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- Day 15
- Monday, September 16, 2024 at 3:00 PM
- ☀️ 26 °C
- Altitude: 1,196 m
NamibiaMariental Rural24°17’26” S 17°48’42” E
Bevölkerung Namibias

Heute haben wir uns auf unsere letzte große Fahrt von Lüderitz in Südwesten des Landes zurück Richtung Windhoek gemacht. Da die Autofahrt mit 8h sehr lang war haben wir die Zeit genutzt, unsere Erfahrungen und Kenntnisse zur Bevölkerung Namibias aufzuschreiben.
Wie ihr wahrscheinlich wisst, war Namibia vor über hundert Jahren eine deutsche Kolonie gewesenen. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass aufgrund der Seefahrt viele Europäer (Niederländer, Franzosen, Spanier) hier angekommen sind leben in Namibia auch einige weiße Menschen. Sie machen ca. 7% der Bevölkerung aus. Aufgrund der geschichtlichen Hintergründe sowie des Apartheidsystems, welches in der Zeit der Besetzung durch Südafrika (bis 1990) eingeführt wurde besitzt die weiße Bevölkerung große Teile des Landes und arbeitet vorwiegend in wohlhabenderen Berufen. Sie leben in der Hauptstadt Windhoek, vor allem aber an der Westküste in den wirtschaftlich bedeutenden Städten Swakopmund und Walvis Bay. Die Präzenz des deutschen und niederländischen Hintergrunds ist in diesen Städten besonders stark anhand des Stadtbildes, der Beschriftungen, der Läden und der Sprache zu erkennen. Vielen der weißen Bevölkerung leben in recht komfortablen Häusern, Villen und vielen Farmen, teilweise mit mehreren Angestellten. Bis auf unseren Guide Marius hatten wir jedoch keinen intensiven persönlichen Kontakt mit dieser Bevölkerungsgruppe.
Ein Großteil (ca. 87%) der Bevölkerung ist schwarzafrikanischer Abstammung, welche aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammengesetzt sind. Diese Gruppen bewohnen verschiedene Regionen, hauptsächlich den Norden und Osten Namibias. Wie wir von Marius gelernt haben leben mindestens 60% der Bevölkerung Namibias im Norden Namibias, überhalb des Etosha Nationalparks, auch genannt Ovambo. Trotz der Fortschrittlichkeit des Landes gibt es dennoch eine ethnischen Gruppe, die San, auch Buschleute genannt, die ihre traditionelle Lebensweise als Nomaden weiterleben möchten.
Die Wohnsituationen der schwarzafrikanischen Bevölkerung sind sehr unterschiedlich. Von normalen Häusern, bis kleinen Häuser so groß wie unser Schlafzimmer bis zu kleinen Wellblechhütten oder einfach Strohhäuser haben wir alles gesehen. Wir hätten uns gern mehr damit auseinandergesetzt, jedoch wurde unsere Führung durch einen Slum, um die Menschen und deren Kultur kennenzulernen, abgesagt.
Auf unserer Reise hatten wir dennoch den meisten Kontakt mit den ärmeren Bevölkerungsteilen. Dabei ist uns aufgefallen, dass häufig die ersten Wortwechsel sehr distanziert wirkten, wenn man dann tiefer ins Gespräch kommt die Gesichter aber anfangen zu strahlen und alle ein wenig „auftauen“. Hierbei wurden wir von jeder Person immer erst mit den Worten „Hello my friend, how are you?“ begrüßt bevor das eigentliche Gesprächsthema folgte. Nachdem wir gefragt wurden aus welchem Land wir denn kommen wurden immer drei deutsche Großstädte aufgezählt und gefragt ob wir aus eine dieser Städte kommen.
Eine weitere Besonderheit, die ein bisschen gewöhnungsbedürftig war ist, dass in Namibias Jobs ausgeübt werden, damit die Menschen Arbeit haben, die wir aus Deutschland nicht kennen. An der Tankstelle muss man nichts machen, das Auto wird von teilweise drei Person gleichzeitig vollgetankt, die Scheiben werden gewischt und der Luftdruck des Reifens überprüft. Das hierbei offiziell ein Trinkgeld festgeschrieben ist, ist verständlich, gibt man jedoch gerne. Ein weiterer Job, den wir aber als eher unangenehm empfunden haben ist, dass an jeder Straße und auf jedem Parkplatz Parkplatzwärter stehen, die (ungewollt) auf das Auto aufpassen und am Ende Geld dafür möchten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass wir fast nur nette und freundliche Menschen treffen durften und uns zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt haben.Read more