Jonsdorf
September 22, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 13 °C
Für einen Kurzurlaub haben wir uns das Zittauer Gebirge ausgesucht, weil es nicht weit von Berlin entfernt ist und ich selbst da schon immer mal hin wollte, da ich noch nie dort war. Wir wollten uns wieder ein wenig bewegen, obwohl ich die Nachwehen meiner Alpenüberquerung noch in den großen Zehen spürte. Aber Indianer kennen keinen Schmerz.
Das Wetter war ganz gut angesagt, so dass wir uns beide auf die geplanten Touren freuten. Schnell die Sachen eingepackt (diesmal reichte eine Jacke), alles ins Auto geladen und die A13 bis kurz vor Dresden genommen. Kein Stau und bei entspannten 130 km/h war das Fahren ganz angenehm. Kurz vor Dresden sind wir von der Autobahn abgebogen und haben die Landstraße genommen, damit die Fahrt etwas mehr Abwechslung bekommt. Die Straße führte auch durch Pulsnitz, ja das Pulsnitz wo die Lebkuchen herkommen. Naja, also einen kurzen Umweg zur Fabrik gemacht, deren Anblick etwas enttäuschend war. Sie hatte noch den DDR-Charme und eigentlich sah sie wahrscheinlich noch genauso aus wie vor der Wende. Zumindest von außen! Die Lebkuchen von dort sind aber spitze und das Weihnachtspaket welches wir immer über Mühlbeck aus Pulsnitz bekommen ist schon Tradition und Freude für uns.
Nach diesem kurzen Stopp ging es weiter über Dörfer, deren Namen wir schon vergessen haben. Irgendwann ging es wieder auf die Autobahn in Richtung Bautzen, an der Abfahrt Bautzen-West haben wir sie verlassen, um dann in südlicher Richtung in Richtung Zittau zu fahren. Vor Zittau sind wir aber nach Jonsdorf abgebogen, wo wir unser Hotel gebucht hatten. Das Hotel „Dammschenke“ (www.dammschenke.de) liegt so ziemlich in der Ortsmitte. Auffallend am Ort war, dass kaum Menschen zu sehen waren. Für uns Berliner sieht das schon befremdlich aus und irgendwie ist das auch deprimierend.
Unser Zimmer war schnell bezogen und wir wollten uns dann noch den Ort anschauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Der erste Weg sollte uns zur Tourist-Info führen, welche aber wegen Krankheit geschlossen war. Na gut, es war 16 Uhr, also was machen wir noch? Machen wir noch eine kleine Wanderung. Also die Schuhe gewechselt und los ging es in Richtung Nonnenfelsen, eine kleine Sandsteinformation am südlichen Ende des Ortes. Vorbei ging es am Hotel „Gondelfahrt“. Hier gibt es einen kleinen Teich auf dem man tatsächlich mit einem Ruderboot fahren kann. Der Teich hat einen Durchmesser von ca. 50 m, da kannste also nur im Kreis fahren… Da Eis immer geht, habe ich mir ein Eis auf die Hand geholt und los ging es durch den Wald. Gritti hatte nur Blicke für die Pilze.
