• Grit und Michael Pestel
  • Grit und Michael Pestel

Von Soltau in die Schweiz

Kurzurlaub in der Lüneburger Heide mit den Schwiegereltern mit anschließender reise in die Schweiz Read more
  • Trip start
    August 27, 2019

    X-5: Umweg über Soltau

    August 24, 2019 in Germany ⋅ ☀️ 27 °C

    Auch in diesem Jahr haben wir unseren Urlaub so geplant, dass wir vor der eigentlichen Wanderwoche wieder einen Kurzurlaub mit Grittis Mama und Papa machen konnten. Sie mussten ihr Auto zur Verfügung stellen und wir habe die Planungen und Buchungen vorgenommen. Ihr Auto war ganz froh mal etwas Strecke machen zu können. Die Anfahrt nach Soltau ins Hotel „Heideparadies“ hat doch etwas länger gedauert, da mal wieder Stau auf der A 7 war und wir bei Hannover auf die Landstraße gewechselt sind. Am späten Nachmittag sind wir angekommen, haben die Zimmer bezogen und uns kurz frisch gemacht. Der erste Programmpunkt war ja schon geplant. Es ging nach Schnerverdingen, dort sollte das Heidefest stattfinden. Ein Stadtfest mit Umzug, Feuerwerk und Krönung der Heidekönigin. Zuerst sind wir aber zum Heidegarten gefahren, die Heide stand ja in voller Blüte und so haben wir uns einen ersten Eindruck verschafft. Meine Drohne konnte ich dort auch aufsteigen lassen, ist eben eine andere Perspektive. Diesmal wurde ich auch nicht von anderen Leuten „angemacht“. Nach der kurzen Besichtigung ging es dann in die Innerstadt von Schnerverdingen, die allerdings gesperrt war. Trotzdem haben wir doch einen Parkplatz gefunden, der nicht so weit vom Ort des Geschehens war. Wir mussten ja immer schauen, dass die Wege möglichst kurz sind, da Schwiegervater nicht so gut zu Fuß ist. Wir haben uns dann das Treiben in der Stadt angeschaut und ein bißchen den Kapellen zugehört. Da wir aber Hunger hatten, sind wir in einem österreichischen Restaurant eingekehrt. Es gab Wiener Schnitzel, welches auch gut geschmeckt hat. Kurz nach Sonnenuntergang und nachdem wir mit dem Essen fertig waren haben wir uns den Lampionumzug angeschaut. Nun gut, Lampions gab es nicht sehr viele, kein Vergleich aus der eigenen Kindheit. Danach sind wir dann zum „Walter-Peters-Park“ gelaufen und haben uns das Höhenfeuerwerk angeschaut. Es waren sehr viele Menschen unterwegs, wahrscheinlich die gesamte Einwohnerschaft von Schnerverdingen! Das Feuerwerk war kurz, aber schön. Für Gritti zu laut, aber Feuerwerk ist halt laut. Um nicht in den Rückreiseverkehr festzustecken haben wir uns einige Minuten vorher auf den Weg gemacht und den Heimweg angetreten. Nach 20 Minuten Fahrt und schon etwas müde sind wir dann ins Bett gefallen.Read more

  • X-4: Wotan und seine Nachkommen

    August 25, 2019 in Germany ⋅ ☁️ 30 °C

    Gritti hatte zu Hause schon mal das Besichtigungsprogramm zusammengesucht und ist dabei auch auf das Panzermuseum in Munster gestoßen. Immerhin dürften wir nicht nur Blümchen angucken, sondern auch den Interessen der Männern folgen. Also haben wir uns nach dem Frühstück ins Panzermuseum (www.daspanzermuseum.de) nach Munster aufgemacht. Auch wenn der Besuch für den einen oder anderen nicht politisch korrekt ist, aber wir fanden das Museum sehr toll und wirklich richtig gut gemacht. Es wurde keine politische Wertung vorgenommen, sondern es wurde die Technik der Panzer sehr eindrucksvoll dargestellt, von der Entwicklung bis heute. Direkt nach der Kasse wurde ein Panzer aus dem 1. Weltkrieg gezeigt, Wotan mit Namen. Das Teil war schon allein durch seinen Namen martialisch. In rund einem Dutzend Hallen waren jede Menge Panzer ausgestellt, die man auch anfassen konnte. In einem könnte man sogar hineinklettern. Puh, ganz schön eng! Aber irgendwie beeindruckend mit welchen technischen Mitteln diese Kampfmaschinen immer modernen wurden über die Jahrzehnte.

    Nach mehr als 3 Stunden, länger als wir geplant hatten, ging es dann in Richtung Ausgang. Das Museum war richtig gut, selbst unsere Frauen waren begeistert!

    Da wir heute als 2. Programmpunkt noch einen Besuch bei Cecile und Matti in Rendsburg vorhatten, sind wir zum Frischmachen schnell im Hotel vorbeigefahren. Immerhin standen knapp 2 Stunden Autofahrt bevor. Anfangs sind wir auch gut vorangekommen, aber in Hamburg sind wir in einen Stau geraden, der aber dann doch schneller vorbei war, als vermutet. Naja, der Elbtunnel sorgt halt immer wieder für eine Engstelle. Nach einem kurzen Kaffee-Stopp an der Raststätte Holmmoor ging es dann in Richtung Norden auf der A 7 weiter. Bei Cecile und Matti angekommen war erstmal eine Wohnbesichtigung dran, immerhin waren wir das erste Mal bei ihnen. Wir hatten den Eindruck, dass sich die Beiden gefunden haben und sich wohlfühlen als Nordlichter. Danach wurden wir dann alle von Pestel-Senior zum Essen bei Kroaten Laguna eingeladen. Matti hatte vorab die Plätze reserviert. Nach einem leckerem Essen sind wir dann noch zur Eider gelaufen, Vatikan mussten wir zwar überzeugen, schlussendlich ist er dann doch mitgekommen. Der Verdauungsspaziergang war für alle gut. Kurz vor 21 Uhr haben wir uns dann von den Beiden verabschiedet, um dann wieder in Richtung Süden nach Soltau zu fahren. Die Autobahn war jetzt frei, so dass wir zügig und mit eingeschaltetem Tempomaten kurz nach 22 Uhr und 180 km wieder am Hotel waren.
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  • X-3: die Heide ruft

    August 26, 2019 in Germany ⋅ ☀️ 30 °C

    Auch heute versprach das Wetter wieder sonnig ☀️ zu werden. Also haben wir uns entschlossen eine Kutschfahrt durch die blühende Heidelandschaft zu machen. Kurz Google gefragt wo man so was machen konnte und telefoniert, um die Kutsche zu reservieren. In Niederhaverbeck, mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide angekommen, haben wir Friedrich unseren Kutscher begrüßen können. Wir hatten eine Kutsche für uns allein und Friedrich, gebürtiger Sachsen-Anhaltiner erzählte uns einiges über die Heide, seine Pferde und den Heidschnucken, die wir aber leider nicht zu Gesicht bekamen. Die beiden Pferde, Bodo und Alf, trotteten gemütlich durch die Landschaft, dabei allerdings ordentlich furzend. Ob die auch die blaue Plakette bekommen würden, wurde dann doch von mir bezweifelt. Nach knapp einer Stunde und nach einer schönen Tour durch die Heidelandschaft hatten wir als nächsten Programmpunkt noch den Weltvogelpark in Walsrode auf dem Plan. Für den Weg dorthin sind wir über Land- und Nebenstraßen gefahren, nicht über die Autobahn, um etwas von der Landschaft mitzubekommen. Im Vogelpark (www.weltvogelpark.de) angekommen hatten wir auch ca. 2 Stunden für die Tour geplant. Aber die Anlage ist so gut aufgemacht und angelegt, dass wir erst kurz vor Schließung um 19 Uhr den Park verlassen haben. Sehr gut gefallen hat uns die Freiflughalle und die Lorihalle. Mit 5 Kleinpagageien auf dem Arm konnte ich die Vögel füttern und bestaunen. In der Freiflughalle konnte man auch die Vögel füttern, die roten Ibise haben das gern angenommen. Jedenfalls lohnt sich ein Besuch des Parks.

