• Leticia - Amazonas

    October 6, 2022 in Colombia ⋅ ⛅ 34 °C

    Unsere letzte Station in Kolumbien war nochmal ein echtes Highlight. Bereits 20 Minuten vor Landung begann das einzigartige Erlebnis. Wald so weit das Auge reichte - Wasser bis an den Horizont war man gewöhnt aus dem Flieger zu sehen, aber Wald?! Wir waren also tatsächlich angekommen im größten Regenwald der Welt, dem Amazonas. Ein Traum wird wahr.

    Bis auf die erste Nacht im Hostel hatten wir noch nichts gebucht, doch sicher war, wir wollen den Dschungel nicht nur von oben sehen. Im Hostel angekommen fragte uns der Mitarbeiter direkt, ob wir übermorgen denn nicht mitkommen wollen zu einer 3-tägigen Dschungel-Survival-Tour. Das Schicksal war also auch mit dabei, einfacher hätte es nicht klappen können. Natürlich sagten wir ja und konnten das Angebot, die perfekte Zusammenstellung der Tour und die geringen Kosten in Kombination, kaum glauben.

    Tag 1 - die Wanderung:
    Bei strömendem Regen machten wir uns also auf mit vier weiteren Jungs aus Kanada, Venezuela, England und Serbien, unserem Guide, dem Übersetzer und natürlich dem wichtigsten Mann der Crew, unserem Kapitän. Nach ca. einer Stunde Bootsfahrt setzte dieser uns ab und für uns ging es zu Fuß weiter. Also vertrauten wir ab diesem Zeitpunkt dem Guide unser Leben an. Es ging vorbei an Einheimischendörfer, durch Sumpfgebiete und dichten Wald. Wir sahen eine Tarantel, einzigartige Pflanzen und Tiere. Kurz vor Ankunft am Boot machten wir leider noch Bekanntschaft mit einem Wespenschwarm, der uns angriff. Voller Panik rannten alle wild umher, schrien und ich glaube jeder hoffte, dass wir unversehrt weiterkamen. Nach 5,5 Stunden Dschungelwanderung kamen wir schließlich total hungrig und müde im Camp an.

    Tag 2 - der Dieb:
    Der Tag begann mit dem Sonnenaufgang um 6 Uhr, denn wir hatten einiges zu erleben. Unser erster Stop war das Rescue Center für Tiere des Amazonas, die zB vom Aussterben betrot sind. Mindestens 10 zuckersüße Affen begrüßten uns per Handschlag und Umarmung. Ob wir jetzt über einen Affen als Haustier nachdenken? Na klar!
    Seit zwei Jahren betreuen die Mitarbeitenden ebenfalls das Projekt Anaconda. Ein Fischer hatte ausversehen in seinem Netz das Prachtstück gefangen. Da diese häufig getötet werden, um zB Medizin herzustellen oder einfach nur um gegessen zu werden, geht die Anzahl stetig zurück. Daher ist das Center aktuell auf der Suche nach einem passenden Partner für die Schlange, um der Reproduktion etwas nachzuhelfen.
    Ein weiteres abgefahrenes Tier, das wir bestaunen durften war der Fisch Pirarucu - der größte Fisch der Welt. Bis zu über 130 kg kann er wiegen. Die Art, wie er von der Angel frisst, erinnert mehr an ein Monster aus einem Horrorfilm als an einen Fisch.
    Zum Abschluss kam das Affenbaby nochmal zum kuscheln und spielen. Tasche auf, Handy raus und Cheeeese - Familienbild. Ohne zu bemerken was grade passiert strahlten wir in die Kamera. Das Äffchen lachte jedoch nicht fürs Bild, sondern freute sich, dass es Lisa die letzten 3 Bonbons aus der Tasche stibitzen durfte. So ein Schlingel!
    Beim zweiten Stopp durften wir unsere Angelkünste unter Beweis stellen. Stock, Faden, Hühnerhaut und los gings. Max war erfolgreich und fing gleich 3 Fische - 2 Piranhas und eine Lisa - ein äußerst schmackhafter Fisch. Angeln konnte er schon immer 😅
    Den Sonnenuntergang haben wir uns am Strand bei einem ausgiebigen Bad im Amazonas angesehen.

    Ein weiteres Highlight wartete an diesem Abend noch auf uns. Denn nach dem Abendessen packten wir unsere Sachen und machten uns im Stockdunklen auf den Weg in den Dschungel, wo wir in dieser Nacht schliefen. Nach einer 20-minütigen Wanderung erreichten wir unser "Camp". Wir spannten unsere Hängematten und Mosquitonetze auf und lauschten den unzähligen Geräuschen des Regenwalds bei Nacht. Alle schliefen wie Babys, keiner ließ sich von den unzähligen giftigen Spinnen und Schlangen, den Jaguaren oder Affen aus der Ruhe bringen. Es war ein unglaubliches Erlebnis.

    Tag 3 - der Spielplatz:
    Am letzten Tag stand eine 4-stündige Rückfahrt in die Zivilisation mit dem Boot an. Ein letztes Mal in einer Nussschale über den Amazonas. Und auch dieses Mal meinte es das Schicksal gut mit uns. Wir fuhren durch mindestens zwei Spielplätze von Delphinen. Um uns herum waren sie überall, graue, pinke, kleine, große. Ein absolut magischer Moment!

    Highlight der Tage: absolut alles!
    Wir durften in so kurzer Zeit so viele unvergessliche Momente erleben. Diese müssen wir erst einmal sacken lassen.

    Nach vier Wochen in Kolumbien (2-3 waren eigentlich geplant), geht es für uns von Leticia weiter mit der Fähre nach Peru.
    Kein Land hat uns bisher so positiv überrascht wie Kolumbien. Unglaublich nette Einheimische, abwechslungsreiche Landschaften, fortschrittliche Städte und mit einem gesunden Maß an Vorsicht total sicher.
    Kolumbien, wir sehen uns bestimmt wieder!

    🔜 Lima, Peru
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