, habe ich mich über den sehr guten Kaffee an Board gefreut. Logischerweise ist mein Kaffeekonsum explodiert. Leider war die Kaffemaschine in den letzten Tagen defekt (passend zum Schiff).
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  • Day166

    Dschungel - Foto Special

    April 21 in Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Dank Lilian's super Kamera und ihrer Geduld haben wir unglaublich tolle Tieraufnahmen, vielen Dank Lilian!!

  • Day166

    Cuyabeno Reservat - 5 Tage Dschungel pur

    April 21 in Ecuador ⋅ 🌧 23 °C

    Wo ist meine Kunstdaunen Jacke, die mich in kalten Zeiten so schön warm gehalten hat? Ich durchsuche den ganzen Rucksack, wo ich sie doch eingepackt habe, aber sie ist einfach nicht mehr da. Um alle Eventualitäten auszuschliessen, frage ich im letzten Hostel nach, doch sie ist auch dort nicht. Komisch... Mal die Nacht abwarten, vielleicht werde ich schlauer. Und tatsächlich, am nächsten Morgen ist auch meine Sonnebrille unauffindbar und die habe ich während der Busfahrt in meinen kleinen Rucksack verstaut. Da dämmert es mir langsam, jemand hat sich während der Busfahrt wohl meines Rucksacks bedient! Der Chauffeur meinte noch zu uns, wir sollen auf unsere Rucksäcke aufpassen, da Touristen wohl öfters mal dran glauben müssen. Tja.. zum Glück hatte ich alle Wertsachen direkt bei mir und um die gefälschte Sonnebrille ist es mir auch nicht schade. Der Jacke trauere ich schon noch nach aber wenigstens sind die kalten Zeiten vorbei und mein Rucksack hat wieder etwas Luft!

    Durch kurvenreiche Strassen verlassen wir Lago Agrio und verabschieden uns langsam von der Zivilisation. Zwei Stunden später und (die einen) etwas bleicher, werden wir in Boote verfrachtet, wo uns weitere zwei Stunden Fahrt im Dschungel erwartet. Unser "Abhol" Guide erweist sich als eher stumm und unmotiviert, zum Glück haben wir aber einen Fahrer, der weiss wo die Tiere stecken. Zuerst bin jedoch ich erfolgreich - mono! rufe ich und der Fahrer hält an und lässt uns Zeit, die herzigen Äffchen in den Bäumen zu beobachten. Weiter geht's und plötzlich herrscht Aufregung, wir nähern uns dem Ufer und wenig später haben wir sie alle erspäht, da liegt sie seelenruhig und eingerugelt - eine schwarze Anakonda, wow! Auf dem Weg in unsere Lodge begrüssen uns noch zwei weitere Affenarten (von insgesamt 10, die hier leben), eine weitere Anakonda, eine Echse sowie verschiedene Vögel.
    Wir wohnen für die nächsten 4 Nächte in der Jamu Lodge, gleich am Fluss (einen anderen Zugang gibt es nicht), inmitten des Dschungels.
    Noch vor dem Abendessen steht ein Ausflug in den nahegelegenen See an, wo die Waghalsigen einen Sprung ins Kalte nass tätigen können. Es sei die einzige Lagune, die sicher sei. Wie die Guides wissen, dass es hier weder Krokodile noch sonstige böse Tiere gibt, fragen wir uns besser nicht sondern geniessen die Erfrischung in romantischer Sonnenuntergangsstimmung.
    Beim Abendessen herrscht Aufregung, irgendetwas gibt es am Baun zu sehen. Als Neuankömmlinge sind wir besonders gwunderig und eilen auch zum Baum. Wir stauen nicht schlecht, als dort eine Tarantel (grosse, pelzige Spinne!) nur einen Meter entfernt von uns sich zur Schau stellt. Da werden die coolen Stäcklitiere auf der anderen Seite des Baumes gerade leicht in den Schatten gestellt. Als wir etwas später direkt über unserem Nachbartisch eine weitere Tarantel entdecken, die gerade dabei ist, eine frisch geschnappte Fledermaus zu verspeisen(!), sind wir definitiv im Dschungelcamp angekommen. Was für ein fantastischer Auftakt in unser Abenteuer. Als wir auch den Fröschen mit den wunderschönen Augen Gutnacht gesagt haben, summen uns die Insekten lautstark in den Schlaf.