    Abends beim Italiener „Papillon“ den Tag ausgewertet und lecker Pasta gegessen. Nur Schwiegervater hat tatsächlich Salat gegessen. Kohlenhydrate nach 18 Uhr…
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  • X-2: Verrückte Gebäude und andere schräge Vögel

    August 27, 2019 in Germany ⋅ ☁️ 31 °C

    Auch heute wieder war ein heißer Tag angesagt, was für ein Sommer! Nun gut, machen wir das beste draus. Zuerst sind wir in ein Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt Bispingen gefahren, um uns dort das „Verrückte Haus“ anzuschauen.

    Ein Haus, welches auf dem Kopf steht. Mir wurde schon vorab von meinem Arbeitskollegen gesagt, dass einem da drin sogar etwas komisch im Kopf und Magen werden würde. Und so war es auch, die Sinne sagten einem was anderes als das Gehirn. Nach ein paar lustigen Fotos, mit Kopf im Klo und dem Kopfstand auf dem Wohnzimmertisch haben wir das Haus verlassen und sind dann weiter zur „Iserhatsche“ gefahren. Die Iserhatsche liegt etwas außerhalb von Bispingen und ist ein ca. 23 ha großes Gebiet auf dem sich ein Malermeister und Mäzene einen etwas speziellen Besitz aufgebaut hat. Eine Führung war notwendig, um sich 5 von 30 Zimmern des Jagdhauses ansehen zu können. Das erste Zimmer war das Wohnzimmer, welches von dem Besitzer tatsächlich noch genutzt wird. Leider war fotografieren verboten, so das wir die Absurditäten leider nicht festhalten konnten. Jedes weitere Zimmer übertraf fast das vorhergehende. Da wussten wir aber noch nicht was uns erwartet! Der Besitzer ist auch Sammler von allerlei Sachen, die wahrscheinlich sonst niemand sammeln würde. Von Kinderschnuller, Froschfiguren, Zündholzschachteln und Bierflaschen aus aller Herren Länder. Neben der Sammelleidenschaft hat der Besitzer sich auch noch seinen eigenen Vulkan gebaut und im Vulkan einige Festräume eingebaut. Kurzum, man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht! http://www.iserhatsche.de

    Danach mussten wir erstmal unseren Zuckerspiegel anheben und haben uns ein Eis im beschaulichen Örtchen Bispingen gegönnt.

    Danach wollten wir unbedingt noch einen Hofladen besuchen, um Heidehonig und Heideschnaps zu kaufen. Nach kurzer Fahrt über die Landstraße, vorbei an Wohnwagen in Waldeinfahrten in denen Damen des horizontalen Gewerbes ihrem Beruf nachgingen, haben wir solch einen Laden erreicht. Gleich gegenüber war auch noch ein Soldatenfriedhof, auf dem ca. 2.500 gefallene Alliierte Flieger begraben waren. Den haben wir uns angeschaut und waren froh den Krieg nicht erlebt zu haben.

    Zum Abend haben wir uns wieder im Italiener im Hotel verabredet, um danach noch 3 Runden Solo zu spielen und den Heidebrand mit 50% Vol. zu uns zu nehmen.
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  • X-1: Der lange Weg

    August 28, 2019 in Germany ⋅ ☀️ 32 °C

    Heute war nun schon wieder die Rückfahrt und somit der Kurzurlaub in der Lüneburger Heide zu Ende. Tatsächlich haben wir den Hotelparkplatz um 9:45 Uhr wie geplant verlassen. Über die A7 ging es in Richtung Hannover, um dann auf die A2 zu wechseln. Unterwegs hatten wir nur einen kurzen Stau. Da der Sprit in Soltau im Gegensatz zu Berlin recht teuer war, hatte ich mich entschieden zu Hause zu tanken. Leider hatte ich mich verkalkuliert und bin mit nur noch 1 Liter im Tank in Michendorf angekommen. Puh, hat aber gerade so geklappt! Kurz vor 15 Uhr sind wir in Strausberg nach ca. 390 km angekommen. Schwiegereltern kurz verabschiedet, um dann noch ein paar Lebensmittel einzukaufen und die Koffer einzupacken für die Reise in Richtung Süden. Wir hatten als Zwischenübernachtung das B&B-Hotel in Schweinfurth ausgesucht, welches wir nach ca. 500 km gegen 23:50 Uhr erreicht hatten. Zugegeben, die letzten 30 min waren recht anstrengend, da wir beide müde waren. Morgen standen ja nochmal knapp 650 km an…

    Das Hotel war soweit ok, leider hatte vorher ein Raucher darin übernachtet und wahrscheinlich auch darin geraucht, obwohl es ein Nichtraucherzimmer war. Es war nicht schön und somit haben wir beide nicht besonders gut geschlafen. Der Chef des Hotels hat sich entschuldigt und uns am nächsten Morgen das Frühstück erlassen. Ok, wir waren versöhnt. Schlimm, diese Raucher!!
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  • X-0:Autoverlad

    August 29, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 19 °C

    Nach dem kostenlosen Frühstück (Schmerzengeld) ging es dann auf der A81 in Richtung Süden. Wir haben auch gleich Tempo gemacht, da wir vor Sonnenuntergang in Saastal ankommen wollten. Vorbei an Schaffhausen (ja, da wo der Rheinfall ist) ging es weiter in Richtung Zürich und Bern. In Schaffhausen konnten wir noch nicht mal anhalten, um uns den Rheinfall anzuschauen – es fehlte schlichtweg die Zeit fehlte. ? Unterwegs wurden wir etwas unsicher, weil unser Navi meinte, dass wir noch eine Fähre nehmen sollten auf der Strecke. Wir konnten es uns nicht erklären und wegen der teuren Roaming-Kosten konnten wir Google auch nicht fragen. Egal, dachten wir, lassen wir es einfach darauf ankommen. Die Fähre entpuppte sich dann als Autozug, auch Autoverlad genannt, den wir nehmen mussten, um durch den Kandergrund ins Lötschental zu kommen. Das war schon spannend, da wir das noch nie erlebt haben. 27 CHF hat das gekostet, aber die Alternative wäre deutlich zeitaufwändiger, da man über den Pass hätte fahren müssen.

    Nach der Durchquerung des Tunnels Innerhalb von 18 Minuten, bei dem das Auto auf dem Eisenbahnwaggon kräftig geschaukelt hat, ging es dann gleich weiter nach Saas-Amalgell, welches wir dann gegen 17:50 Uhr erreicht haben. Bei der Fahrt ins Tal wurden die Berge immer höher, obwohl unser alter Diesel immer höher krabbelte. Naja, es sind ja auch jede Menge Berge, die über 4.000 m hoch sind um uns drum. Der Ort Saas-Amalgell liegt auf ca. 1.600 m Höhe und ist am Ende des Saastals, kurz vor einem Staudamm, gelegen.

    Im Hotel „Wellness & Spa Pirmin Zurbriggen“ https://www.wellnesshotel-zurbriggen.ch/de/ wurden uns gleich die Autoschlüssel abgenommen und das Hotel gezeigt. Ein Angestellter hat unser Auto ausgeräumt und die Sachen ins Zimmer gebracht, sowie unser Auto eingeparkt. Super Service!

    Nach einem 5-Gänge Abendessen wollten wir dann aber nur noch schlafen….
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  • Seinen Ängsten soll man sich stellen

    August 30, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 21 °C

    Nach dem Aufwachen aus dem Fenster geschaut: Sonne! Da es aber unser erster Tag hier war und wir alles langsam angehen wollten sind wir erst mal gemütlich frühstücken gegangen, während die Meisten wahrscheinlich schon am wandern waren. Wir wollten aber erst mal den Ort erkunden, Geld wechseln und die Touristeninfo aufsuchen. Das ging dann recht zügig, der Ort ist ja nicht sonderlich groß. Also sind wir mit dem Sessellift den Berg hinauf gefahren, um uns einen Rundblick zu verschaffen. Vom Hotel haben wir einen sogenannten „Bürgerpass“ bekommen, damit können wir den Bus und alle (!) Seilbahnen im Tal kostenlos nutzen. Wir sind dann zuerst nach Furggstalden (1.893 m) hochgefahren, um dann nach ein paar Fotos gleich in den nächsten Sessellift zu steigen, um nach Heidbodme (2.400 m) hochzufahren. Von hier hatten wir natürlich schon gute Sichten auf die Gletscher gegenüber.

