• Madeleine M
  • Madeleine M

Riga

A 8-day adventure by Madeleine Read more
  • Trip start
    November 6, 2024

    Hallo, willkommen in Riga!

    November 6, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 7 °C

    Für Hillary und mich geht es die kommenden 7 Tage ins Baltikum. Um genau zu sein, nach Riga - die Hauptstadt von Lettland. In Köln ist es heute kalt, klamm und grau. Der Abschied wird uns also leicht gemacht und wir sind voller Vorfreude auf dem Weg in noch mehr Kühle.
    Von zu wenig Temperatur kann im Flugzeug bei gefühlten 30 Grad Celsius allerdings ganz und gar nicht die Rede sein. Ein sehr warmer Einstieg also in die kommenden eher kühlen Tage.

    Mit einem Taxi fahren wir zum Hotel und werden nicht enttäuscht. Art Nouveau ist die architektonische Sprache der Stadt und so, gemeinsam mit ein bisschen Kitsch, präsentiert sich auch Hotel Justus, in dem wir um 23:00 die Eingangshalle betreten.
    „Du kannst keinen Kieselstein werfen, ohne eine Bar zu treffen!“, lacht der Rezeptionist, als wir vorsichtig fragen, ob wir irgendwo noch ein Bier ergattern können. Das wollen wir natürlich austesten und erhaschen somit schon einen ersten Ausblick auf die kommenden Tage, als wir nachts durch die Altstadt flanieren und in einem Pub einkehren.

    Es wird angestoßen und in Vorfreude gebadet. Und natürlich sind Deutsche unter den einzig anderen Gästen.
    Wir nicken uns zu, kehren nach einem üblichen Smalltalk wieder zu unserem Zweiergespräch zurück und 2 Cider später fallen wir k.o. ins Bett. Ohne neue Freunde - aber selig.

    Labu nakti no Rīgas!
    (gute Nacht aus Riga!)
    Read more

  • Hirostischer Stadtkern - here we go!

    November 7, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 8 °C

    Noch bis nach 2 Uhr morgens haben wir in dem (in der Wand verankerten) Metallbett gelegen und gequatscht, bevor wir einschlafen konnten.
    Und so ist es auch fast ein bisschen früh, als um 09:00 der Wecker uns mit ein wenig aufdringlichem Glockengeklingel zum Frühstück ruft. Dieses ist ganz ordentlich aber definitiv die am wenigsten erwähnenswerte Sache des ganzen Tages.

    11 Uhr. Wie erhält man einen zügigen aber umfassenden Überblick über einen Ort? Richtig - mit einer Walking Tour! Daniels, unser Guide, erwartet uns und einige andere Leute auf den Stufen des großen Gilde-Hauses in der kühlen, frischen Morgenluft Rigas. Für die nächsten 2 Stunden spazieren wir über das Kopfsteinpflaster, entlang mehrerer Etappen durch den historischen Stadtkern und erfahren viele lehrreiche Details über die lettische Geschichte. Von der Unterdrückung durch deutsche Eroberer im Mittelalter, über die Zwangszugegörigkeit zur Sowejtunion bis zur Unabhängigkeitserklärung vor fast genau 34 Jahren.

    Nach nicht ein Mal 24 Stunden an diesem Ort sind wir bis über deine Ohren verliebt. In die Atmosphäre der Stadt, die freundlichen LettInnen und ein klitzekleines Bisschen auch in den supernetten Daniels.

    Das Wetter zeigt sich weiterhin so, wie man es vom November erwartet: etwas diesig und voll winteriger Kälte. Also beschließen wir am Nachmittag, in das „romantischste Café Rigas“ einzukehren. Die Beschreibung trifft es voll! Viel zwanzigerjahre-Wohnzimmer-Flair trifft auf dicke Polstermöbel und schummrige Gemütlichkeit. Nur der Kaffee schmeckt leider wirklich nicht.

