• Grit und Michael Pestel
  • Grit und Michael Pestel

Salzburger Land

A short but fine adventure by Grit und Michael Read more
  • Trip start
    December 27, 2021

    Salzburg statt Panamá

    December 27, 2021 in Austria ⋅ ⛅ 7 °C

    Schon seit einigen Jahren hegten wir den Gedanken mal nach Salzburg zu fahren, schon wegen der Burg, der Altstadt und um das Geburtshaus von Mozart zu besuchen. Nun sollte es klappen, obwohl Salzburg nur Plan B war, denn eigentlich wollten wir nach Panama reisen. Corona hatte aber alles durcheinander gebracht und somit mussten wir uns ein Reiseziel in Europa suchen. Auch nicht schlimm, da Salzburg ja auf unserer Liste stand.
    Nachdem unser Reiseveranstalter unsere Reise nach Salzburg kurzfristig storniert hatte mussten wir nun auf eigene Faust reisen. Am 27. Dezember ging es dann los, das Weihnachtsessen war noch nicht ganz verdaut. Aber ausgerechnet an diesem Tag bekamen wir Eisregen. Super, dachten wir uns, das wird ja eine tolle Reise. 8 Stunden hatten wir geplant, es sollten dann doch 10 werden.

    Über Leipzig, Regensburg, Passau und Linz mussten wir noch an Salzburg vorbei, um in Abtenau (so hieß der Ort) anzukommen. Die letzten 2 Stunden hatten wir mit viel Nebel in der Nacht zu kämpfen. Aber wir sind sicher, dank Navi angekommen.

    Das Hotel „Traunstein“ liegt etwas außerhalb des Ortes, direkt an der Seilbahnstation zum Karkogel (1.139 m). Aber das sollten wir uns am kommenden Morgen anschauen.
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  • Schlitten

    December 28, 2021 in Austria ⋅ 🌧 6 °C

    Nachdem uns die Tage vor unserer Anreise die Wetterprognosen nichts Gutes versprachen (Temperaturen im Plus und viel Regen) hatten wir schon etwas Motivationsprobleme. Denn wir wollten Winterwunderland sehen. Obwohl wir Beide keine Skifahrer sind (das haben uns unsere Eltern nicht beigebracht), wollten wir die Winterlandschaft zumindest visuell genießen.
    Heute nun sollte das Wetter, abweichend von der Vorhersage, doch besser werden.
    Also die lange sexy Unterhose angepellt und raus an die Luft. Nach dem Frühstück wollten wir uns zuerst eine Übersicht über den Ort und die Gegend verschaffen. Und wo kann man das besser als von oben, vom Gipfel. Wr hatten ein kostenloses Ticket für die Seilbahn vom Hotel bekommen, so dass wir zuerst auf den Karkogel gefahren sind. Von dort hatte man tatsächlich einen schönen Blick auf die Winterlandschaft, einige Nebelbänke hielten sich noch in den Tälern. Nachdem wir dem Treiben der Skifahrer genug zugeschaut hatten, sind wir wieder bergab gefahren.

    Unten angekommen sind wir in Richtung Ortszentrum gelaufen, um nach einem Abstecher bei der Touristeninformation einen Winterwanderweg um den Egelsee zu starten. Die Wege waren gut geräumt und die Temperaturen von knapp 2 Grad haben den Rest gemacht. Es lag noch viel Schnee und auf den Hausdächern konnte man noch erkennen, dass in den Wochen davor einige Zentimeter gefallen sind.
    Schön sah es jedenfalls aus. Auf dem Wanderweg waren nur einige wenige Wanderer unterwegs, da sich die meisten Touristen auf den Skipisten tummelten. War uns recht, somit stand uns für die Fotomotive keiner im Bild ?. Es ging durch den Wald und vorbei an einigen Gehöften. Den zugefroren See haben wir nur kurz gesehen. Nachdem wir diesen umrundet hatten, ging es wieder nach Abtenau zurück. Unser Tagessoll von 10.000 Schritten haben wir deutlich überboten, so dass wir in Richtung Hotel zurück gelaufen sind.
    Dort angekommen konnte ich Gritti davon überzeugen, dass wir uns einen Schlitten ausleihen und den Hang runterfahren. Nun ja, ganz wohl war mir nicht, da ich das letzte Mal vor über 35 Jahren mit einem Schlitten gefahren bin. Als Kind hatte ich sogar einen eigenen Schlitten, aber in unserer Gegend waren das ja eher Hügel, statt Berge. Hier sah das schon anders aus. Da man mit dem Alter auch die Unbeschwertheit verliert war ich also nicht ganz sicher, ob es eine gute Idee war völlig unerfahren den Berg runter zu düsen. Das wollte ich Gritti aber nicht anmerken lassen. Also einen Schlitten ausgeliehen und die 400 m den Berg mit der Seilbahn hochgefahren. Oben angekommen zuerst mal Probesitzen! Wir hatten uns nur einen Schlitten geliehen, da Gritti nicht allein fahren wollte. Nun ging es los, nachdem wir uns von den Profis noch ein paar Tips geben lassen hatten. Üiii, ging das ab! Gritti hatte zuerst etwas Panik, aber nach ein paar Kurven wurde sie dann ruhiger. Ich denke, es hat ihr dann auch Spaß gemacht. An den ganz steilen Abschnitten mussten wir beide bremsen, um nicht in die Bäume zu rauschen. Trotzdem: ich hatte Spaß! Unten angekommen hatten wir beide aber eine nasse Hose, da sich der Schnee ständig auf der Sitzfläche gesammelt hat. Wir hatten halt nicht die richtige Kleidung dafür. Egal! Ich hatte Blut geleckt, also bin ich nochmal rauf (diesmal ohne Gritti, da sie ihr Glück erstmal verdauen musste ?). Nun „wusste“ ich schon ein wenig wie es geht und konnte mit weniger bremsen den Hang noch schneller runterpfeifen. Diesmal habe ich sogar ein paar Leute überholt. Unten wurde ich bereits von Gritti für ein Zielfoto erwartet.
    Nach dem Spaß mussten erstmal die Klamotten gewechselt werden, um danach im Hotelrestaurant einen Kaiserschmarren und einen Germknödel zu verspeisen. Lecker!