    Von hier aus hätten wir lange Wanderungen bis nach Italien starten können, was wir aber heute nicht machen wollten. Also sind wir nach einer kleinen Pause wieder eine Station nach Furggstalden runter gefahren. Von hier aus haben wir uns auf einen Erlebnispfad begeben, welcher noch richtig erlebnisreich werden sollte.

    Denn unterwegs wurde der Weg teilweise zum Klettersteig, kein Problem für uns, da wir erfahren sind, aber die beiden Hängebrücken, die noch kamen waren voll nach Grittis Geschmack. Aber sie wollte sich ja ihren Ängsten stellen und es probieren. Hat sie auch gemacht und mit guten Zureden von mir prima gepackt. Ganz allein ist sie drüber, ich durfte nicht mit drauf, da die Brücke sonst noch mehr geschwankt hätte.

    Nachdem wir die Brücken passiert hatten und Gritti stolz wie Oskar war, ging es dann wieder talabwärts, immer mit schönen Blicken auf die Gletscher.

    Unten angekommen sind wir ins Hotel gelaufen, um das Kuchenbüffet zu erkunden. Hmm, waren die lecker! Mit einem Kaffee die Sonne genießend haben wir überlegt was wir am Nachmittag machen. Wir haben uns für einen 60 minütige Wanderung ins Nachbarörtchen Saas-Fee entschlossen. Wir sind dort den Gletschern noch näher gekommen. Saas-Fee ist deutlich größer als Saas-Almagell, aber auch touristischer.

    Allerdings sind dort Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor nicht erlaubt. Es dürfen dort nur E-Autos fahren, was den angenehmen Effekt hatte, das kaum Autos da waren. Nur die kleinen Elektro-Versorgungsfahrzeuge der Kommune. Wir haben bei dem Weg durchs Örtchen die Geschäfte angeschaut und tatsächlich auch etwas gekauft. Ein Gürtel wurde benötigt und wir haben einen für 1 CHF bekommen. Geht doch! Am Busbahnhof angekommen ging es mit einem E-Bus nach Saas-Grund. Man muss schon sagen, die Schweizer haben es gut organisiert und die Busfahrer im Gegensatz zu Berlin freundlich. Man muss zwar genau hinhören, weil schwitzerdeutsch schwer zu verstehen ist, aber man gewöhnt sich dran.

    In Saas-Grund haben wir den Bus nach Saas-Fee gewechselt. Wir sind überpünktlich angekommen, so dass wir vor dem Abendessen noch einen Saunagang machen konnten.
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  • Gletscherspalten und andere Hindernisse

    August 31, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 12 °C

    Heute morgen haben wir als erstes das Wetter online gecheckt. Gritti auf ihrem Handy und ich auf meinem. Da mein Wetter besser war haben wir uns dafür entschieden. Also kurz beratschlagt welche Tour wir nehmen. Wir haben uns auf die Wanderung zur Britannia-Hütte auf 3.030 m Höhe geeinigt. Wir sind aber zuerst mit dem kostenlosen Bus nach Saas-Fee gefahren, um dann mit der ebenfalls kostenlosen Seilbahn auf den Felskinn in 2.989 m zu fahren. Dabei konnten wir schon schöne Aussichten auf die Gletscherlandschaft genießen. Vom Felskinn führt noch eine Bergbahn durch den Fels auf das Turmdrehrestaurant „Mittelallalin“ auf 3.454 m. Das haben wir aber heute nicht gemacht, sondern haben uns für die Wanderung zur Britanniahütte entschieden. Gleich hinter der Seilbahnstation war das erste große Schneefeld, welches wir durchqueren mussten. Da wir solche Schneefelder schon kennen, war es für uns keine große Herausforderung.

    Danach ging es über Geröllfelder bergab und wieder bergauf zur Britanniahütte, die man schon von weitem erkennen konnte. Unterwegs mussten wir noch den Chessjen-Gletscher passieren. Der Weg da drüber war schon spannend. Mit langen Stangen hat man den Weg markiert, den man nicht verlassen sollte. Unter einem hörte man das Wasser rauschen. Da wir nicht als Ötzi-Figur enden wollten haben wir den Weg genau eingehalten.

    An der Hütte angekommen haben wir eine kleine Pause gemacht und uns gegen den Rückweg über die Seilbahn mit der wir gekommen sind, entschieden. Wir haben uns dann doch für die große Tour zum Mattmark-Stausee entschieden. Am Wegweiser stand eine Zeit von 3,5 Stunden. Da es 12 Uhr war dachten wir das wäre gut zu schaffen. Allerdings bauten sich um uns herum einige dunkle Wolken auf. Ich war der Meinung das passt, habe aber zur Sicherheit den Hüttenwirt befragt, ob das Wetter hält. Die Jungs kennen das Bergwetter ja besser als wir. Bei der Beschreibung der Wanderung war der Hinweis, dass eine Rückkehr bei einem Wettersturz sehr schwierig wäre.

    Aber wir sind dann losgezogen, wissend, dass wir den Glacier Trail über den Hohlaub- und Allalingletscher nutzen müssen. Die waren nun schon richtig groß und die Spalten schon deutlich tiefer. Auch hier war der zu passierende Weg mit langen Stangen markiert. Hier konnte man aber ganz deutlich den Klimawandel erkennen, da die Gletscher vor 20 Jahren deutlich größer waren. Dies hat uns ein älterer Schweizer erklärt, der hier seit mehr als 60 Jahren in den Bergen unterwegs ist.

    Nachdem wir die beiden Gletscher passiert hatten war es Zeit für einen Picknickstopp. Gritti hatte uns leckere Brote zurecht gemacht. Nun habe ich mir auch noch Zeit genommen, um meine Drohne fliegen zu lassen. Ich habe sie über den Gletscher geschickt, in die Spalten würde ich nicht fallen wollen. Grittis sorgenvoller Blick zum Himmel lies mich den Spieltrieb beenden und wir sind weiter gezogen. Kurz nach ein paar Hügeln standen wir an einem reißenden Gletscherbach, den es zu durchqueren galt. Man hatte zwar Steine in den Bach gelegt, um diese als Trittstufen zu nutzen, allerdings war der Wasserstand in der Zwischenzeit etwas höher, so dass die Steine unter Wasser waren. Ich bin schauen gegangen, ob es einen anderen Weg gab, um drüber zu kommen, aber leider ohne Erfolg. Wir mussten da durch. Gritti hat mich ganz ängstlich angeschaut. Ich habe dann erst mal 2 Schritte gemacht, aber die Strömung hat meinen knöchelhohen Schuh gleich geflutet. OK, die Füße waren nass. Hmm, was machen? Da hatte Gritti den Einfall unsere Gamaschen anzulegen, die wir uns kurz vor dem Urlaub gekauft hatten, um in Schneefeldern keine nassen Füße zu bekommen. Also die Dinger angelegt. Ich bin zuerst durch den Bach gewadet, jeden Stein probierend, ob er fest war. Nun hieß es Gritti zu überzeugen auch da durch zu gehen. Sie ließ sich nicht lange bitten, nur am letzten Stück musste ich sie regelrecht rüberziehen. Geschafft! Und Gritti war stolz auf sich. Ich auf sie auch.

    Nun ging es auf sehr steilen Wegen und zwischen großen Geröllbrocken wieder nach oben, um dann am Schwarzberggrad wieder nach unten zu wandern. Ein sehr steiler Abstieg und irgendwann haben meine Knie ganz schön weh getan. Immerhin mussten wir fast 1.200 m Höhenmeter überwinden. Es ging dann immer weiter zum Mattmark-Stausee, dessen grüne Farbe sehr intensiv leuchtete.