Den Nonnenfelsen ging es eine lange Treppe empor, vorher musste man am Mönchsloch vorbei. Was das war und woher es seinen Namen hatte erschloss sich uns nicht, nur der Name war schon etwas schräg. Oben angekommen hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Ort und in die Umgebung. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Nach der schönen Aussicht hatten wir noch Zeit bis zum Abendessen im Hotel. Also kurz auf die Handys geschaut und Google gefragt welche Tour noch machbar wäre. Wir haben uns für den Orgelfelsen entschieden, von dort hat man eine gute Aussicht auf den Ort von der anderen Seite. „Schaffen wir“ haben wir uns gesagt und sind dann auf schmalen Pfaden entlang der deutsch-tschechischen Grenze gewandert. Das haben wir gemerkt, da unsere Handys ständig „pling“ machten, um uns mitzuteilen, dass wir im Tarifgebiet Tschechien wären. Waren wir zurück im deutschen Netz kamen gleich die Hinweise zu den Corona-Verordnungen. Naja, auf dem Orgelfelsen angekommen kam nochmal richtig schön die Sonne raus. Das haben wir uns verdient! Danach ging es in ca. 30 min bergab zum Hotel. Für den ersten Tag war das schon schön. Und dann noch mehr als 10.000 Schritte gelaufen, boah wir sind so gut.Read more
Hochwald / Hvozd
September 23, 2021 in Germany
Der Tag begann mit Sonnenschein und versprach auch so zu bleiben. Also bot sich genau die Wanderung an, die wir uns gestern ausgesucht haben. Wir wollten unsere Tour zum Hochwald (tschechisch: Hvozd) machen. Den Turm hatten wir bereits gestern vom Nonnenfelsen aus gesehen und schon mal als eines der Ziele für die kommenden Tage erkoren. Kurz nach 9 Uhr waren wir startbereit und bogen in den Wald in Richtung Bärwandkopf an. Die Felsen haben wir hier alle merkwürdige Bezeichnungen, mit etwas Fantasie oder Alkohol erkennt man die Felsformen deren Namen daraus entstanden sind. Unser Handy war unser Navi, was aber trotzdem nicht unbedingt vor „dem vom Weg abkommen“ schützte. Manche Wege waren teilweise gar nicht mehr vorhanden, obwohl der elektronische Wanderführer das trotzdem meinte. Irgendwann haben wir uns auf dem richtigen Weg befunden und sind einen Weg gegangen, den die Wandergruppen, die heute bei dem schönen Wetter unterwegs waren nicht gegangen sind. Das war uns recht. Nach kurzer Wanderung waren wir bereits am Grenzübergang zu Tschechien.
Kurz hinter dem Grenzübergang kamen wir in den kleinen Ort Valy, den wir immer am Rande entlang gegangen sind. Viel los war hier auch nicht, aber und zu kläffte ein Hund, Menschen hat man kaum auf der Straße gesehen. Von einzelnen Anhöhen konnte man das Ziel unserer Wanderung bereits ausmachen, den Aussichtsturm auf dem Hochwald. Dabei haben wir auch die Hochwaldbaude entdeckt, die etwas weiter südlich am Berg lag.
Die einzelnen Gehöfte des Ortes waren meist nicht besonders gepflegt, dafür mit martialischen Schildern versehen, um Eindringlinge abzuhalten.
Nach dem letzten Gehöft ging es in den Wald, um alsbald wieder etwas steiler anzusteigen. Nach etwa 30 Minuten haben wir dann die Hochwaldbaude (www.hochwaldbaude.de) erreicht, die genau auf der Grenze von Deutschland und Tschechien und auf einer Höhe von 752 m liegt. Die Sonne schien und man konnte von dort schon einen guten Blick ins Hinterland von Tschechien und auch in Richtung Polen werfen. Kurz überlegt, ob wir bereits jetzt eine Pause einlegen oder vorher noch den Aussichtsturm mitnehmen, der ca. 400 m weiter auf einem Nachbarhügel stand. Wir haben uns für den Turm entschieden. Für 1,50 € pro Person konnten man den Turm erklimmen und nach 128 Stufen war man oben und konnte einen schönen 360°-Blick genießen. Nur der Wind war hier oben sehr kräftig. Schade, denn ich wollte eigentlich meine Drohne fliegen lassen, um ein Bild vom Turm zu machen. Vom Turm konnte man sogar das Kraftwerk Turow und den Tagebau in Polen sehen, welcher im Dreiländereck liegt.
Nachdem wir genug hatten, sind wir wieder zur Hochwaldbaude zurück gelaufen, um dort eine Rast einzulegen. Die Baude hat ein uriges Restaurant und eine Sonnenterrasse, auf der wir uns ausruhen wollten. Nachdem wir die Sonne, die Soljanka (Micha) und die Böhmischen Knödel mit Vanillesoße (Gritti) genossen haben, sind wir weiter gezogen.
Nun ging es meist bergab und haben dabei ein älteres Pärchen überholt. Beide waren 84 und noch recht fit, schließlich sind sie den Berg zur Baude nach eigener Aussage hochgelaufen und nicht mit dem Rentner-Shuttle hochgefahren, der alle Stunde fuhr. Wenn wir in 30 Jahren auch noch so fit sind, um in den Bergen unterwegs zu sein, dann wäre das schön. Also immer schön bewegen, dann wird das schon.
Unterwegs haben wir kurz nach dem Aussichtspunkt Ludwigshöhe unseren Gipfelschnaps getrunken. Das haben wir doch tatsächlich vergessen und nach Hause tragen war keine Option. Also: nicht so viel schnacken, Kopf in Nacken, Prost! Von der Ludwigshöhe hatte man einen schönen Blick auf Oybin und der Klosterruine, die oberhalb von Oybin liegt.
