• Tagesbericht No. 8 (Regenwald 3)

    9 giugno 2024, Ecuador ⋅ ☁️ 22 °C

    Buenos díaz del bosque tropical!

    6:30 und Rom steht bereit mit Paddeln für alle. Andersrum als gestern werden wir heute den Fluss gemeinsam ca 40 Minuten raufpaddeln und uns dann gemächlich in Richtung Frühstück wieder zurücktreiben lassen.
    Übers Ufer ragt ein riesiger Ficus. Doch, als wir genauer hinsehen, entdecken wir, dass dieser auf dem Kopf stehende Baum eigentlich aus einem anderen entspringt. Es ist also ein weiteres Beispiel für einen riesigen Epiphyten (Pflanzen, die auf Pflanzen wachsen). Ziemlich cool.
    Uns begegnen ein rotköpfiger Kardinal, ein gelber Specht, einige Fischreiher und Schulboote mit Kindern aus dem Reservat.
    Ansonsten keine Sichtungen. Der Regenwald wacht ja auch gerade erst auf.
    Wir alle schweigen und genießen die Aussicht, während uns der Fluss auf dem Rückweg wieder zum Steg trägt.

    Hier herrscht geschäftiges Treiben, denn Bananenpürree, kleine Brötchen und Saft werden zubereitet. Frühstückszeit!

    Kurze Verschnaufpause und dann treffen wir uns um 10 wieder für einen Spaziergang. Da der Regen frisch gestoppt hat und die Sonne rauskommt, werden im Wald noch Mal mehr Mosquitos sein. Sophie entscheidet sich gegen Stiche und für ein bisschen Entspannung in der Hängematte.
    Für mich sind die nächsten zwei Stunden im Wald ebenfalls ereignisreich. Direkt zu Beginn entdecke ich einen Tausendfüßler, der etwa 15cm lang ist. Als ich ihn über meine Hand krabbeln lasse, kitzeln die Spitzen der gepanzerten Füße mich.
    Einige Bäume gehen Symbiosen mit Feuerameisen ein, um sich zu schützen und Platz zu haben zum Wachsen. Denn durch die Säure können keine der Auflieger-Pflanzen an ihnen wachsen.
    Kleine Tamarin-Äffchen toben um uns herum und immer wieder führen hunderte Meter lange Straßen von Blattschneiderameisen an uns vorbei.
    Ein besonderes Highlight ist der Besuch des über 600 Jahre alten Kapok-Baumes, der Wurzeln hat, so dick als wären sie selbst Baumstämme.

    Wieder im Camp fliegen diverse Arten riesiger Schmetterlinge durch die Sonne und Sophie berichtet von dem Riesen-Otter, der die Ruhe vor Ort für eine Erkundungstour genutzt hat.

    Am Nachmittag ist ein Ausflug mit dem Motorkanu zu einer Aussichtsplattform und zum Schwimmen in der Laguna Grande geplant. Jedoch beginnt kurz vor der geplanten Abfahrt ein immenser Regenguss. Von daher hoffen wir nun, dass das Wetter morgen früh stabiler ist und lösen stattdessen ein Sudoku nach dem anderen.
    Um 16:30 dann werden die Tropfen kleiner, Sophie und ich schmeißen uns in unsere süßesten Badefummel und ein Teil der Gruppe begibt sich zu den Motorkanus.
    Auf dem Weg zur Dämmerung in der Laguna Grande gibt es dieses Mal total viel zu sehen, denn all die Tiere kommen in die Sonne, um Fell und Gefieder vom Regen zu trocknen.
    In einer Baumkrone sitzen zwei große schwarze Fell-Knollen. Die sechste Affenspezies für uns - derer Name ich allerdings vergessen habe.
    Und nur ein kleines Stück weiter schwingen Äste und Zweige wild von oben nach unten, da eine Gruppe Kapuzineräffchen sich ihr Abendessen sucht und dabei wild durch die Gegend hüpft.

    Kingfisher, Herons und Stinky Turkeys säumen den Weg und über unsere Köpfe fliegen zwei rote Papageien, als es auf ein Mal sehr laut wird. Die Brüllaffen brüllen aus vollen Hälsern. Kurzerhand biegen wir in eine bis dahin noch nicht als solche genutzte Wasserstraße ein und lauchen dem Getöse.
    Eine Weile verharren wir hier und lauschen dem mächtigen ‚Sound of the Djungle‘.
    Aber wir haben ja eigentlich ein andes Ziel. Orson, unser geschickter Kanufahrer mit dem Orientierungssinn einer Fledermaus, lenkt uns weiter in Richtung der Grande Laguna. Und schon bald gesellen sich ein paar rosafarbene Delfine zu uns.

    Sophie und ich haben eine Mission. Wir wollen den Sonnenuntergang aus dem kühlen Nass raus erleben. Und nunja, der Kitsch ist perfekt, als die Delfine in der Lagune tollen, am Himmel eine auf dem Rücken liegende Mondsichel und die Kulisse ist atemberaubend.

    Der Weg zurück geht wieder durchs Dunkel. Nur ein kleines Stück von der Badestelle aus hatten Rom und Orson vor einiger Zeit ein Kaiman-Nest gesehen. Wir schauen mal nach und in der Tat. Im Schein der Taschenlampe blinken etliche rote Augen auf und als wir näher kommen, paddelt ein kleiner Krokodil-Kaiman im Treibholz.
    Wir fahren weiter in Richtung Lodge und verfolgen alle super gespannt den Suchkegel der Taschenlampe.
    Wir treffen ein weiteres Jungtier. Dieses Mal einen schwarzen Kaiman. Und nur kurze Zeit danach sehen wir ein riesiges rotes Auge. Dieses Exemplar ist defintiv nicht mehr jung, sondern etwa 3-4 Meter lang. Ziemlich eindrücklich!
    Ja. Und ich hab mir eine Schlange gewünscht und das Schicksal meint es gut mit mir.
    An einem winzigen grünen Zweig, der in den Fluss hineinragt, klammert sich ein noch winzigeres Boa Constrictor-Baby fest und ist augenscheinlich unbeeindruckt von der Horde Menschen um sie herum.
    Dies war das letzte Tier des Tages und die selige Gruppe genießt den eindrucksvollen Sternenhimmel inklusive hervorragender Aussicht auf das Kreuz des Spdens, während wir in Teilen in vollkommener Dunkelheit sicher heim gebracht werden.

    Nach einem weiteren fantastischen Dinner und dem Packen der Taschen für die Abreise, heißt es um 10 ein letztes Mal: Licht aus - Schlafenszeit!
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