• Ivo Monti

    April 13, 2025 in Italy ⋅ ☁️ 14 °C

    Der ehemalige Wasserflugplatz Ivo Monti bei Cagnano Varano in Apulien hat mich tief beeindruckt. Früher diente das weitläufige Gelände militärischen Zwecken, heute ist es eine riesige Leinwand für Street-Art-Künstler aus ganz Europa. Zwischen alten Hangars, verwitterten Betonflächen und rostigen Toren entstanden monumentale Graffiti, die das Areal in eine Freiluftgalerie verwandeln. Hier trifft Vergangenheit auf Gegenwart, Stille auf Farbe, und dieser Kontrast hat etwas Magisches.

    Ich kam mit Paul an einem warmen Nachmittag an. Schon beim ersten Schritt durch das verlassene Eingangstor war klar: Dieser Ort hat eine Seele. Die Sonne stand tief, Licht und Schatten spielten über die Mauern, auf denen riesige, farbgewaltige Motive prangen. Einige Figuren reichen über ganze Gebäudefronten, andere sind klein und verspielt, fast poetisch. Überall riecht es nach Salz, Farbe und Geschichte.

    Früher starteten hier Wasserflugzeuge, heute erzählen die Mauern von Freiheit, Kreativität und Wandel. Die Künstler nutzen die alten Strukturen nicht, um zu verdecken, sondern um sichtbar zu machen, was Verfall hinterlässt. Diese Mischung aus rostigem Stahl, blätterndem Putz und intensiven Farben hat mich tief berührt. Ich blieb lange stehen, hörte das entfernte Rauschen des Meeres, und Paul schnüffelte still umher.

    Es war einer dieser unerwarteten Momente auf meiner Reise, in denen man spürt, wie kraftvoll Kunst sein kann. Sie verändert nichts an der Vergangenheit, aber sie verwandelt, wie man sie sieht. Für mich ist Ivo Monti kein verlassener Ort mehr – er lebt, bunt, roh und voller Energie.
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