    Von soviel frischer Luft und Erlebnissen und nachdem der Regen nun einsetzte, war für uns die Sauna genau der richtige Ort…
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  • 53

    December 29, 2021 in Austria ⋅ ☁️ 8 °C

    Die ganze Nacht hat es geregnet. Welch ein Bild hätte es ergeben, wenn das alles als Schnee runtergekommen wäre!? Aber beim Blick aus dem Fenster regnete es immer noch und dicker Nebel hatte die Berge umschlossen. Die Seilbahn vor dem Hotel hat heute den Betrieb gar nicht erst aufgenommen. Wir konnten uns Zeit lassen, um zum Frühstück zu kommen. Somit hatte Gritti anläßlich ihres 53. Geburtstages die Zeit ihre Geburtstagsgeschenke auszuwickeln, die ich in der Nacht aufgebaut hatte.
    Nach dem Sektfrühstück haben wir uns entschlossen nach Salzburg zu fahren. Dort haben wir vielleicht die Gelegenheit uns ab und zu unterzustellen, wenn es zu sehr regnen sollte. Gesagt, getan! Mit dem Auto sind wir ins 17 km entfernte Golling gefahren, um von dort mit dem Zug (fährt alle 30 Minuten) weiter nach Salzburg zu kommen. Unterwegs wurde die Sicht immer besser, der Nebel hielt sich nur in den Bergen. Kurz vor Golling überquerte eine Gams mit großen Sprüngen die Straße, zu Hause machen das die Rehe. Meine Dashcam hat die springende Gams festgehalten, für ein Foto war sie allerdings zu schnell.
    Die Fahrt mit dem Zug nach Salzburg sollte nur knapp 35 min. dauern und ich musste mir keine Gedanken wegen eines Parkplatzes in Salzburg machen. Am Bahnhof in Golling gab es einen kostenfreien Park&Ride-Parkplatz. Schnell noch eine Fahrkarte am Automaten gelöst und in den Zug gestiegen, der dann auch gleich losfuhr. Das Ticket pro Person hat nur 3,20 € gekostet.
    Am modernen Hauptbahnhof sind wir ausgestiegen und die Navi-App im Handy hat uns dann zur Altstadt geführt. Unterwegs kamen wir an einigen kleinen und feinen Geschäften vorbei, hier lohnte sich schon das Bummeln durch die Gassen. Unser Plan war, dass wir zuerst das Geburtshaus von Mozart besuchen wollten und dann durch die Altstadt zur Festung laufen wollten. Allerdings haben wir unterwegs an einem Torbogen den Hinweis zum Aufstieg zum Kapuzienerkloster entdeckt.
    Den sollte man unbedingt machen, da man von dort einen sehr schönen Blick auf die Altstadt mit dem Dom und den anderen unzähligen Kirchen, den Fluß Salzach und die gegenüberliegende Festung Hohensalzburg hatte. Der Regen hatte zwischenzeitlich auch aufgehört, so dass man einen sehr guten Blick auf die Stadt und die Umgebung hatte. Nachdem wir uns satt gesehen hatten sind wir über kleine verwinkelte Gäßchen nach unten gelaufen, vorbei an der kleinen, aber feinen Imbergkirche. Wir standen dann auch schon direkt an einer stark befahrenen Kreuzung zur Staatsbrücke, die wir überquerten, um durch einen Torbogen des Alten Rathauses direkt in der Altstadt anzukommen.
    Die Häuserzeilen aus der Zeit des Mittelalters und Barocks waren schön anzuschauen. Überall waren kleine Geschäfte und die Straßen noch weihnachtlich geschmückt. Wir haben uns erstmal umgeschaut und sind viele kleinere Seitenstraßen und Passagen abgebogen, so dass wir fast die Orientierung verloren haben. Entlang der Getreidegasse haben wir dann das Geburtshaus von Mozart entdeckt, es stand auch in großen goldenen Buchstaben an der Fassade dran. Trotzdem hätten wir es fast übersehen, die Eindrücke waren einfach zu viel.