Langsam taten uns die Knochen weh, schließlich hatten wir schon über 20.000 Schritte auf der Uhr, aber kurz vorm Ziel sind wir noch zum Carolafelsen (569 m) abgebogen, um auch dort die Aussicht zu genießen. Hat sich auch gelohnt, wir konnten auf unser Hotel schauen. Vorbei an den Sandsteinfelsen mit Namen wie „Hohle Wand“, „Schluchtspitze“ oder „Bärwand“ sind wir wieder in Jonsdorf angekommen.
Es war kurz nach 16 Uhr und hatten die spontane Idee ins 10 km entfernte Zittau zu fahren. Gesagt, getan. Schnell die Schuhe gewechselt und ab ins Auto. Nach ca. 15 min. waren wir in der Altstadt von Zittau. Auf dem Marktplatz haben wir ein Café entdeckt, wo es Federweißer gab. Ja, das war jetzt genau richtig. Leider macht das Café bereits um 17 Uhr zu, so dass wir uns beeilen mussten, damit das Personal Feierabend machen kann. Die alten Häuser um den Marktplatz waren schön hergerichtet und saniert, aber auch hier fiel uns auf, dass nur wenige Menschen auf der Straße waren. Bei dem Wetter in Berlin undenkbar. Nach einem kurzen Stopp in der Touristeninfo sind wir ein paar Seitenstraßen der Altstadt entlang gegangen. Man hat gesehen, dass viele alte Häuser bereits saniert waren, andere lagen noch im Dornröschenschlaf. Aber auch hier kaum Menschen auf den Straßen und viele leere Wohnungen. Schade, Zittau hat bestimmt einiges zu bieten, aber wahrscheinlich gibt es hier kaum Arbeit, somit gibt es wohl auch wenige Menschen, die unterwegs sind. Früher muss Zittau eine reiche Stadt gewesen sein, denn die alten Häuser sahen prächtig aus, wenn sie saniert waren. Das Rathaus war schon ein Hingucker.Read more
Oybin
September 24, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C
Oder: Je weiter der Blick, desto freier das Herz.
Heute morgen taten uns tatsächlich die Knochen von der gestrigen Wanderung noch weh, so dass wir dachten, es heute etwas gemütlicher anzugehen und haben uns deshalb dazu entschlossen nach Oybin zu fahren und uns dort umzuschauen. Die Kloster- und Burgruine in Oybin, welches eines der Ziele im Ort sein sollte, haben wir ja bereits gestern vom Aussichtsturm am Hochwald gesehen. Für alte Steine sind wir beide zu begeistern, deshalb dachten wir, dass es eine gute Idee ist. Um es vorweg zu nehmen, es war eine gute Idee, denn wir haben tatsächlich 3 Stunden dort verbracht. Das gute Wetter mit Sonne tat sein übriges. Nur der kräftige Wind störte etwas. Gegen 9:30 Uhr waren wir bereits in Oybin, von Jonsdorf sind das nur 15 min Fahrzeit. Allerdings machte die Touristeninfo erst gegen 10 Uhr auf. Einen richtigen Stadtkern hat Oybin nicht zu bieten, der Ort besteht aus Ferienwohnungen und Hotels, Restaurants oder Cafés haben wir wenige gesehen. Und auch hier waren nur wenige Menschen auf der Straße zu sehen.
Ein Blickfang ist der hübsche Bahnhof der Schmalspurbahn, sieht aus wie von einer Modelleisenbahnanlage.
Nach einem kurzen Besuch der Touristeninformation haben wir den Aufstieg zur Burg gemacht. Nach ein paar Stufen waren wir schon an der Bergkirche, die wir uns natürlich angeschaut haben. Unbedingt einen Blick hinein werfen. Die Kirchenbänke sind wie im Theater zum Altar geneigt, d.h. von den hinteren Bänke hat man einen genauso guten Blick wie von den vorderen. Sehr prächtig ist die Bemalung der Wände und der Decke.
