• So richtig los geht's in Halifax

    March 11, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 2 °C

    Das war nun ein Start mit Hindernissen. Am 7. März wollten wir eigentlich unserem Buschen hinterherfliegen, über Toronto nach Halifax. Dort wollten wir das Buschen im Hafen abholen, es durch den Zoll und die Einreiseformalitäten bringen und dann sollte +die große Tour so richtig losgehen. Da hatten wir aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, besser ohne die streiklustigen Verdi-Funktionäre. Am Dienstag kam in den Nachrichten die Meldung, dass nun zusätzlich zum Bodenpersonal der Lufthansa auch noch die Security am 7. März zum Streik aufgerufen werde. Dann kommt keiner mehr aus dem Flughafen rein oder raus, nur Transitflüge sind noch möglich. Auf der Fraport-Seite und bei der Fluggesellschaft hieß es, man habe noch nichts Offizielles, alles gehe seinen Gang. Am Mittwoch Nachmittag kam dann die Info auch von der Fluggesellschaft und kurz später auch von Fraport, daß tatsächlich die Security bestreikt wird und man den Abflugbereich weder betreten nich verlassen kann. Den Flug nach Toronto konnten wir dann kostenfrei umbuchen, aber das Geld für unser Hotel in Toronto und für den Flug von Toronto nach Halifax waren futsch. Zudem brauchten wir dann einen neuen Flug von Toronto nach Halifax (ein Mietauto kam bei einer Strecke von 1.800km nicht in Frage), und der kostete dann glatt das Dreifache. Ein Hoch auf die deutsche Streiklust! Früher haben wir uns über andere Länder empört oder belustigt, in denen nichts mehr funktionierte, nun dreht sich der Spieß um ...

    Am Sonntag geht es dann so richtig los. Rebekka und Philipp bringen uns zum Flughafen und dort geht alles ganz glatt. Die Security geht dank unserer Voranmeldung sehr schnell. Der Flug nach Reykjavik geht pünktlich los und nach ruhigen 3½ Stunden sind wir in Reykjavik. Dort müssen wir das Gate wechseln, kein Problem. Am Gate dann aber eine Überraschung: Ein Schlange, die sich - über drei Wartebereiche verteilt und gut "aufgewickelt" steht vor der Passkontrolle. Da müssen wir durch und wir haben nur 10 Minuten übrig. - schneller ging es nicht, aber das reicht nie im Leben, zumal nur zwei der acht Schalter geöffnet sind. Wir stellen uns an und es geht langsam voran. Allerdings haben die Isländer auch gemerkt, dass es so nicht geht, nach und nach öffnen weitere Schalter. Einmal nehmen wir noch eine Abkürzung und dann sind wir durch die Passkontrolle. Eine Security gibt es überraschenderweise nicht nochmal, so dass wir gerade so pünktlich am Einstieg ankommen. Dort fragen sie uns dann nach unseren Rückflügen. Es ist das erste Mal, dass wir noch keinen Rückflug haben und es ist das erste Mal, dass wir das gefragt werden. Also erklären wir, dass wir nun für 6 Monate mit dem Wohnmobil durch die USA touren wollen und uns dann um eine Flug kümmern. Dann wollen Sie noch die Frachtpapiere für das Wohnmobil sehen und dann können wir in den Flieger.

    Bei der Ankunft in Kanada dieselbe Frage nochmal. Das gibt dann auch dieselbe Antwort, die Dokumente haben wir dann auch sofort bereit und wir können einreisen. Am Hotel in Toronto angekommen, gehen wir nur noch kurz um den Block und dann geht's ins Bett, unsere innere Uhr ist schließlich bereits bei 01:30 in der Nacht.

    Am nächsten morgen dann mit der Flug nach Halifax. Zum Toronto City Airport laufen wir zu Fuß (20min), der Flug geht pünktlich ab, aber bei der Zwischenlandung in Ottawa stehen wir fast eine Stunde auf dem Rollfeld, bevor es weitergeht. Das können wir abschminken, noch heute bis in die USA zu kommen! Vom Flughafen dann per Uber zum Treffpunkt mit der Agentin von Overlander Shipping. Wir sind am Ende fast noch pünktlich, um 12:45 sind wir dort. Anne, unsere Agentin ist sehr nett und kompetent, gibt uns die erforderlichen Dokumente für Zoll und Hafen und erklärt uns das Prozedere. Weiter geht's zum Zoll, dort geht alles sehr schnell und wir können zum Hafen. Wir sehen unser Buschen schon da stehen, aber es dauert dann noch etwas, bis wir die Dokumentation erledigt haben. Insgesamt geht es aber super glatt durch, um 15:00 fahren wir los. Das sollten wir dann doch noch über die Grenze schaffen. Es geht gut los, kalt, aber trocken. Allerdings müssen wir über "den Pass", die Landverbindung der Halbinsel von Nova Scotia zum Festland, und dort schneit es wie verrückt und auch auf der Straße bleibt es liegen. Man kann noch fahren, aber angenehm ist es nicht mehr. Es ist aber nur der Pass, danach wird es besser, kein Schnee mehr auf der Straße. Bei Saint John (kurz vor der Grenze) schneit es dann nochmals ganz heftig, aber dann sind wir an der Grenze. Es ist spät und wir sind die einzigen Grenzgänger. Wieder werden wir gefragt, was wir vorhaben ob wir Geld genug dabei haben (natürlich nicht, aber es gibt ja Kreditkarten) und wieviel wir zur Verfügung haben. Fotos und Fingerabdrücke, der Beamte geht mit unserem Autoschlüssel hinaus und kommt nach einer Weile wieder und meint dann "your are good to go". Super gelaufen, nach einer guten halben Stunde sind wir auch dort durch. Er meint noch, dass Mexiko sehr gefährlich ist und ob wir Spanisch könnten und wünscht uns eine gute Reise.

    Nun noch schnell zum Supermarkt, eine Gasflasche kaufen und die Lebensmittel (darf man ja nicht einführen) und dann steuern wir unseren vorab ausgesuchten Stellplatz an. Alles hat super klasse funktioniert und wir fallen müde und dankbar in unsere Betten.
    Read more