• Grit und Michael Pestel
  • Grit und Michael Pestel

Dolomiten

Bergwandern 2018 Read more
  • Trip start
    August 25, 2018

    Die Reise beginnt…

    May 25, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute ist der erste Tag der Reise, zuerst mit unseren Eltern bzw. Schwiegereltern.

    Sie genießen es, das „Reisebüro Pestel“ zu nutzen, Gritti als Organisator und Unterhalterin und mich als Fahrer und überhaupt… Wir genießen die Gegend.

    Denn bevor es in die Dolomiten geht werden wir zusammen mit Ihnen 5 Tage um den Chiemsee verbringen. Dann machen wir alleine weiter und die Schwiegereltern fahren im ICE-Sprinter zurück.

    Fast pünktlich sind wir um 10 Uhr gestartet, um die knapp 700 km bis Bad Aibling in der Nähe von Rosenheim abzuspulen. Ich hatte ja gedacht, boah, ich habe einen Kombi, da passt was rein. Aber nachdem wir alles eingeladen hatten war ich froh, dass die Kofferraumklappe überhaupt noch zuging.

    Die Autobahn war zum Glück gut zu fahren, so dass wir tatsächlich keinen Stau hatten. Nur das Wetter war ab der Hälfte der Strecke regnerisch und das Tempo entsprechend langsamer. Ich bin ja vorbildlich!! Die Passagiere auf der Rückbank waren friedlich und haben nicht gestresst. Für die Verpflegung hat Schwiegermama gesorgt, was gut bei uns allen ankam. Gibt ein Bienchen!

    Kurz vor dem Ziel hat mein alter Diesel ohne Murren die 200.000 km vollgemacht.
    Im Hotel „St. Georg“ in Bad Aibling haben wir dann die Zimmer bezogen und uns der Völlerei hingegeben. Schwiegervater hat das komplette Hotelpersonal unterhalten, weil er sein Hefeweizen Kristall mit einer Zitronenscheibe nicht bekommen hat.
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  • Bayrisches Dorf

    August 26, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach einer regnerischen Nacht (würde zu Hause gut tun) und einem gutem Frühstück mit Speck und Ei wurde bei Google erst mal das Wetter gecheckt, um zu entscheiden was wir heute unternehmen. Das Wetter war besser als das Handy sagte und somit entschieden wir uns das Freilandmuseum eines bayrischen Dorfes, welches vom Ski-Olympiasieger Marcus Wasmeier gegründet wurde, anzuschauen. Vorher haben wir aber noch einen kurzen Stopp am Schliersee für ein paar Fotos gemacht.

    Marcus Wasmeier haben wir tatsächlich auch getroffen, nur die Kamera war so schnell nicht aus der Tasche gekramt. In diesem Freilandmuseum unweit des Schliersees konnte man erleben wie die Bajuwaren früher so gelebt haben. Die Menschen müssen früher sehr klein gewesen sein. Gritti hätte gut in die kurzen Betten gepasst, ich selbst hätte mich wohl falten müssen.

    Zufällig waren an dem Tag auch noch die Highland-Games. Beeindruckt haben mich die Mädels, die 79 kg schwere Steine auf einen Holzstamm gewuchtet haben. Denen sollte man zu Hause wahrscheinlich nicht widersprechen!
    Nach kurzer Picknick-Pause unter einer Linde aus dem Jahre 1595, die neben einer malerischen Kapelle stand ging es weiter zu einer Whisky-Brennerei.

    SLYRS hatte ich schon gehört, aber bisher nicht gekostet. Nach kurzem Intro in Form eines Films und dem Lesen von Erklärtafeln sind wir zur Verkostung des Whiskys gegangen. Schwiegermama war der Sache gegenüber skeptisch, da sie mit dem Zeug nicht viel anfangen kann. Das beigefügte Wasser hat ihr wahrscheinlich am besten geschmeckt.

    Nach dem Hochprozentigem wurde erst mal ein Kaffee und Kuchen gebraucht. Im Alkohol sind ja keine Kalorien, sagt man!

    Pestel senior waren damit erstmal müde gespielt, wir konnten sie aber davon überzeugen eine kleine Sighseeing-Tour vorbei am Wendelstein zu machen. Schwiegermama hat zwar geschwitzt und geschnauft wegen der Serpentinen, aber die Blicke auf die frisch verschneiten Gipfel der österreichischen Alpen hat sie entschädigt.

    Trotz allem haben wir tatsächlich auf dem Zimmer im Hotel noch Trionimo gespielt…
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  • Wendelstein 1.838 m

    August 27, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 17 °C

    Das Wetter hat heute perfekt für einen Ausflug in die Berge gepasst. Also planten wir einen Ausflug zum Wendelstein, seniorengerecht mit komfortabler Auffahrt. Zuerst ging es in das kleine Örtchen Bayrischzell zur Talstation der Seilbahn. Nachdem wir pro Person 34 € gelöhnt hatten sind wir in 8 min zum Wendelstein aufgefahren. Sichten bis über 100 km haben ein ständiges Ah und Oh erzeugt. Die Landschaft ist traumhaft.

    Am Wendelsteinhaus angekommen, haben wir erstmal die Lage gepeilt und einen kleinen Felsen erklommen, um einen grandiosen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der österreichischen Alpen zu genießen. Nach ein paar Fotos wollten Gritti und ich noch den Gipfel erklimmen, ohne Gipfelkreuz bin ich nicht zufrieden zu stellen. Schwiegermama wäre gern mitgekommen, aber bei Ihrer Höhenangst wäre das kein Vergnügen geworden. Also sind Gritti und ich die 30 Minuten zum Gipfel hoch, denn nur dort oben hat man einen 360 Grad Blick. Von dort konnte man selbst München sehen.

    Interessant war, dass der Wendelstein der dunkelste Punkt Deutschlands ist und deswegen dort ein Planetarium zur Beobachtung der Sonne aufgebaut ist. Nachdem wir in 1838 m angekommen sind und die Aussicht genossen haben, sind wir um die Spitze einem Panorama-Weg wieder zum Wendelsteinhaus gelaufen. Vorbei an einer kleinen Kapelle haben uns unsere Eltern wieder in Empfang genommen.

    Nachdem wir noch schnell was gegessen haben, ich wollte eigentlich eine Weißwurst mit einer Brez’n essen, aber die war schon ausverkauft. Nun gut, dann eben ein Fleischpflanzl, aber auch das war aus. Menno! Also doch ein Schnitzel! Kurz danach sind wir zum Bergbahnhof der Zahnradbahn gegangen, um die 40 min Fahrt nach Brannenburg zu machen. Die Fahrt war schön, wäre aber noch schöner gewesen, wenn der Köter neben uns nicht so gestunken hätte.

    Unten angekommen musste Gritti erst mal Äpfel, äh Birnen klauen gehen. Nun musste mit dem Bus nur noch der Berg umrundet werden, denn unser Auto stand ja auf der anderen Seite. Nach einer guten Stunde kam der Bus, welcher dann im Affenzahn die Serpentinen umrundet hat. Während Schwiegervater eingeschlafen ist hat Schwiegermama Blut und Wasser geschwitzt. Sie tat uns leid, aber geschmunzelt habe ich doch.

    Nach der Ankunft im Hotel und einem guten Abendbrot sind die Mädels noch in die Sauna gegangen, während ich das Schwimmbad besucht habe. Das nächste Hotel ist hoffentlich wieder „Adults only!“ , das Kindergeschrei ging mir ziemlich auf die Ketten. Ich bin zu alt für sowas…
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  • Chiemsee (Bayrisch Meer)

    August 28, 2018 in Germany ⋅ ☀️ 26 °C

    Um das geplante straffe Programm für den heutigen Tag zu schaffen musste das Frühstück vorgezogen werden. Heute wollten wir zum Chiemsee. Es hat zwar etwas gedauert Schwiegervater davon zu überzeugen, dass der Chiemsee wie Kiemsee ausgesprochen wird und nicht so wie er geschrieben steht, aber irgendwann hat er es dann doch angenommen. Nun gut, wir also pünktlich um 9:15 Uhr ins Auto, um nach Prien zu fahren. Von dort wollten wir mit einer kleinen Bimmelbahn nach Prien-Hafen fahren, von wo aus die große Chiemsee-Rundfahrt startete. Aber oh weh, Tickets bekommt man nur an der Tourist-Info. Wir hatten bis zur Abfahrt nur noch 20 min Zeit. Drum bin ich im Schweinsgalopp durch den Ort gerannt. Gut, es waren nur 500 Meter, trotzdem habe ich geschnauft, aber ich bin ja nicht mehr der Jüngste! Vorteil war, dass ich neben den Tickets auch noch mein Google-Gesundheitsprogramm für den Tag erfüllt hatte.

