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  • Day14

    Der Weg ist das Ziel

    September 17, 2018 in Laos ⋅ ⛅ 28 °C

    Nachdem wir auf dem Slowboat eine Allianz mit 4 Gleichgesinnten geschlossen hatten (zwei Portugiesen und ein schwedisches Päärchen), wollten wir in Luang Prabang die berühmten Wasserfälle ca. 30km südwestlich der Stadt besuchen. Wir motivierten uns gegenseitig und beschlossen eine kleine Wanderung dorthin zu machen, schätzten, dass wir es in 5-6h schaffen könnten. Ausgestattet mit Google Maps und einer Flasche Wasser prod Person machten wir uns früh morgens auf den Weg und marschierten los.
    Anfangs hoch motiviert und leichtfüßig, wurden wir immer langsamer nach ein paar Bergen hoch und runter, in der prallen Sonne und nach einem langen Stück, das wir wieder zurück gehen mussten (wir würden von dem Aufseher eines vermutlichen Elektrizitätswerks ein ganzes Stück zurück und außen rum geschickt).
    Wir realisierten, dass wir diese Wanderung unterschätzt hatten. Unser Wasser neigte sich dem Ende, wir hatten Hunger und waren erschöpft.
    Doch uns wurde bewusst was der Satz “Der Weg ist das Ziel” eigentlich bedeutet. Zwar waren wir in Gedanken alle schon etliche Male in das kühle Wasser der Wasserfälle gesprungen, doch sind die Erfahrungen, die wir auf dem Weg machen durften, so viel mehr wert!
    Wir wurden von Mönchen in einem abgelegenen Tempel zur Rast eingeladen, saßen mit ihnen auf dem Boden und erzählten, wurden von einer Familie, die selbst kaum etwas zu haben schien dazu überredet zum Mittagessen zu bleiben und gaben ihnen im Tausch alles was wir noch hatten. So kamen wir in den Genuss vom traditionellen “Sticky Rice” und der wohl besten Suppe Thailands dazu und die Kinder freuten sich über unser Kokosbrot zum Nachtisch.
    Wir würden von Kindern auf Fahrrädern überholt, die aus der 6km entfernten Schule kamen und machten Bögen um die Kühe mit riesigen Hörnern, die teils einfach auf dem Weg rumstanden.
    Nach ca. 6h und über 30 gelaufenen Kilometern kamen wir in einem Dorf an, in dem man uns mitteilte dass es zu den Wasserfällen nochmal 4h Marsch sein. Wir kapitulierten und gaben dieses Ziel auf. Zwar bekamen wir von einigen Familien überwältigende Angebote mit in ihren Hütten zu schlafen, doch nachdem wir einen Familienvater mit Pick-Up fanden, der uns zurück fahren konnte, freuten uns über die Vorstellung einer kalten Dusche und unseren Betten im Hostel!
    Auf der wilden Fahrt auf der Ladefläche würde uns bewusst was unsere Körper an diesem Tag geleistet hatten und, viel wichtiger, was wir alles erleben durften. Die Freundlichkeit und Offenheit die uns entgegen gebracht wurden, das Kennenlernen dieser Kultur auf den Dörfern, die Einfachheit des Lebens von Menschen die einen so zufriedenen Eindruck machen mit dem bisschen was sie haben.. überwältigend!
    So dankbar, dass wir diese Reise gewagt haben.
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