    Durch eine zufällige Recherche erfahren wir, dass das Leitungswasser in Lettland nicht trinkbar ist. Hätten wir das mal vor einem Liter erfahren. (Keine Sorge: unsere Mägen bleiben stabil). Also machen wir einen kleinen Zwischenstopp am Hotel, um unsere Trinkflaschen dort aufzufüllen und ein wenig im Hotelzimmer rumzualbern und Aerobic-Übungen zu machen. Einfach so. Wir können „die Kerze“ auf Olympianiveau.

    Hier wird es gegen 16:30 schon dunkel. Also flanieren wir in der Dämmerung durch süße lokale Geschäfte und in eine lettische Restaurantkette, wo es neben Ratattouille und Kartoffelbrei auch in Knoblauchöl gebratene Roggenbrotsticks, eine lettische Spezialität, gibt. Und hui. Die Sticks sind super lecker!

    Nun. Es ist 19 Uhr und für uns beginnt der Abend mit einem Tasting von Black Balsam, dem traditionsträchtigen Schnaps, der es einem warm ums Herz werden lässt. Dazu gibt es Šampanietis (lettischen Champagner) und Pralinen zu Vivaldis Orchestaklängen.

    In diesem Sinne: gehabt euch wohl!
    Read more

  • Riga von oben

    November 8, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 9 °C

    Morgens, halb 10 in Riga. Der Tag startet mit einem entspannten und ausgiebigen Frühstück.
    Gestern hatten wir überlegt, heute auf einen Flohmarkt zu gehen. Heute jedoch war die Motivation dazu nicht mehr so groß.
    Also haben wir einen sehr ruhigen Vormittag im Hotelzimmer mit Musikhören, quatschen und Albereien verbracht.

    Am Mittag dürstet es uns aber nach Kaffee und Entdeckungstour und so machen wir uns auf, den Centralmarkt von Riga zu besuchen. Hierbei handelt es sich um mehrere, riesige Markthallen und etliche Stände im Freien, an denen man von Lebensmitteln über Filzschuhe bis hin zu Koch- und Angelutensilien nahezu alles bekommt, was das Herz begehrt. Oder auch Dinge, von denen man nicht Mal wusste, dass man sie haben mag. Wir sind ein bisschen traurig, nur mit Handgepäck angereist zu sein.

    Außerhalb des wunderschönen Altstadtkerns sieht man ein bisschen deutlicher die Geschichte des Landes und, dass die wirtschlaftliche Lage über die letzten Dekaden immer mal wieder schwierig war.
    Viele Gebäude haben abgeblätterte Fassaden und sind nahezu ein wenig schmucklos. Der graue Novemberhimmel verstärkt diese fast düstere, aber dennoch irgendwie ansprechende Atmosphäre. Um uns herum herrscht alltägliches Treiben.

    Wir möchten uns einen wörtlichen Überblick über die Landeshauptstadt bekommen. Daher führt uns nichts an einem Besuch der wissenschaftlichen Fakultät, die von den Einheimischen aufgrund der Form gerne „Stalin‘s cake“ genannt wird. Mit dem Aufzug geht es hoch in den 15. Stock. Noch eine Etage zu Fuß und dann heißt es: Ausblick genießen und lauthals Ohrwürmer mitsingen, denn wir sind quasi alleine dort oben.

    Von hier aus schlendern wir entlang des Kanals, der durch die Stadt fließt, erst zu einem wunderschönen Teehaus, um uns aufzuwärmen und dann in ein russisches Restaurant, wo uns zu Dumplings und Kartoffelpuffer selbstgemachter Meerrettich-Vodka gereicht wird. Eine verstörend schmausige Erfahrung!

    Den Abend werden wir im National-Ballett abschließen, wo wir uns die Vorstellung „Giselle“ ansehen. Mal davon abgesehen, dass die Frau, die neben uns saß, uns direkt mit: „auch deutsch?!“ begrüßt hat, war es eine atemberaubende und absolut zauberhafte Erfahrung, die sicherlich eines Tages mal wiederholt werden möchte.