    Wir konnten den Zug nehmen und die 1,8 km bis zum Hafen uns durch den Ort schaukeln lassen. Dort angekommen ging es auch gleich auf das Schiff. Zuerst zur Herreninsel, sind dort aber nicht ausgestiegen, weil wir zur Insel Frauenchiemsee weiter wollten. Dort gibt es ein Frauenkloster, welches von Tassillo III. im Jahre 782 gegründet und von der Enkelin Karls des Großen als Äbtissin geleitet wurde. Leider konnte man sich das Kloster nicht von innen anschauen, da es heute für Seminare an zahlungskräftige Kundschaft vermietet wird. Die Kirche ist eben das weltgrößte Unternehmen.

    Nun gut, zumindest konnten wir den Friedhof und die Kirche besichtigen. War auch schön. Bemerkenswert war der Eingang zur Klosterkirche, welcher komplett ausgetreten war. Nun hat man eine Vorstellung wie viele Sünder in den letzten 1.200 Jahren zum Beichten gekommen sind. Ich selbst war natürlich nicht zum Beichten da!

    Neben der Kirche stand auch noch ein Torhaus aus dem Jahre 729, gebaut zur Zeit der Karolinger. Und es soll der älteste Hochbau in Süddeutschland sein. Da soll man nicht sagen, Reisen würde nicht bilden. Nachdem wir noch eine 1000jährige Linde besichtigt hatten, haben wir wieder das Schiff bestiegen und sind erst (ohne auszusteigen) nach Seebruck und Chieming gefahren, bevor es wieder zur Fraueninsel ging. Aber die hatten wir ja schon! Der Chiemsee hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt, klares stilles Wasser mit herrlichem Blick auf die Alpen im Hintergrund. Postkarten-Idylle vom Feinsten.

    Nach der Fraueninsel setzte uns das Schiff zur Herreninsel über. Dort wollten wir uns das Schloss von Ludwig II. anschauen. Es soll dem Schloss Versailles nachempfunden sein. Aus Geldmangel wurde nur der Hauptflügel gebaut, die beiden teilweise gebauten Seitenflügel wurden wieder abgerissen, da der Unterhalt zu teuer geworden wäre. Vorher haben wir vom Hafen aus den Weg zum Schloss mit einer Kutsche gemacht, was insbesondere Schwiegervater gefreut hat, da er nicht so gut zu Fuss war. Fridolin und Dukat, zwei süddeutsche Kaltblüter, haben uns dann ganz gemütlich zum Schloss kutschiert. Dukat sorgte für Unterhaltung und schelmisches Grinsen, da er ständig furzen musste. Und wir hatten den Eindruck er hatte Freude daran.

    Am Schloss angekommen wurde eine 30minütige Führung gemacht. Boah, was für eine Pracht. So stelle ich mir wirklich Versailles vor. Allerdings sind von den 79 Räumen nur 12 fertiggestellt, der Rest hat keinen Innenausbau erfahren. König Ludwig II. hat dort übrigens nur 10 Tage gelebt! Soll mal einer sagen der BER wäre teuer.

    Nach kurzer Besichtigung des Schlossgartens ging es zurück zum Hafen, damit wir wieder nach Prien übersetzen konnten. Wieder mit der Bimmelbahn ging es zu unserem Auto. Beim Abendessen wollten wir sparen, also kein Restaurant – Besuch. Durch einen Tipp wussten wir vom Herbstfest in Rosenheim, dort würden wir sicherlich was zu essen ergattern können. Das Herbstfest entpuppte sich als Oktoberfest in klein, aber genauso so verrückt und laut wie das Original. Neben Rummelfahrgeschäften und Fressbuden gab es auch ein riesiges Festzelt, in welchem geschätzt 3.000 Leute feierten. Die Lärmkulisse war gigantisch! Toll fanden wir, dass die meisten Besucher des Festes in Tracht kamen. Sah alles sehr fesch und zünftig aus. Und ich bin von einem Dekolleté ins nächste gefallen. Aber nur gucken, nicht anfassen. Mist!

    Nun waren wir gänzlich müde gespielt, so dass wir auf kurzem Wege ins Hotel gefahren sind…
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  • Kampenwand

    August 29, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 22 °C

    Als ein weiteres touristisches „Must have“ hatten wir heute die Kampenwand im Visier. Das Wetter war wieder weiß-blau wie es sich gehört, so dass dies eine gute Sicht auf den Chiemsee versprach. Nach kurzer Überlandfahrt erreichten wir die Talstation der Kabinenbahn in Aschau, um die knapp 1.000 Höhenmeter zur Sonnenalm zu überwinden. Die Kabinen hatten ein Fassungsvermögen von 4 Personen, so dass wir für uns allein fahren konnten.

    Schwiegermama hatte wieder mit Ihrer Höhenangst zu kämpfen, die schöne Aussicht hat auch dieses Mal entschädigt. Oben angekommen sind wir dann mit gutem Zureden an Schwiegervater zu einem Gipfelkreuz gewandert.

    Die letzten 200 m zur Spitze der Kampenwand selbst haben wir nicht erklommen, da wir es heute etwas gemütlicher angehen wollten. Nachdem wir das Gipfelkreuz erreicht hatten gab es erstmal zur Belohnung einen Gipfelschnaps! Wir fanden, dass Schwiegervater gekämpft hat.

    Der Ausblick auf die Landschaft um den Chiemsee war fantastisch. Da wir ja schon einige Punkte dort unten besucht hatten, hat es besonders viel Spaß gemacht die Landschaft aus dieser Perspektive zu betrachten. Nebenbei haben wir das Starten der Gleitschirmflieger beobachtet.

    Gritti konnte dabei die Hochzeitsgrüße an ihre beste Freundin Tanja versenden. Wir wünschen Tanja & Frank alles Gute und viel Liebe! 22 Jahre Probezeit sind ja ausreichend . Nach so viel Anstrengung war Zeit für eine Brotzeit auf der Sonnenalm. Wir hatten Glück und haben den letzten freien Tisch auf der Terrasse ergattert.

    Danach ging es mit der Seilbahn den Berg hinab. Eigentlich hätten wir noch das Schloss Aschau besuchen wollen, aber im Tal war die Hitze schon brütend, so dass wir die Kirche des Ortes vorgezogen haben. Da Schwiegervater auf der A8 direkt am Chiemsee entlang fahren wollte, haben wir ihm diesen Wunsch erfüllt. Also die Autobahn in Richtung Salzburg genommen und an der Abfahrt Übersee (ja, die heißt wirklich so) gewendet.

    Geplant war danach eine Stadtbesichtigung von Bad Aibling, schließlich war das unsere Homebase. Bad Aibling hat allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass wir von Schwiegervater zu einem Eisbecher eingeladen wurden.

    Da es noch früh am Abend war stand die Frage: was machen wir nun. Draußen sitzen, was essen und schöne Häuser anschauen wäre perfekt. Bei Bad Aibling fehlten die schönen Häuser. Also habe ich das kleine Städtchen Wasserburg am Inn vorgeschlagen. Habe sicherheitshalber noch einen Einheimischen befragt, ob sich das lohnt. Das wurde bejaht, so dass wir kurz danach im Auto saßen. In Wasserburg angekommen stand jetzt das Problem einen freien Tisch draußen zu bekommen. Nach einiger Sucherei haben wir ein Lokal gefunden und es uns dann schmecken lassen.

