Joined May 2022 Message
  • Day18

    Cappadocia - Teil 1

    August 11 in Turkey ⋅ ☀️ 29 °C

    Etwas was bei einem längeren Türkei-Aufenthalt nicht fehlen darf, ist definitiv der Besuch Kappadokiens. Es handelt sich um eine wirklich einzigartige Landschaft in Zentralanatolien, welche vor allem für ihre Feenkamine bekannt ist - aber alles der Reihe nach..

    Nach meinem Eskişehir-Ausflug ging es zuerst einmal zurück nach Ankara. Hier hecke ich dann jeweils meine neuen Reisepläne aus. Es gibt noch diverse tolle Orte zum Entdecken, doch Cappadocia stand schon immer ganz weit oben auf meiner Wunschliste. Gesagt getan, habe ich beim nächsten Ticket-Office eine Busfahrkarte nach Göreme gekauft. (Kosten: ca. CHF 13)
    Göreme bildet das eigentliche Zentrum Kappadokiens und ist entsprechend sehr touristisch. Für mich ging es nach der 4-stündigen und äusserst angenehmen Busfahrt weiter ins 5km entfernte "Ortahisar". Ein kleiner und bedeutend ruhigerer Ort als das laute, teure und staubige Göreme. Okay, staubig war es nur, weil sie die komplette Hauptstrasse aufgerissen haben und der ganze Verkehr provisorisch auf unbefestigten Strassen stattfand.

    Ich habe nach der Ankunft in Ortahisar zuerst einmal meine Unterkunft für die kommenden 4 Nächte bezogen. Für umgerechnet CHF 11 pro Nacht bekam ich ein wirklich ordentliches Zimmer mit eigenem Bad und einer grossen Terrasse. Ich hatte mich vorab nicht sonderlich intensiv um Recherchen bemüht, weswegen meine Pläne für die kommenden Tage noch unklar waren. Am Abend wollte ich jedoch den Sonnenuntergang begutachten und habe mir hierfür den Panorama-Viewpoint in der Nähe rausgesucht. Zu Fuss waren es knappe 4km und ich war wieder einmal die einzige Seele welche ohne Fahrzeug unterwegs war. Reihenweise Autos und Reisebusse fuhren an mir vorbei, leider alle mit dem gleichen Ziel. Krass was das wieder für ein Menschenandrang war. Und das alles wegen ein bisschen Aussicht. Für den ersten Abend war es ganz okay, aber inmitten der ganzen Meute fühlte ich mich trotz allem nicht sehr wohl. Nach ein paar Fotos ging es wieder zurück ins Dorf, wo ich mich zuerst um den Hunger kümmerte. Zusätzlich konnte ich mich in Ruhe ein wenig über mögliche Aktivitäten der kommenden Tage informieren.

    Seid gespannt. :)
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    Knöpfli Gertrud

    Super günstig, diese Busfahrten und du musst dich nicht um einen platten Reifen kümmern. 🚍🤭 Bald kommt ja Besuch, um dir zum Geburtstag zu gratulieren...🥂 Uuuuuund für einmal keine Fotoalben Besichtigung 🥳 hebdersorg

     
  • Day14

    Ausflug nach Eskişehir

    August 7 in Turkey ⋅ ☀️ 29 °C

    Mir wurde gesagt, dass sich ein Besuch dieser Stadt nicht lohnen würde. Diese Person war jedoch selbst noch nie da, weswegen ich diese Information auch gekonnt ignoriert habe und trotzdem hingefahren bin.

