Nachdem ein paar Kollegen aus Frankfurt auch in Amsterdam waren, konnte ich mit ihnen mitfahren und wir sind früh mit dem Auto los. Gegen späten Vormittag haben wir in Idstein angehalten. Perfekter Zwischenstopp – ein paar Calls erledigt und gleichzeitig die Gelegenheit genutzt, etwas zu essen.
Die Altstadt ist wirklich überraschend schön. Sehr kompakt, aber unglaublich gut erhalten, mit vielen Fachwerkhäusern rund um den König-Adolf-Platz. Alles wirkt fast ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Über allem thront der Hexenturm Idstein, ein mittelalterlicher Bergfried aus dem 12. Jahrhundert, der das Stadtbild komplett dominiert. Der Name kommt übrigens aus späteren Zeiten – mit Hexen hatte der Turm ursprünglich nichts zu tun, sondern war Teil der Stadtbefestigung. Heute ist er einfach das Wahrzeichen der Stadt.
Mittagessen hatten wir im Heinrich Höers Speisezimmer. Kleines, sehr stilvolles Restaurant, das sich deutlich von klassischer Wirtshausküche abhebt. Modern interpretiert, regional geprägt, aber mit einem klaren Fine-Dining-Ansatz. Die Küche arbeitet viel mit saisonalen Produkten aus der Region, sehr sauber angerichtet, ohne übertrieben zu wirken. Eher ruhig und persönlich, kein großes Tamtam, sondern sehr fokussiert auf Qualität und Geschmack.
Man merkt, dass hier jemand mit Anspruch kocht – eher ein Ort für ein bewusstes Essen als für einen schnellen Lunch, auch wenn es bei uns zeitlich gut gepasst hat. Genau die Art von Restaurant, die man in so einer kleinen Stadt nicht unbedingt erwartet.
Idstein selbst hat rund 25.000 Einwohner und liegt im Taunus, nicht weit von Frankfurt entfernt. Historisch war die Stadt Residenz der Grafen von Nassau-Idstein, was man an den gut erhaltenen Gebäuden und dem Schloss noch heute sieht. Heute ist es eher ruhig, fast schon verschlafen, aber gerade deshalb ein perfekter kurzer Stopp auf der Strecke.Read more