    Wir haben jeder ein Ticket (12 €) gelöst und sind die steilen Treppen zur Wohnung von Mozart hinaufgestiegen, wobei man sagen muss, dass es das Geburtshaus von Mozart war, das spätere Wohnhaus war nur ein paar Straßen weiter, welches man auch besichtigen konnte. Zeitlich hätten wir es aber nicht geschafft. Das Geburtshaus allein lohnt sich schon, um einen kleinen Eindruck aus der Zeit zu bekommen, als Mozart dort lebte.
    Nach gut 90 Minuten waren wir fertig und sind dann in Richtung Festung gelaufen, vorher mussten wir aber unseren Zuckerspiegel wieder auffüllen und sind in ein kleines Cafe eingekehrt. Das Cafe lag in einem kleinen Innenhof versteckt, der festlich geschmückt war. Die kleine Pause tat uns gut und somit ging es weiter durch die Altstadt, vorbei am Weihnachtsmarkt, zur Festung.
    Den Weihnachtsmarkt durfte nur mit 2G und vorheriger Registrierung betreten werden. Dafür war erstmal keine Zeit, vielleicht schaffen wir es nach der Besichtigung der Festung. Die Festung kann man zu Fuß oder mit einer Zahnradbahn erreichen. Unsere Wahl fiel auf die Zahnradbahn. Cooles Gefährt, die Fahrt ist zwar kurz lohnt sich aber. Ticketpreis mit allen Besichtigungspunkten: 16,60 €. Oben angekommen haben wir zuerst den Panoramarundgang gemacht. Darin enthalten ist auch der Aufstieg zum Wehrturm. Von dort hatte man eine sehr schöne Sicht auf die Stadt und das nun gegenüberliegende Kapuzienerkloster, wo wir vorher waren. Auch in Richtung Berge hatte man jetzt durch die klare Luft eine fantastische Sicht. Das Wetter war tatsächlich besser als gedacht! Nach unzähligen Fotos sind wir vom Turm abgestiegen und dem Wehrgang der Festung gefolgt, um anschließend das im Burghof liegende Zeughaus zu besuchen. Das war von der Ausstellung her mal was anderes, man konnte interaktiv an der Ausstellung teilnehmen. Wir beide haben versucht eine passende Ritterrüstung zu finden. Ich denke sie steht uns…
    Weiter ging es dann in den Fürstensaal. Wow, das waren prächtige Zimmer, reich geschmückt und bemalt. Anschließend sind wir noch durch das Festungsmuseum, um dann erschöpft von so viel Input den Rückweg anzutreten.
    Abwärts ging es wieder mit der Zahnradbahn. Die Sonne ging nun langsam unter und die Stadt wurde durch die Weihnachtsbeleuchtung noch schöner. Eigentlich wollten wir uns noch den Dom anschauen, aber das wäre dann zu viel geworden. Direkt am Dom war der Weihnachtsmarkt aufgebaut, den wir dann mitgenommen haben. Da wir bereits auf der Burg auf Corona “gecheckt“ und gekennzeichnet waren (blaues Armband), konnten wir uns den Corona-Check hier sparen. Als erstes war ein Glühwein fällig. Mit dem Becker in der Hand sind wir die Buden entlang geschlendert. Hier gab es mal Sachen, die es bei uns nicht gab. Auch schön. Wir haben uns 3 Ausstechformen für Plätzchen gekauft. Eines der Formen war ein Hubschrauber ?. Nach etwas Handfesten und Süßem (Marillenschmarrn) und einem zweiten Glühwein waren wir Beide gut drauf, um uns auf den Rückweg zum Bahnhof zu machen. Vorher noch ein paar Bilder gemacht und dann gemütlich die festlich beleuchtete Altstadt in Richtung Bahnhof zu queren.
    Am Bahnhof angekommen mussten wir nicht lange auf den Zug warten, der uns dann wieder nach Golling zurück brachte. Der Zug war pünktlich und wir hatten keine Wartezeiten, ein perfektes Timing.