    Bei schönem Wetterleuchten in Richtung Alpen haben wir die Heimfahrt angetreten…
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  • Rasen in Italien 🇮🇹

    August 30, 2018 in Italy ⋅ 🌧 16 °C

    Heute trennten sich die Wege von den Schwiegereltern und uns. Das wurde mit dem einsetzenden Regen in der Nacht eindrucksvoll in Szene gesetzt. Das schöne Wetter war vorbei, also ist die gemeinsame Zeit auch vorbei.

    Nach dem Auschecken aus dem Hotel ging es auf der A8 nach München zum Hauptbahnhof. Dort wollten Schwiegereltern mit dem ICE nach Berlin starten, während wir uns auf dem Weg nach Rasen im Antholzer Tal in Italien machten.

    Auf dem Weg vom Bahnhof zum Auto kamen wir an C&A vorbei, im Schaufenster war Trachtenmode ausgestellt. Da Gritti schon immer ein Dirndl wollte, es aber sich nicht traute anzuziehen blieb es nun beim Kauf einer Dirdl-Bluse. Sieht angezogen fesch aus. Vielleicht sollte ich mir auch eine Lederhose zulegen…!?

    Nun rein ins Auto und die 275 km über Innsbruck und den Brenner bis zum Ziel fahren. Das Navi sagte knapp 4 Stunden voraus. Hört sich viel an, aber immerhin mussten wir an Garmisch – Partenkirchen über den Pass nach Österreich. Der Pass ist nicht ohne, Steigungen von 16 % waren angesagt. Bergab roch es irgendwann nach Gummi, ich dachte schon meine Bremsen waren der Verursacher, aber die Bremsen waren ja eigentlich neu. Ich schob es auf den Lkw vor mir, man muss manches wohl einfach ignorieren. Nur das Wetter war unterwegs mehr als bescheiden, so dass sich die Berge hinter Wolken versteckten.

    Vor dem Brenner mussten an der Mautstelle 9,50 € abgedrückt werden, obwohl wir kurz vorher ein „Pickerl“ für die Nutzung der Ösi-Autobahn erworben hatten.

    Kurz hinter dem Brenner nochmals 2,90 € Maut. Nun gut! Unterwegs hatten wir uns gewundert weshalb das Navi uns immer wieder von der Autobahn lotsen wollte. Irgendwann dämmerte es uns: beim letzten Urlaub hatten wir in den Einstellungen Maut-Straßen ausgeschlossen. Tja.

    Kurz nach 19 Uhr sind wir dann in Oberrasen angekommen. Unser Hotel trägt den lustigen Namen „Schmalzlhof“ und soll nun für die nächsten 9 Tage unsere neue Homebase sein.
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  • Dolomiten wo seit ihr?

    August 31, 2018 in Italy ⋅ 🌧 13 °C

    Kurz vor dem Urlaub hatten wir das Langzeitwetter gecheckt und uns gefreut, dass Sonne vorausgesagt war. Aber so ist das mit den Meteorolügen, kein Verlass! Heute wurde nämlich viel Regen angesagt. Nicht schön, aber wir waren schließlich zum wandern hier. Also haben eine kleine Runde (2,5 Stunden) zu einer Burgruine oberhalb von Rasen geplant. Kurz nach dem Einparken und dem Wechsel der Straßen- in Wanderschuhe fing es an zu regnen. Die Berge waren auch schon verhangen, aber ich war der Meinung, dass es bald wieder aufhören würde. Die erste Wegstrecke führte durch Fichtenwald, so dass wir noch nicht allzu nass geworden sind. Nach einer guten halben Stunde haben wir die Ruine erreicht, welche noch in einigermaßen gutem Zustand war. Mein persönliches Burgfräulein winkte mir zu…

    Auf dem dann folgenden freien Wanderweg außerhalb des Waldes haben wir die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Egal, wir hatten schon fiesere Wetterlagen. Kurz danach kam tatsächlich Sonne auf und wir konnten die Aussichten ins Antholzer Tal genießen und den teilweise unter uns tanzenden Wolken zuschauen. Vorbei an einer kleinen Kapelle ging es zurück zum Ausgangsort.

    Nun hatten wir ein „Hüngerchen“, so dass wir beschlossen irgendwo was Kleines zu essen. Allerdings hatten wir nicht bedacht, dass hier zur Mittagszeit kaum eine Küche in Betrieb ist. Somit mussten die Bananen aus dem Kofferraum vorerst reichen. Früh am Nachmittag wollten wir aber noch etwas unternehmen, so das wir uns entschlossen nach Sexten zu fahren, knapp 30 km. Sexten ist ja einer der Ausgangsorte für schöne Dolomitentouren. Unterwegs fing es wieder an zu regnen. Musste das denn sein!? Nun wollten wir als Ersatzbefriedigung einen Kaiserschmarren essen. Aber auch der war nicht zu bekommen, haben allerdings einen Tipp bekommen wo es den doch geben soll. Das führte allerdings dazu, dass wir sehr, sehr enge Straßen berghoch fahren mussten, die dann auch in den Wolken verschwanden. Gritti wurde immer ruhiger, um nicht zu sagen ängstlicher. Wir waren uns dann irgendwann auch nicht mehr sicher, ob der Weg noch richtig war. OK, fahren wir zurück, aber eine Stelle zum wenden war nicht in Sicht. Irgendwann dann doch und in dem Moment war die Wolke weg. Fast freie Sicht auf Sexten und die gegenüberliegenden spitzen Gipfel der Dolomiten. Beeindruckend! Da wollen noch drauf. Muss nur noch das Wetter besser werden.

    In Sexten zurück haben wir in einem kleinen Kaffee einen alten Apfelstrudel mit genauso altem Eis gegessen. Schön ist anders. Wegen des Wetters haben wir uns entschlossen in unserem Hotel in die Sauna zu gehen. War entspannend, allerdings wurde nach einer Stunde das Licht – wahrscheinlich vom Hotelwirt – ausgeschalten, so dass wir nur noch im Halbdunkel saßen. Strom sparen in allen Ehren, aber man kann es auch übertreiben… Naja, passte auch zum Wetter. Wehe, wenn es morgen regnet.
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  • Ein Regentag in Bruneck

    September 1, 2018 in Italy ⋅ 🌧 12 °C

    Leider haben meine Abendgebete nicht geholfen und der Tag begann wie er geendet hat – mit ergiebigem Regen. Selbst die nahen Berge waren in den Wolken verschwunden, so dass wir beschlossen einen Stadttag mit Museum und Shopping (Frustkauf) in Bruneck zu verbringen.

    Der Tag begann aber schon gegen 5 Uhr in der Früh, eine Art Kanonendonner holte uns aus dem Schlaf. Was war denn das, Gritti und ich machten im Dunkel große Augen?! Eine Erklärung war nicht zu bekommen, also das Ohr wieder an die Matratze gelegt, um kurze Zeit später wieder vom Donner erschreckt zu werden. Das ging dann insgesamt 6 mal so. Die Erklärung erhielten wir dann am Frühstückstisch von der Hotelwirtin. Es handelt sich um eine Tradition, wenn eine Hochzeit angekündigt wird. Es werden Ballons mit Gas aufgeblasen und dann zum knallen gebracht. Das ganze Dorf soll wissen, wenn sich 2 Liebende ins Unglück, äh Glück stürzen.😉

    Von der Wirtin haben wir einige Tipps bekommen, was man sich in Bruneck anschauen kann bzw. sollte. Bei wieder strömenden Regen 🌧 haben wir das Parkhaus in der Altstadt angefahren. Zuerst haben wir uns die Fußgängerzone mit den Geschäften und historischen Häusern angeschaut. Allerdings war nach oben schauen keine Option, es regnete ja!
    Am Horizont war aber schon die Sonne zu sehen, so dass wir vorläufig die Geschäfte besucht haben. Preislich liegt alles auf deutschem Niveau. Nachdem der Regen nachgelassen hatte und die Sonne sich zeigte wurde es in den Klamotten deutlich zu warm. Statt langem Pullover jetzt ein T-Shirt! Auf dem Weg durch die Altstadt kamen wir zur Pfarrkirche , die wir auch besichtigten. Tolle Farben im Kirchenschiff! Kurz vorher war wohl eine Beerdigung und der Sarg stand noch vor dem Altar. Jeder Fremde konnte dem Verstorbenen seine Ehre erweisen, was auch von uns beobachtet wurde. Fremde Länder – fremde Sitten.

