• Yuma

    22 November 2025, Hungary ⋅ ❄️ 1 °C

    oder wie mir ein junger Morgan-Hengst eine Lektion verpasst

    Aufgrund aktueller Ereignisse wurde der Budapest-Bericht verschoben, wie die Nachrichtensprecher jeweils so schön sagen.

    Wie die letzten Tage, treffen Franzi und ich uns um halb 7 (zum Glück halb, denn wäre es nach ihr viertel 7 gewesen, wäre sie um viertel nach 6 bereit gewesen und ich um viertel nach 7) um das Heu zu den Pferden zu bringen. Da es die letzten Tage ausgiebig geregnet hat und dabei recht kalt war, durften die Pferde die Nacht in ihren Boxen verbringen.

    Am Samstag ist viel los hier, es kommen viele Reitschülerinnen und einzelne Reitschüler zum Unterricht, welche danach die Pferde direkt wieder auf die Aussenpaddocks bringen. Die verbleibenden Pferde bringen Franzi und ich auf ihre Plätze.

    Natürlich sucht man (also ich) sich wieder die anspruchsvollste Aufgabe aus, welche ehrlicherweise auch eher jemand hätte tun sollen, der Yuma schon kennt. In einem Anflug von Selbstüberschätzung (ich gebe es zu), traute ich mir zu, ihn rauszubringen und wir hatten uns ja schon beschnuppert, das Aufhängen der Heunetze in seiner Box war ja auch ganz problemlos. Aber vor allem wohl, weil ich mich bereits am ersten Tag hoffnungslos in ihn verliebt hatte und wenn man verliebt ist… man weiss es ja. Also halfterte ich ihn an, atmete nochmals tief durch und richtete meine ganze Aufmerksamkeit auf diese Aufgabe (wie das im Umgang mit Pferden nötig ist). Wir waren bereits im Feld und ich wollte nur kurz den Elektrozaun schliessen, ihr könnt es Euch vorstellen, mit meiner leichten Phobie vor diesen Zäunen war ich kurz abgelenkt und wir rannten zusammen wieder raus, nach ein paar Metern wurde er dann zu schnell… Tja das Gras im Gelände war zu verlockend. Es störte ihn gar nicht, als ich mich ihm näherte und den Strick wieder in die Hand nahm, bis ich mich in Bewegung setzen wollte… das ganze Spiel noch zweimal von vorn. Eine Reitschülerin, die den Hof gut kennt, konnte ihn mit einer Longe auf ein grösseres Feld locken und ihn einige Runden longieren, bis er dann das Gefühl hatte, dass er nun doch lieber übers ganze Feld galoppieren möchte. Nachdem er sich ausgepowert hatte, konnte ich ihn mit vielen «Grasen-Päuseli» zurückbringen. Darauf brauchte ich dann doch eine kurze Verschnauf- und Teepause. Beim anschliessenden Besuch auf seinem Feld hat er mich natürlich sofort wieder bezirzt. Im Kampf um den höheren Rang allerdings, habe ich wohl im Moment das Nachsehen.. Und ob es für meinen Rang förderlich war, dass er mich danach bei meiner Arbeit beobachtete (das Ausmisten seiner Box), wage ich zu bezweifeln.

    Am Abend war es Zeit, die Wasserbehälter aufzufüllen, die Heunetze zu verteilen und weil heute Samstag ist und der Gehilfe frei hatte, mussten auch noch frische Heunetze für vorbereitet werden. So ändern sich die Zeiten, früher begann man sich Samstags um fünf für den Ausgang vorzubereiten, heute ist das Fressen der Pferde.
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