• Vom Friedhof in die Lebendigkeit

    April 13 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 20 °C

    Unsere letzten Stunden in Samarkand standen an. Aber auch an einem halben Tag kann man ein sehr gefülltes Programm erleben... 😆

    Zunächst haben wir einen Stopp in einer Art kleinem lebenden Museum gemacht. Hier wird zum Einen in alter Handwerkskunst, ohne moderne Maschinen und ohne chemische Zugaben, ganz feines Seidenpapier hergestellt. Gewonnen aus den Stöcken von Maulbeerbäumen und mit vielen Arbeitsprozessen entsteht dieses besondere Papier - das heute in der Verwendung viel zu kostspielig geworden ist und "nur noch" genutzt wird, um daraus richtig schöne Produkte herzustellen. Ich habe mir eine wunderschöne Tasche gekauft! 👜
    Außerdem wird hier (ebenso traditionell) das Öl gepresst, das für das leckere Nationalgericht Plov benötigt wird - aus Leinsamen, schwarzem Sesam, Baumwollkernen sowie Honigmelonenkernen. Das Öl schmeckt sehr speziell (🤢) und ist weder für Salat noch zum Braten geeignet - aber eben für den Plov genau die richtige Zutat, wie wir ja selbst schon geschmeckt haben.

    Beim Besuch eines astronomischen Museums und altem Observatorium haben wir einen Einblick in die wichtige und sehr genaue Arbeit des Astronom und Mathematiker Ulugh Beg bekommen. 🔭

    Weiter ging es zu einem Friedhof, wo wir mehr erfahren durften darüber, wie im islamischen Glauben die Verstorbenen unter die Erde gebracht werden... ⚰️ ❌
    Und natürlich war dann auch das nächste Mausoleum nicht fern. Am besten gefiel mir dort das Grab, das Amir Temur für die zweite Ehefrau hat vorbereiten lassen, das aber bis heute leer ist. Sie ist quasi zu ihrem Tod nicht erschienen: Als der Herrscher starb, war sie gerade mal 14 Jahre alt und hat dann einen neuen Mann geheiratet. Wo sie dann gestorben ist, weiß niemand.

    Dann haben wir also Samarkand hinter uns gelassen und sind mit dem Schnellzug nach Taschkent gefahren. Zugfahren 2.0 würde ich sagen: Superpünktlich, großzügige Sitzplätze, angenehm klimatisiert und eine kostenlose Snack Verpflegung inklusive Kaffee gab es auch noch. 🚅 ☕ 🥯

    So sind wir also entspannt an unserem nächsten Etappenziel angekommen: Taschkent, moderne und trubelige Hauptstadt von Usbekistan.
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