    Auf die selbe Art werden wir am nächsten Morgen angenehm aus dem Schlaf gerissen. Heute steht ein Besuch beim Schaman (Natur-Heil-Doktor) an. Ich frage Dani, ob er mich verlassen würde, falls der Shaman aussagt ich sei eine schlechte Person - ein eindeutiges Ja kommt zurück. Meine Nervosität steigt. Mit dem Boot holen wie ihn ab und fahren zu seiner "Dschungelpraxis". Dort erzählt er uns, wie Ayuasca, das natürliche, starke Entgiftungs-Gift, funktioniert und wie er Krankheiten erkennt. Ich frage, ob ich auch Shamanin werden könne und überraschenderweise könnte ich das. Wenn ich nicht schwanger bin und meine Menstruation nicht habe, bin ich jederzeit willkommen. Die Ausbildung dauert mehrere Jahre und man darf während und auch danach niemals von schwangeren oder menstruierenden Frauen Essen annehmen, auch wenn es die eigene Frau ist. Er geht nicht auf einzelne Personen ein und somit ist Dani zum Glück nach wie vor mein Freund. Wir lernen zum Schluss noch wie die Einheimischen früher mit einer Art Blasrohr vergiftete Zahnstocher durch die Luft geschossen haben um Tiere zu jagen, bevor es weiter geht in ein Dschungeldorf. In dieser Community stellen wir Yuca Brot her! Zuert ernten wir das Gemüse im Dschungel, bevor es geschält, gewaschen und geraffelt wird. Als nächstes wird es in eine Art "Tasche" eingepackt und ausgewindet, damit alle Flüssigkeit rauskommt. Nun wird es noch ganz fein verribelt (sieht aus wie Mehl) und anschliessend ohne irgendwelche weitere Zutaten auf eineTonscheibe auf das Feuer gelegt. Ca 5 Minuten später ist unsere perfekte Tortilla fertig, wird mit Thonsalat und Reis gefüllt und wir geniessen unser Mittagessen. Ein kurzer Verdauungsspaziergang führt uns zum grössten Baum im Dschungel welcher als einer der wenigen Orten in der Gemeinde Handyempfang bietet. Unser Guide Pedro macht sich mit dem Rest der Gruppe auf den Rückweg, während wir vier noch mit einem kurzen Fotoshooting beschäftigt sind. Wenn wir jetzt nur noch wüssten, welcher Weg zurückführt... jedenfalls nicht unser auserwählte. Auch Pedro hat unsere Abwesenheit wohl bemerkt und ruft durch den Dschungel - happy end!
    Auf der Rückfahrt zur Lodge und dem täglichen Sonnenuntergangsausflug zum See erwarten uns weitere tierische Highlights. Hoch auf den Palmen strahlen 4 blau-gelbe Papageien im wunderschönen Abendlicht um die Wette, was für ein Anblick. Nachdem sie geduldig für unsere Kameras posiert haben, bieten sie eine kurze Flugshow und verschwinden von der Bildfläche. Als nächstes suchen wir die Flussdelphine. Ich kann es kaum erwarten doch diese Show ist nicht ganz so umwerfend. In der Ferne sehen wir sie jeweils für wenige Sekunden, bevor sie wieder im Wasser verschwinden. Nach dem Eindunkeln möchten wir den Kaimanen hallo sagen. Direkt vor einer anderen Lodge werden wir fündig, anscheinend wird er öfters hier gesichtet, da er vermutlich gefüttert wird. Als unser Boot direkt neben seinem Kopf halt macht, lasse ich Dani den Vortritt und geniesse den Anblick von der zweiten Reihe aus.

