Tagesbericht No. 17
June 19, 2024, Südsee ⋅ ☁️ 23 °C
Es ist 07:00 und der Wecker klingelt.
Wir sind sehr schnell sehr wach, denn heute steht einer der lang ersehnten Programmpunkte an:
whale watching!
Zum wieder selbst gemachten Frühstück gibts Rührei, Kaffee, Saft und etwas, das auf der Packung aussieht, wie Croissants mit Käsefüllung.
Es soll frittiert werden. Wir probieren es erst in der Mikrowelle. Vergeblich. Danach braten wir die Teigrollen in zu viel Öl. Sie schmecken, als hätte man Lasagneplatten aufgerollt und frittiert. Richtig lecker ist das nicht - aber wir sind so was wie satt.
Draussen ist es warm, aber bewölkt. Hier an der Küste gibt es wieder ein Mal zwei Jahreszeiten. Diejenige, in der es viel regnet, dafür dazwischen aber strahlender Himmel und über 30 Grad ist. Und die jetzige. Viele Wolken, wenig Regen und dafür aber gemäßigtere Temperaturen.
Ich frage mich, wie viele Klimazonen und Jahreszeiten ein so kleines Land eigentlich haben kann?!
Und dann, um 09:15 werden wir abgeholt und zum Pier gebracht, wo wir unsere Guides und die Reisegruppe für den Tag treffen.
Wir sind insgesamt 17 Touris auf der kleinen Motoryacht, mit der wir uns den Tag über auf dem Pazifik bewegen werden.
Es gibt Schwimmwesten für alle und dann werden wir 42 Kilometer, etwa eine Stunde lang, zur Isla de la Plata fahren. Die Buckelwale kommen in dieses Gebiet, um sich zu paaren und ihre Jungen zu bekommen. Und die Paarungssaison hat gerade begonnen.
Mit Wind in den Haaren und wachsamen Auges fahren wir durch das türkisfarbene bis dunkelblaue Meer.
Auf ein Mal: Fontänen aus Wasser, wenn die Luftlöcher gereinigt werden. Freudige Unruhe herrscht auf dem Boot. Die Motoren gehen aus und wir können beobachten, wie die bis zu 16-meter langen Giganten uns ihre Rücken und die ein- oder andere geschwungene Schwanzflosse präsentieren.
Ein paar Momente können wir dieses Schauspiel beobachten, bevor die Wale sich wieder zurückziehen.
Am Horizont erscheint eine einzelne Insel im Nebel. Sie ist unser Ziel. Die Isla de la Plata (etwa: silberne Insel) trägt ihren Namen daher, dass auf ihr etliche Blaufußtölpel, Fregatt-Vögel und sogar Albatrosse nisten. Ihr Kot ist sehr weiß und im späteren Jahresverlauf, wenn die Jungtiere groß sind, sind die Felsen unter eben diesem begraben. Dadurch erscheint die Insel, vor Allem nachts, silbern. Lecker, oder?
Da all diese Vögel aber gerade frisch erst Junge haben und die Trockenzeit noch nicht lang anhält, sehen wir viel sandigen Boden.
Eine andere Theorie besagt übrigens, dass früher Piraten hier Silberschätze begraben haben.
So weit das Auge reicht: Palo Santos - Sandelholzbäume, die duften und in ebenfalls silbrigem Schimmer den sogenannten „Trockenwald“ bilden. Im Unterholz hört man es ständig rascheln, wenn Geckos oder Ratten (als invasive Art) über die Zweige flitzen.
Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und neben den Vögeln, die es sonst auf den Galapagos-Inseln gibt, brüten am Strand auch gerade Meeresschildkröten-Eier einige Zentimeter unter der Erde, während rote Strandkrabben in ganzen Kolonien an der glitzernden Küste entlang laufen.
Wir machen eine Wanderung von etwa 2 Stunden Dauer, bei der Silvan, unser Guide, uns sehr viele nützliche und interessante Informationen über die Flora und Fauna gibt. Ausserdem bewundern wir viele Tölpel-Eltern. Zum Teil sogar mit Jungtieren.
Ein sehr großes Gebiet der Insel darf nicht betreten werden, weil dort aktuell ein Paar Albatrosse, von denen es nur noch wenige Exemplare gibt, lebt.
Am Mittag steigen wir wieder aufs Boot und fahren in Richtung der südöstlichen Klippen der Insel, um dort vom Boot aus zu schnorcheln. Schon durch die Wasseroberfläche können wir handgroße, bunte Fische sehen, die diesen Bereich ihr zu Hause nennen.
Der Pazifik ist warm und die Sicht unter Wasser klar.
Wir erkunden eine Weile selbst die zahlreichen Fische, schwimmen über einem Kugelfisch und als Silvan uns eine Meeresschildkröte einige Meter unter uns zeigt, sind wir hin und weg.
Nichtmal die Nesseln von kleinen Quallen, die unsere Arme streifen und wie Ameisenbrennen sind, können diese Freude nehmen.
Als wir die Köpfe unter die Wasseroberfläche bringen und die Luft anhalten, können wir sogar das sphärische Rufen einiger Wale hören, das aus bis zu 100km Entfernung kommen kann. Das ist mehr als verrückt!
Leider viel zu schnell müssen wir wieder an Board.
Es ist Wind aufgekommen, die Wellen sind verhältnismäßig hoch, es gibt einen Snack und so verdreifacht sich die Zahl der Seekranken im Vergleich zum Hinweg auf drei. Wir hingegen genießen das 1-stündige Achterbahnfahren, bei dem uns immer wieder nicht unerhebliche Mengen Gischt ins Gesicht spritzen. Auch auf dem Rückweg können wir noch Mal Wale sehen, die an die Oberfläche kommen, um durchzuatmen.
Gefühlt viel zu früh kommt der Hafen von Puerto López in Sichtweite und wir klettern mit noch schwankendem Gefühl im Körper vom Boot.
Es gibt heute noch Mal Ceviche und gebratenen Oktopus, bevor wir um 18:00 in der untergehenden Sonne unsere Ferienwohnung erreichen.
Obwohl wir uns brav immer wieder eingecremt haben, haben wir bunt gemusterte Blass- bis Röttöne auf unseren Körpern, die wir nach einer Dusche mit Feuchtigkeit versorgen werden.
So Deutschlandreif wir gestern auch waren, so gern würden wir jetzt noch ein bisschen mehr solcher Tage vor uns haben.Read more













Traveler
"Entschuldigen Sie mal, aber hier werden keine Fotos gemacht!" Super Gesichtsausdruck!
TravelerImmer diese unhöflichen TouristInnen!