    Von Golling ging es dann mit dem Auto bei nun wieder dickem Nebel hinauf in die Berge. Für uns ging damit wieder ein ereignisreicher Tag mit sehr vielen schönen Eindrücken zu Ende. Fazit: Salzburg lohnt sich, man sollte nur mehr Zeit als wir mitbringen, um die vielen Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Und die Österreicher sind freundliche Leute.
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  • Wolfgangsee

    December 30, 2021 in Austria ⋅ 🌧 10 °C

    Laut dem Wetterfrosch sollte es heute viel und intensiv regnen, zumindest tagsüber, wenn wir unterwegs sein wollten. Und diesmal sollte die Vorhersage auch so eintreffen, obwohl beim Blick aus dem Fenster blauer Himmel mit ein paar Hochnebelwolken zu sehen war. Was also machen an solch einem Tag? Zwischenzeitlich hatten wir begriffen, dass man im Winter außer Skifahren nicht viel machen kann, denn die meisten Museen, Schlösser und Burgen haben um diese Jahreszeit geschlossen. Auch alle Klamms, wir haben alle duchgegoogelt.
    Nun gut, machen wir trotz der Vorhersage etwas Sighseeing zum Wolfgangsee. Nach meinen Vorstellungen ist der Wolfgangsee die Anlaufstelle für Busreisen mit Passagieren, die jenseits der 70 sind. War uns egal, wir wollten ihn auch sehen. Um dorthin zu gelangen haben wir nicht die normale Route genommen, sondern den Weg über eine mautpflichtige Passstraße. Die Entscheidung war genau richtig, denn wir hatten dort sehr wenig Verkehr und schöne Ausblicke ins Tal. Nebel hielt sich in den Tälern und vor dem Sonne/Wolken-Mix sah das richtig toll aus.
    Unser Diesel nagelte sich die Serpentinen hoch und wir waren gefühlt alle 2 Minuten entweder im Nebel oder hatten gute Sicht mit blauen Himmel. Die Passstraße führte zur Postalm, einem gut erschlossenen Skigebiet, welches aber heute wegen der Schneeschmelze (8 Grad) nicht genutzt werden konnte. An der Mautstation zum Pass (15 €) hat uns der Mitarbeiter gesagt, dass man gestern hier sintflutartige Regenfälle hatte. Das Wetter spielt wirklich verrückt. An der Postalm lag noch Schnee, aber man konnte regelrecht zusehen wie alles taute.

    Für uns ging es weiter, talabwärts zum Wolfgangsee im Salzkammergut. Bei der Abfahrt konnte man unendlich viele Wasserfälle sehen, die sich durch die Schneeschmelze gebildet hatten. Bloß gut, dass ich mir Schneeketten ausgeliehen hatte…?. Am Wolfgangsee angekommen setzte der vorhergesagte Regen ein. Na toll! Der See war somit nur teilweise erkennbar, von den Bergen drumherum war durch die sehr tiefen Regenwolken auch nur wenig zu erkennen. Wirklich schade.

    Trotzdem sind wir nach St. Wolfgang, welches auf der Ostseite des Sees liegt gefahren. Auf einem Parkplatz angekommen waren wir uns nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee war. Ich bekam auch langsam schlechte Laune. Nach einige Überlegungen haben wir es trotzdem versucht und sind ausgestiegen, haben die Kapuze über den Kopf geworfen und sind die Hauptgeschäftsstraße entlang gegangen.

    Ab und zu mussten wir tatsächlich eine Reisegruppe überholen, die das Klischee vom typischen Besucher des Wolfgangsees erfüllte. St. Wolfgang ist ansonsten ein kleines hübsches Städtchen mit vielen reich verzierten Häusern und vielen Hotels. Selbstverständlich haben wir auch einen Abstecher zum Hotel “Im weißen Rössl“ gemacht. Lohnenswert ist ein Besuch der Barockkirche St. Wolfgang, sie ist sehr opulent ausgestattet (www.dioezese-linz.at). Im Ort selbst war nicht viel Betrieb, es war schon etwas verschlafen, obwohl die Geschäfte zum großen Teil geöffnet waren. Der nun stärker werdende Regen hat uns entschließen lassen, zurück zum Auto zu gehen. Der See wurde immer grauer und unansehnlicher.