    Hinter der Kirche lag ein wunderschöner Friedhof. Jedes Grab war perfekt gepflegt und bepflanzt. Teilweise gab es auch Gruften, in die man durch ein im Boden eingelassenes schmiedeeisernes Gitter hineinschauen konnte. War irgendwie gruselig. Aber zurück zu den Lebenden und hinauf zur Burg Bruneck, vorher vorbei an einer weiteren Kirche, der Rainkirche. Es schlug gerade 12 Uhr und alle Kirchen der Stadt fingen an zu läuten. Irgendwie ergreifend! In der erwähnten Kirche liefen auch Vorbereitungen für eine Hochzeit in Form eine Probe eines Chores. Mit der tollen Akustik in der Kirche hatten wir somit ein kleines Privatkonzert.

    Weiter zur Burg, von Weitem schon schön anzuschauen. Die Burg gehört Reinhold Messmer und ist in einem sehr guten Zustand. Sie wird genutzt, um verschiedenen Bergvölkern ein Forum zum Erfahrungsaustausch auch mit der örtlichen Bevölkerung zu bieten. Ausgestellt waren verschiedene Gegenstände aus den verschiedensten Bergregionen in denen Messmer unterwegs war. War eine gut gemachte Ausstellung, allerdings ging dadurch die Burg an sich etwas unter. Gerne hätten wir uns mehr Info‘s zur Geschichte der Burg gewünscht. Vom Burgturm hatte man aber einen schönen Blick über die Stadt und in die angrenzenden Täler. Just in dem Moment fing es – wie soll es anders sein – an zu regnen. Hat uns fast gar nicht mehr gestört. Unten angekommen wollten wir im Burg-Café etwas essen, aber in Italien wird eisern Ruhe eingelegt. Geschäftstüchtig sind sie nicht. Na gut, in der Altstadt würden wir doch hoffentlich was finden.

    Aber vorher ging es noch über eine kleine Hängebrücke zu einem Soldatenfriedhof. Wenn man ihn selbst nicht gesehen hat, dann kann man ihn kaum beschreiben, welche Stimmung er erzeugte. Hier liegen Soldaten aus dem 1. und 2. Weltkrieg, sowohl Deutsche, Italiener, Österreicher und so weiter. Die Gräber werden von einer Gruppe von Frauen aus Bruneck gepflegt, die sich dem Erhalt des Friedhofs verpflichtet fühlen. Da an den Gräbern neben den Namen und Alter teilweise auch die Orte wo sie gefallen sind und Fotos angebracht waren konnte man sehen, dass es alles junge Leute waren, die hier liegen. Da war ich wieder froh, dass ich bisher in keinem Krieg ziehen musste.

    Nach kurzem Weg zurück in die Altstadt haben wir es uns in einem Café gemütlich gemacht. Da die Mittagspause in Italien zu Ende war haben wir uns ein Stück Kuchen (jeder) einverleibt. Der Zuckerspiegel war wieder normal und lies den schon wieder einsetzenden Regen an uns abperlen.

    Zurück zum Hotel und die morgige Wandertour planen, schließlich soll das Wetter ab morgen besser werden.
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  • Der erste Gipfel

    September 2, 2018 in Italy ⋅ 🌧 14 °C

    Wir hatten nun heute vor unsere erste größere Wanderrunde auf einen Gipfel durchzuführen. Das Wetter war zumindest für heute als annehmbar angekündigt. Aber oh weh, der Blick aus dem Fenster versprach nichts Gutes. Wieder alles grau und verregnet. Trotzdem, heute wird gewandert!!! Ab 10 Uhr sollte das Wetter auch besser werden, wenn man WetterOnline glauben schenken wollte. Nach dem Frühstück ab ins Auto und nach Innichen gefahren, knapp 25 km von Oberrasen entfernt. Unsere Tour sollte uns auf den 2.130 m hohen „Gantraste“ führen. Ein Gipfelkreuz mit einer super Aussicht lockte zu dieser Tour. Die ersten 500 m Höhenmeter haben wir mit einem Sessellift erklommen.

    Danach führte uns der Weg durch einsame Fichtenwälder, die von tief hängenden Wolken durchzogen wurden. Und unterwegs regnete es hin und wieder. Vor mich hinfluchend über das gräßliche Wetter und darauf hoffend bald über der Wolke zu sein und somit die Sonne wieder zu sehen stapfte ich Gritti hinterher. Sie hat mich immer wieder aufgebaut, dass der Regen doch nicht so schlimm sei. Ich wollte ja daran glauben.

    Kurz hinter der geschlossenen Bergalm „Maierkaser“ bogen wir auf einen steilen Anstieg ab ohne auch nur den Gipfel zu erahnen. Nach fast 2 Stunden hatten wir dann den Gipfel erreicht, ein paar Höhenmeter davor mussten wir noch ein paar Schafe vertreiben. Die blöden Viecher sch…. doch immer wieder auf den Weg. Am Gipfel angekommen standen wir wieder in einer Wolke und somit war von der Landschaft nichts zu sehen. Och Mensch! Wenigstens wollten wir uns ins Gipfelbuch eintragen.

    Nachfolgende Wanderer werden uns noch bedauern, dass wir an solch einem Tage überhaupt die Idee hatten hier hoch zu steigen. Nach ein paar Fotos vor dem Gipfelkreuz gaben die Wolken ein wenig die Sicht auf das „Haunoldt“-Massiv frei. Was für ein Anblick! Einschüchternd wirkten die Gipfel wegen der unmittelbaren Nähe auf uns. Mit den durch Wolkenfetzen verdeckten Zinnen wirkten sie noch bedrohlicher. Auf dem 2.966 m hohen Gipfel stand ebenfalls ein Kreuz, nur wusste ich, dass der Berg mit meiner Ausrüstung nicht zu erreichen war. Musste ja auch nicht, obwohl der Reiz da war.

    Der Blick in die andere Richtung führte ins Tal woher wir gekommen waren, das Pustertal. Auch ein schöner Blick. Unter uns tat sich auch ein Regenbogen auf. Wann hat man schon mal einen Regenbogen 🌈 unter sich, meist doch nur über einem?! Dafür hat sich der Aufstieg doch gelohnt.

    Nachdem ich mich kaum vom Anblick des Gebirgsmassivs trennen konnte, sind wir ein paar Meter tiefer gestiegen, um eine windgeschützte Ecke fürs Picknick zu finden. Außerdem war der „Gipfelschnaps“ fällig. Dreißig Minuten später waren wir dann auf dem Rückweg. Vorbei an einem großen Murgang sind wir talwärts gewandert.

    Die letzten 30 Minuten wurden ganz schön lang. Immerhin hatte ich 19.500 Schritte erlaufen, bei Gritti waren es einige Tausend mehr. Woran das wohl liegt…?🤔 Vorbei an der Jora-Alm ging es zum Parkplatz zurück. Wir waren dann doch etwas fußlahm und wollten nur noch in die Sauna, um die Knochen zu erwärmen und unsere Wunden zu lecken. Morgen wird auf Sparflamme gewandert….
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  • Von Italien 🇮🇹 nach Österreich 🇦🇹

    September 3, 2018 in Italy ⋅ 🌧 12 °C

    Heute hatten wir nur eine kleine Runde geplant, um unsere Knochen zu schonen und Kräfte für die ganz große Tour zu sammeln. Deshalb wollten wir im Antholzer Tal bis zum Staller-Sattel-Pass fahren mit Grenzübergang nach Österreich.

    Morgens aus dem Fenster geschaut und als erstes einen Schornsteinfeger auf dem Nachbardach gesehen. Wenn das kein Glück bringt! 🍀

    Die Wolken aber an sich waren noch tief, allerdings waren wir der festen Meinung, dass es heute gutes Wetter wird. Also mit dem Auto taleinwärts bis zum Antholzer See gefahren. Dort wollten wir den See in ca. 75 Minuten umwandern. Das hatten heute aber noch viele andere vor. Aber egal, es verteilte sich dann doch wunderbar in der Landschaft. Durch einen Hinweis haben wir nicht den kostenpflichtigen Parkplatz am Biathlon – Zentrum genommen, sondern sind etwas weiter gefahren, um den freien Parkplatz eines Hotels zu nutzen, was auch noch direkt am See lag. Gemütlich haben wir dann den See umrundet und die schroffen Felswände am Rande des Sees bestaunt. Der See selber war mal grün und mal blau, je nachdem wie das Licht stand. Das Wasser war sehr klar und kalt. Nach einigen Fotostopps erreichten wir dann den Ausgangsort am Hotel „Seeblick“.

