• Tagesbericht No. 3

    4 giugno 2024, Ecuador ⋅ ☁️ 16 °C

    Also ehrlich.
    Den Teil mit dem Ausschlafen müssen wir noch üben. Da haben wir uns extra keinen Wecker gestellt und sind beide dennoch um kurz vor 6 (ca. 13 Uhr nach deutscher Zeit) aufgewacht. Man könnte es nun Jetlag nennen - oder aber behaupten, dass wir beide einfach viel vom Tag haben wollen.

    Was machen wir also am frühen Morgen? Natürlich quatschen und Pläne für den Tag schmieden.
    Die erste große Frage: Wie kommen wir an vegetarisches ecuadorianisches Essen? Menschen hier lieben nämlich ihr Fleisch.
    Die zweite Frage: Was schauen wir uns heute innerhalb der Hauptstadt an?
    Quitos Altstadt haben wir ja bereits auf eigene Faust erkundet und zudem haben wir die Hoffnung, ein bisschen abseits des touristischen Kerns die Stadt kennenlernen zu können. Etwa 40 Gehminuten entfernt liegt das hippere Viertel ‚La Floresta‘, in dem es viel Streetart geben soll, die wir bei einer Tour mit einem Local entdecken wollen.
    Und zufälligerweise gibt‘s hier auch einen Streetfood-Markt.
    Klingt doch nach der perfekten Kombi!

    Der Plan für den Nachmittag steht also.
    Und so begeben wir uns, als es dann endlich 9 Uhr morgens ist, auf die Pirsch nach einem Frühstückslokal. Für ecuadorianisch völlig überteuerte Verhältnisse von 6€ pro Person gibt‘s heute touristisches Continental-Frühstück inklusive Moccaccino (Sophie: Kakao) und 2 Gläsern frischem Saft.
    Man gönnt sich ja sonst nichts.

    Erschöpft vom Essen chillen wir noch eine kleine Runde im Hostel und machen uns dann mittags auf in Richtung Hipster-Viertel.
    14 Uhr. Zeit für unseren Mittagssnack. Pommes mit Salat und scharfer Sauce (und scharf ist hier ernst gemeint). Die Würstchen dazu mussten wir extra abbestellen übrigens.

    Und dann warten wir auch schon auf unseren Guide Jorge, der uns die nächsten 2,5 Stunden durch Gassen und in verschiedene Gebäude führen wird.
    Und, was soll ich sagen? Dieser Nachmittag war einfach die beste Erfahrung! Der Stadtteil ist unfassbar bunt und wir haben extrem viele tolle Kunstwerke gesehen, die Geschichten hinter der KünstlerInnen kennengelernt und mit Jorge auch über das Leben in Ecuador (und Südamerika allgemein) sprechen können.
    Kunst ist politisch.
    Und Kunst ist da, um viele zu erreichen.
    Das wird deutlich.
    Naja und dann machen wir auf ein Mal einen Abstecher in die Gallerie des Kunst-Kollektivs Nudo. Hier wird gerade eine neue Ausstellung aufgebaut und einer der sympathischen Menschen dort führt uns in die Räume, wo Drucke entstehen, Rahmen recyclet werden und die Dachterrasse, auf denen gechillt und die Arbeit mit Sprayfarbe geübt wird. Wir schauen uns ein paar Drucke an, zu denen der Typ uns voller Herzblut Hintergrundinfos gibt und dann wird uns bewusst: dieser Mensch IST der Künstler. Einer der bekannteren, dessen Werke wir den Nachmittag immer mal wieder gesehen haben. Crazy?!
    Als wir wieder gehen müssen, bekommen wir jeweils noch 2 Prints geschenkt und sind hin und weg. (Ich hätte noch Stunden dort verbringen können!)

    Einige Zeit später ist die Tour vorbei. Und wir? Fühlen uns der Stadt fernab der großen Touristenmassen auf ein Mal sehr viel näher.

    Jorge entlässt uns mit der Empfehlung, auf dem Streetfoodmarkt Tortillas zu essen. Das machen wir natürlich! Dazu gibts Spiegelei und Salat. Ausserdem Choclo con Queso (Mais mit Käse - und Bohnen und Kartoffeln und Salz). Die Tortilla lieben wir. Der Mais ist definitiv sättigend aber etwas langweilig, wenn wir ehrlich sind.

    So endet der Tag um 19 Uhr für uns auf der Couch im Hostel. Sehr satt und ein bisschen k.o. - aber definitv super happy!
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