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Wandertage

Ett äventyr utan slut av Berg-Gedanken-Berge Läs mer
  • Spitzstein 1596m & Hochries 1569m

    26–27 feb., Tyskland ⋅ ☁️ 10 °C

    Diese beiden Tage hatte ich perfekt erwischt: Sonnenschein, warme Temperaturen – Frühling im Schneegestapfe. Tag eins war wieder ganz meinem lieben Hans gewidmet – eine Wanderfreundschaft, die ich sehr schätze! Da es ja recht geschneit hatte die letzten Tage, hatte ich ehrlicherweise keine Ahnung, was gehen könnte. Hans als Local aber schon 😉 Die Anfahrt am frühen Morgen verlief zuerst nur im Nebel. Aber auf der A99 war der plötzlich wie weggeblasen, der Sonnenaufgang machte sich bemerkbar und genial war es dann nach dem Irschenberg: Der Chiemsee und die angrenzenden Täler von einer weißen Decke bedeckt, teils mit einer Art Sahnetuffs nach oben. So schöne, immer neue Szenen! Und die Gewissheit: Es wird ein sonniges Traumtagerl! Hans und ich starteten in Sachrang auf schönen Wiesen- und Waldpfaden, die irgendwann von Schnee überlagert waren. Je weiter wir Richtung Gipfel des Spitzsteins 1596m kamen, desto mühsamer wurde es: Denn wenn auch schon viele vorgespurt hatten, je nach Sonneneinstrahlung wurde es schon weich und tief. Immer wieder war der „Boden“ plötzlich weg. Dann war es wieder eisig. Unser Auf- und vor allem gegen Mittag der Abstieg hatten was von komischem Ballett! Die beiden Ratschkadln, die mit uns gestartet waren, haben wir dann Gott sei Dank unterwegs kurz nach dem Spitzsteinhaus verloren. Auch wenn ein paar Menschen am Berg waren, waren wir viel allein und zogen in kontinuierlichem Tempo, das nach dem Einlaufen auch dem Herz bestens bekam, in nur leicht mehr als zwei Stunden statt 2:30 die 900hm und 11 Kilometer (hin und zurück) nach oben – bei einem wunderschönen Panorama! Der Mix aus Schweigen, Genießen, Schimpfen, Jammern und Unterhalten tat gut, hat die Gedanken abgelenkt, auch wenn sie immer wieder ein bisserl abschweiften an eine interessante Person … Eine richtig lange Pause gönnten wir uns dann auf der Terrasse des Spitzsteinhauses – Sonne, Weinschorle und dazu den Koasa im Blick: Was will man mehr!
    Na nochmal so a Traumtagerl! Und – ich hätte es nicht besser machen können mit der Tourenwahl, die mir echt nicht leicht viel, weil ich wollte schon gern so hoch es geht… Ich entschied mich für den Hochries 1569m, ein Chiemgauer Klassiker, der eigentlich immer überlaufen ist. Und am Parkplatz standen auch schon ein paar Autos morgens um 9 Uhr. Aber gut, drauf einstellen und durch. Am Ende hab ich beim Hochgehen zwei, drei Menschen getroffen, am Gipfel waren es zeitgleich maximal ne Handvoll und für ne Weile war ich oben sogar allein. Weg und Aussicht waren am Anfang eher so naja, Blick eher ins Flachland, aber ab der Wimmeralm wurde es – Stichworte Treppen, Steig, Schnee, eisig, Grödeln. Angegeben waren von unten so 2:45/30 hoch; ich marschierte in möglichst kontinuierlichem Tempo nach oben (Start 8.57, Gipfel 10.36 Uhr, 800hm, nicht ganz 5 km einfach); war mit Schnaufen, Gehen, auf mich Fokussieren, aufs Herz Achten und immer mal wieder Fotografieren beschäftigt. Das Tolle: zwei Tage mal nicht über die Arbeit grübeln. Ein Erfolg und gutes Zeichen für mich. Am Gipfelhaus saß ich dann eine Stunde in Sonne und Schnee – was für ein Panorama! Diese Weite, diese Macht, die Kraft der vielen weißen Gipfel, die wunderbare Einfachheit des Seins, die absolute Ruhe – abgesehen vom tropfenden Schmelzwasser. Und doch schlichen sich Gedanken ein: Wie ein Mensch plötzlich und unerwartet in ein Leben kommen kann und sich das so verdammt gut anfühlt… Irgendwann muss ich doch wieder gehen. Am Rückweg nehme ich noch einen Mini-Abstecher zu einem kleinen unbekannten Gipfelkreuz mit. Inzwischen wird der Aufstieg inflationär. Alles richtig gemacht – an beiden Tagen. *einfachnurdankbar*
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