    Unterwegs hatte Gritti noch ein interessantes Gespräch mit einem Herrn, der am See schon länger saß...

    Danach ging es mit dem Auto vielen Haarnadel-Kurven folgend den Pass hinauf. Wir wussten, dass die Ampel, die die Zufahrt zum Pass regelte nur von Halb bis 45 auf grün stand. Danach musste man 45 Minuten auf die nächste Grün – Phase warten. Wollte man von oben nach unten fahren, dann durfte man nur von „um bis 15“ fahren. Wir waren zur richtigen Zeit an der Ampel und konnten den Pass hinauf fahren. Ich bin froh, dass Gritti kurvenfest ist, ich als Beifahrer hätte mir schon beizeiten das Frühstück nochmal durch den Kopf gehen lassen. 🤮 Oben angekommen wurde die Aussicht genossen. Immerhin waren wir in 2.052 m Höhe. Der Pass war gleichzeitig auch der Grenzübergang nach Österreich. Es waren auffallend viele mittelalte Männer mit Motorrädern und ebenso alte Männer in Ihren Porsche 911 oder Mercedes Cabrio unterwegs.

    Weiter sind wir in Richtung Obersee gelaufen und haben dort im Alpengasthaus etwas kleines zu Mittag gegessen. Das wollten wir uns dann aber gleich wieder ablaufen, also auf zur Staller-Alm, entlang am Obersee, einem Überbleibsel eines Gletschers. Vorbei an einem Gedenkkreuz für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkriegs haben wir die Staller-Alm in knapp 30 Minuten erreicht.

    Der Weg führte über eine Kuhweide (die lassen ihre Fladen überall fallen). Hier konnten wir beobachten wie eine (blöde) Kuh mit Inbrunst eine Autoscheibe ableckte. Keine Ahnung was ihr da geschmeckt hat.

    An der Alm-Hütte wollten wir etwas Süsses essen, bekamen statt Kaiserschmarrn eine anderes Tiroler Nationalgericht: Strauber! Lecker, zusammen mit Preiselbeermarmelade eine Sünde.

    Nun ging es wieder zurück Richtung Pass. Da noch Zeit war (es war noch nicht um und somit die Ampel noch nicht auf grün, um die Passstraße hinab zu fahren), haben wir uns entschlossen ein Stück weiter nach Österreich rein zu fahren. Und zwar zu dem hübschen kleinen Ort mit dem merkwürdigen Namen „Rinderschinken“. Irgendwann muss ich mal recherchieren woher dieser Ortsname kommt. Vorher fuhren wir noch durch “ Maria Hilf“. Bevor es die Straße zum Pass wieder hinauf ging haben wir noch einen schönen Wasserfall entdeckt.

    An der Pass-Ampel waren wir rechtzeitig, so dass wir nicht warten mussten. Zurück durch die Haarnadel-Kurven erreichten wir wieder das Antholzer Tal.
    Das Wetter war heute gnädig mit uns. Hat der Schornsteinfeger von heute morgen tatsächlich Glück gebracht!
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  • Aufstieg zum Seekofel 2.810 m – 1. Tag

    September 4, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 12 °C

    Der Tag war gekommen für unsere große Wandertour durch die Dolomiten. Wir hatten vo den Seekofel zu besteigen und dafür 2 Tage eingeplant. Eigentlich wollten wir in der Seekofelhütte auf 2.327 m übernachten, allerdings waren hier schon alle Betten ausgebucht. Also umgeplant und die Sennes-Hütte angerufen. Wir hatten Glück und haben dort noch 2 Betten buchen können. Diesmal sogar komfortable Zimmer, kein Mehrbettzimmer, wie wir es sonst von solchen Touren gewöhnt waren, sondern ein 2-Bettzimmer mit eigenem WC und sogar Dusche. 😮

    Gestartet sind wir am Pragser Wildsee, haben unser Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abgestellt, in der Hoffnung das es morgen noch da ist. Der Pragser Wildsee ist einer der touristischen Hotspots in den Dolomiten. Jede Menge Italiener haben dort einen Tagesausflug verbracht. Man konnte den See sogar mit Ruderbooten befahren. Das war uns für einen Gebirgssee neu.

    Wir haben den See am westlichen Ufer passiert und sind zügig zur Grünwaldalm aufgestiegen. Dort haben wir die letzten Tagesausflügler hinter uns gelassen, denn ab jetzt waren wir völlig allein.

    Durch ein Tal mit Gebirgsbach sind wir dann in knapp 2,5 Stunden zur Seitenbachscharte in 2.331 m aufgestiegen. Die letzten 300 Höhenmeter waren schon sehr anstrengend, da der Weg steil und ungesichert war. Nach einem kurzen Picknick-Stopp haben wir dann die letzten 300 m hinter bzw. unter uns gelassen. Nach insgesamt fast 1.000 erklommenen Höhenmetern haben wir die Seitenbachscharte erreicht. Was für ein grandioser Ausblick, schon dafür haben sich die Mühen gelohnt.

    Unterwegs denkt man ja ab und zu warum man sich das überhaupt antut, aber die Aussichten auf die Bergwelt sind Belohnung genug. Gesund soll es auch noch sein, wenn man wandert, sagt man. An der Seitenbachscharte haben wir einen Stopp eingelegt, ich wollte ja unbedingt mal mein Spielzeug, eine Drohne, ausprobieren. Sie hat Gott sei Dank das gemacht was ich wollte und ist nicht ins Tal gestürzt. Davor hatte ich ja ein wenig Muffensausen. Drohne nach kurzem Flug eingepackt und weiter zur Sennes-Hütte marschiert. Unterwegs haben wir dann noch Murmeltiere beobachtet, oder sie uns, so genau war das nicht auszumachen. Und, was für Gritti ein ganz großes Erfolgserlebnis war: sie hat ihr erstes wild wachsendes Edelweiß entdeckt. Juhu!! Sie hat gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Auf allen vorherigen Alpenwanderungen hatten wir es bisher nicht ausmachen können.

    Kurze Zeit später haben wir dann eine ganze Wiese mit Edelweiß ausmachen können. Kurz vor der Sennes-Hütte musste mal wieder eine Kuhweide überquert werden, die Viecher sind ja überall – bis zum Alm-Abtrieb. Eine der Kühe fand es wohl gar nicht lustig, dass wir über ihre Wiese gelaufen sind und hat auf Gritti mal kurz Anlauf genommen. Wahnsinn, wie schnell Gritti den Hügel hinauf ist. Lag es an der roten Jacke? Irgendwo hatte ich aber mal gelesen, dass Rindviecher farbenblind sind. Die Sennes-Hütte (2.126 m) haben wir dann nach einer gemütlichen Wanderung von 1,5 Stunden erreicht.

    Schließlich hatten wir zu tun die Aussichten zu genießen. Dort angekommen haben wir unser Zimmer bezogen und uns erstmal einen Kaffee bzw. Tee mit Tiramisu und Zirbel-Eis gegönnt. Vorher haben wir unsere Wanderschuhe verstaut, in dem Raum hat es sicherlich nach Graukäse gerochen.

    Auf der Außenterrasse sitzend haben wir dabei wieder die Bergwelt bestaunt.
    Da noch Zeit war, haben wir gedacht, dass wir noch „schnell“ den benachbarten Picio-Col de Laste (2.297 m) besteigen und das Gipfelkreuz besuchen.

