• Lavertezzo Ort

    March 30, 2025 in Switzerland ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute wollte ich unbedingt noch mal nach Lavertezzo. Bei besten Sommerwetter startete ich mit einem Picknick auf den Felsen und wanderte dann etwa 6 Kilometer das Tal herunter. Das war echt schön
    Es war eigentlich mehr als einfach nur schön. Es ist so ein liebevoller, warmer Ort, man muss gar nicht viel machen, um sich wohl zu wühlen.
    Mein persönliches Fazit nach fünf Tagen Tessin ist gemischt.
    Beginnen wir mit dem Schlechten:
    In erster Linie liegt es daran, dass mein Campingplatz in einer unfassbar hässlichen Stadt namens Tenero liegt und Tenero auch noch direkt umzingelt ist von weiteren, in meinen Augen, sehr hässlichen Städten, zum Beispiel Locarno.
    Auch der völlig überteuerte Campingplatz, den ich hatte, ist im Netz völlig überbewertet.
    Klar, der Strand ist schön angelegt, mit den Palmen und so weiter und der abendliche Sonnenuntergang ist absolut magisch.
    Aber die Betonung liegt auf „künstlich angelegt“. Der Platz liegt mitten in einer Art Industriegebiet, umzingelt von Kränen, Baustellen und Schrotthändlern, und das zerstört eben völlig das Karma dieses Platzes.
    Spazieren gehen oder Radtouren unternehmen? Völlige Fehlanzeige!

    Der Lago Maggiore ist eigentlich ein schöner See, die malerischen Berge und die zahlreichen Palmen und Magnolien könnten es atemberaubend machen, aber durch den völlig verhunzten Städtebau kommt für mich einfach kein Urlaubsgefühl auf.
    Überall Bettenburgen, Schrotthändler, Autos, Lärm und nirgends Radwege oder Wege zum Spazieren.
    Vielleicht ist es auf der italienischen Seite anders? Gibt es auch schöne Orte direkt am See?

    Wie ihr aus den Berichten erkennt, habe ich mich während meiner Ausflüge komplett vom See entfernt, auf der verzweifelten Suche nach Natur.
    Wer von tollen Radtouren an einem See unter Palmen träumt und zwischendurch in romantische Cafés einkehren möchte, ist hier völlig falsch.
    Zwar sind die kleineren Orte wie zum Beispiel Gambarogno und Vira schon schöner, aber auch nicht so, dass man jetzt sagen müsste: Da würde ich unbedingt noch mal hin.
    Und wenn man mal ein schönes Café findet, dann sind oft Hunde verboten, selbst auf den Terrassen.

    Aber es gibt natürlich auch schöne Ecken. Weit weg vom See, in den Bergen und Tälern, ist es atemberaubend.
    Wer diese Woche mitgelesen hat, hat genug Eindrücke von all der Schönheit im Umfeld mitbekommen, und heute fahre ich auch noch einmal raus ins Grüne.
    Von diesem Standort aus bedeutet das allerdings immer, 30 Minuten durch Stadthektik zur Bushaltestelle zu laufen, sich in extrem überfüllte Busse zu quetschen und dann mindestens 40 bis 70 Minuten im stickigen Bus zu sitzen, bis man endlich im Grünen ist.

    Aber zum Beispiel einen Wanderurlaub in Brione könnte ich mir durchaus vorstellen.
    Dort gibt es auch einen Wohnmobilstellplatz, den ich empfehlen kann.
    Für die Anfahrt muss man allerdings beherzt fahren können oder sich direkt hinter den Postbus klemmen.
    Wenn man nämlich hinter dem Bus ins Tal fährt, hat man keinen Bus von vorne, und die Pkw müssen dem Bus ausweichen.
    Trotzdem habe ich mir vorgestellt, wie es im Sommer sein könnte, wenn dort noch mehr Rennradfahrer unterwegs sind.
    Das ist bestimmt kein großer Spaß.

    Trotzdem, einmal in Brione angekommen, wäre es wirklich schön, dort eine Woche zu verbringen.
    Schon allein wegen der Pizza, die wirklich fantastisch war.
    Und zum Wandern, Biken und Bouldern ist das die perfekte Location.

    Paul und ich werden heute auch noch eine letzte Wanderung im Verzascatal machen, bevor wir dann morgen in Italien ankommen.
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