    Eskişehir (türkisch: "alte Stadt) liegt zwischen Ankara und Istanbul und kann mit dem Schnellzug in weniger als 90 Minuten bequem erreicht werden. Am Bahnhof (und übrigens auch in jedem Shoppingcenter) wird das mitgebrachte Gepäck jeweils geröngt und man muss durch einen Metalldetektor - ähnlich wie beim Flughafen Security Check. Witzigererweise nehmen sie mich praktisch jedes mal raus, weil ich "verdächtige" Gegenstände mitführe. Ich fühle mich dann jeweils wie ein Schwerverbrecher wenn ich meine beiden Sackmesser aus dem Necessaire hervorkrame und den anwesenden Sicherheitsmenschen unter die Nase halte. Vermutlich wissen sie gar nicht so recht was es ist und winken mich dann relativ rasch durch. Bevor es aufs Gleis geht, steht ausserdem die obligate Ticketkontrolle an. Alles ist sauber und gut organisiert. Zudem kommen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ankara und Istanbul (logischerweise) nur moderne Geräte zum Einsatz. Für umgerechnet 7 Franken habe ich mir die 1. Klasse gegönnt, was mir während der Fahrt noch eine Verpflegungsbox eingebracht hat. (Sandwich, Wasser, Vitaminsaft und ein Stück Kuchen)

    Während meinem dreitägigen Aufenthalt hatte ich bei einem Pärchen ein Privatzimmer. Die restlichen Räumlichkeiten standen mir jedoch ebenfalls frei zur Mitbenützung. Gegenüber einer Unterkunft im Hotel, spricht hier vor allem die Nähe zu einheimischen Menschen, welche mir mit nützlichen Tipps und Empfehlungen weiterhelfen können. Die Wohnung habe ich nebenbei mit dem süssen Wollknäuel "Morphius" geteilt. Der Hauskater war gegenüber dem fremden Besuch sehr interessiert und aufgeschlossen.

    Die Stadt ist mit ihren knapp 800'000 Einwohnern im Vergleich zu Ankara sehr familiär und überschaubar. Bekannt ist sie vor allem durch den Abbau von Sepiolith. (auch als Meerschaum bekannt - es gibt sogar ein Museum) Der wahrscheinlich meistebsuchte Ortsteil nennt sich Odunpazarı und ist für seine alten farbigen Lehmhäuser bekannt. Die Tradition ist hier in jedem Winkel des Viertels zu spüren. Das Stadtzentrum selbst ist ein belebter und fussgängerfreundlicher Ort - einzig das Tram verkehrt hier, welches übrigens gefühlt noch mehr hupt als die Fahrzeuge. Man darf hier fast alles, nur darf man sich nicht vom Tram anfahren lassen. Dann muss man nämlich eine Strafe bezahlen, wurde mir aus erster Hand mitgeteilt. 😂 Der Fluss "Porsuk Cayi" schlängelt sich durch die ganze Staft und errinnert mit seinen "Gondolas" und den Seitenkanälen stark an Venedig / Amsterdam. Kulinarisch sei zudem vor allem das Gericht "Cibörek" zu erwähnen. Die Stadt ist berühmt für ihre gefüllten (meist Hackfleisch und Zwiebeln) und im Fett gebratenen Teigtaschen. Nun ja, Taschen sind es nicht, aber ich lasse euch ein Bild zur eigenen Beurteilung da. Traditionsgemäss trinkt man dazu das typische türkische Yoghurt-Getränk "Ayran".

    Mein Fazit zu Eskişehir:
    Die Stadt und ihre Umgebung ist sehr schön und es lassen sich hier ein paar interessante und abwechslungsreiche Tage verbringen. Es ist definitiv ein Besuch wert und ich hoffe euch gefallen die Fotos.

    Bis bald. ❤️
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    Felix Knöpfli

    Schöni Fotos,ä schöni Statd und immer supper Invos. Gruss Pa

    wegwärts

    Grazie 🫶🏼

    Knöpfli Gertrud

    Da sieht man wieder, dass man(n) sich am Besten selbst ein Bild von etwas machen soll...Die "color Blocking" Häuser sehen sooo frisch aus und landschaftlich ist die Stadt ein 👁- Schmaus. So einen Morphius hätte ich auch sehr gerne.😻 Raurau. Eine abenteuerliche Weiterreise wünsche ich dir....Hebdersorg

     
  • Day12

    Random Ankara

    August 5 in Turkey ⋅ ☀️ 32 °C

    Hier noch ein paar weitere visuelle Impressionen aus der türkischen Hauptstadt Ankara. 🇹🇷

