• Chaosmarkt & Burgerglück

    10 Mart, Sao Tome ve Principe ⋅ ☁️ 29 °C

    Der Tag begann früh im Wasser. Zwei Tauchgänge am Morgen, ruhige See, gute Sicht, überall Leben zwischen Felsen und Korallen. Fische ziehen vorbei, alles wirkt entspannt – ein Start in den Tag, den man definitiv schlechter haben kann.

    Nachmittags war eigentlich ein gemütliches Essen geplant. Einladung, lockere Runde, gutes Essen – zumindest in der Theorie. In der Praxis hat sich der Gastgeber offenbar entschieden, den Tag besonders konsequent im Unsichtbarkeitsmodus zu verbringen.

    Schulterzucken und Plan B gestartet: Stadt.
    Erster Halt: Mercado Municipal.
    Ein Markt, der wirkt, als hätte jemand einfach alles genommen und einmal kräftig durchgemischt. Obst, Nüsse, Kleider, Gewürze, Plastikeimer, Kabel, Hühner – und mittendrin Dinge, die man auf einem Markt eher nicht erwartet.
    Hier gibt es auch unendlich viele Medikamente, Perücken, Fisch trocken-frisch und Whisky in kleinen eingeschweißten Plastiksäckchen – perfekt portioniert als Shot.
    Alles liegt irgendwo, alles wird verkauft, und erstaunlicherweise scheint trotzdem jeder genau zu wissen, wo was ist.
    Das Beste daran: Als Tourist interessiert sich absolut niemand für dich.
    Kein Ansprechen, kein Verkaufstrick. Man läuft einfach mittendurch wie jeder andere auch – fast ein bisschen ungewohnt.

    Von dort weiter zur Sé Cathedral an der Praça da Independência. Die große gelbe Kathedrale steht dort wie ein ruhiger Anker mitten in der Stadt und wirkt fast schon zu geschniegelt für das ansonsten angenehm chaotische Umfeld.

    Danach ein Abstecher zum Forte de São Sebastião, das heute ruhig über der Küste wacht.

    Zum Abschluss noch ein Spaziergang entlang der Ana Chaves Bay Waterfront. Atlantik, Palmen, warme Luft und dieses entspannte Inseltempo.

    Und irgendwann landet man dann bei einem kleinen Foodtruck unter großen Bäumen:
    Beira Mar Rolotte.
    Ein paar rote Plastikstühle stehen locker im Schatten alter Bäume, eine leichte Brise vom Meer, irgendwo läuft leise Musik. Menschen sitzen entspannt zusammen, trinken etwas, reden, schauen auf die Straße – alles wirkt ein bisschen wie ein improvisierter kleiner Inselgarten.
    Und genau dort gab es überraschend einen richtig guten Burger. Mit Ei, ordentlich belegt, dazu ein kaltes Bier.
    Man sitzt da, schaut auf die Straße und denkt sich:
    Der ursprüngliche Plan ist zwar verschwunden.
    Aber Plan B hat komplett geliefert.
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