• 41. ToM Gemeinschaftsbaum

    April 9, 2022 in Germany ⋅ ☁️ 8 °C

    In Rangendingen bin ich aufgewachsen und dort habe ich auch zum ersten Mal Suizide erleben müssen. Der erste Suizid wurde von Bernhard meinem gruppenleiter der katholischen jungen Gemeinde begangen. Es war ein riesengroßer Schock für uns alle. Aber es wurde nicht darüber geredet. Er war von einem Tag auf den anderen tot und niemand konnte es erklären, weil keiner lustiger und besser drauf war als Bernhard. Viele Jahre später nahm sich Erna, eine Verwandte meine stiefvaters, die ich sehr mochte und mit deren töchtern ich sehr viel zu tun hatte, ebenfalls das Leben. Es war bekannt, dass sie schon lange unter Depression gelitten hat, aber auch in diesem Fall wurde nicht darüber gesprochen. Sie war plötzlich einfach nicht mehr da. Und, viele Jahre später, ich war schon lange nicht mehr in diesem Dorf, wohnhaft, nahm sich mein klassenkamerad Johannes das Leben. Er litt unter schwerster Schizophrenie. Über seinen Tod wurde ihm fast nicht gesprochen, im Gegenteil der Suizid wurde verleugnet. Dank dem Baum der Erinnerung wurde in den darauffolgenden Tagen über alle suizide gesprochen. Man hat sich bei mir gemeldet und mir die hintergründe erklärt. Es gab eine große presseberichterstattung und es waren sehr viele Menschen zur baumpflanzung da. Leider kam niemand von meiner Familie, für die mein Tun keinerlei Wertigkeit hat und die sich noch immer weigern anzuerkennen, dass meine eigenen Depressionen ihre Wurzeln in der Erziehung und meinem gewalttätigen alkoholkranken Stiefvater lagen.Read more