• Schade Marmelade

    31. dec.–2. jan. 2026, Chile ⋅ ☀️ 21 °C

    Und somit herzlich willkommen zu: „So viel Scheiße ist mir lang nicht mehr in zwei Tagen passiert!“

    Am 30.12. starteten wir früh mit dem Flugzeug aus Punta Arenas, zurück nach Santiago. Alles unkompliziert, ein ruhiger Flug ohne Turbulenzen. In Santiago angekommen fuhren wir dann zu dem Busbahnhof, von welchem wir nach Valparaíso starten wollten.
    Die Stimmung war schlecht (wegen mir), weil es 34° waren. 34°, schwitzen, schwere Rucksäcke und Hunger. Was will man mehr.

    Wir holten uns alle etwas zu essen und setzten uns in den Außenbereich des Busbahnhofs. Und da ging’s los.

    Mein Rucksack wurde geklaut. Mein kleiner Rucksack mit ALLEM, was wichtig und teuer ist. Das heißt somit war alles weg, was ich brauche. Mein gesamtes Insulin, mein Reisepass, mein Portmonee mit sämtlichen Kontokarten, Ausweis, Behindertenausweis, Führerschein, Geld, …
    Zusätzlich waren in diesem Rucksack auch noch meine gesamten Ladekabel, Powerbank, mein iPad, meine AirPods, Cobi‘s iPad, der Schlüssel für einen Spind, in welchem noch Klamotten von mir liegen und sechs Sensoren für mein Diabetes.

    Bei solchen Fällen denkt man ja: „Ok Polizei rufen. Hilfe holen.“ Das dachten wir auch. Wir haben mit einer Security am Busbahnhof „gesprochen“ (wir haben Google Translate versucht) und sie sagten, wir würden auf die Überwachungskameras schauen und auf die Polizei warten. Von den Überwachungskameravideos haben wir alle nie irgendwas gesehen. Die Polizei kam innerhalb von drei Stunden nicht und dann wurde uns gesagt, dass die Polizei es heute nicht mehr schafft zu kommen. Schön. Währenddessen fuhren Cobi und Papa zu „Estacion Central“, also dem Hauptbahnhof in Santiago. Wir konnten und können auch immer noch unsere Apple Geräte orten. Also sie fuhren quasi dem Rucksack durch Santiago hinterher.
    Cobi und Papa berichteten, dass der Markt auf welchem unsere Geräte angezeigt wurden wie ein Polenmarkt war, nur 10x so groß. Und sehr gefährlich, da die zwei da so suchend als einzige Touristen umher schlichen. Also super sicher.

    Wir blieben dann in Santiago und verbrachten die Nacht in einem Hotel. Abends ging’s dann in die „Clínica Alemana“. Dort sprach ich mit den Ärzten und Schwestern und sie gaben mir Rezepte für mein neues Insulin. Danach sind wir noch in die 24-geöffnete Apotheke und insgesamt kauften wir Medizin im Wert von 500€. Die Verkäuferin gab uns mit ihrer RUT, also quasi die chilenische Personalausweisnummer, noch einen Rabatt auf diesen Einkauf. So konnten wir 50€ sparen. Sehr lieb.

    Gestern früh gingen Papa und ich zur PDI. Dort bekam ich ein Schreiben, dass mein Personalausweis gestohlen wurde. Dieses muss ich bei der deutschen Botschaft in Santiago vorlegen um einen Personalausweis für die Ausreise zu bekommen. Zurück im Hotel packte ich meine Sachen zusammen und dann kam mir der Gedanke mal nach meinen Sensoren zu schauen. Vier sind noch da. Wenn alle funktionieren reichen sie noch 48 Tage. Meine Reise würde noch 54 Tage gehen.
    Wieder schön.
    Damit wurde mir also die Entscheidung meines Rückfluges genommen. Am 29.12. buchten wir meinen Rückflug aus Costa Rica für 425€ kostenpflichtig um. Einen nicht stornierbaren Flug. So viel Geld in den Wind geschossen.

    Dann gingen wir zum Busterminal um den Weg nach Valparaíso anzutreten. Der Bus kam 30min zu spät (was wirklich ungewöhnlich ist) und es war schweineheiß in dem Bus. Nach 50min stockenden Verkehr aus der Stadt raus blieb der Bus auf der Autobahn am Straßenrand stehen. Bus kaputt. Uns wurde gesagt wir sollen 20min auf einen neuen Bus warten. Der neue Bus kam dann halt auch mal 1,5h später. Das typische Phänomen der chilenischen 20 Minuten.

    Danach ging alles gut. Wir kamen in Valparaíso an. In einem schönen Hostel, mit Hostelkatze und einem schönen Silvesterabend. Immerhin.

    Jetzt heißt es auf jeden Fall trotzdem: „Frohes neues Jahr.“ Und bis ganz bald. Diesen Monat geht’s zurück.
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