• Tauchen mit Walhaien in La Paz

    9. januar 2025, Mexico ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute ist die Walhai-Tour angesagt. Wir warten auf die Whatsapp-Nachricht, die Eduardo, der Guide von gestern uns schicken wollte. Er muss mit allen Gästen in eine Art Lotterie, in der ihm dann die Slots zugeteilt werden, in denen er mit den Touristen zu den Walhaien fahren darf. Pro Boot sind maximal zwölf Gäste, ein Skipper und eine Assistenz erlaubt. Die Kinder kommen zeitig zu uns auf den Campingplatz und ich schicke eine WhatsApp an Eduardo. Prompt kommt die Antwort, wir sind in der vierten (und letzten) Tour des Tages, wir sollen um 13:20 an der Mole sein. Da haben wir noch etwas Zeit. Philipp möchte diese nutzen, um an seinem Vortrag zu arbeiten, den er für seine Bachelor-Prüfung am Tag nach der Rückkehr nach Deutschland halten muß. Also beschließen Claudia, Rebekka und ich, den Malecon in die andere Richtung entlang zu spazieren, zur Marina hin. Der Malecon von La Paz ist wirklich beeindruckend lang und sehr schön in beide Richtungen. Die Marina ist toll, viele große Boote und auf dem Rückweg machen wir an einer der beiden Buden davor einen Halt, um uns eine Kokosnuß zu gönnen. Es ist eine tolle Sicht über die Bucht von La Paz und die Kokosnuß schmeckt herrlich. Als sie leer ist, kommt der Kellner und fragt, ob er sie öffnen soll. Er nimmt sie mit und sie kommt aufgeschlagen, mit herausgelöstem Fruchtfleich zurück. Das ist vielleicht mal ein Service! Nun wird es aber Zeit für die Walhai-Tour. Wir gehen zurück zum Campingplatz, machen uns fertig und los geht's. Wir eilen schnellen Schrittes zur Mole, der Weg ist doch etwas weiter, als wir eingeschätzt hatten. Eduardo ist schon da und stellt uns den Skipper und die Assistentin Gloria vor. Außer uns werden noch fünf weitere Gäste an Bord sein. Wir erhalten unsere Ausrüstung (einschl. Neoprenanzug) und die Instruktionen, z.B. daß man nur neben und keinesfalls vor dem Hai schwimmen und ihn auch unter keinen Umständen berühren darf. Wir werden immer in Gruppen zu viert oder fünft schnorcheln gehen, um die Tiere nicht zu sehr zu belasten. Etwa um 14:00 geht es dann auch pünktlich los, zunächt in hohem Tempo zur Kontroll-Station. Dort wird gecheckt, daß auch wirklich der richtige, lizenzierte Skipper und seine Assistentin, sowie auch nur die angegebene Zahl an Gästen dabei ist. Das erfolgt vom Ufer aus, während unser Boot etwa hundert Meter entfernt in der Bucht ist, hoffen wir mal, daß das alles so funktioniert. Dann geht es langsamer in den Teil der Bucht, in dem die Haie sind. Da ist eine Stelle, an der strömungsbedingt zu dieser Jahreszeit besonders viel Plankton ist, für die Walhaie ein wahres Schlaraffenland. Großer Vorteil für uns - wir können sehr sicher sein, Walhaie zu sehen. Nachteil ist, daß das Wasser wegen des vielen Planktons sehr trübe ist. Schon bald hat der Skipper einen Hai gesehen und Gloria fordert uns auf, mit ihr ins Wasser zu kommen und hinterher zu schnorcheln. Es ist recht anstrengend, der Walhai ist ziemlich schnell, auch wenn er hier eigentlich gar kein Tempo vorlegt. Aber ein kurzer Schlag mit seiner Schwanzflosse macht halt doch deutlich mehr als unsere Taucherflossen. Der Hai, den wir hier sehen, ist etwa 7m lang, also eher ein mittleres Exemplar. Es ist aber sehr beeindruckend, so dicht neben einem so großen Tier herzuschwimmen. Ich versuche, mit meinem Telefon in der wasserdichten Hülle so viele Fotos zu machen wie möglich und gleichzeitig dem Walhai hinterher zu kommen. Es ist sehr ansterengend, aber absolut faszienierend. Dann ist der erste Tauchgang auch schon zu Ende und die anderen Gäste sind an der Reihe. Es sind vier mexikanische Touristen und ein junger Mann auch Chile, aber eine der Mexikanerinnen geht gar nicht erst mit ins Wasser. Auch Claudia ist nach dem Tauchgang völlig erschrocken über die Größe des Fisches. Sie hat zudem schwer Luft bekommen mit der Schnorchelbrille und dem daran hängenden Schnorchel. Sie beschließt, daß es für sie genug ist. Die Kinder und auch ich selbst sind völlig begeistert. Nach kurzer Zeit steht der zweite Tauchgang an, also ab ins Wasser. Diesmal ist der Hai noch etwas größer - Walhaie sind die größten Fische, die es gibt, sie können bis zu 14m lang werden. Es ist aber entsprechend auch noch anstrengender und nach dem Tauchgang bin ich ziemlich kaputt. Es war extrem faszinierend, aber nun ist es auch für mich genug. Die Kinder machen noch einen dritten Gang mit, sie sind völlig begeistert. Danach geht es zurück zur Mole und dann laufen wir zum Campingplatz bzw. Rebekka und Philipp zu ihrem Hostel. Nach dem Duschen treffen wir uns zum Abendessen. Wir beschließen, doch nicht zu der Bude mit der Kokosnuß von heute morgen zu gehen. Die Sicht hilft uns im Dunklen nicht und die Speisekarte dort war doch eher einfach. Stattdessen gehen wir in das Restaurant direkt neben dem Campingplatz, was sich als Glücksgriff entpuppt. Es gibt dort einen wirklich phantastischen Fisch. Er heißt Cabrilla (Sägebarsch) und wird nach Art des Hauses in einer Soße serviert, "zaraneado", wirklich absolut köstlich. Wir gönnen uns noch einen Tequila/Mezcal und so geht ein wunderbarer Tag mit sehr intensiven Eindrücken zu Ende.Læs mere