    Das Abendessen bietet erneut Spannung. Wir dürfen unseren Tisch zuerst auswählen und ein paar Spinnenfreunde in unserer Gruppe entscheiden sich ausgerechnet für den Tisch unterhalb der Tarantel. Ich esse mit meinem Tächlichäppli, sicher ist sicher! Nachdem sie uns beim Essen zugeschaut hat, scheint sie ebenfalls Appetit bekommen zu haben. Sie krabelt langsam den Holzbalken hoch Richtung Frosch. Dieser macht keinen Wank. Mit Feldstecher lehne ich mich zurück und bin gespannt auf die Show. Sie kommt näher und näher und ZÄG, mit gestrecktem Bein direkt auf den Frosch, oh nein armer Frosch😓 doch das Schauspiel nimmt eine überraschende Wende, die Spinne macht einen Rückzieher, der Frosch bleibt am Leben 💪🐸 und ich kann nun endlich mein Dessert geniessen😋.

    Mit Gummistiefel und Regenpellerine geht es am Tag 3 auf die Pirsch. Wir spazieren durch schlammige Pfade voller Insekten, lernen z.B dass man Termitten essen kann und diese wie Karotten schmecken (was der Italiener in unserer Gruppe nach der Degustation bestätigen kann) oder dass man beim Latex Baum etwas Rinde aufritzen muss, damit die weisse Flüssigkeit rauskommt, die süsslich schmeckt und gegen Bauchschmerzen eingesetzt wird (und die Überresten am Finger sich wie Kaugummi anfühlen). Der Rückweg zur Lodge mit dem Paddel Boot ist definitiv anstrender als die Anreise mit de Motorboot. Zum Glück sind Lilian und Manuela so gute Ruderer, so dass die Schwäche der anderen wetgemacht wird (oder doch eher umgekehrt?)
    Einen Teil des Pfades erkundigen wir auf einem Nachtspaziergang erneut. Ganz schön unheimlich! Wir entdecken Spinnen, Spinnen und nochmals Spinnen. (Alessia und Jenni, falls ihr das liest, ich hätte diesen Spaziergang gerne mit euch gemacht:-)) Ab und zu auch Frösche, Heugümper, eine Art Lobster und weitere Insekten.
    Erneut ein erfolgreicher Tag - nebst vielen Insekten haben wir weitere Affenarten, farbige Vögel sowie ein Faultier entdeckt.

    Tag 4 müssen wir früh auf! Um 6h15 verlässt das Boot die Lodge um mit den Vögeln in den Tag zu starten. Sie scheinen jedoch noch nicht so aktiv und präsentationsfreudig zu sein, auch verständlich bei diesem bewölkten Himmel. Spannender wird's nach dem Frühstück, als wir durch enge Dschungelgassen paddeln und dabei den Affen zuschauen können, wie sie von Baum zu Baum die Flusseite wechseln. Einer nach dem anderen nimmt Anlauf und wagt den Sprung, grosses Kino! Wir verlassen das Boot um das Festland zu erkunden und müssen dabei aufpassen, nicht auf die Ameisen Autobahn zu trampeln. Eine Tarantel und eine sich verpuppende Raupe versüssen uns den Spaziergang. Zmittag gibt's heute auf dem Boot und zwar ein echter Dschungel Lunch - Spaghetti Bolognese! Vögel und Affen begleiten uns beim gemütlichen zurückpaddeln zur Lodge.
    Am späteren Nachmittag auf dem Weg zum See thront zuoberst im Baum ein faules Faultier. So majestätisch, man könnte meinen es sei gerade Dschungelkönig geworden! Faultiere haben einen grossen Vorteil gegenüber den anderen Tieren - sie bleiben an Ort und Stelle und man muss absolut keine Angst haben, dass es schon verschwunden ist, kaum hat man es entdeckt.
    Der nächtliche Ausflug ist heute der Suche nach Wasserboas gewidmet. Unsere Hoffnungen sind gering - unsere Freude umso grösser, als Pedro plötzlich mit der Taschenlampe fuchtelt, er hat etwas entdeckt! Unser Boot nähert sich langsam dem Baum, wo die reflektierenden Augen herfunkeln. Da liegt sie auf dem Ast, eine gelbe, lange Boa. Ob sie vor lauter Freude uns zu sehen mit der Zunge züngelt, können wir nicht beurteilen. Das ganze Boot ist begeistert! Weiter geht die Suche und wir werden nochmals fündig. Diesmal sind andere Boote bereits vor Ort, gefundenes Fressen für uns! Diesmal eine weiss graue Boa, die den Ast verziert und sich langsam entlang schlängelt. Auf dem Rückweg sehen wir noch eine dritte Boa, bevor es dann endlich Abendessen gibt.
    Schon steht die letzte Nacht in unserem Dschungelzimmer bevor. Wir verabschieden uns von allen "Haustieren" und geniessen ein letztes Mal das harmonische Einschlafkonzert!
    Mit dem Motorboot fahren wir am nächsten Morgen zurück Richtung Cuyabeno Brücke. So schön wie uns die Sonne vor 5 Tagen begrüsst hat, so heftig regnet es nun heute. 2 Stunden Fahrt in strömenden Regen sorgt dafür, dass wir trotz Regenpellerine heute Abend wohl nicht mehr duschen müssen!

