• Tag 174: Es ist vorbei…bei…bei…

    24 novembre 2024, Giappone ⋅ ☀️ 11 °C

    Unsere Reise endet. Wir fliegen heute von Tokio nach München. Von Tür zu Tür sind wir ca. 24 Stunden unterwegs. In München haben wir dann noch eine letzte arbeitsfreie Woche vor uns. Unsere Untermieter sind weitergezogen und wir ziehen wieder in unsere Wohnung.

    Die letzten Tage war ich wehmütig, traurig über das Ende der Reise und gleichzeitig freudig, gespannt auf unseren und meinen Alltag der vor mir liegt. Kristina hat ausgerechnet wie viele Stunden wir die letzten 6 Monate miteinander verbracht haben. So ungefähr: 4.300 Stunden. Viel Zeit, in der wir einander immer wieder neu kennengelernt haben. Klar, es gab auch Situationen, in denen wir einander kennen und wussten, wie wir aufeinander reagieren. Da gab es viele Prüfungen und noch mehr Glücksgefühle. Unterm Strich hat uns die Reise noch vertrauter miteinander werden lassen. Das fühlt sich gut an.

    Nicht nur wir als Paar sind miteinander gewachsen sondern auch jeder für sich. Ja, es war nicht immer leicht, manchmal sogar schwer. Die Dinge die ich während der Reise gelernt habe, haben mich - im positiven Sinne - verändert. So bin ich z.B. gelassener, ruhiger und ein Stück ausgeglichener geworden. Viele negative Eigenschaften sind verschwunden, viele gute hinzugekommen und ich starte in den kommenden Alltag mit einigen Vorsätzen. Diese zu verfolgen und umzusetzen, damit sie nicht wie Neujahrsvorsätze im Sande verlaufen, wird eine Herausforderung auf die ich mich freue.

    Die Menschen denen wir begegnet sind, die wir getroffen haben, möchte ich für jede Begegnung danken. Wenn ich eines hervorheben müsste, dann sind es die Kontakte die wir hatten. Vom Bauern der uns auf seiner Wiese schlafen lässt, über den Augenarzt der uns nach seiner Arbeit mit Heim nimmt und uns seinen Laptop zur Verfügung stellt, bis hin zu den vielen vielen, vielen Autofahrern die uns aus dem Auto heraus motiviert haben, wenn es in der prallen Sonne bergauf ging. Ja, oftmals war es nervig, wenn es in einer Situation keine Sprachkenntnisse gab und wir nur mit Händen und Füßen kommunizieren und uns austauschen konnten. Es war, speziell für mich, nicht immer leicht eine andere, die fremde Kultur zu erleben. Männerdominierte Strukturen, devote Zurückhaltung, fehlende klare Worte und noch weitere Verhaltensweisen haben mich aus meiner Komfortzone geholt. Dennoch nehme ich aus allen Begegnungen etwas positives mit. Bei mir bleibt die Erkenntnis: Die meisten Menschen sind echt nett, hilfsbereit und wollen nix böses und (oft) nur etwas gutes.

    Nun, jetzt habe ich etwas zu uns und zu mir geschrieben. Abschließend möchte ich noch ein paar Daten teilen. Mit unseren Sportuhren und unserem Navigationsgerät haben wir soweit möglich jede Bewegung aufgezeichnet unser gemeinsames Konto gibt uns eine gute Übersicht über unsere Ausgaben.

    Wir sind in den letzten 6 Monaten durch 11 Länder gereist und haben unzählige Städte, Dörfer, Landschaften und Gebirgszüge gesehen. Dabei waren Hochkaräter wie Istanbul und Tokio, aber auch unbekannte Perlen wie Plovdiv oder Mardin. Wir sind insgesamt ca. 6.200 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren und ca. 1.300 Kilometer durch Städte und Dörfer gelaufen. Wie viele Kilometer wir mit Bus, Bahn, Fähre und Flugzeug zurückgelegt haben bleibt unklar.

    Wir haben zusammen ca. 16.200 Euro für Unterkünfte, Transport inkl. Flüge (ausgenommen Fahrräder), Nahrungsmittel und Freizeitgestaltung (Kaffee, Museum etc.) ausgegeben. Wir haben ca. 80 Tage in unserem Zelt und ca. 80 Tage in touristischen Unterkünften übernachtet.

    Die Zeit, das Geld, die Anstrengungen - die Reise war es wert. Was unbezahlbar ist und bleibt: Wir hatten eine unvergessliche Zeit mit den schönsten Momenten.
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