    Dort wollte ich dann auch noch mal meine Drohne aufsteigen lassen. Letztendlich habe ich es aber verworfen, da der Wind dort oben kräftig gepfiffen hat. Da hatte ich um mein Spielzeug Angst. Aber von diesem Berg hatten wir eine 360-Grad Aussicht auf die umgebenden Gipfel. Teilweise waren diese mit Schnee bedeckt. Der Abstieg ging flott voran, es lockte ja das Abendessen in der Hütte. Die Stube war ordentlich gefüllt mit Leuten aus den verschiedensten Ländern. Neben Italienern waren Deutsche, Spanier, Amerikaner und Polen vertreten. Das Essen war lecker, aber man weiß, dass es hier oben auch stolze Preise hat. Nachfrage regelt eben den Preis! Beim Blick aus dem Fenster haben wir auch noch schönstes Alpenglühen präsentiert bekommen. Was für ein perfekter Tag!

    Gegen 21 Uhr lagen wir dann in den Betten, ich habe mir zur Sicherheit Ohrstöpsel in die Ohren gesteckt, um das Geschnarche aus den Nachbarzimmern nicht zu hören…
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  • Aufstieg zum Seekofel – 2.Tag

    September 5, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 10 °C

    Nach einer doch ruhigen Nacht haben wir uns zusammen mit unseren Tischnachbarn aus Bayern das Frühstück schmecken lassen. In der Nacht selber habe ich versucht auf Grittis Bitte hin den super klaren Sternhimmel zu fotografieren. Mit den kleinen Kompakt-Kameras geht das aber nicht so gut, so dass ich hier kein Foto einstellen kann. Aber den Sternen ist man im Gebirge nicht nur von der Entfernung her sowieso näher. Kurz nach halb neun sind wir dann losgetrabt, um den Seekofel zu erreichen. Das Wetter war perfekt, klare Luft bei 15 Grad und strahlend blauer Himmel. Die Berge haben sich mit dem Morgenlicht wieder richtig gut inszeniert.

    Erster Zwischenstopp war die Seekofel-Hütte, die gestern keinen Platz für uns hatte. Dort waren alle Bergwanderer schon ausgeflogen. Man muss wissen, dass in den meisten Hütten das Frühstück schon um 6 Uhr eingenommen wird und das Bett bis 8 Uhr geräumt sein muss. Na ja, auf der Hütte schläft man bekanntlich nicht, man nächtigt.

    Nun standen wir am Fuße des Seekofels und haben den Aufstieg in Angriff genommen. Insgesamt mussten ca. 500 Höhenmeter überwunden werden. Nur der Weg auf den Gipfel war nicht ohne. Das Bild zeigt schon mal den Wegverlauf. Wir wussten, dass der erste Teil des Weges der schwierigste sein soll. Noch waren wir frisch und fit, aber trotzdem hat er eine ganze Menge abverlangt. Immerhin sind wir auch nicht mehr die Jüngsten. 😩Nach der Hälfte der Wegstrecke kamen am Horizont immer mehr Gipfel zum Vorschein. Auch die Drei Zinnen, eines der Wahrzeichen der Dolomiten, haben wir gesehen. Die wollen wir uns auch noch näher anschauen.

    Der Weg nach oben wurde steiler und einige Passagen sind mit einer Eisenkette versehen worden, um sich nach oben zu ziehen. Wenn meine Schwiegermama das wüsste, dann würde es kein Tiramisu mehr zu Weihnachten geben. Aber Gritti wollte da ja selber rauf! Nach insgesamt einer Stunde und vierzig Minuten haben wir den Gipfel erreicht. Es war wahnsinnig anstrengend, aber es hat sich wieder gelohnt. Richtung Norden fiel die Felswand 400 m senkrecht ab und wir hatten einen herrlichen Blick auf den Pragser Wildsee, von wo aus wir gestern gestartet sind. Aber auch in alle anderen Richtungen hatte man fantastische Fernsichten. Am schönsten sahen die schneebedeckten Gipfel aus.

    Nach einigen Gipfelfotos und dem Eintrag ins Gipfelbuch haben wir wieder den Rückweg angetreten. Dies ging recht schnell, nach 45 Minuten waren wir wieder am Fuße des Seekofels. Nun musste nur noch der Rückweg, aber nicht auf der Aufstiegsstrecke, bewältigt werden. Da wussten wir noch nicht, dass das eine sehr lange Strecke werden und unseren armen Füßen viel abverlangen würde. Nach einigen wieder steilen Teilstrecken ging es quer über einen Murgang, welche im letzten Jahr vom Berg abging und die Wanderwege hat abrutschen lassen. Ohne Wanderstöcke wäre der Weg noch mühsamer geworden. Ich möchte die Dinger nicht mehr missen. Die Wanderwege wurden gerade wieder gerichtet. Hubschrauber haben das Baumaterial in die Berge gebracht. Der Weg bis zum Pragser Wildsee dauerte mit kurzer Picknick-Pause (zünftig mit Gipfelschnaps – Scotch Whisky) fast 2,5 Stunden, aber die Füße taten dann doch schon ordentlich weh. Aber ein „Indianer“ kennt keinen Schmerz. Außerdem hatten wir ja keine andere Wahl.

    Am Pragser Wildsee angekommen tauchten wir in die Menschenmassen unter. Wie am Vortage waren wieder jede Menge Tagesausflügler um den See unterwegs. Nachdem wir unsere Trinkflaschen in einem Gebirgsbach aufgefüllt hatten ging es die letzten beiden Kilometer am östlichen Rand des Sees in Richtung Parkplatz. Aber ein Eis geht immer. Die Kugel Eis kostete stolze 2 Euro, aber das musste sein. Es hat auch geschmeckt!

    Nun wollten wir nur noch zum Auto und die Füße entlasten. Außerdem lockte die Sauna im Hotel. Insgesamt waren wir fast 8 Stunden unterwegs.

    Die Tour war ein Erlebnis, wir waren trotz der Schmerzen in den Füßen und Rücken mit Glückshormonen geflutet. Und wir freuen uns schon auf den nächsten Tripp. Berge gibt es ja in den Alpen genug.
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  • Ein 3-Tausender

    September 6, 2018 in Italy ⋅ 🌧 8 °C

    Wegen der müden Knochen von der Wanderung der letzten beiden Tage wollten und mussten wir einen ruhigen Tag einlegen. Das Wetter versprach – welch Überraschung – auch nicht besonders zu werden. Allerdings schenke ich den Vorhersagen von WetterOnline nicht mehr viel Glauben. Ab und an sollten die Jungs mal aus dem Fenster schauen und nicht den eigenen Computermodellen vertrauen. So, das musste sein!

    Trotzdem wollten wir uns einen schönen Tag machen und die Landschaft genießen. Einer der größeren Berge vor der Hotel-Haustür ist der Kronplatz (2.280 m). Dieser Berg diente auch als Referenz fürs Wetter. War er aus dem Fenster zu sehen, dann ging der Daumen schon mal nach oben. Also los! Nach kurzer Fahrt zum kleinen Örtchen Gassl haben wir uns in die Seilbahn gesetzt und sind auf den Gipfel gefahren. Die Fahrt war relativ lang, somit hatten wir dann viel Zeit zum schauen. Die Seilbahn führte an einigen schönen Hotels vorbei, bei denen wir gern mal nächtigen würden.

    Oben angekommen präsentierte sich das Gipfelplateau als sehr intensiv genutzte Touristenattraktion. Jetzt im Sommer wurde viel renoviert und neu gebaut, um dann für den Ski-Betrieb gerüstet zu sein. Von 3 Seiten führten mehrere Seilbahnen zum Gipfel. Wir schauten uns das alles mal an, es waren wegen des Wetters auch nur wenige Touristen vor Ort. Ab und zu verhüllte eine Wolke den Gipfel, aber insgesamt konnten wir schön in Täler schauen. Toll fanden wir eine Installation bei der ein 360 Grad Panorama der Berge als Modell aufgebaut war. So könnte man immer den echten Berg mit dem Modell vergleichen. Über diesem Panorama hing eine 18 Tonnen schwere Glocke, welche um 12 Uhr angeworfen wurde. Allein die Geräusche um diesen Koloss ins schwingen zu bringen, waren furchteinflößend. Der Klang der Glocke war aber noch schwerer und irgendwie martialisch. Man hatte ein Gefühl mit einer Mischung von Faszination und Angst.