    Morgen folgt das nächste grosse Highlight, wir fliegen auf die Galapagos Inseln und freuen uns unglaublich auf die bevorstehende 8 tägige Kreuzfahrt!
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  • Day161

    Quito - Herzlich Willkommen Würmlis

    April 16 in Ecuador ⋅ 🌧 23 °C

    Nun sitzen wir wieder einmal im Bus, es stehen un 7 Stunden Fahrt bevor von Quito nach Lago Agrio. Zeit, um über die vergangenen zwei Tage in Quito zu berichten.
    Der 15. April ist schon seit Monaten fett in unserem Kalender eingetragen. Nun ist der Tag tatsächlich gekommen! Wir machen uns auf zum Flughafen, wo heute Dani's Eltern ankommen, um die nächsten dreieinhalb Wochen Ferien mit uns zu verbringen. Doch nicht nur Dani's Eltern werden erwartet! Etwa 10 Kamerateams stehen am internationalen Ankunftsausgang für ihren Einsatz bereit. Meine Neugier kann erst gestillt werden, als ich ein Reporter ausfrage. Die Eltern von Oni Bini werden erwartet! Cool, und wir sind live dabei... Doch wer ist dieser Mann? Der Reporter erklärt mir, dass er evtl. ein Verbündeter sei von Julien Assange, dies sei jedoch nicht bestätigt. Auf jedenfall wurde er von wenigen Tagen inhaftiert und die Eltern kommen ihn besuchen. Da haben Dani's Eltern definitiv das Glück, das bessere Motiv zu haben. Wir warten und warten.. wer kommt wohl zuerst? Und dann plötzlich, totale Aufregung, die Kamerateams rennen einmal quer durch die Halle und wenig später tauchen die Bini's auf. Die Armen... besuchen ihren Sohn im Gefängnis und werden von lauter Blitzlichter empfangen. Als sie die Ankunftshalle, gefolgt von Kameras verlassen, haben wir endlich freie Sicht. Und dann, nach einer gefühlten Ewigkeit erblicken wir endlich die Gesichter von Lilian (alias Brynn) und Marc! Dicke Umarmungen werden ausgetauscht (@Mami, deine Umarmung ist ebenfalls angekommen, Danke, 😘) und mit dem Taxi geht es ins Hotel! Wir geben den beiden zwei Stunden Zeit um anzukommen, bevor es mit Alexandra zum Nachtessen geht. Unser Freund Paul hat uns diesen goldigen Kontakt vermittelt und sie hat uns sehr bei der Planung der nächsten dreieinhalb Wochen unterstützt. Alex ist aus Deutschland und lebt seit 15 Jahren hier. In einem Restaurant mit fantastischer Aussicht über die Altstadt von Quito lassen wir den ereignisreichen Tag ausklingen und erhalten noch wertvolle Tipps von Alex.
    Um einen ersten Überblick über die schöne koloniale (Alt)stadt zu gewinnen, schliessen wir uns zu viert einer Free Walking Tour an. Dani und ich verlassen diese nach 3 Stunden, um den Bus, in dem wir nun sitzen, noch zu erwischen.