    Die Wolken haben sich zwischenzeitlich etwas mehr verdunkelt und blieben an den hohen Gipfeln hängen. Ein paar Tropfen haben wir abbekommen, aber immerhin sind wir nicht aus Zucker. Auf den letzten tausend Metern mussten wir noch einen Gewaltmarsch hinlegen, um den Postbus, welcher ab der Staumauer nach Saas-Almagell fuhr wartete. 1 Minute vor der Abfahrt haben wir die Station erreicht. Perfekt, hat doch alles geklappt. Aber unsere Füße taten ganz schön weh. Obwohl wir nur ca. 10 km unterwegs waren fanden wir die Tour sehr anstrengend. Wahrscheinlich lag es an dem Auf und Ab. Trotzdem haben wir fast 25.000 Schritte gemacht und mit uns zufrieden. Wir hatten schöne Aussichten (auch auf den 4.027 m hohen Allalin – den wir noch besteigen wollen), haben Murmeltiere gesehen, haben Gletscher überquert und einen „reißenden“ Strom überwunden…🙂
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  • Der perfekte (Urlaubs)-Tag

    September 1, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 13 °C

    Eigentlich sollte heute zum Nachmittag das Wetter schlechter werden, wir haben uns deswegen wieder für das Wetter von meinem Handy entschieden. Da wurde es nicht so schlecht vorhergesagt. Wegen der anstrengenden Wanderung vom Vortage waren wir auch damit beschäftigt unsere Wunden zu lecken. Wir hatten beide Rücken und Füße!!! Deshalb heute nur leichte Gehversuche.

    Nach dem Frühstück sind wir erst mal von Saas-Almagell nach Saas-Grund gelaufen, immer schön am Gletscherbach entlang mit der Sonne im Rücken. Die Ruhe im Tal ist einfach herrlich, ab und zu hat man ein Auto gehört, aber ansonsten nur die Geräusche der Natur. Auf dem Weg sind wir an einer Freiluft-Kapelle vorbei gekommen.

    Vorbei an einem idyllisch gelegenen Campingplatz sind wir dann nach ca. 1 Stunde in Saas-Grund angekommen, um dort den Bus den Berg hinauf nach Saas-Fee zu nehmen.

    In Saas-Fee angekommen wollten wir uns das Treiben in dem kleinen Ort anschauen, denn heute war die sogenannte Genußmeile. Entlang der Hauptstraße waren jede Menge Stände und Tische aufgebaut, an denen man die unterschiedlichsten Leckereien der Schweiz probieren konnte. Überall spielte auch volkstümliche Musik und die Einwohner waren in den verrücktesten Trachten gekleidet. Am Nachmittag gab es dann auch einen Wettbewerb wer die schönste Tracht anhatte. Es war ein Spaß da zuzuschauen und zuzuhören. Die Leute haben sich in schwitzerdütsch unterhalten, was wir natürlich nicht verstanden haben. Angesteckt von dem fröhlichen Treiben haben wir uns gleich jeder etwas Trachtenklamotten gekauft. Für Gritti ein Dirndl-Oberteil und für mich ein Trachtenhemd! Das musste sein!

    Nachdem wir das Fest passiert hatten wollten wir noch etwas hinauf und sind mit der Seilbahn zuerst zum „Spielboden“ hinaufgefahren (2.448 m). Nach kurzem Aussicht genießen ging es dann weiter hinauf auf den 2.870 m hohen Längsfluh. Hier war man dann umgeben vom Fee-Gletscher. Und wir konnten wieder auf den Allalin schauen. Richtig tolle Aussichten konnten wir genießen. Man kann nicht genug bekommen. Bei der Hochfahrt habe ich den Seilbahnführer gefragt, ob es für ihn nicht langweilig ist, immer das Gleiche zu sehen. Nein, war seine Antwort. Früher hat er in Zürich in einer Fabrik gearbeitet und ist froh nun in den Bergen zu sein. Kann ich nachempfinden.

    Oben angekommen sind wir einen kleinen Rundweg abgelaufen, haben Picknick gemacht und mein Spielzeug fliegen lassen. Nach dem Genießen der Aussicht sind wir wieder in Richtung Seilbahn gelaufen, da wir am „Spielboden“, also eine Station tiefer, noch Murmeltiere füttern wollten. Angeblich sollen die relativ zutraulich sein. Wir hatten auch ein bißchen Studentenfutter dabei, also Kalorien für den Winter. Nach ein paar Minuten haben wir tatsächlich auch welche gesehen und eines davon hat tatsächlich aus der Hand gefressen. Gritti konnte dem kleinen Kerl sogar mal kurz über die Nase streicheln.

    Gritti hat sich vor lauter Grinsen gar nicht mehr eingekriegt. Sie sind aber auch putzig anzusehen.

    Mit der letzten Seilbahn um 16:15 Uhr sind wir dann talabwärts gefahren. Eigentlich wollten wir nach Hause laufen, haben uns dann aber doch für den Bus entschieden, da wir beide wieder fußlahm waren.
    In Saas-Almagell angekommen, haben wir unsere 3 letzten Kekse an die Enten und Gänse am Dorfteich verfüttert.

    Nun hatten wir auch Hunger und heute sollte es im Hotel Fondue geben. Boah, war das lecker und richtig toll angerichtet. Also der Abschluss eines perfekten Tages mit viel Sonne, guter Laune, freundlichen Leuten und tollen Eindrücken.
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  • Nebelmeer, Wolkenmeer und Nichtsmeer

    September 2, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 8 °C

    In einem Wanderführer hatte ich gelesen, dass man von dem über 4.000 m hohen Weismies insgesamt 3 Meere sehen kann – das Nebel-, das Wolken- und das Nichtsmeer. Nun gut, da wollten wir heute gar nicht hin, sondern eigentlich zum Talanfang nach Stalden fahren, um dort mit der Seilbahn auf einen Höhenwanderweg zu fahren und dann talaufwärts zu laufen. Aber gleich morgens hingen die Wolken sehr tief. Es sah allerdings so aus, als ob die sich bald auflösen oder zumindest auflockern. Also sind wir erst mal mit dem Bus bis Saas-Grund gefahren und haben in der Touristeninfo nachgefragt, ob sich das heute lohnen würde. Die Dame am Infoschalter hat uns allerdings davon abgeraten. Ok, was machen wir dann mit dem Tag? Ein Plan B war nicht zur Stelle, auch fing es dann noch an zu regnen. Dabei hingen die Wolken schon am Kirchturm fest.

    Naja, wenn wir schon mal hier sind, dann fahren wir eben mit der Seilbahn von Saas-Grund auf den Kreuzboden (2.400 m). Meine Hoffnung war, dass wir die Wolkendecke durchstoßen und dort bessere Aussichten haben.

    Leider wurden wir enttäuscht, während der Fahrt nach oben wurde es eher immer nebliger und man hat die nächste Gondel kaum noch gesehen.

    Also probieren wir eine Etage höher (wir hatten ja ein Flatrate-Ticket) und schauen, ob wir dann die Wolken durchstoßen. Pustekuchen! Lag wohl daran, dass wir unser Fondue gestern Abend nicht aufgegessen hatten. Auf der Hohsaas in 3.142 m angekommen, haben wir erst mal in den Nebel gestiert. Ab und zu lichtete sich auch der Nebel und man konnte den Triftgletscher sehen. Den 4.017 m hohen Weismies leider nicht! Aber man konnte von dort oben bestimmt die genannten 3 Meere sehen.

    Mit der Zeit wurde es ganz schön frostig, die Temperatur war kurz vor 0 Grad Celsius. Trotzdem haben wir aus dem Nebel noch einige Wanderer auftauchen und wieder verschwinden sehen. Ein Pärchen hat es aber für unsere Verhältnisse übertrieben: kurzärmelig und in kurzer Hose. Das waren bestimmt Engländer! Als wir einen Blick auf den Gletscher werfen konnten haben wir auch eine Gruppe vom Gipfel hinab über den Gletscher wandern sehen. Nee! – das wäre nun wirklich nichts für uns.

    Nachdem wir die Hoffnung begraben haben, dass sich der Nebel bald auflösen würde sind wir wieder nach ganz unten gefahren. Wandern wir eben in der Talsohle. Leider regnete es dann wieder etwas stärker, so dass wir dann doch den Bus nach Saas-Almagell genommen haben. Nach ein paar Kilometern wurde der Regen weniger und die Wolkenbasis höher. Also kurz vorm Ortseingang ausgestiegen und dann doch noch kurzentschlossen auf Wanderung gegangen.

    Also ein paar Stufen hinaufgestiegen und wir hatten den Rundwanderweg entdeckt. Und es hat sich gelohnt, die Sichten ins Tal wurden immer besser.