    Deshalb haben wir uns entschlossen nach St. Gilgen am Nordwest-Ende des Sees zu fahren, in der Hoffnung, dass der Regen dort weniger werden würde. Unterbrochen von einem kurzen Fotostopp in Gschwand, haben wir dann den See umrundet. Leider regnete es immer noch, trotzdem fiel uns am Ortseingang eine Seilbahn auf, die auf das 1.086 m hohe Zwölferhorn fahren sollte. Hmm, vielleicht sollten wir einfach hochfahren und hoffen, dass wir über den Regenwolken sein würden. Eine bewirtschaftete Hütte sollte es dort geben. Aber die Dame an der Kasse hat uns davon abgeraten, da auch dort oben das Wetter schlecht bleiben würde. Etwas erleichtert war ich über diese Nachricht schon, da das Ticket für die Seilbahnfahrt 30 € pro Person (Berg- und Talfahrt) betragen hätte. Stolzer Preis!

    Also sind wir, bewaffnet mit einem Regenschirm, in den Ort rein gelaufen. Wir hatten Lust auf einen Kaffee und ein schönes Stück Kuchen. Irgendwie musste man sich ja trösten. Nach einem kleinen Rundgang durch den Ort sind wir dann ins Cafe “Nannerl“ eingekehrt. Der Kuchen dort war sehr lecker, vor allem die “Malakoff-Torte“. Nach dieser Sünde haben wir uns entschlossen, trotz des immer noch vorhandenen Regens, nach Hallstatt zu fahren.

    Hallstatt soll ja das kleine Örtchen sein, welches die Chinesen nachgebaut haben, weil Hallstatt für die Chinesen der Inbegriff der Alpenkultur sein solle. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hallstatt_(China) . Auf dem Weg nach Hallstatt wurde das Wetter statt besser, wie erhofft, immer schlechter. Schnee war kaum noch zu sehen und wir hatten ständig Nebel um uns. Egal, wir hatten es uns vorgenommen, also machen wir es auch. Kurz vor dem Ortseingang von Hallstatt musste noch ein langer Tunnel durchfahren werden, der den Verkehr um den Ort führen sollte. Was auch Sinn machte, den der Ort ist ganz dicht zwischen den steilen Felsen und dem Hallstätter See gebaut. Durchgangsverkehr wäre hier nicht möglich gewesen.

    Im Ort angekommen haben wir unser Auto auf einem nicht preiswerten Parkplatz abgestellt und sind in Richtung Stadtkern gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind uns auffallend viele indisch und chinesisch aussehende Menschen entlang der Seepromenade begegnet. https://www.kofferpacken.at/oesterreich/asiaten…

    Wir sind ganz gemütlich ebenfalls die Seepromenade entlang gelaufen, um wie alle anderen eine Unmenge an Fotos zu machen. Hallstatt ist wirklich sehr pittoresk anzuschauen, viele Häuser haben schon Jahrhunderte auf dem Buckel. Ein Ausflug dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Der Regen hatte nun nachgelassen, Gott sei Dank, so dass wir den Ort auch genießen konnten.

    Durch kleine Straßen und Gässchen sind wir noch zur Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt hinaufgestiegen. Direkt neben der Kirche steht die Michaelskapelle, welche ein sogenanntes Beinhaus beherbergt, in dem die Schädel und Röhrenknochen der verstorbenen Einwohner gelagert werden, nachdem sie eine 15jährige Grabesruhe hinter sich hatten. Entstanden ist dies dadurch, dass es wenig Platz auf dem Friedhof gab. Die Knochen werden nach der Entnahme aus dem Grab gereinigt und künstlerisch bemalt. https://beinhaus.hallstatt.net

    Vom an der Pfarrkirche liegenden Friedhof hatte man einen sehr guten Blick auf den Ort. Die Berge um den Hallstätter See kamen nun auch mehr aus dem Nebel hervor, so dass das Bild immer besser wurde. Ich war jetzt mit dem Wetter etwas versöhnt, denn der Ausflug nach Hallstatt hat sich gelohnt. Bloß gut, dass mich Gritti davon überzeugt hat, ich wäre fast daran vorbei ins Hotel gefahren, weil ich keine Lust mehr auf Regen hatte.

    Die Rückfahrt führte dann quer durchs Tennengebirge nach Abtenau. Die Strecke war wenig befahren, so dass ich mir in der kurvenreichen Strecke bei wieder aufziehenden Nebel Zeit lassen konnte, um pünktlich zum Abendessen in unserem Hotel einzutreffen.
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  • 5 Finger

    December 31, 2021 in Austria ⋅ ☀️ 6 °C

    Nebel! Beim Blick aus dem Fenster war Suppenküche angesagt. Aber – heute war bestes Wetter angesagt – oberhalb des Nebels. Also sind wir nach dem Frühstück nach Annaberg gefahren, einem Skigebiet etwa 25 km von unserem Hotel entfernt, in der Hoffnung, dass meine Ausbildung in Meteorologie nicht ganz umsonst war, da nach meinem Verständnis der Nebel sich nur in den Tälern halten sollte.