    Die Busfahrten hier sind ziemlich unterhaltsam. Manchmal könnte man meinen, man sei auf einem Handelsmarkt. Der Bus stoppt ständig und fliegene Verkäufer stürmen herein. Jeder hat eine andere Taktik. Die einen laufen einmal durch den Bus und schreien im Sekundentakt, was sie im Angebot haben, andere wiederum nehmen sich viel Zeit und steigen erst beim nächsten Stopp aus. Diese halten dann spannendere und weniger spannendere Reden. Zuerst begrüssen sie die Fahrgäste sehr höflich, stellen sie sich vor und entschuldigen sich für die Störung. Handelt es sich um Esswaren, wird oft ein Probiererli verteilt oder es werden Quizzfragen gestellt und wer die richtige Antwort errät, erhält ein Probiererli. Bei Gesundheitsprodukten erfolgt eine simple, detaillierte Verkaufsrede. Am Schluss hat jeder Verkäufer eine tolle Aktion im Angebot und je nachdem wie überzeugend er war, zücken mehr oder weniger Passagiere ihre Münzen und schlagen zu!
    In etwa 4-5 Stunden kommen wir hoffenltich in Lago Agrio an, wo wir einmal übernachten und dann Lilian und Marc wieder treffen, die mit dem Flugzeug nach Lago Agrio reisen. Und dann freuen wir uns ungeheim auf 5 Tage Dschungel Abenteuer🐒🐀🦎🐍🐤
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  • Day158

