• Mango mit Zwiebeln 🥭🧅

    February 22 in Brazil ⋅ 🌧 25 °C

    Gestern sind wir am frühen Nachmittag auf Ilha Grande angekommen. Die Überfahrt lief reibungslos, gegen 15 Uhr standen wir mit leicht salziger Haut und ziemlich guter Laune am Pier. Unser Hotel entpuppte sich als richtig süß.

    Nach dem Einchecken ging es direkt los: erst etwas essen, dann ein Caipirinha. Und schon beim ersten Blick in die Landschaft zeigte sich eines der Highlights der Insel, ganz rechts im Panorama ragt der Pico do Papagaio auf. Wenn man hineinzoomt, erkennt man tatsächlich die Silhouette eines Papageis.

    Am späten Nachmittag kam dann das, was angekündigt war, nur deutlich dramatischer: Tropenregen. Kein Niesel, kein „bisschen Schauer“, sondern ein kompromissloses, tropisches Herunterprasseln. Wir waren natürlich gerade unterwegs und wurden entsprechend komplett durchnässt.

    Zum Abendessen landeten wir bei „Lady Roots“, einem Restaurant, das wirkt, als hätten drei Freunde beschlossen: „Komm, wir machen jetzt eine Bude auf.“ Länger suchen ging nicht und bei den Restaurants am Strand war Weltuntergang. Vorne saß ein Captain Jack Sparrow Verschnitt bei der hauseigenen Ausflugsagentur, es gibt Caipirinha Touren und kulinarisch scheint vieles eher spontan entstanden zu sein. Auf der Karte stand unter anderem ein Salat mit „Wahlfrucht“, allerdings ohne Wahlmöglichkeit.

    Tim bestellte eine „Bananen Ceviche“, in der Annahme, es handle sich um Ceviche mit Kochbananen. Stattdessen bekam er eine Mischung aus Banane, Tomate, Zwiebeln und viel Limette, mehr Salat als Ceviche, aber überraschend großartig. Wurde auch großartig serviert… Manchmal trifft man aus Versehen genau ins Schwarze. Dazu gab es eine große Portion Pommes, Olivia hatte den besagten Salat (siehe Video). Alle anderen Gerichte waren frittiert oder mit Lebewesen.

    Später gönnten wir uns noch eine kurze Massage, während draußen der Regen weiter gegen Dächer und Palmen trommelte. Irgendwann fielen wir müde ins Bett, begleitet vom Geräusch tropischer Wassermassen.

    Heute Morgen wachte Tim etwas früher auf. Die Welt hatte sich komplett verwandelt. Strahlender Sonnenschein, ruhiges Meer, leuchtendes Grün nach dem Regen.

    Nach einem tropischen Frühstück, viel Kuchen, Früchte, süß und reichlich, kauften wir noch Snacks und buchten spontan eine Bootstour rund um die Insel.

    Die Tour begann perfekt: klares Wasser, traumhafte Strände, erste Stopps in wunderschönen Buchten. In einer entdeckten wir eine Gottesanbeterin beim wandern durch den Wald, in einer anderen Bucht (Praia do Aventureiro) hingen zahlreiche Handgroße Spinnen zwischen den Bäumen. Trotz der Achtbeiner war die Kulisse spektakulär.

    Beim letzten Strand gingen wir schnorcheln. Wir entdeckten ein paar wirklich schöne Fische, wenn auch keine Schildkröten, Delfine oder Orcas welche man hier auch zu Gesicht bekommen kann, die blieben leider aus.

    Teil des Programms war außerdem ein regionales Mittagessen. Wir waren etwas skeptisch, wurden aber komplett überrascht. Tim bekam ein hervorragend zubereitetes Fischgericht mit Kapern und Kartoffeln. Olivia wählte einen regionaltypischen Eintopf, kein Feijoada, sondern Moqueca mit Palmherzen, Kochbananen, Kartoffeln, Paprika, Tomaten und frischem Koriander. Dazu gab es Farofa, geröstetes Maniokmehl. Es war teurer als üblich, aber absolut lohnenswert, intensiv, aromatisch, authentisch (schätzen wir). Als Nachtisch gab es noch ein Eis.

    Auf der Rückfahrt kam das nächste Tropenspektakel: wieder heftiger Regen, Wind, Blitze über dem Meer. Das Boot kämpfte sich durch die graue Wand aus Wasser, wir bekamen den Regen ins Gesicht, alles war nass also mal wieder ein bisschen Nervenkitzel inklusive.

    Zurück an Land gaben wir unsere komplett durchnässten Sachen zur Wäsche, vermutlich die teuerste Wäsche unseres Lebens (18€) und liegen jetzt unter einem Pavillon, während es draußen weiterregnet.

    Wir diskutieren, ob wir noch essen gehen sollen.
    Tim ist dagegen.
    Olivia hat Angst vor Nachthunger… was auch immer das sein mag.

    Und gleich geht es ins Bett, gespannt darauf, was dieser tropische Mikrokosmos morgen wieder für uns bereithält.
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