Kurz danach waren wir wieder draußen und sind mit der Sonne weiter aufwärts gestiegen. Vorher mussten wir noch durch die „Ritterschlucht“, welche nur von wenigen Wanderern genutzt wird. Durch diese enge Felsspalte gelangt man auch zum Eingang des ersten Burgtores, dem Eingang zur Burg. Oben angekommen haben wir ein Ticket gelöst (8 € pro Person) und sind dem 2. und 3. Burgtor entgegen gestiegen. In der Hauptburg konnte man schon die Größe der Burg erahnen, man hat sich viel Mühe gegeben die Burgruine in einem guten Zustand zu erhalten. Über viele verwinkelte Treppchen und Gänge konnten man die verschiedenen Räume betreten, manche hatten natürlich nur die Wände und die glaslosen Fenster aufzuweisen. Von der Burg hatte man einen herrlichen Blick auf Oybin und durch ein Tal auch nach Zittau.
Nachdem wir die Burg komplett angeschaut hatten, sind wir über den historischen Burgfriedhof, welcher auch heute noch genutzt wird, dem ausgeschilderten Bergringweg um den Burgfelsen gefolgt. Vorbei am Berggasthof, der sich in der Nähe der Burg befand, sind wir dem Pfad gefolgt. Irgendwann wurde der Weg an einer Schlucht so eng, dass selbst ich fast steckengeblieben bin. Nachdem ich meinen Rucksack abgenommen habe und ich mich mit dem Baucheinziehen seitlich durch die Felsspalte gezwängt habe, habe ich mir schon die Frage gestellt, wie das dicke Leute machen. Auf jeden Fall würde es einige Lacher erzeugen… Auf der Südseite des Ringweges kamen wir an eine Aussichtsplattform, von der man wieder auf den Ort Oybin schauen konnte. Da uns der Wind auf dem Burgplateau etwas ausgekühlt hatte, waren wir froh, hier in der Sonne uns wieder aufzuwärmen. Von oben haben wir dann auch die Einfahrt der dampfbetriebenen Schmalspurbahn in den Bahnhof Oybin beobachten können.
Am Ende des Ringweges sind wir dann noch zur Klosterruine aufgestiegen, die sich unmittelbar an der Burgruine anschließt. Ist wirklich beeindruckend was man vor ein paar Jahrhunderten auf dem Felsen errichtet hat. Im intakten Zustand muss die Anlage beeindruckend gewesen sein. Aber auch jetzt war sie es.
In einer windgeschützten Ecke der Burg haben wir bei Sonne unser Picknick nach dieser 3-stündigen Besichtigungstour vernascht.
Danach sind wir wieder bergab gestiegen und haben uns spontan entschlossen nach Herrnhut bei Löbau zu fahren. Von dort sollen ja die weltweit bekannten Herrnhuter Sterne herkommen. Nach ca. 20 min sind wir schon am modernen Firmengebäude angekommen und haben uns ein bißchen umgeschaut. Man konnte auch zuschauen wie die Sterne angefertigt werden. Die fertigen Produkte konnte man natürlich auch kaufen, was wir aber nicht getan haben.
Wieder spontan sind wir nach kurzer Beratung zu einer der 3 Quellen der Spree gefahren. Diese liegt in einem Wald bei Kottmar, auch nicht weit von Löbau entfernt. Vorher musste wir aber an einem Dorfcafé Halt machen, da zumindest ich Appetit auf einen Kaffee hatte. Im Café war die Kuchenauswahl so groß, dass ich mich eines Himbeer-Schokokuchens nicht erwehren konnte. Das Stück war riesig, aber ich habe es geschafft.
Bei Kottmar haben wir das Auto im Wald abgestellt und sind die restlichen 10 min zur Spree-Quelle gelaufen. Nun haben wir die Spree mal ganz klein gesehen, in Berlin ist sie dann doch schon etwas größer.
Bis zum Abendessen hatten wir immer noch ein wenig Zeit, so dass ich Gritti den Vorschlag gemacht habe noch zum König-Friedrich-August-Turm zu fahren. Das ist ein gusseiserner Turm, von dem man eine gute Sicht auf Löbau und die Umgebung hat. Nach ca. 16 km haben wir den Parkplatz erreicht, die paar Schritte zum Turm sind wir gelaufen.
Der Turm befindet auf dem Löbauer Berg, sieht prächtig aus und steht gleich neben einem Gasthaus. Auf dem Nachbarberg ist eine riesige Antenne installiert. Kurz vor uns kamen einige Leute an, denen ich schon angesehen hatte, dass sie den Turm nicht hinaufsteigen werden, die Leibesfülle hat es verraten. Wir haben uns vor dem Aufstieg des Turmes mit seinen 119 Stufen erstmal einen Federweißer gegönnt. Beschwingt kann man die Stufen vielleicht schneller erklimmen. Für 2 € pro Person darf man den Turm hinaufsteigen und auch hier lohnt sich die Ausgabe und die Mühe. Wir hatten Fernsichten von über 100 km. Die beiden deutschen Kraftwerke Jänschwalde und Boxberg, sowie das polnische Kraftwerk Turów konnte man durch die großen Kühltürme sehr gut sehen. Aber auch das Riesengebirge in Tschechien konnte man erkennen.
Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch sind wir den Turm wieder abgestiegen, um uns dann in Richtung Jonsdorf auf den Weg zu machen. Nach diesen vielen schönen Eindrücken hatten wir auch Hunger.
Nach dem Abendessen hatten wir in der hoteleigenen Sauna auch noch Zeit die müden Knochen zu pflegen, um danach ins Bett zu sinken. Was für ein toller Tag! Und das tägliche Ziel von mind. 10.000 Schritten wurde deutlich übererfüllt.Read more
Brütende Henne
September 25, 2021 in Germany ⋅ ⛅ 21 °C
Heute sind wir etwas später aufgestanden , schließlich ist ja Wochenende. Leider hat Gritti die halbe Nacht mit Magenschmerzen zugebracht, so dass wir nicht genau wussten, ob wir die geplante Tour zur Töpferbaude, welche über der Ortschaft Oybin liegt durchführen würden. Nach dem Frühstück würden wir dies entscheiden.
Es blieb dabei, wir wollten die Tour machen.
Also schnell nach Oybin gefahren und das Auto direkt am Kleinbahnbahnhof abgestellt. Just in dem Moment, als wir gerade fertig waren uns unsere Wanderschuhe anzuziehen, kam der Dampfzug angeschnauft. Auf dem Bahnsteig stand auch ein Pärchen, welches in Kostümen um 1900 gekleidet war. Sah sehr schick aus.
Nachdem ich mich von der Dampflok endlich trennen konnte – ich gebe zu, dass mich Dampfloks begeistern – sind wir in Richtung Wald gelaufen, wo unsere Wanderung beginnen sollte. Die Tour wurde bei Komoot als schwer bezeichnet und hatte eine Länge von 11,4 km. Zum Schluss sollten es dann 18,5 km sein… Ab und zu sind wir vom Weg abgekommen oder ich wollte unbedingt noch einen vermeintlichen Aussichtspunkt mitnehmen.
Zuerst sind wir am Kelchstein vorbei gekommen, welcher durch den Eisenanteil rostbraun war, also anders als die anderen Sandsteinfelsen. Wir sind dann etwas weiter abgebogen und sind nicht den anderen Wanderern gefolgt. Dadurch waren wir die meiste Zeit der ersten Kilometer für uns allein unterwegs. Vorbei an der Brandhöhe in 596 m Höhe sind wir irgendwann an einem Felsen angekommen, den es zu erklimmen galt, da wir von dort die „Böhmische Aussicht“ genießen konnten.
Auch heute war das Wetter perfekt, 18°C, ein wenig Sonne und heute kaum Wind. Und die Sichten waren wieder super. Somit konnte man von der Böhmischen Aussicht wirklich sehr weit nach Böhmen schauen. Vor uns lag die Stadt Hrádek nad Nisou (deutsch: Grottau) und die Ausläufer des Riesengebirges. Selbst den knapp 55 km entfernten und 1.012 m hohen Gipfel des Jeschken (tschechisch: Ještěd) bei Liberec konnte man sehen. Von einer Bank haben wir die Aussicht genossen, dabei haben wir ein kleines Picknick gemacht.
Danach ging es über ein paar Lichtungen und Märchenwäldern in Richtung Töpferbaude weiter. Kurz vorher sind wir noch an der Brütenden Henne vorbeigekommen. Mit ein wenig Fantasie kann man die Figuren erkennen. An der Töpferbaude war schon ordentlich Betrieb, schließlich war gerade Mittagszeit. Wir haben uns erstmal umgeschaut und jede Menge Fotos geschossen. Neben dem obligatorischen Foto vor dem Gipfelkreuz war der Aufstieg auch auf das Felsentor ein Muss. Über eine wackelige Wendeltreppe hat man das Aussichtstableau erreicht und die Aussicht war wieder beeindruckend. Was haben wir auch für ein Glück mit dem Wetter.