    Auch war das der Weg über eine Brücke, die über einen Wasserfall führte. Gritti war „begeistert“, denn in die Brücke waren Lochbleche eingesetzt, so dass man durch den Boden sehen konnte. Der absolute Super-Gau. Aber auch hier wollte sie sich ihren Ängsten stellen. Unterwegs haben wir dann noch ein schönes Plätzchen entdeckt, von dem man einen herrlichen Blick auf das Dörfchen Saas-Almagell hatte.

    Nach ca. 10 Minuten haben wir dann die Brücke erreicht. Nun hieß es für Gritti mutig sein. An der anderen Seite angekommen war sie froh es geschafft zu haben. Nun nochmal zurück bis in die Mitte und von der Brücke runterschauen, dann ist die Mutprobe geschafft. Zu guter Letzt habe ich dann noch meine Drohne in die Luft gebracht und ein „Brücken-Foto“ gemacht.

    Nach der Brücke ging es dann beschaulich auf schmalem Wege weiter bis zum Dorfplatz.

    Im Hotel angekommen haben wir uns wieder am Kuchenbuffet gütlich getan. Dabei konnten wir von der Außenterrasse beobachten, wie ein Hubschrauber Baumaterial aufnahm und auf den Berg geflogen hat. Vielleicht sollte ich doch darüber nachdenken in der Schweiz zu fliegen… Fracht motzt nicht und Fracht kotzt nicht!

    Gleich danach sind wir nochmal zum Dorfplatz gelaufen, um ein wenig Bargeld zu holen, damit wir unseren Bergführer am Mittwoch bezahlen können. Heute morgen haben wir nämlich den Aufstieg aufs Allalinhorn gebucht. Das Wetter soll ja 👍 🌞🌞werden.

    Dabei konnten wir die Straßenbauarbeiten vor unserem Hotel beobachten. War laut, aber uns hat es nicht gestört. Mit Schweizer Präzision haben die gleich morgens den Belag abgefräst und ohne Pause bis zum Abend gearbeitet. Und was für uns unglaublich war: die waren fertig! Ich denke dann immer an die Baustellen auf unseren Straßen. Man muss bedenken, dass dies hier nur die Dorfstraße (also nicht die wichtigste) war.

    Wie jeden Abend gab es im Hotelrestaurant ein 5-Gang-Menü. Es ist gut verständlich, dass wir jeden Tag wandern müssen, sonst würden meine Hemden im Bauchbereich noch enger anliegen.
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  • Auf alten Schmugglerpfaden

    September 3, 2019 in Italy ⋅ ☁️ 11 °C

    Das Wetter sollte heute traumhaft werden, Sonne satt mit wenig Wind und guten Sichtweiten. Also haben wir uns für die Tour zum Monte Moro-Pass entschieden. Der Pass war früher, und vielleicht auch heute noch, ein Schmugglerpfad.

    Mit dem Bus sind wir gleich morgens 9 Uhr zum Mattmark-Stausee gefahren. Die sich aufbauende Staumauer baute sich bedrohlich vor einem auf. Nachdem wir die Endstation erreicht hatten gab uns der freundliche Busfahrer noch den Hinweis mit auf den Weg, dass der letzte Bus um 18:26 Uhr fährt, dann erst wieder um 8:26 Uhr am nächsten Morgen. Nun gut, unsere Tour sollte 6 Stunden dauern, wir hatten also noch 3 Stunden Puffer eingebaut.

    Über dem Staudamm sind wir dann in Richtung Osten gelaufen, um dann irgendwann immer bergan ins Ofental aufzusteigen. Dabei hatten wir schon schöne Blicke auf die 4000er Gruppe gegenüber vom Stausee, sowie die Gletscher, die wir schon selbst überquert hatten.

    Nach einiger Zeit hatten wir dann das Ofental verlassen und sind das Tal-Ende hinaufgestiegen. Das war ganz schön kräftezehrend, so dass wir dann doch eine Pause machen mussten. Auch haben wir uns dann längere Kleidung übergeworfen, da die Sonne uns sonst einen kräftigen Sonnenbrand verpasst hätte. Im Hochgebirge wirkt sie deutlich stärker. Nach ein paar Klettereinlagen an Ketten und Stahlstufen haben wir dann den Pass erreicht.

    Oben angekommen auf 2.853 m bot sich wieder ein schöner Ausblick. Außerdem waren wir nun in Italien. Leider fuhr die Seilbahn nicht, dann hätten wir noch ins Tal hinab fahren können. Also haben wir stattdessen die Aussicht genossen. Das gegenüberliegende und über 4.600 m hohe Monte-Rosa-Massiv war schon gewaltig. Man hatte uns gesagt, dass es nur an wenigen Tagen im Jahr frei von Wolken wäre. Heute war so ein Tag.

    Die Italiener hatten hier oben eine etwas kitschige Marien-Statue, statt eines Gipfelkreuzes aufgebaut.

    Nach kurzem Picknick haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Wir waren wegen der Fotostopps und dem Genießen der Landschaft schon etwas im Verzug und hatten noch die mahnenden Worte des Busfahrers im Ohr.

    Also mit schnellen Schritten ins Tal in Richtung Stausee. Unterwegs habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, weshalb die Kühe hier ausgerechnet immer auf den Weg schei… müssen. Man musste deren Hinterlassenschaften immer wieder umgürten, während sie uns etwas gelangweilt hinterher schauten.

    In der Talsohle angekommen waren wir dann doch deutlich abgeschlafft. Aber der Stausee musste noch umrundet werden, zumindest bis zur Staumauer. Wir waren nun schon 2 Stunden im Verzug, also hieß es das Tempo etwas zu steigern. Die Füße taten aber schon weh, aber wie sagt man so schön: soweit die Füße tragen.

    Vorbei an einem großen Wasserfall und durch 2 Tunnel hindurch haben wir dann die Busstation erreicht. Nach über 32.000 Schritten.
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  • Der erste 4.000er!

    September 4, 2019 in Switzerland ⋅ ☁️ 6 °C

    Heute wollten wir nun unseren ersten 4.000er Berg bezwingen, schließlich hatten wir ja die Schweiz 🇨🇭 als unser Urlaubsziel ausgesucht, um dieses Ziel zu erreichen. Ich selbst hatte ja schon lange davon geträumt mal so hoch zu wandern, bei Gritti waren die Bedenken eher da. Da es keinen 4.000er gab, den man nur erwandern kann, sondern immer Schnee- und Gletscherfelder überqueren muss hatten wir eigentlich schon gedacht, dass es wohl nichts werden würde. Aber ich hatte mich belesen und daraus entnommen, dass es für uns Normalos auch machbar wäre.

    Früh um 6 Uhr klingelte unser Wecker, schließlich sollte es um 7:30 Uhr losgehen. Im Bus waren wir die ersten Fahrgäste. Die Außentemperatur betrug 4 Grad. An der Seilbahnstation in Saas-Fee haben wir uns mit 2 anderen Schweizern (Pierre und Liesbeth) und unserem Bergführer getroffen. Beat (gesprochen Be-at) hieß er. Als Ausrüstung hatte er Steigeisen für die Schuhe und Klettergurte mitgebracht.

    An der Seilbahn waren schon jede Menge Skifahrer versammelt, die nach ganz oben fahren wollten, um sich die Piste runterzustürzen. Wir haben gelernt, dass es in der Schweiz nur 2 Sommer-Skigebiete gibt, in Zermatt und Saas-Fee.

    Zuerst hieß es dann mit der Seilbahn auf den Felskinn (3.000 m) zu fahren, um dann mit der Zahnradbahn „Metro-Alpin“ durch den Berg zum Mittel-Allalin (3.500 m) zu fahren.

    Oben angekommen haben wir dann unsere Steigeisen angelegt. Im Entenmarsch sind wir zum Gletschereinstieg gelaufen, immer darauf achtend nicht von Skifahrer umgefahren zu werden. Die haben teilweise ein ganz schön hohes Tempo drauf gehabt. Am Gletscheranstieg wurden wir dann alle mit einem Seil verbunden, um beim möglichen Abrutschen gesichert zu sein. Unser Gipfel war das 4.027 m hohe Allalinhorn. Das Wetter für unsere Tour war perfekt, kaum Wind und viel Sonne.