    Und tatsächlich, je höher wir gekommen sind, umso mehr war die Sonne zu sehen. An der Talstation der Donnerkogelbahn angekommen waren wir von der Masse der Skifahrer überrascht. Trotzdem haben wir einen Parkplatz bekommen. Blauer Himmel und Sonne satt haben uns bei der Auffahrt zum Gipfel bekleidet – also doch richtig getippt. Heute sollte ein perfekter Tag werden, so wie es sich für den letzten Tag des Jahres gehört.

    Oben auf dem 1.475 m hohen Riedlkopf angekommen haben wir uns umgeschaut, wir waren die einzigen “Exoten“, die raufgefahren sind und nicht Ski fahren wollten. Hier gingen einige Pisten mit Wegweisern los und die Seilbahn brachte immer mehr Skifahrer nach oben. Neben uns waren nur 2, 3 Pärchen zu sehen, die nur den Blick genießen wollten und gehofft hatten, dass man wandern könne. Konnte man aber nicht, es lag jede Menge Schnee und wir hätten den Skifahrern nur im Weg gestanden. Also hieß es die Aussicht zu genießen, was wir auch getan haben. Man hatte einen sehr guten Blick auf die Tennengruppe, im Tal selbst waren die Ortschaften teilweise noch im zähen Neben gehüllt. Nachdem wir uns umgeschaut und auf 2 Liegestühlen Platz genommen und in der Sonne gewärmt hatten, ging es mit der Seilbahn wieder bergab.

    Ich hatte den Vorschlag gemacht, dass wir noch nach Winkl (Obertraun) am Hallstätter See fahren, weil es dort einen schönen Aussichtspunkt auf den Hallstätter See geben würde, auch wenn wir vom See nicht viel sehen sollten, da dieser im Nebel lag. Der Aussichtspunkt nennt sich „5 Finger“, da die freischwebende Terrasse wie eine Hand mit fünf Fingern geformt ist (https://dachstein-salzkammergut.com/de/sommer/o… ). Bei dem strahlenden Sonnenschein versprachen die Sichten auf die Alpen gut zu werden. Also mit dem Auto die knapp 35 km über Hallstatt durch den Tunnel nach Winkl gefahren.

    Dort angekommen hüllte sich der Ort, der direkt am See liegt in dickem Nebel. Puh, damit hatte ich nun nicht gerechnet. Aber über dem Nebel scheint auf jeden Fall die Sonne.
    Kurz hinter dem Ortseingang war der Abzweig zur Dachstein-Krippenbahn ( https://dachstein-salzkammergut.com ), einer Seilbahn, die in 2 Teilstücken auf den Krippenstein in 2.100 m Höhe führen sollte. An der Talstation haben wir uns erstmal informiert, was man als Nicht-Skifahrer machen könne. Es bestand die Möglichkeit mit der Seilbahn nach oben zu fahren und mit Schneeschuhen zu den 5 Fingers zu wandern. Voila! Da haben wir unsere Schneeschuhwanderung, die wir schon immer machen wollten. Gritti musste das zwar erstmal verdauen, da sie eigentlich eine geführte Tour machen und nicht gleich allein losziehen wollte. Wir haben also das Yeti-Ticket (41 €) gelöst, darin enthalten waren die Auf- und Abfahrten mit den Seilbahnen und ein Gutschein zur Ausleihe von Schneeschuhen. Bei der Ausleihstation haben wir den Gutschein gleich eingelöst und zack hatten wir die Schneeschuhe in der Hand. Schnell an der Seilbahnstation mit den Massen von Skifahrern angestellt und nach oben gefahren. Gritti war ein wenig am zweifeln, ob das richtig ist was wir machen, aber manchmal muss man zu seinem Glück wohl gezwungen werden. Corona-gemäßer Abstand in der Seilbahn war natürlich nicht möglich, aber beim Ticketkauf mussten wir unseren Impfstatus immer vorzeigen. Gut, dass wir schon “geboostert“ waren. Oben angekommen hatte Gritti ein wenig mit dem schnellen Höhenwechsel zu tun, nach 10 min war aber alles gut und wir konnten die ersten Aussichten auf den Dachstein genießen. Boah, sah das herrlich aus. Hier oben lag noch viel Schnee.