Danach hatten wir Appetit auf was Süßes und haben uns auf der Sonnenterrasse einen Kaffee und Germknödel bestellt. Gestärkt haben wir uns auf den Weg gemacht, um die Tour weiterzulaufen. Zuerst ging es über einen schwierigen Abstieg (genannt: Krieche) auf einem breiteren Waldweg weiter. Dort kamen wir an einer Felsengruppe vorbei, bei der ich dachte, dass man diese auch erklimmen kann. Kann man, aber nur mit Seil und Karabiner.
Leider haben wir das erst festgestellt, nachdem wir die Felsen umrundet hatten. Meine Wander-App hatte mir das leider nicht verraten. Gritti war „not amused“ und ich hatte Mühe sie bei Laune zu halten.
Es ging also weiter bergauf und bergab weiter, um an der „Kleinen Felsengasse“ und dann irgendwann am Scharfenstein anzukommen. Na, der musste noch erklommen werden, schließlich sollte man von hier eine schöne Aussicht auf Oybin haben. Über eine steile Leiter haben wir dann die kleine Aussichtsplattform erreicht. Und es stimmte, die Aussicht war wirklich sehr schön. Man konnte direkt auf die Ortschaft Oybin schauen. Nur die Burgruine auf dem gegenüberliegenden Felsen Oybin konnte man nicht sehen, sie war um die Ecke. Nachdem wir uns noch in das Gipfelbuch eingetragen haben sind wir wieder abgestiegen, um dann auf dem Weg in Richtung Mönchskanzel weiterzuwandern. Durch einen schmalen Durchgang kam man auf eine Art natürlichem Balkon, von dem man wiederum einen guten Ausblick hatte.
Unter uns lagen die Felsen für den Klettersteig „Alpiner Grat“, welcher gerade von einer Gruppe Kletterer erklommen wurde. Vom der Mönchskanzel konnte man auch die (steinerne) Taube sehen, auch wieder ein Stein, der die Form einer sitzenden Taube hatte.
Kurze Zeit später waren wir wieder auf dem Weg in Richtung Tal, um dann kurz hinter dem „Muschelsaal“ in Richtung Oybin abzubiegen.
Es war gegen 17:45 Uhr als wir die ersten Häuser erreichten. Das Wetter war immer noch sehr angenehm, so dass wir heute – Ende September – immer noch kurzärmelig unterwegs waren. Am Bahnhof und am nebenliegenden Parkplatz angekommen wurde uns bewusst, dass das schon wieder die letzte Tour in diesem Kurzurlaub war. Schade! Wir wollten den Tag noch mit einem leckeren Essen abschließen. Wir hatten zwar Halbpension im Hotel gebucht, aber uns war heute nach auswärtigem Essen. In Oybin haben wir ein kleines Wirtshaus gefunden, um uns zuerst 2 Federweißer zu bestellen. Hmm, lecker. Das Essen war super und die Bedienung sehr herzlich, natürlich mit tiefstem Sächsisch. Nachdem wir uns gestärkt haben sind wir ganz gemütlich in Richtung Jonsdorf gefahren, außer uns war ja kein Mensch mehr unterwegs.
Am Hotel angekommen haben wir uns spontan entschlossen noch den Nachtflohmarkt in Jonsdorf zu besuchen. Eigentlich sind wir Beide keine Flohmarktgänger, aber der Abend war noch jung. Also in die Ortshalle (Sparkassen-Arena) und uns dort umgeschaut. Es war halt ein Flohmarkt, der bis 22 Uhr geöffnet hat. Mit jeder Menge Trödel und Kram. Trotzdem waren wir überrascht, dass wir dort ein Kaffeeservice gefunden und auch gekauft haben. Unser Frühstücksgeschirr zu Hause war schon etwas angeschlagen und somit hatten wir einen Grund die Tassen und Teller zu kaufen. 18 Teile für 18 €, das war ein guter Preis – fanden wir.
Zurück am Hotel war jetzt die Gelegenheit einen Absacker oder Scheidebecher (wie man es auch nennen mag) zu uns zu nehmen. Wir bestellten uns in der Gaststube zwei „Oybiner Bitter“, den wir vom Wirt kostenlos bekommen haben, da wir im Hotel kein Abendessen bekommen haben. Nachdem der alle war, ging noch einer. Kurz danach lagen wir im Bett.
Und das war unsere Tour: 18,5 km und ca. 25.000 Schritte.Read more



































