    Mit gleichmäßigen Tempo ging es dann langsam bergauf, Gritti war gleich hinter dem Bergführer festgemacht. Ohne Steigeisen wären wir nie auf den sehr schmalen Gletschergraten hinaufgekommen. Vorbei an bis zu 100 m tiefen und beeindruckenden Gletscherspalten stiegen wir immer weiter bergauf. Bereits von hier hatten wir gigantische Aussichten. Man hatte den Eindruck die ganze Schweiz zeigt seine Berge. Nach ca. 1,5 Stunden haben wir auf 3.790 m dann eine Pause eingelegt.

    Der Gipfel war schon zum greifen nah, allerdings sollten für die restlichen knapp 250 m noch eine Stunde benötigt werden. Die dünne Luft hat sich schon bemerkbar gemacht.

    Nachdem wir auf dem Gipfel angekommen sind gab es die Glückwünsche vom Bergführer und das Foto vorm Gipfelkreuz. Danach hat man sich seinen Glücksgefühlen hingegeben. Wir beide, Gritti und ich, waren auf unterschiedliche Weise stolz und glücklich. Nun hatten wir ein wenig Zeit den 360 Grad Rundumblick zu genießen. Neben dem Matterhorn haben wir noch einige 4.000er gesehen. Vom Bergführer haben wir erfahren, dass die Schweiz 48 Viertausender hat, davon 45 im Kanton Wallis, wo wir waren. Bis Italien, welches unter einer geschlossenen Wolkendecke lag, konnten wir schauen. Ein perfektes Panorama. Man muss es selbst gesehen haben, um es zu verstehen.

    Nach ca. einer halben Stunde ging es dann bergab. Diesmal in umgekehrter Reihenfolge, dass heißt unser Bergführer lief ganz hinten. Auch hier war es zumindest für mich einfach nur staunen über die Landschaft. Beim Abstieg hat man gemerkt, dass der am frühen Morgen harte Schnee schon deutlich weicher war. Die Sonne hatte noch viel Kraft. Deshalb mussten wir unseren Weg etwas ändern, da die Passage über eine Gletscherspalte schon sehr dünn war.

    Ohne Verluste, sind wir dank der Steigeisen nach 1,5 Stunden wieder unten angekommen.
    Leider hatte die Zahnradbahn zwischenzeitlich technische Probleme bekommen, so dass sich die Ski-Fahrer vor dem Terminal regelrecht stapelte. Es herrschte eine dichte Drängelei. In dem Gedränge haben wir uns von unserem Bergführer verabschiedet, um dann selbst noch auf die Außenterrasse des Drehrestaurants zu klettern. Von hier aus konnten wir dann nochmals die schönen Aussichten in sich aufnehmen. Mit Pierre und Liesbeth haben wir im Drehrestaurant (https://www.myswitzerland.com/de-ch/erlebnisse/…) zusammen eine Limonade getrunken.

    Nachdem die Metro-Alpin wieder funktionierte und die Masse der Skifahrer weniger wurde haben wir selbst den Abstieg gewagt. Nach insgesamt 45 Minuten waren wir dann wieder in Saas-Fee. Es sah schon komisch aus, wenn aus der Seilbahnstation bei strahlendem Sonnenschein und fast 20 Grad Skifahrer rauskamen.

    Eigentlich wollten wir mit dem Bus ins Hotel fahren, haben uns aber wegen des schönen Wetters zum Fußmarsch entschieden. Gritti hätte dabei am liebsten die Pilze, die am Wegesrand wuchsen mitgenommen.

    Im Hotel angekommen habe ich im Schwimmbad ein bißchen im Pool geplanscht und die Eindrücke sacken lassen. Unser erster 4.000er!
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  • Zermatt

    September 5, 2019 in Switzerland ⋅ 🌫 10 °C

    Nach dem gestrigen Super-Sonnentag war heute das Wetter dann doch nicht so schön, die Wolken hingen schon morgens tief, so dass es sich nicht lohnte weit hinauf zu fahren oder zu wandern. Geplant hatten wir nach Zermatt zu fahren, allerdings war uns bewusst, dass wir das Matterhorn nicht sehen werden. War aber nicht so schlimm, da wir es ja bereits vom Allalin-Horn gesehen hatten. Weiter in Richtung Norden waren die Berge etwas freier und die Sonne schien dort auch mehr. Der Wetterbericht sagte aber eine Schlechtwetterfront aus Nordwesten voraus, so dass es dort auch nicht lange dauern würde bis das Wetter schlechter werden würde. Also sind wir nach Zermatt gefahren bzw. nur bis Täsch, einem Ort vor Zermatt. Ab dort war es nicht möglich mit dem Auto nach Zermatt zu fahren, da Zermatt für den Individualverkehr gesperrt war.

    Wir haben unser Auto im Parkhaus abgestellt, welches direkt am Bahnhof war. Schnell zwei Tickets für insgesamt 32 CHF gelöst und in den Zug eingestiegen. Nach kurzer Fahrt durch einige Tunnel sind wir in Zermatt angekommen. Es waren viele Menschen unterwegs, viele mit Rollkoffern und großen Taschen. Vor dem Bahnhof standen die kleinen E-Autos der verschiedenen Hotels bereit, um ihre Gäste samt Gepäck abzuholen. Wir haben erst mal die Touristeninfo angesteuert und gefragt was wir hier so machen können, wenn wir heute keinen Blick auf das Matterhorn erhaschen können. Die freundliche Dame am Schalter hat uns den alten Dorfkern und die Gorner-Schlucht empfohlen. Das hörte sich doch gut an, da Gritti schon immer mal in einer richtigen Klamm wandern wollte. Also entlang der Bahnhofsstraße an vielen Geschäften mit Luxusartikeln und Touristenshops sind wir in Richtung Schlucht gelaufen.

    Nach einem mühsamen Aufstieg (uns taten doch noch die Beine von gestern weh), haben wir den Eingang erreicht. 10 CHF für beide bezahlt und in die Schlucht abgestiegen. Auf schmalen Holzstegen, die an der Wand der Schlucht befestigt waren, sind wir über dem schmalen Gletscherbach gelaufen. Vorsichtig hat Gritti über das Geländer geschaut. Nach einiger Zeit haben wir das Ende der Schlucht erreicht und sind einen schmalen Waldweg entlang gewandert. Nach einer kurzen Picknickpause haben wir die Wanderung zur Seilbahnstation Furi entschieden.

    Die Wolken wurden nun immer dichter und wir überlegten, ob wir mit der Seilbahn ins Tal fahren oder doch lieber laufen. Ach, wir sind doch nicht aus Zucker, haben wir gedacht und haben uns für den Weg zu Fuß, immer unterhalb der Seilbahn verlaufend, entschieden. In Zermatt angekommen setzte dann auch stärkerer Regen ein, also ein richtiges Sauwetter.

    Na gut, ein guter Zeitpunkt für den Rückweg. Am Bahnhof angekommen, hatten wir noch 20 min. Zeit und haben ein Schokoladengeschäft entdeckt. Und das sah alles so lecker aus, dass wir uns 100 g von einer der Schokoladenplatten abbrechen lassen haben. Hmm, war die gut!

    Nachdem wir unser Auto wieder erreicht haben, sind wir auf direkten Wege ins Hotel gefahren. Wir haben zumindest unser Tagesziel von 10.000 Schritten erreicht.

    Nach dem Abendessen sind wir dann nochmal ins Nachbardorf Saas-Grund gefahren und haben an einem „Sagenabend“ teilgenommen. Im ältesten Gasthof des Dorfes las der evangelische Pfarrer alte Sagen der Walser vor. Bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein erzählte er neben den gesammelten Geschichten auch noch von dem Leben der Walser (Einwohner des Kantons Wallis). Wir fanden es toll und spannend. Auch haben wir wieder etwas dazu gelernt. Zum Beispiel weshalb die Stadeln (Scheunen und Vorratshäuser) immer erhöht gebaut sind und mit einem Granitteller abgestützt sind. Ganz einfach: damit die Mäuse nicht eindringen können…
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  • Schnee und neue Reifen

    September 6, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 4 °C

    Angesagt war es ja, das schlechte Wetter mit Kälteeinbruch, aber als Gritti heute Morgen aus dem Fenster geschaut hat, der staunende Ausruf: „es schneit“! Dicke Flocken kamen vom Himmel und die Berge, so man sie noch sehen konnte, waren schon ordentlich überzuckert. Der erste Schnee in diesem Jahr.

