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  • Mar5

    Randazzo Messina

    March 5, 2019 in Italy ⋅ ☀️ 20 °C

    In den letzten Wochen haben wir sehr viel erlebt. Manchmal gelangen wir ungewollt in überteuerte Tourismushochburgen und meistens in kleine authetische Städte mit ihrem eigenen Charme.
    Da meine Füße ein bisschen mehr Zeit zum kurieren brauchten, beschlossen wir, die Tagestouren ohne Gepäck zu durchschreiten. Ich muss auch sagen, obwohl wir beim packen auf das minimalste Gepäck konzentriert waren, ist unser Rucksack 14 bis 15 kg schwer. Das ist zu viel. 5 kg weniger und die Füße wären auch dankbarer gewesen. Es liegt aber auch an der Jahreszeit. Nachts ist es auch sehr frisch hier.
    Nach der letzten Station Randazzo machten wir uns auf nach Catania. Ich hatte ja schon erwähnt, um ein Auto zu mieten. Siracusa, Piazza Armerina, Agrigent und Selinunte sind Orte, wo man den Spuren der Griechen wandelt. Diese Orte sollten wir auch alle von der griechischen Mythologie kennen. Aber ehrlich - bis zu diesen Tagen, an denen wir sie besucht haben, fehlte mir die Verknüpfung dazu. In Siracusa ist Archimedes, der Mathematiker geboren. Griechen und später die Römer haben die Stadt gegründet bzw. eingenommen. In der Architektur sieht man kombiniert den barocken Dom mit dorischen Säulen und vieles mehr. Das schöne ist, dass diese Stadt am ionischen Meer gelegen ist und man kann schön flanieren. Am Rande der Stadt liegt ein sehr schönes griechisches Theater und ein röisches Amphitheater. Es ist noch so viel davon erhalten. Das ist schön.
    Piazza Armerina ist eine große rönische Villa, 2000 Jahre alt. In dieser Villa findet man auf den kompletten Fußboden verschiedene Mosaike. Dieser Bestand ist weltweit in diesem Zusammenhang einmalig erhalten. Von schwarz-weiß Mosaiken bis zu farbigen ist alles dabei. Abgebildet werden geometrische Formen, aber auch komplette Szenendarstellungen figürlicher Art. Alles so realistisch darzustellen - mit Steinchen einer Größe von 1 x 1 cm. Das zu sehen, ist einfach gigantisch. Man hat zu viert für alle Mosaike mindestens 10 Jahre benötigt.
    Wir fuhren durch kleine enge Gassen, um zu der nächsten Unterkunft zu kommen. In Agrigento angekommen, wurden wir von den Gastgebern darauf hingewiesen, dass an diesem Abend ein Festival an der Hauptstraße stattfindet. Carneval war eigentlich gerade vorbei. Wir liesen uns überraschen. Tausende Menschen standen am Wegesrand und warteten auf den Straßenumzug. Wir stellten uns auch mit hin. Tanzgruppen aus der ganzen Welt führten ihre typischen Tradtionstänze vor. Deutschland war auch dabei aus Rudolstadt.
    Am nächsten Tag ging es zum Tal der Tempel in Agrigento. Mehrere griechische dorische Tempel, um die 2500 Jahre alt, mehr oder weniger als Ruinen, haben wir besichtigt. Alle sind natürlich griechischen Göttern geweiht. Die Ausmaße sind gigantisch. Hinzu kommen noch die Stadtmauern.
    Es war sehr beeindruckend.
    Wir hatten noch nicht genug von den Griechen und so fuhren wir in die Nähe von Selinute. In Selinunte gibt es weitere Tempel, aber die haben wir nicht besichtigt, sondern den Steinbruch, aus denen das Material für die Tempel vor 2500 Jahren gewonnen wurde. Ein riesiger Steinbruch, direkt am Meer gelegen. Dieser Steinbruch wurde damals durch punische Kriege von heute au morgen verlassen. An den Steinbänken sieht man runde Bauteile, die später als Säulenschafte dienen sollte. Historische Straßen, angehauene Bänke, Steinhalden waren hier zu finden. Einfach atemberaubend, wenn man einen Tag zuvor die großen Tempel gesehen hat.
    An diesem Tag fuhren wir wieder nach Catania zurück, um das Auto abzugeben. Mit den Bus ging es weiter nach Taormina. Es wurde uns mehrfach empfohlen -aber ich sage euch, die ist inzwischen zu einer Touristenhochburg mit überteuerten Preisen und unfreundlichen Bewohnern geworden. Normalerweise kostet ei Cafe 1 Euro. In Taormina 3 Euro... Das Theater ist nett, aber wenn man Siracusa gesehen hat, braucht man das nicht. Das tolle an diesem Theater ist direkt im Hintergrund der Bühne der Blick zum qualmenden Ätna. Unser Zimmer war auch nicht schlecht. Wir hatten eine große Terrasse mit direkten Blick auf das Meer und man konnte bis nach Kalabrien schauen. Der Sonnenaufgang war fantastisch. In Sizilien gibt es sehr schöne Keramik. Sehr farbig und mit floralen Mustern. Die Werke eines Keramikers haben mir sehr gut gefallen. Tolle Arbeit mit zeitlosen Mustern. Dem Aufwand gerecht aber für uns nicht bezahlbar.
    Wir sind ja auch nicht nur wegen den Städtchen hierher gefahren, sondern wegen dem Aufstieg zum Ätna. Ein Pickup holte uns in Taormina ab und fuhr mit uns auf 2000 m Höhe. Der Ätna hat eine Gesamthöhe von 3500 m. Ein Guide führte uns. Wir waren im Schnee an erloschenen Kratern gelaufen und wollten uns Höhlen anschauen, die wir wegen Eis nicht betreten konnten. Wir erfuhren einiges über den Berg Ätna und seine Aktivitäten und was ins letzter Zeit so auf dem Ätna passierte. Zuletzt fuhren wir zu den Alcantara schluchten. Derzeit wissen noch nicht einmal die Vulkanologen, wann dieser, sehr weit weg entfernt Vulkan, vermutlich ohne Verbindung zum Ätna entstanden ist. Im Sommer kann man darin baden. Die Lava kühlte langsam aus und das Wasser formte die Steine - alles im Entstehungsprozess.
    Mit tollen Eindrücken des Ätna fuhren wir mit dem Bus am nächsten Tag nach Messina. Wir entschieden uns, endlich Sizilien zu verlassen und die Äolischen Inseln (die noch zu Sizilien gehören) anzusteuern. Von Messina wollten wir die Fähre nehmen. Doch an diesem Tag spielte das Wetter nicht mit. Die Fähre wurde gechancelt. So blieben wir noch eine weitere Nacht in Messina.
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