    Knöpfli Gertrud

    Hallo Lukas Katzenflüsterer, 😺danke für die tollen Fotos. Wieder so eine eindrückliche, riesige Stadt. Ich sehe, du hast genug zu essen und darüber bin ich schon mal froh. Grins!! "Hebdersorg"

    wegwärts

    Haha, kulinarisch fehlt es mir definitiv an nichts! 😜🙌🏼

    Hans Eggenberger

    Deine Reiseberichte sind wirklich genial, umfassend und sehr lebendig geschrieben, ein wahrer Genuss. Die schönen Bilder vervollständigen den Geschichtsunterricht 😊. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Lektion. Liebi Grüess.

    wegwärts

    Danke vielmals! 😍

     
  • Day9

    Anıtkabir - Mausoleum Ankara

    August 2 in Turkey ⋅ ☀️ 32 °C

    Als Erstes muss gesagt werden, dass Ankara alles andere als ein typischer Touristenort ist. Ehrlich gesagt kommt es mir sogar vor, als wäre ich der einzige Ausländer hier. Es ist jedoch einigermassen zentral gelegen und es lassen sich von hier diverse Ausflüge in die ganze Türkei realisieren. Ankara ist eine moderne und geschäftige Stadt. Es gibt viele junge Leute die hier studieren oder einer Arbeit nachgehen. Trotz allem gibt es die ein- oder andere Perle, welche ich euch nicht vorenthalten möchte.

    Es handelt sich um das Mausoleum des früheren Präsidenten Mustafa Kemal Atatürk. Dieser Mann war der Begründer der neuen Türkei und von 1923 bis 1938 ihr erstes Staatsoberhaupt. Mit weitreichenden gesellschaftlichen Reformen, schaffte er damals einen in dieser Form einzigartigen Staatstypus. Unter anderem schaffte er die islamische Rechtssprechung ab. (Trennung der Religion vom Staat)

    Noch heute geniesst er eine personenkultartige Verehrung im ganzen Land. Es ist nicht verwunderlich, dass man sein Gesicht in Form von Bildern und Plakaten praktisch an jedem erdenklichen Ort in der Türkei findet.

    Sein eigentlicher Name ist allerdings Mustafa Kemal. Die Nachnamengebung "Atatürk" (türkisch: Vater der Türken" wurde ihm damals vom Parlament verliehen. Es ist auch nicht erlaubt, dass dieser Name noch ein weiteres Mal vergeben wird.

    Anıtkabir (türkisch: Grabdenkmal) ist nebst dem Mausoleum ein Nationaldenkmal und Museum. Nach seinem Tod gab es hierfür einen Architekturwettbewerb, bei welchem 49 Entwürfe eingingen. (22 davon waren aus der Türkei)
    Die Fertigstellung dieses einzigartigen Bauwerks dauerte insgesamt 9 Jahre und besteht heute aus 3 Hauptabschnitten. (Löwenweg, zentraler Platz und das eigentliche Mausoleum)
    Auf dem zentralen Platz können sich insgesamt bis zu 15'000 Menschen aufhalten - vor allem an seinem Todestag ist es dann jeweils rappelvoll.

    Das Museum ist gratis zugänglich und beherbergt viele persönliche Gegenstände, wie z.B. Schwerter, Gewehre, Kleidung und sogar Fitnessgeräte. Aufgrund der nationalen Bedeutung und Symbolik wird dieser Ort vielmals als säkulare Pilgerstätte der türkischen Bevölkerung bezeichnet.

    Man kommt um den Namen Atatürk wirklich nicht herum. Er war nicht perfekt (wer ist das schon), aber er hat Erstaunliches bewirkt und sich für viel Gutes eingesetzt. ❤️
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    Knöpfli Gertrud

    Sehr spannender Bericht über das Mausoleum vom "Vater der Türken" und sein, wie ich meine kurzen, aber intensiven Lebens.

