• Gletscher, Asado und Abschied 🥹

    13. marts, Argentina ⋅ ⛅ 11 °C

    Vorgestern Morgen bin ich relativ früh aufgestanden. Nenu war so nett und hat mich zum Bus gebracht, mit dem ich zum Perito Moreno Glacier gefahren bin. Ehrlich gesagt war ich am Anfang ziemlich platt. Die letzten zwölf Tage waren intensiv, und meine Motivation hielt sich morgens noch etwas in Grenzen.

    Als ich dort angekommen bin, war das aber sofort vergessen. Der Gletscher ist wirklich traumhaft schön, und nochmal etwas ganz anderes als die Gletscher, die ich bisher gesehen habe. Die Dimensionen sind einfach gewaltig.

    Der Perito Moreno gehört zum Southern Patagonian Ice Field, dem drittgrößten Eisfeld der Erde und gleichzeitig dem größten außerhalb der Polarregionen. Wenn man davorsteht, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie riesig diese Eismassen wirklich sind. Besonders beeindruckend ist, wenn Stücke abbrechen. Man hört das Krachen kilometerweit, und kurz darauf stürzen riesige Eisblöcke ins Wasser. Das ist unglaublich laut und gleichzeitig faszinierend anzusehen.

    Vor Ort habe ich mich dann mit einem Niederländer angefreundet, der in Harvard studiert. Wir sind etwa vier Stunden gemeinsam über die Stege und Wege am Gletscher gelaufen und haben uns über alles Mögliche unterhalten unter anderem über Jobmöglichkeiten für Physiker und Mathematiker. Es war ein richtig angenehmes Gespräch und hat den Tag noch einmal besonders gemacht.

    Am Nachmittag bin ich dann zurückgefahren. Später bin ich noch mit dem Niederländer etwas trinken gegangen und habe unterwegs Blumen für Nenus Mutter gekauft, denn die Familie hatte mich abends zu einem Asado eingeladen.

    Das war ein ziemlich schöner und auch irgendwie besonderer Abend. Witzigerweise war auch ein Arbeitskollege von mir mit seiner Freundin da. Dass wir uns hier in Patagonien noch einmal begegnen war irgendwie witzig. Nenus Familie meinte einfach, sie sollten auch vorbeikommen. Außerdem waren noch ein paar andere Leute da, unter anderem jemand, den wir beim Wandern kennengelernt hatten.

    Nenu hat an dem Abend das Asado gemacht. In Argentinien gibt es wohl die Tradition, dass beim Asado immer das älteste männliche Familienmitglied den Grill übernimmt. Da Nenos Vater vor einiger Zeit verstorben ist, liegt diese Rolle jetzt bei ihm. Ich glaube, es war sein erstes richtiges großes Asado allein und man hat schon gemerkt, dass der Moment auch emotional für ihn war.

    Das Essen war auf jeden Fall unglaublich gut. Es wird ganz anders gegrillt als bei uns, viel langsamer und mit einer anderen Herangehensweise. Ich habe mich einmal quer durchprobiert und wirklich alles genossen.

    Ich habe allerdings versucht, relativ früh ins Bett zu gehen und war gegen Mitternacht im Bett, weil mein Flug am nächsten Morgen schon um 8:20 Uhr ging. Damit war es dann auch mein letzter Tag in Argentinien und ein ziemlich schöner Abschluss.

    Von dort bin ich über Buenos Aires nach Rio de Janeiro geflogen. Die Flüge selbst waren relativ unspektakulär. Eine kleine Überraschung gab es allerdings: Ich habe bei beiden Flügen ein Upgrade bekommen und saß jeweils in Economy Premium oder wie auch immer die Airline das nennt. Mehr Beinfreiheit und ein bisschen mehr Ruhe das war nach den letzten Tagen tatsächlich ziemlich angenehm.

    In Rio bin ich dann bei Katja und Detlef angekommen. Gestern Abend waren wir noch zusammen essen. Heute ist der Plan noch nicht ganz klar, aber ich werde wahrscheinlich erstmal ein bisschen ankommen, mit Detlef durch die Stadt laufen und schauen, was der Tag so bringt.
    Abends sind wir zusammen in einer Churrascaria essen.
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