    Nun, es war feuchter Schnee, der zum Mittag hin auch in Regen überging, aber trotzdem sah es irgendwie toll aus. Natürlich nur hinter der schützende Glasscheibe, denn draußen kroch die Kälte gleich unters Hemd. Also gingen wir in den Wellness-Bereich und Gritti hat sich eine Behandlung gegönnt. Der erste Teil ging aber etwas schief, da das Sprudelbad immer mehr Schaum erzeugte und Gritti fast darin verschwand. Hätte sie nicht vorher den Notaus-Taster gedrückt, wäre wohl das Massagezimmer samt Gritti im Schaum untergegangen. Na gut, dafür war wohl die Ölmassage TOP! Ich habe mich derweil in der Sauna und im Schwimmbad vergnügt.

    Da das Wetter ein wenig besser wurde und ich unbedingt noch 10.000 Schritte laufen „musste“, haben wir nach dem sehr leckerem Kuchenbuffet des Hotels am Nachmittag unsere Wanderschuhe angezogen und sind mit dem Bus zum Mattmark-Stausee am Tal-Ende gefahren.

    Oben an der Staumauer angekommen, standen wir erst mal in einer Wolke. Hmm, wollen wir das wirklich, bis ins Tal wandern!? Klar, irgendwann werden wir schon aus der Wolke rauskommen. Trotzdem war es schon irgendwie etwas komisch ohne viel Sicht auf der Staumauer entlang zu laufen.

    Nach dem Passieren der Staumauer ging es talabwärts, anfangs noch in der Wolke. Unterhalb der Wolke waren die Sichten durch die tiefen Wolken schon beeindruckend.

    Natürlich dauerte die Wanderung länger als geplant, was meist an den vielen Fotostopps lag, die wir eingelegt hatten.

    Irgendwann löste sich aber die Sohle von Grittis Wanderschuh. Och nö, nicht schon wieder. Immer im Urlaub gehen irgendwelche Schuhe von ihr kaputt. Zusätzlich fing es dann auch noch richtig an zu regnen, so dass wir in Richtung Straße gelaufen sind und den Bus genommen haben, der zum Glück gleich um die Kurve kam. Den Busfahrer haben wir gefragt wie lange die Läden offen haben. Bis 18:30 Uhr und um 18 Uhr könnten wir in Saas-Fee sein. Dort angekommen haben wir auf der Hauptstraße gleich ein Sportgeschäft erspäht und sind rein. Wir hatten auch Glück, denn mit der Schuhgröße 36 hat Gritti sehr oft Probleme was passendes zu finden. Aber siehe da, sie hatte Glück. Und nun konnte sich Gritti gleich ein paar neue Reifen aufziehen lassen. Schließlich hat es ja geschneit!
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  • Geläut und ein prächtiges Schloss

    September 7, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 14 °C

    Eigentlich wollten wir heute schon ganz früh zu einem Alm-Abtrieb wandern. Dazu hatte ich uns den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt, damit wir nach dem Frühstück mit dem Bus bis Saas-Grund fahren können, mit der Seilbahn bis Kreuzboden auf 2.400 m, um dann nach einer guten Stunde bei der Alm „Hoferälpli“ anzukommen. Hier sollte der Alm-Abtrieb starten. Aber als ich um 6:30 Uhr, na gut, 6:40 Uhr aus dem Fenster geschaut und die fast aufliegenden Wolken gesehen habe, bin ich wieder ins Bett gegangen. Schade, aber im Nebel zu wandern im Hochgebirge ist dann doch nicht so toll.

    Nach einem etwas späteren und ausgiebigen Frühstück im Hotel haben wir beschlossen uns den Alm-Abtrieb dort anzuschauen, wohin die Kühe getrieben werden, nach Saas-Balen. Die sollten so gegen 12 Uhr ankommen. Vorher haben wir uns noch eine niedliche Rundkirche angeschaut.

    Ich hatte zwischenzeitlich einen großen Wasserfall entdeckt, den ich mir anschauen wollte. Gritti wollte im Dorf warten, also bin ich allein ein paar hundert Meter den Berg hinauf gelaufen. Am Wasserfall sollte die Herde vom Alm-Abtrieb noch vorbeikommen.

    Nach einiger Zeit kam die Rindviecher-Herde angebimmelt. Manche hatten ganz schön große Glocken um den Hals hängen, waren zusätzlich noch geschmückt. Dies schien allerdings nicht jeder Kuh zu gefallen, da insbesondere die Kuh mit dem Weihnachtsbaum auf dem Kopf ihre Kolleginnen ebenjenen immer wieder in die Flanken zu hauen versuchte. „Zickenkrieg“ auf andere Art. Diese Rangeleien führten dazu, dass die Hirten gut zu tun hatten die Tiere auf dem Weg zu halten. Ich habe mir erklären lassen, dass Kühe nicht so gern bergab laufen. Kann ich verstehen, meine Knie tun dann auch weh.

    Im Dorf angekommen, durften die Kühe erst mal auf eine grüne Wiese. Die Besucher (Einheimische und Touristen) schauten sich das Treiben an, nebenan waren Tische und Bänke aufgebaut und die Leute konnten auf die Saison anstoßen. Nebenbei wurde Käse verkauft. Gritti und ich haben in der Zeit wahrscheinlich noch nie so oft Kühe fotografiert. Diese Städter!

    Jedenfalls waren wir beide der Meinung, dass so eine Kuh schlecht hören muss, bei dem Gebimmel wird man irgendwann taub.

    Uns hat der Alm-Abtrieb gefallen, man sieht es ja nicht so oft. Danach haben wir erstmal in den Himmel geschaut, ob man doch noch ein bißchen wandern könne. Aber leider waren die Wolken immer noch tief. Nur im Tal laufen wollten wir nicht, wir wollen schon eine schöne Aussicht haben. Da dies nun wegen des Wetters ausfallen musste, haben wir uns dazu entschlossen in das kleine Städtchen Brig zu fahren, welches am Fluß Rhone liegt. Nach ca. 35 Minuten waren wir im Stadtzentrum von Brig. Auto in der Tiefgarage abgestellt und zum Stockalper-Schloß (https://www.brig-simplon.ch/schloss) gelaufen, welches wir uns anschauen wollten.

    In einer kleinen Gruppe haben wir an einer Führung teilgenommen. Da das Schloß im Besitz der Stadt ist, war hier auch das Landgericht untergebracht. Der Verhandlungssaal war sehr schön dekoriert, da lohnt es sich bald als Angeklagter auf der Bank zu sitzen.

    Nach dieser Führung sind wir noch ein wenig durch die Altstadt gebummelt und haben uns die schönen Patrizier-Häuser angeschaut. Die ganze Stadt machte einen friedlichen, aber schon leicht mediterranen Eindruck. Brig liegt direkt am Simplon-Pass und hat somit gute Verbindungen nach Italien.

    Nach so viel Kultur wollte ich mir dann ein Eis leisten, aber bei 4,50 CHF ist mir der Appetit ganz schnell vergangen. Die Schweiz ist ja teuer, aber das war dann doch zu viel. Erste Regentropfen ließen uns dann auch in Richtung Parkhaus ziehen, um zurück zum Hotel zu fahren. Also wieder rein ins Saas-Tal und von 680 m auf 1.670 m hinaufgefahren. In Brig hatten wir knapp 19 Grad, in Saas-Almagell dann nur noch 9 Grad. Und hier hingen die Wolken wieder in den Bergen fest. Aber morgen wird es besser…
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  • Almageller-Alp und tanzende Wolken

    September 8, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 8 °C

    Gestern Abend haben wir dem lieben Herrgott ein Stoßgebet gesendet, dass er uns an unserem letzten Urlaubstag in der Schweiz doch bitte schönes Wetter schicken soll. Vorher hatten wir uns schon eine schöne Abschlusswanderung ausgesucht. Sie sollte von der Seilbahnstation Kreuzboden (2.400 m) auf dem Höhenwanderweg nach Saas-Almagell führen. Somit hätten wir nochmals schöne Aussichten auf die gegenüberliegende Berggruppe gehabt.

