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Neue GEFILDE - SAMARKAND

Wir betreten absolutes Neuland, und das in vielerlei Hinsicht! Das Zielgebiet, der Kontinent, die Kulturen - und die Art zu reisen... Alles ist anders, als wir es bisher jeweils gemacht haben. 😵 Read more
  • Trip start
    April 7, 2026

    Fliegerei

    April 8 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 13 °C

    Tschüss Hamburg, hallo Istanbul.
    Die "Aufregung" fing für uns schon direkt beim Flug an - in Hamburg ging die Maschine bei allerweltbestem Wetter hoch und dann so was von in "Richtung OST", da bin ich ja vorher noch nie lang geflogen. Dem letzten Blick auf den heimischen Flughafen Fuhlsbüttel folgte kurz nach dem Bosporus (?!) auch schon der Blick auf den Flughafen Istanbul.

    Irritierend war, dass wir daran vorbei geflogen sind... 😵

    Okay, es gibt wohl zwei Flughäfen in Istanbul und schließlich sind wir auch für unseren Zwischenstopp am Drehkreuz-Flughafen gelandet.

    Hier durften wir dann sechs Stunden bis zum Weiterflug überbrücken und waren hinterher pleite, weil wir jeder ein Bier getrunken haben. 1 Glas 0,5l = 16,50 EUR! 😲 Zum Glück haben wir keinen Weißwein genommen ( 1 Glas über 26 EUR!!)

    Die letzten Flugstunden bis nach Usbekistan haben wir also in Schockstarre verbracht. Bei der Ankunft in Urgench fühlte ich mich aber gleich wider heimisch: morgens früh aus dem Flugzeug aussteigen und übers Rollfeld zum Flughafengebäude laufen - fast genau wie in Windhoek. 🤷🏻‍♂️
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  • Schlaf in der 1001. Nacht

    Apr 8–9 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 12 °C

    Kaum angekommen in Chiwa, startet auch schon unser "straffes Programm". Unser erstes Hotel liegt in der vollständig ummauerten Altstadt von Chiwa und war früher eine Medresa (Koranschule). Die Gemäuer der "inneren Stadt" sind teils im 5. Jahrhundert vor Christus entstanden und sind trotz der Übergriffe der Roten Armee 1921 erhalten geblieben. Hier zu wandeln macht uns deutlich , in welcher Region dieser Welt wir gelandet sind und welche Kulturen hier entstanden bzw gelebt wurden. 🕌

    Kamele, Seide, Fell-Mützen sind ebenso präsent wie Moscheen, Minarette, Mausoleum und Harem-Stätte. Wir sind definitiv auf der sagenhaften Seidenstraße angekommen und hätten beinahe auch Ali Baba getroffen.

    Wahnsinnig beeindruckend und interessant. Dank unseres Guides wissen wir auch immer, wo wir ohne Probleme rein dürfen oder wo wir die Schuhe ausziehen müssen. 🧦 Und wir durften herausfinden, dass es nicht nur Hammelfleisch und gegorene Stuten Milch zur Nahrungsaufnahme gibt - wir hatten ein absolutes Weltklasse Abendessen! 😋 Außerdem hatten wir schon sowohl Kaffee als auch Alkohol - das Leben in Usbekistan ist also sehr genießbar! 🍽️🍻☕

    Und jetzt schauen wir mal, was die Träume so bringen in unserer tausend-ehm-ersten Nacht hier. 🥱 💤
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  • Wir nennen es Transfer-Fahrt

    Apr 9–11 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute stand eine etwa 450 km lange Fahrt an, um für die nächsten zwei Nächte in Buchara verweilen zu können. Wir waren von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr unterwegs... 🚌

    Dabei waren die Straßen ganz okay und Stau gab es auch nicht. Es war eigentlich ein gemütliches Dahintingeln.

