Wer sein Fahrrad liebt - der schiebt
25. oktober 2025, Marokko ⋅ ☁️ 21 °C
Die Zeit ist heute so langsam durch den Tag geschlichen und jeder Kilometer hat fest auf der Straße geklebt, das wir manchmal dachten, wir schaffen unsere 50 Kilometer nicht mehr bis es dunkel wird .
Die Straße hatte eine krasse Steigung und war unbefestigt, so dass wir viel schieben mußten, fahren war einfach nicht machbar, selbst im einfachsten, kleinen Gang nicht.
Und schließlich wurde die Luft im Hinterreifen von Torsten immer weniger. Wir waren mitten in der Prärie, keine Menschen weit und breit plus einer Luftpumpe die durchgebrochen ist. Also jetzt auch auf gerade Strecke die letzten 30 Kilometer schieben.
Aber uns wurde geholfen. Wir kamen an einer Straßenbaustelle vorbei, wo gerade 3 jung Bauarbeiter auf ihren großen Radladern Mittagspause machten. Christine hat um Hilfe und ich stellte meinen Podcast von Thilo Mischke über die Äußerungen unseres Bundeskanzlers über arabische Jugendliche mal schnell leise. Denn gerade solche kamen auf uns zu und schauten sich unser Problem an. Einer ging zurück und stieg auf einen Radlader, kramte in einer Metallliste in allem möglichen Zeug rum und hielt dann einen Schlauch und eine Ventil mit Luftdurchmesser hoch. Er ließ den Radlader an und am Motor starteten sie einen Kompressor, der Luft durch den Schlauch und das Ventil bließ. Leider ohne Erfolg. Ein anderer ging los und holte eine Plastiktüte und dichtet den Schlauch am Kompressor ab. Ich dachte das wird nie was, aber nach einigen Versuchen funktionierte es doch und mein Hinterreifen hatte wieder genügend Luftdruck. Alle freuten sich, wir aber besonders.
Als Dank wollte ich ihnen Geld geben, aber sie verneinten lachend. Das haben sie gern gemacht.
Durch die unverhoffte Hilfe sind wir dann am spâten Nachmittag in Sidi Kaouki angekommen, wieder einem Surfspot mit traumhaften kilometerlangen Sandstrand und einigen wenigen Unterkünften und Restaurants.
Zeit für einen Café und ein verspätetes Mittagessen. Der Inhaber begrüßte uns gleich auf Deutsch, sein Bruder arbeitet in Stuttgart bei Daimler und sein Schwager in Frankfurt auf dem Bau. Ich erzählte ihm von meiner zerbrochenen Luftpumpe. "Laß uns zu einem Laden gehen nicht weit von hier, dort Frage ich für Dich". Also gingen wir los. An einer Art Schuppen hielt der an und schob den Esel beiseite, der vor dem Eingang stand, dann stiegen wir über einige Sack Zement, bis wir vor einem kleinen staubigen Tresen im Halbdunkel standen. Ich zeigte meine gebrochene Luftpumpe und der junge Mann hinter dem Tresen drehte sich zu einem Regal mit Maulkörben für Hunde, Packungen mit Dübel und verschiedenen Größen von Sägeblättern um und zog eine neue Fahrradstandpumpe hervor. Für den Preis musste er erst seinen Chef anrufen, "7 Euro" kam als Antwort - mehr als fair!
Trinkgeld wollte natürlich auch keiner haben.
Als wir abends im Restaurant saßen und auf den langen Strand schauten, wo Bibi & Tina mit ihren Pferden um die Wette ritten und ein Esel 5 Dromedare zurück ins Dorf führte, hatten wir einen für uns tollen Tag hinter un, auch wenn die Beine etwas lahm waren
Q1😀Læs mere


















RejsendeDas war ja richtig aufregend aber es hat ja Gottseidank alles geklappt weiterhin gute Fahrt ohne Stress