Riga von oben
November 8, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 9 °C
Morgens, halb 10 in Riga. Der Tag startet mit einem entspannten und ausgiebigen Frühstück.
Gestern hatten wir überlegt, heute auf einen Flohmarkt zu gehen. Heute jedoch war die Motivation dazu nicht mehr so groß.
Also haben wir einen sehr ruhigen Vormittag im Hotelzimmer mit Musikhören, quatschen und Albereien verbracht.
Am Mittag dürstet es uns aber nach Kaffee und Entdeckungstour und so machen wir uns auf, den Centralmarkt von Riga zu besuchen. Hierbei handelt es sich um mehrere, riesige Markthallen und etliche Stände im Freien, an denen man von Lebensmitteln über Filzschuhe bis hin zu Koch- und Angelutensilien nahezu alles bekommt, was das Herz begehrt. Oder auch Dinge, von denen man nicht Mal wusste, dass man sie haben mag. Wir sind ein bisschen traurig, nur mit Handgepäck angereist zu sein.
Außerhalb des wunderschönen Altstadtkerns sieht man ein bisschen deutlicher die Geschichte des Landes und, dass die wirtschlaftliche Lage über die letzten Dekaden immer mal wieder schwierig war.
Viele Gebäude haben abgeblätterte Fassaden und sind nahezu ein wenig schmucklos. Der graue Novemberhimmel verstärkt diese fast düstere, aber dennoch irgendwie ansprechende Atmosphäre. Um uns herum herrscht alltägliches Treiben.
Wir möchten uns einen wörtlichen Überblick über die Landeshauptstadt bekommen. Daher führt uns nichts an einem Besuch der wissenschaftlichen Fakultät, die von den Einheimischen aufgrund der Form gerne „Stalin‘s cake“ genannt wird. Mit dem Aufzug geht es hoch in den 15. Stock. Noch eine Etage zu Fuß und dann heißt es: Ausblick genießen und lauthals Ohrwürmer mitsingen, denn wir sind quasi alleine dort oben.
Von hier aus schlendern wir entlang des Kanals, der durch die Stadt fließt, erst zu einem wunderschönen Teehaus, um uns aufzuwärmen und dann in ein russisches Restaurant, wo uns zu Dumplings und Kartoffelpuffer selbstgemachter Meerrettich-Vodka gereicht wird. Eine verstörend schmausige Erfahrung!
Den Abend werden wir im National-Ballett abschließen, wo wir uns die Vorstellung „Giselle“ ansehen. Mal davon abgesehen, dass die Frau, die neben uns saß, uns direkt mit: „auch deutsch?!“ begrüßt hat, war es eine atemberaubende und absolut zauberhafte Erfahrung, die sicherlich eines Tages mal wiederholt werden möchte.
Freitag Abend erwacht die Stadt zum Leben. Für uns eine Gelegenheit, uns im Strom treiben zu lassen und noch das eine oder andere lettische Getränk zu uns zu nehmen.
🍻 Uz veselību! 🍻Read more


















