Tagesbericht No. 10
Jun 11–13, 2024 in Ecuador ⋅ ☁️ 12 °C
Wir wollten Abenteuer? Hier ist es!
Der Plan des Tages war folgender:
08:00 Frühstück, Waschservice nutzen
10:00 Laundry abholen
10:30 Bus nach Quitumbe
13:00 Bus nach Latacunga
15:00 Uber nach Quilotoa
16:00 Ankunft im Hostel Rosalita
Und so war es wirklich:
Wir stehen einigermaßen erholt auf und machen uns fertig fürs Frühstück.
Das Hostel, in dem wir übernachtet haben, bietet einen Express-Service fürs Waschen und Trocknen innerhalb von 2 Stunden.
Das passt perfekt in unseren Plan, denn mehr als die Hälfte unserer Klamotten ist klamm und riecht nach Mückenschutz und abgestandenem Regenwald.
Naja. Also das mit der Wäsche würde heute wohl bis 11 Uhr dauern. Wir haben keine Wahl und eigentlich auch genügend Puffer, also nehmen wir das Angebot an.
Wir haben ein okayes Frühstück und nutzen die Wartezeit um Geld und Snacks für die nächsten Tage zu besorgen.
Um etwa 11:15 fragen wir, ob unserer Wäsche fertig sei und da wird uns eher unfreundlich mitgeteilt, dass diese noch eine Weile brauchen wird.
Wir sitzen also bis um 12:18 brav in unserem Zimmer, das wir um 10 hätten räumen sollen und packen in Windeseile unseren Kram.
Den 13 Uhr-Bus haben wir gedanklich abgehakt. Der nächste soll um 16 Uhr gehen.
Nichtsdestotrotz fahren wir schon Mal nach Quitumbe und schauen, ob es eine weitere Möglichkeit für uns gibt.
Und dieses Mal schaffen wir es endlich problemlos, an die erste Zieletappe zu kommen.
Noch ein bisschen mehr Glück? Klar!
Der 13-Uhr-Bus nach Latacunga hat einige Minuten Verspätung und so sitzen wir selig um 13:15 in dem Bus, den wir angepeilt hatten.
Was kann jetzt noch schiefgehen?
Also. Wir haben unsere Rücksäcke direkt bei uns am Sitz, damit wir sie im Blick haben. War bisher nie ein Problem. Aber auf ein Mal kommt ein junger Mann zu Sophie und fordert sie zunächst unwirsch auf, sich anzuschnallen. Es gibt keine Gurte und niemand der Mitfahrenden ist angeschnallt.
Danach versucht er, ihren Rucksack zu nehmen und herrscht sie an, es würde Strafe kosten, wenn die Polizei sieht, dass er nicht in der Gepäckablage liegt. Die nebenbei auch zu klein für die Backpacks wäre.
Erst nach mehrfachem „Nein!“ und als wir ihm sagen, dass es unsicher und zu wenig Platz ist, geht er einfach wieder.
Die Stimmung ist nun natürlich etwas angespannt, wir werden aber den Rest der Fahrt in Ruhe gelassen.
In Latacunga angekommen, versuchen wir, ein Uber oder Taxi zur Unterkunft zu finden. Da diese aber in einer Mittelebene zwischen Bergspitze und Tal liegt und auf Google Maps keine durchgehenden Straßen eingezeichnet sind, ist es schwierig, hierüber eine Route zu finden. Der Taxifahrer war aber dennoch motiviert. Wir handeln 40$ für 2 Stunden Fahrt aus und auf gehts.
Die Landschaft hier ist atemberaubend. Die Berge sind größtenteils weich in ihrer Form und wie bei einer Miniatureisenbahnlandschaft ist alles grün gesäumt. Dazwischen immer wieder Felder an Hängen, auf denen Menschen in traditioneller Kleidung mit Körben auf dem Rücken Güter ernten.
Und hier sind sie endlich: die Alpakas! Hier und da werden sie als Nutztiere geführt oder grasen am Strassenrand. Wie übrigens auch andere Tiere wie Kühe, Schafe, Schweine und Hunde. Sie alle sind an Leinen befestigt, dafür gibt es kaum Zäune.
Obwohl es wunderbar aussieht und die Vorfreude steigt, sind wir angespannt. Was, wenn wir das Hostel nicht finden? Und dann ist bald auch der Handyempfang weg.
Unser Taxifahrer hat ab der Lagune in Quilotoa (eine Sehenswürdigkeit, zu der wir morgen wollen) auch keine Ahnung mehr und fragt immer wieder PassantInnen. Die allermeisten kennen das Hostel nicht - einige andere schicken uns weiter in das nächste Dorf Chucchilán, von wo aus man uns vielleicht weiterhelfen kann.
Das sind so 20 Minuten weitere Fahrt. Wir erhöhen auf 60$ und fahren einfach weiter.
Als auch hier niemand helfen kann, bitten wir ihn, beim um die Ecke liegenden Hostel Halt zu machen.
Wir geben auf und nehmen uns spontan ein Zimmer.
Und ganz ehrlich? Die Menschen hier haben uns so herzlich und liebevoll empfangen, dass es sich wie Balsam für unsere Seelen anfühlt.
Das andere Hostel können wir vermutlich zumindest in Teilen stornieren. Aber darum kümmert sich Adelaziz, der Guy von Expedia. (Ein „Danke“ geht raus)
Für uns gibt‘s jetzt erst Mal Abendessen und dann planen wir unsere morgige Wanderung!Read more







Traveler
Echt atemberaubende Landschaft.