    Latacunga-Saquisili-Isinlivi-Quilotoa

    April 13 in Ecuador ⋅ ⛅ 13 °C

    Jetzt liest den Titel nochmals uns stellt euch die Herausforderung vor, ständig nach den Busverbindungen in diese Städte zu fragen (und dies etwa ein Dutzend Mal, um alle verschiedenen Versionen der Abfahrtszeiten zu kennen)!
    Aber zuerst von Anfang. Unser Bus bringt uns von Baños direkt bis fast nach Latacunga. Fast bedeutet, dass er uns irgendwo auf der Autobahn unweit der Stadt rauslässt. Wir werden freudig von Taxifahrern und Süssigkeitenverkäufer erwartet und wenig später kommen wir sicher im Hostel an.
    Am folgenden Morgen besuchen wir die erste zungenbrechende Ortschaft, Saquisili, die bekannt ist für ihren lebendigen Donnerstagsmarket. Früchte, Gemüse, Souvenirs, Second Hand Kleider, Körbe, Hühner.. die Auswahl ist immens. Auf dem Abstecher zum Tiermarkt finden wir zudem Schweine, Lamas, Kühe, Schafe und Hühner vor. Leider ist dieser schon fast vorbei und nur noch ein paar wenige, nicht verkaufte Tiere bleiben übrig.
    Um 11h, 11h30, 12h, 12h45 geht der einzige (vielleicht gehen auch zwei) Bus nach Isinlivi, unser nächstes Ziel. Jede Person, die wir fragen, weiss wann der Bus fährt. Nur stimmen die Zeiten leider nicht überein. Immerhin stimmen die Wegbeschreibungen zum Standort des Buses überein. So finden wir schlussendlich den richtigen Bus mit dem Chauffeur, welcher uns die Abfahrtszeit für 12 Uhr bestätigt. Mit uns im Bus sind noch ein paar andere Touris sowie ein Schwein, welches im Frachtraum mitfahren darf. Es hatte das Glück (oder Pech?) am Tiermarkt eine Käuferin gefunden zu haben. Es grunzt ganz schön beim Einsteigen, doch mit vereinten Kräften können sie es zu viert verfrachten.
    Isinlivi ist für die meisten Touristen der Ausgangspunkt für den Quilotoa-Loop, ein Geheimtipp bestehend aus einer 3-tägigen Wanderung durch die Berge von Ecuador. Wir machen die Light Version davon, aber dazu später. Isinlivi suchen wir vor allem auf, um eine Nacht im wunderschönen Hostel Lulu Llama zu verbringen. Inmitten grüner hügliger Berglandschaft erwartet es die Besucher mit einer Sauna, einem Whirlpool, leckerem Essen, gemütlichen Aufenthaltsräumen, einem Bernhardiner Hund und sogar einem Baby Lama, welches jedoch nicht mehr so babyg ist. Am Abend sitzen alle Gäste zusammen, tauschen sich über die Pläne der nächsten Tage aus, spielen gemeinsam und es kommt so etwas wie ein Hüttenfeeling auf.
    Da die eine Hälfte von uns (und das bin nicht ich), nicht mehr so wanderlustig ist, bewältigen wir die Strecke bis nach Quilota mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Zuerst müssen wir nach Sigchos, da gibt es täglich um 9h15 eine Verbindung mit dem Milchwagen. Gespannt warten wir an der Hauptplaza, bis um 9h20 tatsächlich ein kleiner Laster mit Milchtanks auf der Ladefläche auftaucht. Wir gesellen uns zu diesen und zwei weiteren Mitfahrer. Wer sich nun eine gemütliche Fahrt durch das Hinterland vorstellt, täuscht sich. Lauter Schlaglöcher bedingen stabile Standfestigkeit und starke Hände. Ja sogar Seitenstechen bekommt man da... Die Fahrt wird nur ab und zu unterbrochen, um weitere Fahrgäste aufzuladen und einmal, um einer Frau eine grosse Schüssel Milch abzunehmen, die in einen der Tanks umgeleert wird. Eine Stunde später erreichen wir Sigchos. Die Weiterfahrt gestaltet sich schwierig, denn auch hier sind die Angaben zu Abfahrtszeit und Ort sehr unterschiedlich. Um 12 Uhr können wir dann mit einem Gefährt mitfahren, welches Schulkinder nach Hause chauffiert. 50 Minuten später erreichen wir Chugchilan, wo wir nur 10 Minuten später einem Bus direkt nach Quilotos nehmen können. Für einmal gutes Timing:-).
    Quilotoa ist ein Dorf, welches direkt an einem Vulkan gelegen ist und mit einem wunderschönen türkisen Kratersee beeindruckt! Die Einheimischem behaupten, er sei unendlich tief. Am folgenden Tag möchten wir die Lagune umrunden, doch die Wolken hängen tief am Himmel und der Wind fegt uns um die Ohren. So wandern wir stattdessen zum See hinunter, verweilen etwas, ich mache eine Runde mit dem Kayak, bevor wir dann die 70 minütige Wanderung zurück antreten. Es geht steil herauf und selbt Dani kommt auf der Höhe von über 3500 Höhenmeter ins Schnaufen! Nun haben wir uns ein Mittagessen verdient. Hier wird überall Cuy angeboten. Schon den ganzen Tag hat sich Dani psychisch darauf vorbereitet, diese Spezialität endlich einmal zu probieren. Da sie als ganzes (mit Kopf, Augen etc.) serviert werden, braucht das für einen Tierfreund doch ganz schön Überwindung. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er dann nur einen Viertel Meerschweinchen serviert bekommt... Fleisch ist kaum etwas dran und als die Kartoffeln auch noch voll mit Koriander bestreut sind, vergeht ihm der Appetit komplett. Mal schauen ob er nochmals einen Anlauf nimmt mit Cuy.
    Mit dem nächsten Bus geht es zurück zur uninteressanten Stadt Latacunga, wo wir noch einmal übernachten, um dann mit dem Bus nach Quito zu fahren.
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  • Day154