    Aber am Morgen war richtiges Bäh-Wetter, Wetter bei dem man zu Hause den Haushalt macht oder sinnlose YouTube-Videos anschaut. Es war windig, kalt und feucht. Naja, gehen wir erstmal frühstücken, ich hatte auf den Webcams der Bergstationen nachgeschaut, wie das Wetter in den Bergen ist. Und da sah es gar nicht so schlecht aus.

    Nach dem Frühstück hat Gritti unser Picknick fertig gemacht und sind dann gleich zur Bushaltestelle am Dorfplatz gelaufen. Um kurz nach 9 Uhr fuhren wir dann nach Saas-Grund, um mit der Seilbahn, wie geplant auf den Kreuzboden zu fahren. Es war zwar immer noch kalt, aber die Wolken hoben sich ein wenig.

    Auf dem Kreuzboden angekommen sind wir dann noch in die nächste Seilbahn zum Hohsaas (3.200 m) umgestiegen, um einen letzten Blick auf den Weismies mit seinem Gletscher zu werfen. Oben angekommen standen wir im Schnee, es hatte die beiden vergangenen Tage ordentlich geschneit.

    Der 4.023 m hohe Weismies lies sich allerdings nicht blicken. Er verhüllte sich in den Wolken, wir wussten ja, dass man von ihm aus 3 Meere sieht… Na gut, dann eben nicht! So sind wir dann wieder abwärts auf den Kreuzboden gefahren, um unsere Wanderung zu beginnen. Knapp 4 Stunden bis zum Ziel, der Seilbahnstation Furrgstalden stand auf dem Wegweiser.

    Der Wanderweg schlängelte sich in knapp 2.600 m an der Bergkette entlang. Das Wetter wurde besser! Danke, lieber Gott! Die Bergspitzen gegenüber haben sich zwar nicht gezeigt, aber die Wolken waren dann doch hoch genug, um ein schönes Panorama zu bieten. Dann kam auch noch die Sonne raus, so dass die knapp 0 Grad Celsius richtig erträglich waren, wobei wir uns gut eingekleidet hatten. Nach ein paar Kurven um den Bergrat konnten wir dann auch wieder schöne Blicke auf den Mattmarkstausee werfen. Kurzum, die Tour hat sich gelohnt und man sollte seiner Wetter-App auf dem Handy nicht immer vertrauen.

    Nach weiteren Kurven kamen wir dann im Almageller-Hochtal an. Hier stauten sich noch einige Wolken und Gritti schaute sorgenvoll in diese Richtung. Sie wollte nicht unbedingt auf dem Höhenweg in der Wolke laufen. Ich habe die Bedenken ignoriert und wir konnten ein wenig später tanzende Wolken beobachten, die am Hang hochgekrochen kamen und dann vom Wind verwirbelt wurden. Ein Schauspiel für jeden Meteorologen und auch uns.

    Nach einer weiteren guten Stunde sind wir dann an der Almageller-Alp (www.almagelleralp.ch) angekommen, einen kleinen Wirtshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer. Die Alp wird gern als Zwischenstation genutzt, um über den Zwischberger-Pass und dann weiter zum Simplon-Pass nach Italien zu wandern. Auch eine schöne Tour durchs Hochgebirge.

    An der Alp haben wir uns einen Aperol-Spritz gegönnt. Dabei immer mit perfekten Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Postkarten-Idylle!

    Danach ging es dann weiter zur Bergstation der Seilbahn Furggstalden. Der Weg führte dann wieder über 2 große Hängebrücken. Es waren die gleichen wie am ersten Tag unseres Urlaubes in der Schweiz. Ich fand sie toll und spannend, Gritti eher nicht. Aber sie hat wieder allen Mut zusammen genommen und ist ganz tapfer über die Brücken gelaufen.

    Danach kamen noch einige Klettersteig-Elemente, aber das waren dann keine große Herausforderungen mehr. An der Seilbahn angekommen ging es zügig ins Tal.

    An unserem letzten Tag haben wir dann noch einige Zeit im Wellnessbereich des Hotels zugebracht. Da konnten wir ein wenig die Knochen in der Wärme der Sauna pflegen.

    Und zum Abendessen gab es Fondue, wie am letzten Sonntag!

    Damit geht der Urlaub dem Ende entgegen, morgen wollen wir die fast 1.100 km in einem Ritt schaffen. Vorausgesetzt wir stehen nicht in jedem Stau.

    Uns hat die Schweiz sehr gut gefallen. Ja, sie ist für unsere Verhältnisse teuer, aber wir konnten den Kostenblock der Verpflegung durch die gebuchte Halbpension im Hotel deutlich reduzieren. Die Landschaft ist ein Traum und insbesondere mir haben es die hohen Gipfel angetan. Nachdem nun Gritti gemeint hat, dass sie mit ihren neuen Schuhen eventuell doch nochmal einen 4.000er mit mir bestiegen würde, stehen die Chancen ja nicht schlecht die Schweiz nochmal zu besuchen…
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  • Immer nur bergab

    September 9, 2019 in Switzerland ⋅ ☁️ 10 °C

    Leider sind die schönen Tage in der Schweiz schon wieder Vergangenheit, so dass wir den Heimweg antreten müssen. Am Vorabend noch schnell die Koffer gepackt, bzw. alles in den Koffer geworfen, da man sich nicht mit solchen Nebensächlichkeiten aufhalten möchte am letzten Urlaubstag.

    Nachdem wir im Hotel nochmal richtig gut gefrühstückt haben (war das bisher beste Frühstücksbuffet, welches wir auf unseren Reisen kennenlernen durften), unsere Getränkerechnung bezahlt hatten und die lustigen Trinkgeldboxen für die freundlichen Mitarbeiter gefüllt haben, sind wir pünktlich auf die Minute um 9 Uhr gestartet.

    Das Wetter war heute wieder richtig schön und da fiel es natürlich schwer jetzt wieder nach Hause zu fahren. Auch der Weismies ließ sich heute blicken und da Gritti meinen sehnsuchtsvollen Blick zum Berg bemerkt hatte hat sie gesagt, dass wir ja nochmal mit der Seilbahn hochfahren könnten. Und ich dachte schon sie fragt nie. Super! Also in knapp 25 min mit der Seilbahn zuerst auf den Kreuzboden und dann auf dem zweiten Teilstück zum Hohsaas auf 3.142 m hochgefahren. Und jetzt einen herrlichen Blick auf den Weismies und seiner Gletscherzunge. Meine Gedanke war: „dich besteige ich auch noch!“ Einige Wanderer waren bereits auf dem Gletscher unterwegs zum Gipfel.

    Nachdem wir uns satt gesehen haben mussten wir wohl wieder bergab fahren. Dabei konnten wir dann gegenüber die Berge bestaunen, welche wir in den Tagen vorher zum Teil bewandert hatten. Die Sonne stand im Rücken, so dass perfektes Licht war.

    Gegen 10:30 Uhr sind wir dann letztendlich wirklich gestartet. Gemütlich ging es die Talstraße und die Autobahn bis zur deutschen Grenze. Natürlich haben wir nochmal den Autoverlad genutzt. Wir kamen an und konnten gleich auf den Zug auffahren, so dass wir wenig Verzögerungen hatten. Wegen des teuren Diesels in der Schweiz (1,65 €/Liter) hatte ich am Beginn des Urlaubs an der deutsch-schweizerischen Grenze nochmal vollgetankt. Und da wir nicht viel mit dem Auto gefahren sind, hat die Tankfüllung zurück bis zur deutschen Grenze gereicht.

    In Deutschland sind wir über die A5 vorbei an Freiburg, Straßburg und Karlsruhe dann in Höhe Heidelberg auf die A6 in Richtung Nürnberg abgebogen. In der Nähe von Bayreuth wurde das Wetter immer schlechter und es regnete so heftig, dass die Scheibenwischer Mühe hatten das Wasser von der Scheibe zu bekommen. Schlußendlich sind wir nach ca. 13 Stunden, gegen 23:40 Uhr zu Hause angekommen. Nun wollte ich nur noch schlafen, 1.132 km am Stück sind dann doch anstrengend. Nur durch den guten Bordservice von Gritti und einigen Kaffees und Energydrinks konnte ich die lange Fahrt durchhalten.
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    Trip end
    September 9, 2019