    Nachdem wir die Runde um den Gipfel rum waren, haben wir den Rückweg angetreten. Da wir aber täglich mindestens 10.000 Schritte laufen wollten, haben wir uns entschieden, mit der Seilbahn nicht komplett bis zur Talstation zu fahren, sondern bis zur Mittelstation zu laufen und dann von dort zum Tal zu fahren. Vorbei an präparierten Rennpisten für BMX-Fahrräder sind wir gemütlich – immer die verstreuten Kuhfladen umrundend – nach unten gelaufen.

    Nun wollten wir zur einzigen italienischen Whisky-Destille (www.puni.com) fahren, haben uns aber doch wegen der langen Anfahrtsstrecke dagegen entschieden. Also musste Plan B her. Gritti hatte schon mal was vorbereitet. Da ich in diesem Urlaub unbedingt noch einen 3-Tausender besteigen wollte, machte sie den Vorschlag nach Cortina d´Ampezzo zu fahren, um dann von dort mit der Seilbahn auf den Tofane di Mezzo (3.244 m) zu fahren. Mit 2 Zwischenstationen haben wir mehr als 2.000 m überwunden.

    Ein bißchen hat man das auch in der Höhe gemerkt, die Knie waren „weicher“. Aufwärts ging es zusammen mit nur 2 Asiaten, so dass wir nach allen Seiten eine gute Sicht auf die Berge hatten. Man hat uns zwar nicht viel Hoffnung gemacht, dass wir wegen der Wolken viel sehen werden, aber wir hatten Glück. Ab und zu gaben die Wolken die Sicht auf die Dolomiten frei. Einfach fantastisch! Etwas kribbelig war für mich die Fahrt durch die Wolken und das Rauskommen, wenn man den Felsen unmittelbar an sich vorbeigleiten sah. Oben angekommen mussten dann nur noch ein paar Treppenstufen bis zur Aussichtsterrasse erklommen werden, der Gipfel selbst war leider wegen Absturzgefahr gesperrt. Na gut, es fehlten ja nur noch 10 m. Es hatte in den vergangenen Tagen geschneit, deshalb waren die Wege vereist und gefährlich. Nach oben hatten sich nur einige Touristen verirrt, so dass man entspannt die Aussicht genießen konnte.

    Auch wenn ich mich wiederhole, aber das Panorama war herrlich. Mit der letzten Seilbahn sind wir dann wieder ins Tal gefahren. Ich hatte somit meinen 3-Tausender erreicht. Toll! Erwandert wäre noch besser gewesen, aber das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Bis auf 3.718 m sind Gritti und ich ja schon gewandert. Mein Traum ist nun noch ein 4-Tausender! Hallo Schweiz 🇨🇭, wir kommen.

    Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Stopp am Misurinasee gemacht, von diesem soll man einen guten Blick auf die Drei Zinnen haben. Aber die Wolken wurden immer dunkler und es fing mal wieder an zu regnen. Also haben wir uns somit auf direktem Wege ins Hotel begeben und uns das Wetter schön getrunken. 🍺🍹🤪
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  • Trient (Trento)

    September 7, 2018 in Italy ⋅ 🌧 22 °C

    Da wir gestern schon wussten, dass der heutige der wettertechnisch schlechteste Tag werden sollte, haben wir uns entschieden dahin zu fahren, wo schönes Wetter ist. Bozen (Bolzano) kannten wir schon, deshalb hatten wir uns für Trient (Trento) entschieden. Auch wenn es fast 2 Stunden Autofahrt waren, so waren wir der Meinung, dass es sich lohnen würde. Unsere Hotelwirtin war noch nie in Trient, somit konnte sie uns keine Tipps geben. Also sind wir auf blauen Dunst gefahren. Immer Richtung Süden auf der Brenner-Autobahn (vorher Ticket an der Mautstation gezogen) haben wir Trient im leichten Regen erreicht. Eigentlich sollte hier die Sonne scheinen! Bäh!

    Einen günstigen Parkplatz haben wir schnell erreicht. Für 5,20 € konnte ich 6 Stunden parken, und das im Stadtzentrum. In Berlin wäre mehr als das dreifache fällig! Vom Parkplatz durch eine Unterführung waren wir gleich in der Altstadt. Das erste was vor uns stand war die St. Maria Maggiore-Kirche.

    Kurz reingeschaut, aber bald wieder raus, da sie innen so dunkel war, dass man denken könnte, man wäre in der Hölle. Boah, da würde ich als Pfarrer Depressionen bekommen. Gleich um die Ecke und nur 100 m entfernt war der Markplatz (Piazza Duomo). So stelle ich mir Italien vor!

    Ein schöner Marktplatz mit ehrwürdigen Dom, welchen wir uns leider noch nicht von innen anschauen konnten, da in Italien auch der liebe Gott seine Mittagsruhe einhält. War nicht schlimm, wir sind durch die Altstadt geschlendert und haben uns die prächtigen Häuser angeschaut. An einigen waren auch Tafeln angebracht auf den man etwas über die Geschichte erfahren konnte. Und das sogar in deutsch! Immerhin gehörte Trient mal zum deutschen Herrschaftsgebiet. An der Touristen-Info haben wir uns einen Stadtplan geben lassen und weiter durch die Altstadt in Richtung Castello del Bounconsiglio gelaufen.

    Vorher haben wir wie die Italiener Mittag gemacht und sind in eine Pizzeria eingekehrt. Mal eine richtige Pizza in Italien essen. Sie war lecker, aber unser Stamm-Italiener in Berlin (Il Fratelli) macht die Pizza genauso gut. Kurz danach waren wir im Castello, einem ehemaligen Bischhofssitz, angekommen. Für 20 € Eintritt haben wir uns das Castello angeschaut. Leider hat die Zeit nicht gereicht, um uns alles genau anzuschauen. Allerdings haben es uns die Deckenmalereien und Freskenbilder angetan. Nach einer Audioguide-Tour zu den Freskenbildern standen wir im Burggarten. Es war warm, 24 Grad, und die Sonne schien. Geht doch! Zurück zur Altstadt haben wir einen anderen Weg genommen, wieder durch hübsche Straßen und enge Gäßchen.

    Vorbei an einer Einkaufsmeile sind wir wieder am Dom an der Piazza Duomo und dem Neptunbrunnen angekommen. Man merkte, dass jetzt – so gegen 17 Uhr – das Straßenleben in Italien begann. Die Cafés wären gefüllt und mehr Menschen auf der Straße. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, dann wären wir länger geblieben und hätten das Treiben aus einem Café aus beobachtet. Aber wir wollten uns noch den Dom anschauen.

    Prächtig ausgestattet war er, da merkt man, dass die katholische Kirche Geld hat. Vorbei an kleinen, aber liebevoll eingerichteten, Geschäften ging es zurück zum Parkplatz. Ich hatte ja schon Angst, dass ich einen Strafzettel am Auto habe, da ich die Parkzeit schon um 40 Minuten überschritten hatte, aber wir hatten Glück. Wahrscheinlich sitzt das Ordnungsamt auch schon im Café.

    Auf dem Rückweg bin ich dann mal falsch abgebogen und sind einer Seitenstraße der Brennerautobahn Richtung Bozen (Bolzano) gefolgt. An einem der Weinberge, die rechts der Straße waren, haben wir einen Stopp gemacht, um die dicken Trauben zu kosten. Aber lieber Finger weg, die sind eingewachst. Aber schön sahen sie aus.

    Irgendwann haben wir dann die Auffahrt zur Autobahn erreicht. Starker Rückreiseverkehr der süddeutschen Bundesländer hat für hohes Verkehrsaufkommen gesorgt und tatsächlich standen wir kurzzeitig auch im Stau. Dafür konnten wir die vielen Burgen rechts und links der Autobahn anschauen.Mit den über 2.000 m hohen Bergen war das schon ein tolles Bild.
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  • Drei Zinnen (Tre Cime), 2.999 m

    September 8, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 12 °C

    Heute war der Tag an welchem 10 Sonnenstunden und KEIN Regen vorhergesagt wurde. Leider war das aber auch unser letzter Tag in den Dolomiten. Das bekannteste Massiv der Dolomiten waren die Drei Zinnen (Tre Cime) und genau dieses wollten wir besuchen.

