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  • Day57

    Galapagos | Gardner & Española Island

    May 31, 2017 in Ecuador ⋅ ☁️ 10 °C

    Unser nächster Tag startete mit einem Landgang am Gardner Beach auf Española Island. Nach einem etwa 1-stündigen Strandspaziergang, bei dem wir wiederum diverse Seelöwen antrafen und zum ersten Mal auch den für Española Island typischen, schwarz-rot gefärbten Meeresiguanas begegneten, gingen wir schließlich für etwa eine weitere Stunde schnorcheln. Ziel war ein nahegelegener vorgelagerter Felsen, dem wir uns vom Strand aus näherten. Der kurze Ausflug sollte einige interessante Bewohner der Meereswelt für uns bereit halten. So sahen wir zunächst zwei und später noch drei weitere Exemplare des Weißspitzen-Riffhaies. Die Haie lagen jeweils unter einem Felsvorsprung und befanden sich in maximal 2 Meter Entfernung zu uns. Im Gegensatz zu den deutlich größeren Galapagos-Haien, die wir am nächsten Tag bei der Jagd im offenen Meer beobachten sollten, lauern diese kleineren Exemplare ihrer Beute eher in Riffnähe auf. Darüber hinaus sahen wir verschiedene Lobsterarten, Stachelrochen, eine Wasserschildkröte sowie diverse weitere Fischarten.
    Ein wenig später gingen wir schließlich ein weiteres Mal schnorcheln – diesmal vom Schlauchboot aus und in unmittelbarer Nähe der Insel „Gardner Island“. In einer kleinen Höhle nahe der Insel sahen wir zwei Seelöwen, die sich wild im Wasser umherbewegten und offensichtlich Fische fingen. Die riesigen Fischschwärme reagierten immer wieder sehr schnell auf die sich ihnen nähernden, hungrigen Gefährten. Das Spektakel zwischen den zwei deutlich größeren Räubern und den hunderten von Beutetieren wiederholte sich zahlreiche Male bis letztlich einer der beiden Seelöwen sich einen der Fische schnappte. Nachdem der Hunger zunächst befriedigt schien, begaben sich die beiden direkt danach in eine Art „Unterwasserspiel“ mit unserem Guide. Dieser imitierte die Schwimmbewegungen der beiden Seelöwen im Wasser und die Seelöwen sprangen darauf an und umkreisten uns neugierig. Bevor wir das Boot ein wenig später wieder erreichten, passierten wir noch einige große Fischschwärme.
    Nach dem Mittagessen und einer etwa 2-stündigen Pause stand bereits der nächste Landgang auf Española Island an. Unser Guide nannte die Insel nur „Jurassic Park“, da hier so viele Landiguanas leben. Wie zuvor erwähnt, zeichnet sich diese hiesige Art besonders durch ihre rote Färbung aus. Als weitere Highlights der hier vertretenen Fauna sind die Maskentölpel (der Name stammt von der schwarzen Färbung in der Umgebung der Augenpartie, die einer Maske gleicht) sowie die gigantischen Albatrosse zu erwähnen. Letztere sind auf Galapagos einzig und allein auf Española Island zu beobachten. Zudem ist die hiesige Art, wie so viele Tierarten, hier endemisch, also nur auf Galapagos vertreten. Dafür sahen wir hier aber nicht 5 oder 10 der beeindruckenden Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,20 Metern, sondern mindestens 100 Stück. Einige waren gerade dabei die Eier zu hüten, andere wiederum zeigten ein interessantes Paarungsverhalten, indem sie sich frontal gegenüber standen und immer wieder wild ihre Schnäbel aneinander stießen. Hätte man nicht gewusst, dass es sich bei den beiden um Männchen und Weibchen handelt, hätte man gar annehmen können, dass sich zwei Männchen in einem Kampf befinden. Nach einigen Sekunden wildem „Schnabelklappern“ öffnete stets einer der beiden Albatrosse seinen Schnabel und stieß einen sehr eigenartigen Laut aus. Kurz darauf bewegten sie ihre Köpfe mehrfach zu jeweils verschiedenen Seiten und wirkten dabei fast tanzend. Schließlich begann der ganze Prozess von Neuem. Wir sahen den beiden minutenlang bei ihrem Prozedere zu, bevor wir uns weiter bewegten. Ein anderes Pärchen ließ es hier etwas ruhiger angehen. Im Gras sitzend liebkoste das Weibchen das Männchen mit seinem Schnabel im Gefieder. Dem Männchen schien die Zärtlichkeit zu behagen, was spätestens deutlich wurde, als es seinen Kopf senkrecht in die Höhe streckte. Neben den wieder einmal atemberaubenden Tierbeobachtungen gab es auf Española Island auch noch ein weiteres Naturphänomen zu besichtigen – das sogenannte „Blow Hole“. Durch dieses große Loch in der Felslandschaft an der Küste kommt es zu einem geysirartigen Aufsteigen des an die Küste gespülten Wassers. Je nach der Stärke der sich nähernden Wellen spritzt das Wasser dabei bis zu 30 Meter hoch in die Luft. Kurz darauf ging es zurück an Bord und noch am Abend nahmen wir Kurs in Richtung Floreana Island auf.
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