     
  • Day4

    Von Izmir nach Ankara 🇹🇷

    July 28 in Turkey ⋅ ☀️ 33 °C

    Hallo zusammen! Da bin ich wieder ☺️

    Aus meinem letzten Post habt ihr ja bereits mitbekommen, dass Izmir meine letzte Destination auf 2 Rädern war. Die Entscheidung ist mir damals ziemlich leicht gefallen und ich geniesse nun das unbeschwerte Backpacken in der schönen Türkei. Eines ist jedoch klar: Mit dem Velo sieht man bedeutend mehr von Natur, Land, Mensch und Kultur. Es war eine tolle Zeit und ich bin froh, dass ich diese Art des Reisens gewählt habe. Fortan geht es also mit alternativen Fortbewegungsmitteln weiter. Ich werde versuchen so oft wie möglich den Zugverkehr zu nutzen und ansonsten Busse oder das Flugzeug. Leider geniesst der Zug in der Türkei nicht einen allzu grossen Stellenwert, weshalb in der Vergangenheit vor allem der Ausbau von Strassen vorangetrieben wurde. Nichtsdestotrotz hat das Land ein einigermassen anständiges Angebot an Zugsverbindungen - unter anderem auch mit Hochgeschwindigkeitszügen. (z.B. Istanbul - Ankara)

    Nach ein paar erholsamen Tagen in Izmir (zur drittgrössten türkischen Metropole gibt es dann später noch einen Beitrag), ging es für mich als Nächstes in die Hauptstadt nach Ankara. Von Anfang an ging ich davon aus, dass ich diese Strecke mit dem Zug zurücklegen könnte. Ich habe bei meinen "Recherchen" jedoch übersehen, dass sich diese Hochgeschwindigkeitsstrecke noch im Bau befindet und diese zwei Grossstädte aktuell "nur" durch eine normale, sprich langsame Verbindung bedient wird. Knapp 14 Stunden schienen mir doch ein wenig unkomfortabel, weswegen ich mich für die Busfahrt entschied. Es ist erstaunlich wie gut das Busnetz im ganzen Land ausgebaut ist. Als Beispiel: Pro Tag hat man über 100 Möglichkeiten um von Izmir nach Ankara zu kommen. Äxgüsi, aber das ist schon ziemlich krass. Meine Fahrt habe ich bei "Pamukkale" gebucht, welche neben ein paar wenigen anderen Busfahrtgesellschaften einen ziemlich guten Ruf geniesst. Die Ticketpreise sind ein wenig höher, aber ich kann euch sagen, dass es auf türkischen Strassen ziemlich gut investiertes Geld ist. Für die ca. 8-stündige Fahrt habe ich 350 türkische Lira gezahlt, was umgerechnet ca. CHF 18.- sind. Zum Vergleich, mit dem Zug wären es CHF 7.- gewesen - es ist mit Abstand das günstigste Fortbewegungsmittel im Land. Der Busbahnhof ist riesig und es herrscht ständig ein hektisches Treiben. Glücklicherweise hat mich der Shuttlebus aus der Innenstadt mehr oder weniger direkt vor meinen Bus gebracht und ich musste nicht lange "umherirren". Nebst dem Fahrer gibt es immer eine Person, welche mitfährt und sich um alles Organisatorische kümmert - man nennt sie "Muavin" und sie sind quasi die Flight Attendants im Bus. Natürlich war ich der einzige ausländische Fahrgast und ich frage mich tatsächlich wo alle Touristen sind. 😂 Ich glaube die sitzen alle irgendwo in Bodrum und Antalya auf dem Strandtuch. Meine erste Busfahrt in der Türkei war dann auch äusserst angenehm und kurzweilig. Es hat ausreichend Platz, das Fahrzeug ist modern und klimatisiert und man erhält unterwegs Wasser, Cay (Tee) und Snacks. In Ankara angekommen, habe ich zuerst meine Unterkunft für die nächsten Tage in Beschlag genommen. Ich war überrascht wie gross die Stadt ist und werde versuchen dies in den nächsten Beiträgen ein wenig näherzubringen.