    Freitag Abend erwacht die Stadt zum Leben. Für uns eine Gelegenheit, uns im Strom treiben zu lassen und noch das eine oder andere lettische Getränk zu uns zu nehmen.
    🍻 Uz veselību! 🍻
    Read more

  • Art Nouveau in Rigas Stadtcenter

    November 9, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 7 °C

    Heute ist herrlich unspektakulär.
    Nach dem Frühstück verbringen wir noch eine ganze Weile im Hotelzimmer. Ich mache Unikram und Hillary hört Musik. Uns ist nach Entspannung zumute.

    Am frühen Nachmittag dann geht es los. Mit einem leckeren Cappuccino und Eclairs flanieren wir durch den Parkgürtel entlang des Kanals, dessen Wasser nahezu schwarz aussieht und auf dem gelbes Herbstlaub schwimmt. Wir treffen eine riesige Schnecke.
    Wenig später erreichen wir das heutige Ziel. Das City centre mit seinen prunkvollen Jugendstilgebäuden, die sich anmutig aneinanderreihen. Etliche kleine Cafés und Läden finden sich entlang der Straßen. Und so finden wir uns wieder ein Mal in einer sich völlig anders präsentierenden Ecke der Stadt wieder.
    Wir möchten bummeln. Und so gibt es einen Besuch im Brillengeschäft und eine Second-Hand-Laden-Exkursion, bevor wir in einem sehr hippen Restaurant zum frühen Abendessen landen.

    Ein paar Knoblauchbrotsticks, eine Ofenkartoffel und eine Riesenportion Pasta mit Gemüse später fahren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel, wo wir noch jede für sich ein wenig Zeit verbringen, bevor wir am späteren Abend dann gemeinsam ausgehen wollen.
    Mal sehen, was Rigas Nightlife so kann.
    Read more

  • Lettische Kunst neu interpretiert

    November 9, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 7 °C

    Nach dem langen Abend gestern schlafen wir heute auch länger in den Tag hinein. Glücklicherweise gibt es heute bis 11:00 Frühstück und so können wir trotzdem noch recht entspannt Kaffee, Toast und Ei zu uns nehmen, während ohne Ton (wie jeden Tag) „unsere Erde“ auf einem riesigen Flachbildfernseher läuft.

    Der Tag wird langsam laufen. Es gibt noch ein ausführliches Video-Telefonat mit Caro in Köln und dann steht das lettische Nationalmuseum für Kunst aufm Plan.

    Fast schon in alter Gewohnheit holen wir uns einen Cappuccino und schlendern durch die Novemberluft den kurzen Weg zum Museum. Direkt nebenan befindet sich die Kunsthochschule, die übrigens aussieht wie die baltische Version von Hogwarts.
    Das Museum an sich beeindruckt mit seiner Bauweise und den prunkreichen Verzierungen an den hohen Wänden und Decken. Am Ende der Eingangshalle mündet eine riesige Doppeltreppe ins obere Stockwerk.
    Wir sind aber ja vor Allem dort, um uns Kunst anzusehen. Die lettischen MalerInnen des 19.&20. Jahrhunderts können sich definitiv sehen lassen!

    Nach einigen Startschwierigkeiten freunden wir uns auch mit unserem Audioguide an und lassen uns zu den „Highlights“ des Museums Hintergrundinfos geben. Aber wir wären nicht wir, wenn nicht auch ein wenig Albernheit im Spiel wäre. Also vergeben wir neue Titel für einige Gemälde. Das ist manchmal dezent fragwürdig aber macht auch immens viel Spaß!

