Tagesbericht No. 5
6 giugno 2024, Ecuador ⋅ ☁️ 17 °C
Guten Morgen, aufwachendes Quito!
Zum Frühstück gibt es heute wieder eine neue Saftkreation. Hierfür wird einfach immer gerade verfügbares Obst und Gemüse in den Mixer geschmissen. Und als mittlerweile echte Saft-Connaisseurinnen spekulieren wir jedes Mal wild, welche Zutaten wohl dieses Mal enthalten sind. Den Schritt, nach der Lösung zu fragen, lassen wir dabei gekonnt weg.
Heute steht wildes aus- und umchecken in Hostels an. Wir packen aus unseren großen Reisebackpacks die Kleidung, die wir vermutlich im Regenwald benötigen werden, in kleinere Rucksäcke und fahren einfach mal in das Hostel, wo wir am Montag Abend nach dem Regenwald übernachten werden. In der Hoffnung, unsere Backpacks hier sicher verwahren zu können. Und der Plan geht auf! Nice!
Als wir von hier aus aufbrechen wollen, unseren letzten vollständigen Tag in der Hauptstadt zu verbringen (der Nachtbus fährt erst um 23 Uhr), beginnt es, heftig zu regnen. Das wird nicht der einzige unerwartete Wetterwechsel des Tages bleiben.
Also ab in die Regenjacke und zum Bus, der uns zum Centro de Arte Contemporáneo, einem zeitgenössischen Kunstmuseum, bringen soll. Wir lernen die 4. Art kennen, an ein Ticket zu kommen und steigen routiniert, wie wir mittlerweile sind, in den Bus. Der sogar fast in die richtige Richtung fährt. Also laufen wir das letzte Stück - wir wollten ja Aktiv-Urlaub.
Wenig später betreten wir das imposante ehemalige Militärkrankenhaus mit seinen mehrere Meter hohen Decken, altem Parkettboden und dem riesigen Atrium. Heutzutage sind die Wände jedoch gesäumt von Kunstwerken.
Es gibt aktuell drei unterschiedliche Ausstellungen. In einer geht es um die Geschichten einiger innersüdamerikanischer Geflüchteten, derer Erlebnisse in gehäkelten Roben verarbeitet wurden.
In der zweiten wird HIV und der schlechte Zugang zu Medikamenten und Vorsorge thematisiert. Denn auch heute noch ist das Virus eine zentrales Gesundheitsrisiko für die Menschen hier.
Und in der dritten Ausstellung haben sich Kunstschaffende aus dem Bereich der Streetart zusammengetan. Besonders cool war hier, dass wir einige von ihnen durch unsere Tour vorgestern wiedererkennen konnten.
Sonne - Wolken - Nieselregen - Wolken.
Auf unserer Bucketlist steht noch, die 4.000m-Höhenmarke zu knacken. Haben wir übrigens auch geschafft. Mit der 2,5km-langen Seilbahnfahrt der TelefériQo gehts auf den Vulkan Pinchincha hinauf. Das ist ganz schön steil und oben angekommen, merken wir sehr schnell, was „dünne Luft“ bedeutet. Wir legen mit Kopfschmerzen die ersten 200m des Wanderwegs auf den Gipfel zurück und beschließen dann, dass von hier aus der Blick auf das 24km-lange Quito auch schon schön genug ist. Ausserdem ist es ganz schön bedeckt dort oben.
Auf unserer 18-minütigen Gondelfahrt zurück, sorgt ein erneuter Regensturz für einen fabelhaften Regenbogen über der Stadt.
Es ist 16 Uhr und wir müssen noch immer 7 Stunden überbrücken, bis es in den Regenwald geht.
Also laufen wir die etwas mehr als 4km zurück in Richtung Innenstadt und setzen uns dort in ein niedlich aussehendes Büchercafé.
Ein sehr motivierter, älterer Herr legt sein Schachspiel auf die Seite, um uns zum Lesen aufzufordern. Wir blättern brav durch ein paar spanische Bücher. Währenddessen unterstützt ein Mann in Army-Weste und klimpernden Ketten des Nunchakus in seiner Hosentasche den Kellner beim bedienen der anderen Gäste. Klar, denken wir. Was auch sonst?
Das ecuadorianische Gebäck Humita (Maisbrei) und Quimbolito (Kuchen in Bananenblatt gebacken) waren dennoch lecker!
Wir nutzen unser zukünftiges Hostel, wo wir nachts dann abgeholt werden, als Wartebereich mit einem kurzen Abstecher im ‚Le Maple‘, einem vegetarisch ecuadorianischen Restaurant, in dem eine zuckersüße Katze zu Hause ist. Hier kredenzt man uns einen sehr schmausigen Fleischersatz und etwas salzarme, traditionelle Gemüsebeilagen zu touristischen Preisen. Aber wir sind sehr satt und somit gut gewappnet für die anstehende Busfahrt.
Uns erwarten 11,5 Stunden Busfahrt und dann mehrere Stunden auf dem Motorkanu ins Innere des nordöstlichen Regenwaldes Ecuadors.
5 Tage in der Natur und fraglich ohne Verbindung zur Aussenwelt.
Also: ¡Hasta pronto, amigos! Wir hören uns irgendwann ;)Leggi altro











