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Homburger Ländchen Dez 2025

Tageswanderung von Ründeroth nach Nümbrecht auf dem Bergischen Panoramasteig. Leggi altro
  • Winter im Oberbergischen

    27 dicembre 2025, Germania ⋅ ⛅ 0 °C

    Zum Jahresausklang zog es mich noch einmal hinaus, ins winterliche Oberbergische Land. Ich wählte ein Stück des Panoramasteigs, durch das Homburger Ländchen, diesmal durch seine westliche Hälfte. Es ist ein besonderes Gefühl, diese Wege zu gehen, durch Orte, in denen über Generationen hinweg Vorfahren gelebt haben. Drabenderhöhe, Marienberghausen, Wiehl, Marienhagen, Nümbrecht: Namen, die nicht nur auf Karten stehen, sondern Geschichten tragen. Pfarrer, Bauern, Grubenbesitzer, Betreiber von Eisenschmelzhütte, ihre Spuren verleihen der Wanderung eine leise Tiefe.

    Früh am Morgen brachte mich der Zug nach Köln und weiter nach Ründeroth, wo der Tag seinen Anfang nahm. Auch dieser Ort ist mit meiner Familie verbunden. Von hier stammen Vorfahren, die später als Textilarbeiter in Barmen lebten und ursprünglich aus einer bäuerlichen Familie aus Remerscheid oberhalb von Ründeroth kamen. Kaum verlässt der Panoramasteig den Ort, führt er Richtung Kaltenbach, dorthin, wo Vorfahren um Peter Kauert aus Drabenderhöhe einst erfolgreich eine Eisengrube erschlossen. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Kauerts Reidemeister, bevor sie die Grube an die Barmer Familie Engels verkauften. Auch die Familie Schmidt fand mit einer Eisenhütte zu Wohlstand und errichtete schließlich das Burghaus in Bielstein.

    Der Weg steigt von Ründeroth hinauf zur Hohen Warte. Der Aussichtsturm bleibt verschlossen, doch auch ohne ihn öffnet sich die Landschaft. Über Forst hinweg bricht langsam die Sonne durch, wärmt die Luft ein wenig und gibt den Blick frei auf das sanft gewellte Bergische Land. In der Ferne lässt sich die alte Pfarrei Drabenderhöhe erahnen. Der Steig streift Bielstein, windet sich immer wieder hinab ins Tal und wieder hinauf. Ich nutze eine Schleife und besuche auch den Ort Kleinfischbach, mit seinen prächtigen Häusern, wo auch meine Kauert lebten.

    Greifvögel ziehen ihre Kreise, ein Kaninchen huscht bei klarem Sonnenschein und leichtem Frost über den Weg, leine, stille Begegnungen, die den Tag tragen.

    Schließlich erreiche ich die Holsteiner Mühle. Hoch auf einem Felsen thront bereits Schloss Homburg, einst Sitz der Herrschaft Homburg. Diesmal nehme ich mir Zeit und besuche das Museum. Die Ausstellung berührt mich mehr als Schlossburg, die ja jüngst renoviert wurde. Homburg erzählt von einer zersplitterten Region, von Grenzen und Zugehörigkeiten zwischen dem Herzogtum Berg, der Herrschaft Homburg und Gimborn-Neustadt. Vom Bergfried aus öffnet sich ein weiter Blick – still, klar, fast zeitlos.

    Nach über zwanzig Kilometern komme ich schließlich in Nümbrecht an. Ein kurzer Einkauf beim Rewe, ein Gang durch den Ort, doch die Kirche bleibt geschlossen. So endet der Tag, wie er begonnen hat: unterwegs. Mit dem Bus nach Waldbröl, weiter mit dem Bus nach Hennef runter, dann mit der Bahn über Siegburg zurück nach Bonn.

    Ein schöner Abschluss für 2025.
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    Fine del viaggio
    27 dicembre 2025