    Um 17:00 ist es schon dunkel und wir spazieren durch die Gassen der Stadt, bis wir in einem total niedlichen Restaurant einkehren und hier den Abend ausklingen lassen.
    Read more

  • Ein Tag am Meer

    November 11, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 2 °C

    Während in Köln für viele freudig der Countdown zur Eröffnung der Fünften Jahreszeit gezählt wird, ist in Lettland dieser Tag als „Bärentötertag“ geschichtsträchtig. Heute in 1919 haben die Letten unter der Führung des sogenannten Bärentöters den ersten Befreiungskrieg gegen Russland gewonnen.

    Zur Mittagszeit machen Hillary und ich uns auf in den Dom zu Riga, um dort einem Konzert der Orgel zu lauschen, die mit ihren 6718 Pfeifen die größte Orgel Europas ist.
    Drei Stücke werden uns vorgetragen und wir können bei den mächtigen Klängen das Vibrieren richtig spüren. Aber auch davon abgesehen kann sich der Dom mit seinen Klostergängen und ellenhohen Decken sehen lassen!

    Danach geht es dann mit dem Zug ans Meer. Ein bisschen verloren fühlen wir uns, weil die Tickets nur Zonen anzeigen und nicht „die eine“ Endhaltestelle. Aber als wir uns dann trauen, das Gleis zu betreten, steht da auf einem Schild groß „Jūrmala“ (der Touri-Küstenort) mit einem Pfeil auf den Zug, der hält.
    Das ist idiotensicher!
    Gerade ein Mal 30 Minuten später steigen wir an einem winzigen Bahnhof aus und laufen zum nahen Strand.
    Die Ostsee ist heute ruhig, selbst Möwen sind nicht viele dort und Menschen begegnen uns auch kaum.
    Unser Ziel ist es, ein paar Kilometer am Strand entlang zu laufen und dann noch auf ein heißes Getränk irgendwo einzukehren. Gesagt, getan.

    Zu unserer linken das Meer und zu unserer rechten ein Waldstreifen. Es ist so schön!

    Als wir dann in den Ort an sich einkehren, sind wir ein wenig hin und hergerissen. Zwischen lauter romantischen (Ferien-)Villen zerfallen Gebäude einfach und sehen aus, als bräuchten sie Liebe und große Geldbeutel, um den Winter zu überstehen.
    Während es dämmert, trinken wir in einem gregorianischen Restaurant „hausgemachten Eistee“, der schmeckt wie Krümeltee aus der Kindheit für viel zu viel Geld. Aber egal - aufwärmen ist alles!
    Und so kann es dann entspannt zurück in die Hauptstadt gehen, wo wir wieder einkehren.

    Dieses Mal in das sehr touristische aber schon coole Mittelalter-Restaurant, das in einem Gewölbekeller von 1293 ist, in dem es sogar einen echten Brunnen gibt.
    Wir trinken Honigbier (wie lecker ist das?!) und essen Zwiebelsuppe aus einem Kohlebeheizten Krug und Roggenbrotsticks, während Menschen in altertümlichen Gewändern umherlaufen.

    Dies ist doch ein fantastischer Abschluss für den ruhigen aber sehr wohltuenden Tag.
    Read more

  • Abschiednehmen mit ein bisschen Wellness

    November 12, 2024 in Latvia ⋅ ☁️ 4 °C

    Das Wetter ist seit gestern regnerisch und die verschlafene Stadt zeigt sich noch ein wenig stiller.
    Nichtsdestotrotz fühlen wir und weiterhin sehr willkommen.

    Drinnie-Leben ist angesagt. Und so gibts eine neue Brille für Hillary, warmen Apfelkuchen und einen Abend im Spa für uns beide.

    Heute ist packen angesagt. Wir sind verwundert, dass unsere Koffer nicht nur überhaupt, sondern sogar besser zugehen, als auf dem Hinweg!

    Da wir noch ein wenig Zeit haben, werden wir letzte Besorgungen machen und noch Mal durch die Straßen Rigas flanieren, bevor es zurückgeht nach Köln, wo wir und auf viele liebe Gesichter freuen!
    Read more

    Trip end
    November 13, 2024