    Baños - Mountainbiken & ein Stück Heimat

    April 9 in Ecuador ⋅ ⛅ 24 °C

    7 Stunden nach Abfahrt in Cuenca erreichen wir Baños. Ohne erklärlichen Grund dauert die Reise über 2 Stunden länger als angekündigt. Was lernen wir dabei? Den ecuadorianischen Zeitangaben soll man nicht zu viel Glauben schenken.
    Aus den vielen Aktivitäten die zur Wahl stehen, entscheiden wir uns für Mountainbiken und wagen uns auf die Strasse der Cascadas (Wasserfälle). Weniger spektakulär und herausfordernd als gedacht meistern wir die 20km Abfahrt trotz quitschender Gangschaltung problemlos. Unterwegs stoppen wir für eine Art Sesselkorb-Überfahrt um dem ersten Wasserfall näher zu kommen und die schöne Aussicht zu geniessen.
    Der letzte Wasserfall (und eigentlich nur der Zweite, den wir entdeckt haben) schafft es, uns mit der gewaltigen Wassermenge, dem Regenbogen und der Landschaft nicht nur zu beeindrucken, sondern hinterlässt und auch seine Spuren (siehe Video).
    Zurück geht es mit einem Truck, um uns die Strapatzen des Hochfahrens zu ersparen.
    Um 16 Uhr begeben wir uns auf eine Tour für 3 Dollar um ein anscheinend bekanntes Baumhaus zu besuchen. Einfach doof dass ALLE Touren um die selbe Zeit losfahren, damit man vor lauter Touristen das Baumhaus kaum sieht. Doch der riesen Touristenspielplatz bietet trotzdem ein bisschen Spass für Gross und Gross.
    Den Abend klingen wir in einem Schweizer Restaurant mit Schweizer Gesellschaft aus. Wir haben Matthias und Seraina, unsere Reisegefährten vom argentinischen Norden, per Zufall beim Baumhaus angetroffen. Für Dani gibt's Älplermakroni, für mich Olma Bratwurst an Zwiebelsauce mit Rösti. Schmeckt nicht ganz wie aus Mami's Küche aber doch ziemlich gut:-)
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  • Day153

    Cuenca (Ecuador) - Kolonialstadt

    April 8 in Ecuador ⋅ ⛅ 19 °C

    Definitiv keine Liebe auf den ersten Tritt mit Ecuador. Obwohl Ecuador da eigentlich gar nicht so viel dafür kann. Von Mancora wurde uns ein Ticket nach Cuenca verkauft, wo wir zuerst mit dem Minibus nach Tumbes fahren, dort in einen Bus umsteigen mit diesem über die Grenze und anschliessend direkt nach Cuenca fahren. In der Realität sieht das ein bisschen anders aus. 5 Minuten nach der Grenze müssen wir aussteigen, gefühlt durch das halbe Dorf latschen, dort eine Stunde warten um dann den nächsten Bus zu nehmen. Immerhin überstehen wir die Tagesreise gut und er bringt uns sicher ans Ziel. Wir planen einen Tag Aufenthalt in der schönen Kolonialstadt Cuenca, leider ist dies ausgerechnet ein Sonntag. Ich finde es ja schön, dass die Einwohner frei haben und Zeit mit ihrer Familie & dem Kirchengang verbringen können aber als Tourist ist eine Stadt im halblebendigem Zustand halt nicht so interessant. Dank unserem Reiseführer Lonely Planet finden wir jedoch ein Alternativprogramm und machen uns auf den Weg zu einem Sonntags-Handwerkmarkt in Gualaceo. Eine Stunde mit dem öffentlichen Bus dauert die Anreise - weit und breit keine andere Touris in Sicht. Im besagten Ort angekommen fragen wir diverse Einheimische nach dem Markt doch niemand weiss Bescheid. Im Lonely Planet steht etwas von "jenseits der Brücke" und so laufen wir mal Richtung Fluss und fragen erneut. Irgendwann kommen wir am Ziel an. Ein Raum von der Grösse zwei durchschnittlicher Schweizer Stuben mit ein paar ausgestellten handgemachten Exemplaren. Ein totaler Reinfall. Wir besuchen noch kurz den normalen Markt, wo allerlei Lebensmittel an denn Mann gebracht werden. Vor dem Eingang werden Meerschweinchen als Ganzes über dem offenen Feuer grilliert doch ich kann mich mit dem Bild nicht ganz anfreunden und laufe schnell vorbei.
    Wir versuchen es noch mit einem zweiten von Lonely Planet empfohlenen Sonntagsort, und zwar mit dem Städtchen Sigsig, welches für die Herstellung der Panamahütte bekannt ist. Es laufen ein paar Einheimische mit dem Material für die Hütte durch das Dorf aber sonst ziemlich langweilig. Wiederum erkunden wir uns bei Einheimischen, welche uns den Weg für eine kleine Fabrik weisen. Nach einem kurzen Spaziergang werden wir fündig doch wie kann es auch anders sein, am Sonntag ist die Fabrik natürlich nicht intakt. Immerhin können wir uns ein Minimuseum sowie den Verkaufsraum anschauen.
    Einenhalb Stunden später sind wir wieder zurück im ausgestorbenen Cuenca und freuen uns auf unsere nächste Destination, das 4-5 Stunden entfernte Baños.
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  • Day151