    Ich hoffe es geht Euch gut. Bliebed gsund und gschmeidig. ❤️
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    Knöpfli Gertrud

    Soooooo schön, wieder von dir zu hören und zu lesen. Das haben wir alle vermisst. Kaum zu glauben, wie günstig und komfortabel man dort reist. Und verhungern musst du bei dieser Auswahl an Speisen auch nicht. Alles Gute auf deiner spannenden Weiterreise. Hebsch der Sorg 🫂

    Hans Eggenberger

    Schön, wieder von dir zu hören. Spannender Bericht, auch wenn du nicht mit dem Bike unterwegs bist. Gute Reise und pass gut auf dich auf. Liebi Grüess.

    Edith Brugger

    Hoi Lukas , schö das dini interessanti Brecht witter gönd , au ohni ,, drahtesel" witerhin viel Freud 😘

     
  • Day74

    Izmir 🏁🚴🏼‍♀️

    July 23 in Turkey ⋅ ☀️ 37 °C

    Liebe Follower, liebe Mitlesende. Hiermit muss ich euch leider über das spontane Ende meiner Veloreise informieren. Izmir ist mein letztes Etappenziel auf 2 Rädern und ich werde nicht "wie geplant" bis nach Ankara weiterfahren. Diese Entscheidung habe ich aufgrund diverser Faktoren getroffen und ich denke es ist gut so wie es ist. 😊 Vor allem der Wind, die Temperaturen, die Verkehrs- und Strassensituation in der Türkei, das nachlassende Material, die langweilige und topografisch anstrengende Streckenführung bis Ankara waren schlussendlich ausschlaggebend. Zudem ist mein Glück aufgebraucht. So bin ich gestern mehrmals im Nirgendwo gelandet und habe unter anderem Scherben und Schrauben aus meinen Reifen gezogen. 😅🙈 Nichtsdestotrotz bin ich stolz es bis in die Türkei geschafft zu haben. Alles in allem ging es sehr gut und ich hatte eine tolle Zeit in all den verschiedenen Ländern. Mein neues bevorzugtes Fortbewegungsmittel hier wird definitiv der Zug sein. Das Land ist gross und mit Schnellzugsverbindungen ist es sehr gut zwischen grossen Städten angeschlossen. (hierzu aber später mehr)

    Natürlich möchte ich euch aber meinen letzten Reisetag nicht vorenthalten. Es ging zunächst 12 Kilometer aus der Innenstadt Athens nach Piräus an den Hafen. Dort musste ich mein reserviertes Ticket in einem Büro abholen und machte mich danach zum Pier "E2" welches logischerweise am hintersten Ende des Hafens war. Unterwegs deckte ich mich mit Getränken und Snacks ein. Man weiss nie wie die Verpflegungssituation auf den Schiffen ist, vor allem auf Griechischen. 😅 Ich war eineinhalb Stunden vor Abfahrt am Pier und musste feststellen, dass bereits ein geregtes und leicht chaotisches Einsteigen von Menschen und Fahrzeugen stattfand. Ich grübelte vor dem Einbooten noch mein Sweatshirt aus dem Gepäck, da mir jemand gesagt hat, dass es in der Nacht ungemütlich kalt sein kann. Nicht zwingend den Aussentemperaturen wegen, eher weil die Klimaanlagen auch in der Nacht genau gleich in Betrieb sind. Mein Velo konnte ich im Bauch der Fähre neben den Gepäckstücken der Reisenden deponieren. Anschliessend suchte ich meinen Platz im Oberdeck, welchen ich im chaotischen Getümmel nicht auf Anhieb fand. Es waren bereits sehr viele Leute (vor allem Familien mit Kindern und Hunden) an Board und es war dementsprechend laut, kunterbunt & leicht desorganisiert. Ich habe meinen Platz dann auch noch gefunden und das rege Treiben im Sitzen weiterverfolgt. 7 1/2 Stunden standen mir bevor und der Kahn legte knapp pünktlich um 21:05 Uhr im Hafen von Piräus ab. Da es keine direkten Fährverbindungen in die Türkei gibt, war mein erster Zwischenhalt die griechische Insel Chios. Hier kamen wir mit ca. 45 Minuten Verspätung morgens um 05:30 Uhr an und es erfolgte eine eineinhalbstündige Aus- und Einladeshow, welche ich genüsslich in einem Kaffee am Strassenrand verfolgte. Nachdem alles aus und eingeladen war (die Fähre fuhr weiter nach Rhodos), legte der Riesendampfer wieder ab und ich konnte mich um das nächste Problem kümmern. Wo ist meine türkische Fähre? Zum Glück blieb genug Zeit und ich konnte ein wenig auf dem Hafengelände herumschlendern und Ausschau halten. Ein Hafenpolizist informierte mich dann wo die Fähre ablegen wird und wo das Gebäude für die Passkontrolle ist. Um 07:15 tat sich dann etwas und man konnte für die bevorstehende Kontrolle anstehen. Alles war gut und ich war kurz vor 8 Uhr auf der kleinen Autofähre nach Çesme. (Türkei) Die Überfahrt dauerte ca. 40 Minuten und wir wurden aufgrund der starken Winde ein wenig durchgeschüttelt. Nach einer weiteren Passkontrolle auf türkischem Festland ging es leicht müde auf die nächsten ca. 90 Kilometer in Richtung der drittgrössten türkischen Stadt Izmir. Ihr habt oben schon herausgelesen, dass es nicht viel Spass gemacht hat, weswegen ich unterwegs auch spontan über das Ende meiner Veloreise entschieden habe. In den nächsten Tagen werde ich mich in Izmir ein wenig erholen und mir überlegen was ich mit meinem Material mache bzw. wie es wieder in die Schweiz kommt. 😅🙈