    Nachdem wir unsere Schneeschuhe angelegt hatten, sind wir in Richtung des Aussichtspunktes losgestapft. Und es ging besser als vermutet. Man muss es eben einfach mal gemacht haben. Der Weg bis zu den 5 Fingers sollte ca. 30 min dauern. Nach der Hälfte der Strecke und Umquerung eines Berges taten sich dann schon die ersten Blicke auf das Tal des Hallstätter Sees auf. Also, der Aufstieg hat sich wieder gelohnt. Gritti hatte wie ich nun auch Spaß am Schneeschuhwandern gefunden und so ging es ganz gut voran.

    An den 5 Fingers angekommen haben wir die fantastische Aussicht genossen. Der Hallstätter See, der unter uns lag, war zwar in Nebel gehüllt (die da unten haben heute wirklich trübsinniges Wetter), aber trotzdem sah es herrlich aus.

    Nun wollten wir natürlich viele Bilder von den 5 Fingers und von uns machen bzw. wenn wir auf ihnen stehen. Obwohl ich meine Drohne dabei hatte, habe ich es vergessen sie auszupacken!

    Ein Finger der „5 Fingers“ hatte einen Glasboden, eine kleine Herausforderung, wenn man darauf steht und den Abgrund unter sich sieht. Für Leute mit Höhenangst: nicht nach unten schauen!

    Nachdem wir die schönen Aussichten genossen haben, sind wir den Rückweg angetreten. Ich habe unterwegs noch einen kleinen Umweg genommen, während Gritti auf mich warten musste. Ich wollte noch auf eine kleine Anhöhe (Welterbespirale), von der man einen guten Ausblick auf die Seilbahnstation hatte.

    Nun konnten wir mit so vielen Eindrücken den Rückweg zur Seilbahstation antreten. Wir beide waren glücklich über diesen schönen Tag, und die Schneeschuhwanderung war richtig klasse. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. An der Station angekommen haben wir nochmal die Landschaft in uns aufgesaugt, bevor es dann nach unten ging.

    Unten angekommen hatten wir Hunger, wir haben uns eine Streuselschnecke geteilt und die Schneeschuhe wieder abgegeben. Hier unten war die Kühle des Nebel auch wieder zu spüren.

    Nun kam uns noch die Idee unseren Freunden und der Familie einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen. Also habe ich schnell 2 Mülltüten organisiert und sind beide bäuchlings einen kleinen Hang hinab gerutscht. War gar nicht so einfach, wir waren wohl zu schwer, um gut zu rutschen? Egal, Handy an einem Mast festgemacht und das Video aufgenommen. Übrigens sind wir für die Szene 4 x den Hang runter gerutscht, damit es einigermaßen ansprechend war. ?? Nun noch schnell zurecht geschnitten, Musik und Text eingesetzt – fertig!

    Zum Abschluss diesen schönen Tages haben wir uns dann noch einen Saunagang im Hotel gegönnt, rechtzeitig zum Abendessen waren wir fertig.

    Allerdings waren Veranstaltungen jeglicher Art in Österreich wegen Corona verboten, zusätzlich war auch noch eine Sperrstunden für 22 Uhr angesetzt. Also haben wir uns nach dem Abend-Buffet aufs Zimmer verkrümelt und Silvester mal ganz ruhig dort verbracht.
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  • Abtenau

    January 1, 2022 in Austria ⋅ ☀️ 9 °C

    Abtenau ist der größte Ort im Tennengau mit 23(!) Ortteilen (kleine Bauerhhöfe und Freienhäuser) mit insgesamt knapp 6.000 Einwohner und ist in den letzten Tagen unsere Basis gewesen. Der Ort liegt etwas südlich von Salzburg und wir finden ihn ganz beschaulich. Die Leute sind auch freundlich und grüßen einen mit einem „Grias Euch“ oder “Grias di“, wenn man ihnen begegnet. Ansonsten sind die Gespräche schwer zu verstehen, wir bräuchten Untertitel. Wahrscheinlich genauso wie in Bayern und Sachsen…

    Heute nun war wieder ein wettertechnisch schöner Tag angesagt. Das neue Jahr beginnt wie das alte endet. Für einen Neujahrstag waren wir früh aus den Betten, gegen 7:30 Uhr. Und so wenig Alkohol haben wir an Silvester schon lange nicht mehr getrunken – geht also auch.

    Da wir am Anfang unseres Aufenthaltes bei der Touristinformation eine Tour um 14 Uhr gebucht hatten, waren heute keine weiten Ausflüge möglich. Auch nicht schlimm, dann schauen wir uns eben Abtenau etwas genauer an. Zuerst sind wir auf den 929 m hohen Radochsberg gefahren, man sagte uns, dass das der sonnigste Berg im Tal sein solle. Vorbei an kleinen Bauerngehöften sind wir die schmalen Straßen hinaufgefahren. Haben dann unser Auto an einer kleinen Einfahrt abgestellt und sind ein paar Hundert Meter weiter zum Gipfel gelaufen. Dort war eine kleine Pumpstation des örtlichen Wasserwerkes und diente gleichzeitig als Aussichtsplattform. Man konnte gut auf die gegenüberliegende Tennengruppe und den Ort Abtenau schauen.