    Peru - viel mehr als Machu Picchu

    April 6 in Peru ⋅ ⛅ 30 °C

    Knapp einen Monat hat uns dieses Land in seinen Bann gezogen, wobei wir mehr als 10 Tage davon in Cusco und Umgebung verbracht haben. In dieser kurzen Zeit haben wir drei total verschiedene Welten kennengelernt - die Uros auf dem Schilfinseln, das Hochland rund um Cusco mit vielen indigenen Einwohnern sowie die Moderne und Wärme in Huacachina, Lima und Mancora. Ausser die Sprache und die Nationalität haben diese drei unterschiedlichen Welten meiner Meinung nach kaum Gemeinsamkeiten. Mit dem Dschungel und den Wandergebieten in den Anden gibt es noch weitere Facetten, die wir leider nicht auf dem Program hatten aber bestimmt nochmals total anders sind.
    Wir haben gefroren, geschwitzt, gelitten, genossen, (fein) gegessen, geshoppt und viele tolle Eindrücke mitnehmen können. Die Menschen sind freundlich, die Vergangenheit der Inkakultur beeindruckend und die Naturschätze überwältigend.
    Auch hier haben wir uns rund um die Uhr sicher gefühlt. Es ist schwierig, die Sicherheitseinschätzungen des EDA's nachzuvollziehen, die man besser nicht liest, wenn man nach Südamerika reisem möchte. Wir sind sicher auch vorsichtige Reisende, die nichts riskieren aber mit etwas gesundem Menschenverstand lebt es sich wirklich sehr angenehm.
    Auch die Busfahrten mit dem Unternehmen Cruz del Sur waren 1A und wir haben jede (Kino)fahrt sehr genossen.
    Peru ist bekannt für seine Küche und es gibt Besucher, die nur für "kulinarischen Tourismus" nach Lima kommen. Eigentlich wollten wir auch in einem (Lima hat zwei davon) der 10 besten Restaurants der Welt essen gehen. Doch das 18-Gang Menü ohne Getränke für knapp Chf 200.- hat das Budget dann doch etwas überschritten. Aber auch günstige Restaurants haben uns kulinarisch oft überzeugt.
    Das Leben ist relativ günstig. Menüs mit Vorspeise, Hauptspeise und frischem Fruchtsaft findet man fast überall zwischen 10 und 20 Soles (3-7 Franken). Manchmal lecker, manchmal langweilig. Sonstige Gerichte kosten zwischen 6 und 12 Franken. Für Übernachtungen haben wir meistens zwischen 15 und 30 Franken bezahlt für ein Doppelzimmer.
    Ganz so packen wie Bolivien konnte uns Peru aber nicht. Wir können auch nicht genau sagen woran es liegt - vielleicht am schlechten Wetter in Cusco und Umgebung, vielleicht weil wir mit Magenproblemen zu kämpfen hatten, vielleicht weil es teilweise sehr touristisch ist (Cusco vor allem), vielleicht weil wir vom Machu Picchu enttäuscht waren... nichts desto trotz ein fantastisches Land und in der Nicht-Regenzeit bestimmt noch viel eindrücklicher.
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