    Bis bald und einen schönen Sonntag! ❤️
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    Edi Strasser

    Ciao Lukas

    Edi Strasser

    Es war sehr interessant deine Berichte zu lesen und die wunderschönen Bilder zu bestaunen. Wir wünschen dir eine gute Heimreise. Vieli Grüess vo üs us Zihlschlacht

    Knöpfli Gertrud

    Alles, alles richtig gemacht, lieber Lukas. Das Glück soll man nicht herausfordern. Eine enorme, sportliche Leistung, die du vollbracht hast....Ma & Pa = S T O L Z ....🫂 Überleg dir auch, später vielleicht etwas mit Medien zu machen. Du hast grosses Talent und hast uns mit deinen Berichten verzaubert. Noch viele tolle Erlebnisse und blieb gsund. 🥰

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  • Day73

    Live and in Action! 🔥😂🚴🏼‍♀️

    July 22 in Greece ⋅ ☀️ 36 °C

    Die Fotos sind entstanden als ich während einem Aufstieg auf ein paar polnische Motorradfahrer getroffen bin, welche Fotos bei einem Aussichtspunkt gemacht haben. Ziemlich am Anschlag hatte ich doch noch ein paar Kraftreserven übrig das Ganze zu geniessen. Die Bilder hat er mir netterweise später per E-Mail zugestellt. 😂Read more

    Knöpfli Gertrud

    Tolle Fotos, das habe ich mir gewünscht.....🫂

    wegwärts

    😊🥰

    Knöpfli Gertrud

    Eine gute Überfahrt heute Abend...

     
  • Day70

    ATHEN 🇬🇷

    July 19 in Greece ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach einer Nacht, welche in die Kategorie "gar nicht mal so übel für Luftmatte und Schlafsack" einzuordnen ist, geht es heute in die letzten Züge Richtung griechischer Hauptstadt. Knappe 90 Kilometer und vorwiegend flaches Gelände standen auf dem Speiseplan. Die Strecke führte mich zunächst überwiegend durch eine Industrie-geprägte Region mit vielen grossen Unternehmen, welche einen Saulärm veranstaltet haben. Zwischendurch ging es aber auch wieder direkt der Küste entlang - inkl. heftigem Wind, of course! Bei Megara ging es das erste Mal auf die Fähre, welche für die Überfahrt zur Insel Salamina nur 5 Minuten benötigte. Einmal quer über das Eiland geradelt, wartete sodann die nächste Autofähre. Ich wollte nach Piräus und habe dies beim Billettkauf auch erwähnt, doch die Dame meinte wohl, dass ich dann von Perama mit dem Fahrrad weiterfahre. Ich habe natürlich auch sehr schlecht recherchiert und dachte, dass ich einfach in Perama auf eine andere Fähre müsste - naja, so war es dann nicht. Es war aber alles halb so wild und so fuhr ich halt von Perama über Piräus nach Athen, was ca. 15 km zusätzichem Effort entsprach. Wie immer in grossen Städten ist es mit meinem Velo eine ziemliche Zumutung und erfordert Geduld und ein starkes Nervenkostüm. Trotzdem habe ich auch diese Hürde gemeistert und kann die nächsten 2 Tage ein bisschen Athen erkunden und das Nichtstun geniessen.