    Die Drei Zinnen waren auch der Auslöser für unsere Reise in die Dolomiten. Ich hatte mir schon lange gewünscht sie mir anzuschauen, live und in Farbe. Mir war bewusst, das ein Besteigen mit meinen Kenntnissen der Berge nicht möglich war, aber das war egal. Ich wollte sie selbst sehen. Da wir von einem Hotelgast den Tipp bekamen möglichst früh dort zu sein, haben wir beizeiten gefrühstückt und sind somit schon gegen 9:30 Uhr am Misurina-See gewesen. Dort war auch die Mautstation, um mit dem Auto zum Ausgangspunkt unserer Wanderung – der Auronzo-Hütte auf 2.320 m – zu fahren.

    Die Serpentinen waren eng und steil, so dass ich teilweise nur im 1. Gang fahren konnte. Mein Diesel hat ordentlich klettern müssen. Vorher mussten aber an der Mautstation noch 30 € abgedrückt werden. Zum Glück mussten wir nicht lange warten, so dass wir bald an der Auronzo-Hütte waren. Dort wurden wir von einem Parkplatzeinweiser eingewunken. Gritti fragte immer wieder, ob die Handbremse fest ist, da der Vorderwagen unseres Autos schon über dem Abhang hing. 30 cm mehr nach vorn und es wäre schneller talwärts gegangen als uns lieb ist.

    Nach dem Einparken wurde uns bewusst, dass die Drei Zinnen von vielen Tagestouristen besucht werden. Meist wird aber nur die leichte Route entgegen des Uhrzeigersinns zur nächsten Alm-Hütte genommen. Das war uns recht, da wir die Route mit dem Uhrzeigersinn genommen haben. Auf dieser Route waren nur wenige Wanderer unterwegs. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir die „Lange Alm“, die wir aber gleich wieder passiert haben. Jetzt hatten wir schon die ersten schönen Aussichten auf die Nordwand der Drei Zinnen.

    Weiter ging es durch ein Tal und dann wieder steil bergauf in Richtung der Drei-Zinnen-Hütte. Im Tal vor der Hütte hatten sich Wanderer mit dem Legen von Steinen auf der Almwiese ein kurzfristiges Denkmal gelegt.

    Herzchen mit Namen drin, u.s.w. Wir hatten dafür keine Zeit, denn wir wollten noch einen Gipfel besteigen, der gegenüber der Drei Zinnen lag und einen herrlichen 360-Grad-Ausblick bot.

    Ein kurzer Stopp an der Drei-Zinnen-Hütte und es ging aufwärts zum Sasso di Sesto, 2.539 m. Gegenüber des Gipfels baute sich der knapp 100 m höhere Toblinger Knoten auf.

    Dieser Gipfel war aber nur mit einem senkrechten Klettersteig zu erreichen. Dafür fehlte uns allerdings die Ausrüstung. Trotzdem wollte ich mir das mal anschauen. Dabei haben wir einen der vielen Höhlengänge aus dem 1. Weltkrieg entdeckt und angeschaut. Hier verlief die Frontlinie zwischen Italien und Österreich – Ungarn im ersten Weltkrieg. Dazu hat man eine Unmenge an Höhlen und Geschütz – Nestern in die Felsen getrieben. Gruselig! Arme Kerle, die hier bei Wind und Wetter ausharren mussten.

    Wir haben aber den anderen Gipfel (Sasso di Sesto) erreicht und eine ausgiebige Pause eingelegt. Um die Aussicht zu genießen und einen Gipfel-Schnaps zu trinken und ein Steinmännchen zu bauen.

    Außerdem haben wir uns kurz mit einem englischen Pärchen unterhalten. Ich bin immer neugierig woher die Leute kommen und frage dann einfach mal nach. So kommt man ins Gespräch.

    Nach der ausgiebigen Pause haben wir den oben erwähnten Klettersteig angeschaut und sind danach wieder bergab zur Drei-Zinnen-Hütte gelaufen. Da hier immer noch viele Tagestouristen waren und uns der Trubel zu viel war, sind wir gleich weiter an einem steilen Abhang zur Lavaredo-Hütte gelaufen. Dort haben wir uns ein Stück Kuchen und einen Kaffee bzw. Tee genehmigt. Unterwegs hatten wir dann noch eine deutsche Familie getroffen, die Ihre Drohne hat fliegen lassen. Leider hatte ich meine eigene Drohne im Auto liegen gelassen. Nach kurzem Fachsimpeln habe ich meine E-Mail-Adresse weitergegeben, damit ich an die Aufnahmen der Drohne komme. Ich hoffe es klappt! Denn was ich auf dem Monitor gesehen habe sah schon toll aus. Entlang an der Ost- und Südseite der Drei Zinnen sind wir zum Ausgangsort unserer Wanderung zurückgekehrt.

    Dabei konnten wir Bergsteiger an der Hauptzinne beobachten, die aber immer wieder im Gipfelbereich in den Wolken verschwanden. Am Auto angekommen haben wir beobachtet wie die Kühe auf der gegenüber liegenden Alm zum Alm-Abtrieb zusammen getrieben wurden. Das haben sie aber nur unter Protest über sich ergehen lassen, was sich im lauten Muhen und Brüllen erkennen ließ.

    Bei bestem Sonnenschein haben wir die Rückreise zum Hotel angetreten. Für uns war das heute ein sehr schöner Tag mit einer ausgiebigen Wanderung (23.000 Schritte) und herrlichen Aussichten auf die Berge. Die Alpen haben es uns angetan, schade das sie soweit von Berlin weg liegen.
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  • Tschüss Alpen!

    September 9, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 21 °C

    So schnell kann der Urlaub vorbei sein. Dabei hatte ich noch so viele Gipfel im Blick. Ich weiß nicht was mich daran reizt, aber die Berge üben eine Anziehung aus, die man nicht beschreiben kann. „Der Berg ruft“, kann man wirklich sagen. Gritti hat genau das gleiche Fieber gepackt. Am liebsten wandern wir auf Wegen die nicht überlaufen sind, wo wir gern allein sind. Manchmal erzählen wir nur sehr wenig auf den Wegen, jeder hängt seinen Gedanken nach, aber man versteht sich trotzdem ohne vieler Worte. Man genießt zusammen die Landschaft und kommt mal „runter“. Hier oben sind die Probleme, wie die Häuser im Tal, nur noch winzig. Hach, man möchte gar nicht loslassen.

    Aber nun gut, es muss ja wieder das Geld für diese Auszeiten verdient werden. Vorher hatten wir aber noch einen Zwischenstopp in Wegscheid (Bayrischer Wald) eingeplant. In einem Wellnesshotel wollten wir einfach nichts tun, bevor wir wieder ins Hamsterrad steigen. Das süße Nichtstun will gelernt sein. Wir üben daran.

    Auf dem Weg nach Wegscheid wollten wir nicht den üblichen Weg über die Brenner-Autobahn nehmen, sondern quer durch die 3 Länder fahren, alles nur auf Landstraße. Leider haben einige Umleitungen die Fahrstrecke zeitlich ordentlich verlängert, so dass wir ganz schön müde am Ziel ankamen. In Österreich haben wir den Tank nochmal voll gemacht, da Diesel hier im Gegensatz zu Deutschland und Italien preiswerter ist (🇩🇪 1,36 €, 🇮🇹 1,65 – 1,95 €, 🇦🇹 1,23 €). Unterwegs haben wir die Grenze zwischen Deutschland und Österreich mehrmals überqueren müssen. Manchmal haben wir nur noch an der unterschiedlichen Farbe der Verkehrsschilder erkannt, in welchem Land wir gerade waren. Das ist der Vorteil von Europa, man bewegt sich frei über die Grenzen. Das hätte ich mir vor 30 Jahren nicht träumen lassen. Hoffentlich bleibt es so!

    Damit schließe ich diesen Blog. Für Kommentare und Anregungen bin ich dankbar. Dieser Blog dient als Tagebuch und als Gruß an die Menschen zu Hause, die sich mit uns freuen, dass wir solche Reisen machen können. Bis bald dann in Mexiko 🇲🇽.
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    Trip end
    September 9, 2018