• Framura

    2 avril 2025, Italie ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute Morgen starte ich den Tag mit einer Radtour am Meer. Die Strecke zwischen Levanto, Bonassola und Framura gilt als Geheimtipp unter Radfahrern, weil sie größtenteils durch alte Eisenbahntunnel führt, die zu einem Radweg umgebaut wurden. Auf Social Media wird die Pista Ciclopedonale Maremonti als traumhafte Küstenroute gefeiert, mit atemberaubenden Ausblicken auf das Ligurische Meer. In der Realität war ich allerdings weniger begeistert. Die Fahrt durch die Tunnel war dunkel, kühl und teilweise feucht, und der Geruch nach altem Gestein und Meerluft mischte sich zu einer seltsamen Atmosphäre. Ich verstehe, dass viele es mögen, aber für mich war das eher Mittelmaß. Ich wäre viel lieber einfach direkt an der Uferkante entlanggefahren, mit Sonne im Gesicht und dem Rauschen der Wellen neben mir.

    Trotzdem gab es immer wieder Stellen, an denen sich die Tunnel öffneten und fantastische Ausblicke auf die Steilküste freigaben. Kleine Aussichtsbalkone mit Bänken laden dort zum Anhalten ein, und der Blick auf das türkisblaue Wasser und die grünen Hänge ist wirklich wunderschön. Die Orte entlang der Strecke, besonders Bonassola und Framura, haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie sind ruhiger als Levanto oder die Cinque Terre, nicht so überlaufen und wirken noch richtig italienisch. Enge Gassen, bunte Häuser, ein paar Fischer am Kai, die Netze flicken, und in den Bars treffen sich die Dorfbewohner zum Plausch.

    Am Ende der Tour sitze ich wieder am Meer, esse eine Orange und schaue auf die Wellen. Ich bin froh, diese Strecke ausprobiert zu haben, auch wenn sie nicht so spektakulär war, wie überall beschrieben. Manchmal sind die einfachen Wege, die stillen Momente und der Blick auf das echte Leben viel schöner als jeder Hype.
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