    Have a nice day folks! ❤️
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    Edith Brugger

    du bisch so genial🚴‍♂️💨 Markus und ich lesed dini brecht mit Erheiterung...hebter Sorg bim renke 🚵‍♂️und mit esse 🍪🥤 lg

    7/20/22Reply
    wegwärts

    Danke eu 😊❤️

    Knöpfli Gertrud

    Leistung Grossartig : Gratulation : 💯 Punkte :

    7/20/22Reply
    wegwärts

    ❤️❤️❤️

     
  • Day69

    Antikes Korinth - on my way to Athens

    July 18 in Greece ⋅ ☀️ 32 °C

    Die gute Nachricht vorweg: der Ruhetag hat Wunder bewirkt und ich fühlte mich heute um Welten besser! Der Magen spielt auch wieder mit, weswegen ich meinen Energiehaushalt auf Vordermann bringen konnte. Das Frühstück in der Unterkunft hat hier ebenfalls einen Beitrag dazu geleistet. Die erste Kuhmilch seit über 2 Monaten mit irgendwelchen Schokoflocken waren ein wahrhaftiger Gaumenschmaus. Frisch wie eh und je wollte ich heute den Grundstein für die letzten 220 Kilometer bis nach Athen legen. Schlussendlich sind es 130 Kilometer geworden, was mir für morgen ein wenig Luft gibt gemütlich in die griechischen Haupstadt einzufahren. Die Strecke ging ausnahmslos der Küste entlang, war bis auf ein paar Hügel jedoch flach und entsprechend ein bisschen unspektakulär. Definitiv die grösste Herausforderung war heute der Wind, welcher mir konstant und extrem stark um die Ohren blies. Der offenen Küste entlang, war ich natürlich ein leichtes Opfer und musste mir jeden Kilometer erkämpfen. "Gohts no?!" sogar wenn es runter ging musste ich strampeln, was für eine Frechheit. 😅 Hier spielt nebst den Beinen (welche ich heute hatte) auch der Kopf eine nicht unwichtige Rolle. Bei so viel und dauerndem Gegenwind kann es sehr schnell demoralisierend werden. Deswegen: Positiv bleiben und versuchen sich nicht zu fest zu ärgern. Für den Abend habe ich mir einen Campingplatz ausgesucht, der anfangs ziemlich verlassen aus der Wäsche schaute. Ich setzte mich also auf eine Bank und wartete bis vielleicht doch noch jemand auftaucht. Ein älterer Mann mit freiem Oberkörper kam nach ein paar Minuten daher und formte mit seinen Armen ein "A". Tent? fragte er. Ich antwortete mit "Yes" 😂
    Dies war so ziemlich alles aus seinem englischen Repertoire, es stellte sich jedoch heraus, dass der gute Herr auch noch ein paar Brocken Französisch übrig hatte. Freudig zeigte er mir seinen kleinen Laden, wo er diverse lokale Lebensmittel verkaufte, unter anderem Wein und Honig aus Eigenproduktion. Da ich ziemlich der einzige Gast an diesem Tag war, hatte ich entsprechend auch eine grosse Auswahl für meinen Schlafplatz. Hoffen wir auf eine angenehme Nacht, morgen steht die letzte Fahrt in Griechenland auf dem "Programm".

    See you! ❤️
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    Knöpfli Gertrud

    Wenn deine Beine das nächste Mal nicht ganz mitmachen, dann sagst du: "Und ihr tut, was ich euch sage". Ps. Wie wär's mal mit einem Selfie❓️ 📸 🤗

    7/19/22Reply
     

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