    Wir haben die städtischen Gebiete zunächst hinter uns gelassen, einen von zwei existierenden Flüssen von Usbekistan überquert und viel Wüste / Steppe gesehen. Also wieder fast wie immer 😂

    Interessant war der Besuch in einem kleinen Supermarkt. Wir konnten feststellen, dass die Versorgung hier überall unterwegs kein Problem ist, auch das Tankstellen-Netz ist gut. Sofort haben wir überlegt, doch mal mit dem WoMo loszufahren Richtung Mongolei... 😲🫣

    Aber tatsächlich genießen wir es zurzeit sehr, in einer kleinen geführten Gruppe unterwegs zu sein und uns um nichts kümmern zu müssen. Und nicht selbst FAHREN zu müssen, hat auch seine Vorteile - wir sind schließlich in russisch kulturell beeinflusstem Gebiet angekommen und der Wodka zieht seine Runden bei jedem Essen.
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  • Buchara - Abend mit Familien-Anschluss

    April 9 in Uzbekistan ⋅ ⛅ 15 °C

    Buchara ist eine leicht trubelige, aber dennoch gemütliche Stadt - so erscheint es mir zumindest auf den ersten Blick.

    Wir sind ja erst am frühen Abend hier angekommen und hatten "nur noch" das Abendessen auf dem Programm. Das war aber echt wieder eine Wucht! 😋

    Wir waren bei einer usbekischen Familie zu Hause eingeladen - und wir durften schauen und mithelfen, wie das traditionelle Gericht Manti (gefüllte und gedämpfte Teigtaschen) gemacht wird. Und wer jetzt denkt, dass das so ein "albernes" Touri-Programm ist, dem kann ich sagen: ja, das denkt man vorher und ja, es ist gewissermaßen inszeniert. ABER dennoch war es auch wirklich authentisch und ein absolut schöner und aufschlussreicher Abend! 👍🏽

    Natürlich blieb die Wodka-Runde Nummer 3 nicht aus - und nach unserem Verdauungsspaziergang durch das Nachtleben von Buchara kam noch gleich Runde 4 hinterher... Sog'liq uchun!
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  • Die M's einer Usbekistan-Reise

    April 10 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 23 °C

    Also, was man auf alle Fälle reichlich zu sehen bekommt, wenn man in Usbekistan auf den Spuren der Seidenstraße unterwegs ist, dann sind es folgende Dinge:
    Moscheen 🕌
    Minarette 🗼
    Madresse 🕌
    Mausoleum 🛕

    Und das stellt keine "Beschwerde" dar! Ich habe einfach den Überblick verloren über all die Gebäude, die Geschichten dahinter, die Emire und Kalifen... 😵‍💫
    Ich kann aber auch sagen, dass jedes dieser Bauwerke beeindruckend und überwiegend richtig schön anzusehen ist! Man kann es einfach weder in Worte noch in Bilder fassen.

    In einige Gebäude konnten bzw durften wir heute nicht rein, da der Präsident in die Stadt gekommen ist. Morgen findet hier ein Treffen mit ihm und dem kasachischen Staatsoberhaupt statt... Was da alles gesperrt und an Scharfschützen zugegen ist, ist schon spannend - und trotzdem blieb alles in einer relaxten Atmosphäre.

    Unser Programm musste deswegen auch ein bisschen umgestellt werden und so kamen wir in den Genuss einer Modenschau. Ha ha, schon wieder was mit "M"... 😆

    Ein goldenes davon haben wir hingegen bisher nicht gesehen... 🍔 Es tut aber auch überhaupt nicht Not, hier nach etwas Ausschau zu halten, was unsere hungrigen Bäucher füllt. Entgegen aller negativen Erwartungen ist das Essen hier wirklich so was von lecker - wir sind schlichtweg begeistert von der heimischen Küche. 😋

    Bei einem Besuch einer traditionellen Messerschmiede (japp, noch ein "M" 🤷🏻‍♂️) ging dann auch Chrigus "Traum" eines lang ersehnten Damast-Messers in Erfüllung.

    Wir hatten also wieder einen abwechslungsreichen Tag (wenn man die Anfangsbuchstaben mal außer Acht lässt) und durften wieder viele schöne Eindrücke genießen!
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  • Schelme, Puppen und Narren

    Apr 11–13 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute war eigentlich wieder ein Fahrtag, um von Bukhara nach Samarkand zu kommen. Wenn ich jetzt meine Bilder sichte, haben wir aber "trotzdem" wieder viel gesehen.