    Meine Drohne musste ich noch fliegen lassen, bevor wir den Rückweg zum Auto angetreten sind. Anschließend sind wir auf einen benachbarten Hügel aufgestiegen, um einen noch besseren Blick auf den Ort zu haben. Den eigentlichen Aufstiegsweg haben wir nicht gefunden, so dass wir quer über die Kuhweite gelaufen sind. Oben angekommen wartete eine Bank auf uns, hier haben wir kurz Picknick gemacht (1 Apfel) und haben uns die Sonne auf die Haut scheinen lassen. Abwärts haben wir den Weg auch nicht gefunden und mussten deshalb einen Stacheldrahtzaun übersteigen.

    Zurück am Hotel haben wir vom Balkon für ein paar Minuten dem Treiben auf der Skipiste zugeschaut. Es war heute wenig Betrieb, vielleicht lag es am Neujahrstag, bei dem die Leute doch länger zum ausnüchtern brauchen.

    Wir sind danach nach Abtenau zum Marktplatz gelaufen, hier sollte unsere geführte Tour durch den Ort losgehen. Die Tour nannte sich Katerwanderung und sollte ca. 2 Stunden dauern. Maria, unser Tourguide (wie heißt das eigentlich gendergerecht? ?) nahm uns in Empfang und dann ging es schon los. Es war im Prinzip die gleiche Runde um den Egelsee, den wir am ersten Tag in Abtenau gemacht hatten, aber es sollten diesmal ein paar Einlagen stattfinden. Der erste Stopp war auf einer Anhöhe mit Blick auf Abtenau und die Berge dahinter. Hier spielten uns 5 Blasmusiker ein kleines Ständchen. War toll wie sie gespielt haben und mit dem Hintergrund fast schon kitschig.

    Weiter ging es dann in Richtung Egelsee, der deswegen so heißt, weil hier Blutegel drin leben und auch noch für medizinische Zwecke gefangen werden. Der See steht unter Naturschutz, früher durften die Einheimischen noch darin baden. Nette Vorstellung, wenn man nach dem Baden die Blutegel am Körper sitzen hat.

    Vorher kamen wir noch an einem kleinen Waldstück vorbei, aus dem schreckliche Rufe klangen und kurz danach waren die in tollen Kostümen verkleideten Perchten (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Percht) zu sehen. Wir hatten vor unserer Reise davon gelesen, waren nun aber überrascht, dass wir sie noch sehen würden. Die Kostüme waren prächtig ausgestattet und zumindest für Kinder furchteinflössend. Nachts möchte ich ihnen nicht begegnen, da würde ich mich auch gruseln. Mit lauten Geschrei und großen Glocken sind sie um uns drumherum gesprungen und haben dem einen oder anderen kräftig ins Bein gekniffen. Gritti hat davon blaue Flecke bekommen.

    Wir fanden diese Einlage mit den Perchten war toll. Unter den Kostümen waren fast nur junge Leute – schön, wenn diese Tradition erhalten bleibt.

    Weiter ging es zum nächsten Höhepunkt, einer Schnapsverkostung. Es wurden verschiedene Schäpse, wie Obstler und Liköre angeboten. Sie hatten ordentlich Umdrehungen, für meinen Geschmack zu heftig. Aber egal, Alkohol lassen wir nicht umkommen, also nicht viel schnacken, Kopf in Nacken.

    Nun ging es zurück zum Ortszentrum, unterwegs konnten wir noch das von der Restsonne angeleuchtete Dachsteinmassiv mit der “Bischofsmütze“ am Horizont bestaunen. Winter in den Alpen hat was.

    Am Marktplatz angekommen, haben wir beide auf unseren Schrittzähler geschaut: beide über 19.000 Schritten. Für einen Neujahrstag nicht schlecht, fanden wir und waren der Meinung, dass wir den Tag mit einem schönen Glühwein beenden könnten. Die Idee hatten einige andere Mitwanderer auch.

    Danach haben wir noch einen Abstecher in die Katholische Kirche gemacht, um zu beichten – jeder für sich ?. Die Kirche war noch weihnachtlich geschmückt, es sah sehr festlich aus.

    Nun noch zum Hotel laufen, es wurde schon deutlich kühler, die Nacht sollte frostig werden. Somit haben wir den letzten Tag sehr aktiv abschließen können, was uns gut getan hat. Morgen geht unser kurzer Winterurlaub schon zu Ende…
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    Trip end
    January 1, 2022