• Tag 11: Von Treviso nach Venedig

    July 2, 2024 in Italy ⋅ ☀️ 27 °C

    Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, ich wäre am Ziel meiner Reise angekommen, weil eher der Weg das Ziel war. Aber irgendwie schon. Venedig ist einfach immer ein lohnenswertes Ziel.
    Nach dem verregneten Abend davor, präsentierte sich am Morgen Treviso von seiner sonnigen Seite. So ist die Stadt gleich noch viel schöner.
    Da nur eine kurze Etappe anstand, erkundete ich die Stadt erst mal mit dem Rad als ich das B&B verlassen hatte.
    Schlauerweise hatte ich gestern noch die GPX Daten von dem Radweg München Venezia auf OSM runtergeladen. So musste ich mir den Weg nicht wie gestern selber suchen. Und das war viel besser. Die ersten 25 km ging es am Fluss Sile entlang, auf sehr schönen Wegen. Danach folgten Radwege oder kleine Straßen bis Mestre. Mestre selber hätte mich beinahe positiv überrascht. Echt ein schönes Stadtzentrum mit Fußgängerzone. Wenn Venedig nicht schon so nahe gewesen wär, hätte ich mich in eine der vielen netten Bars gesetzt.
    Doch kurz vor der Brücke über die Lagune zeigte Mestre mir ihre schlechte Seite. Ich folgte dem Radweg und gerade als dieser die Bahnlinien überqueren wollte - eine Sperre! Kryptische Umfahrungshinweise inclusive! Ich irrte eine Dreiviertelstunde im Industriegebiet umher, ohne eine andere Straße zu finden, die mich auf die andere Seite führen würde. So ein Ärgernis!
    Letzter Ausweg - mal sehen, was Google Maps dazu sagen würde. Tatsächlich kam ein Vorschlag. Ich war skeptisch, da ich die Stelle schon versucht hatte, aber ich hatte keine andere Idee mehr.
    Da stand ich nun und fand ein dunkles Loch in einem Betonring. Soll ich da runter? Tatsächlich! Was wie der verdreckte Eingang zur Kanalisation aussah, entpuppte sich als Bahnunterführung. Leider habe ich kein Foto gemacht. Ich schleppte das Rad die Treppe runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Auf einmal stand Venedig nichts mehr im Wege und die Lagune tauchte vor mir auf.
    Vergiss Mestre, Venedig ich komme!
    Dann hatte ich wieder Glück, ich kam zur Fähre nach Lido di Venezia und zwei Minuten später war ich drauf und unterwegs. Zeit gutgemacht!
    Schnell im Hotel eingecheckt, mein Rad verräumt und geduscht! Es ging zuerst an den Strand. Da war es das Meer, doch alles ziemlich verbaut und tausende, wenn nicht zigtausende Menschen. Rückzug an die Strandbar auf einen Aperol, zurück ins Hotel, umgezogen und auf zum Markusplatz! Auch dieser Teil voller Menschen. Alle Italiener am Lido (es sind Ferien), alle anderen Nationalitäten in der Stadt.
    Ein paar Fotos später wieder zu den Vaporettos und den Canale Grande abgefahren. Das musste sein! Auch so hatte ich mich auf die Spuren meiner früheren Besuche mit Elke begeben und in einem unserer Lokale zu Abend gegessen. Aber gerade in Venedig kommt man sich alleine noch mehr alleine vor. Deshalb zurück auf den Lido bevor ich die letzte Vaporetto verpasse und bei einem Bierchen diesen Footprint geschrieben. Zugegeben etwas später als normalerweise, aber das ist verständlich, oder?
    Morgen geht’s schon weiter. Der Plan ist nach Punta Sabbioni mit der Fähre und dann weiter nach Bibione. Nicht, weil das so eine Sehenswürdigkeit wäre, aber ich glaube ich habe mit meiner Familie insgesamt fast ein Dreivierteljahr dort verbracht. Wahrscheinlich ist dann auch wieder ein Ruhetag angesagt! Leider ist die Wettervorhersage für morgen nicht so gut! Mal sehen wie es wird!
    Buonaserata! Werner
    Read more