    Zunächst haben wir der Till-Eulenspiegel-Statue einen kurzen Besuch abgestattet - es sollte nicht der letzte Schelm des Tages bleiben...

    Wir waren noch bei einem Puppen-Manufakteur (gibt es dieses Wort? 🤔), der wirklich sehr unterhaltsam war. Das Video ist wohl nur eine kleine Kostprobe dessen, was wir gestern im Programm verpasst haben, weil der Besuch des Präsidenten die Puppentheater-Aufführung verhindert hat. 🎭 ❌

    Auf der weiteren Fahrt gab es noch einen Stopp bei einer noch echt-handarbeitenden klassischen Töpferei inklusive landestypischem Mittagessen (mit Wodka anbei...) und in einem Museum.

    Wir stellen fest, dass wir durchaus "typische Touristen-Hotspots" besuchen, aber das ist absolut passend und wir lernen Usbekistan auch wirklich intensiv kennen. Das ist nicht zuletzt unserem grandiosen Reiseleiter Adis zu verdanken.

    Der Tag war so voller "komischer Fratzen", dass wir abends beim Essen selber welche ziehen und uns zum Narren machen. Vielleicht trägt auch der viele Wodka dazu bei 🤷🏻‍♂️
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  • Samarkand - am Tag

    April 12 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 21 °C

    Wir sind an einem DER Orte der großen Seidenstraße angekommen. Samarkand war ein wichtiger Knotenpunkt für die Karawanen und hat viele geschichtliche Aspekte zu entdecken.

    Ich gebe zu: Ich habe dabei völlig die Übersicht verloren! 🫣
    Welcher Khan oder Emir oder Mullah hat genau was gemacht und wann? Wo wurde er beerdigt? Wieso wurden eigentlich drei Medressen nebeneinander gebaut und wieso braucht jede Schule eine eigene Moschee - sind 200m laufen zum Gebet zu weit, während man den Koran studiert?

    Wie merke ich ohne Reiseleiter, wann ich ein Mausoleum oder eine Moschee betrete und ob diese alt oder aktiv ist - denn danach entscheidet sich, ob ich das Gebäude mit Kopftuch und / oder mit oder ohne Schuhe tue...

    Leute, wir bekommen so viel Input und trotzdem bleiben so viele Fragen offen... 😵‍💫 Es liegt also NICHT am Wodka, dass sich im Kopf alles dreht!

    Die Bauten sind aber wirklich alle immer wieder wahnsinnig beeindruckend. "Wer kann, der kann", sag ich mal. Und dann wird da so eine Medresse kurz mal in drei (!) Jahren hochgezogen - allein, wenn man sich die Arbeit für die Verzierungen (Mosaiken, Majolika, Terrakotta) vorstellt, wäre ich bei einer geschätzten Bauzeit von drei Jahrzehnten gelandet! 😲

    Ein natürlich wirklich wichtiger Teil für die Städte der Seidenstraße waren die Karwansareien, schließlich ging es um den Umschlag von Waren. Wir hatten in Buchara schon diverse gesehen, heute wechseln wir für das Shopping-Erlebnis auf einen klassischen Bazar. Und auch ein Kultur-Programm ist eingebaut - es ist der Wahnsinn!
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  • Samarkand - am Abend

    April 12 in Uzbekistan ⋅ 🌙 16 °C

    Wenn du denkst, du hättest am Tag schon Eindrücke genug für eine ganze Woche, dann folgt doch immer noch der Abend...! 😵

    Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel geht's also zum nächsten Programmteil. Wir sind wieder bei einer usbekischen Familie zum Essen - und es gibt traditionellen Plov. Oh, meine Güte, war das LECKER! 😋 Die Machart erinnert sehr an unseren Poitjie in Namibia - die Zutaten und Gewürze sind natürlich anders. Besonders gefallen hat mir das Wachtel-Ei. 🥚

    Wir lernen auch eine neue Wodka-Kultur kennen: Eigentlich trinkt man nämlich den ersten Wodka schon VOR dem Essen, sozusagen als Appetit-Anreger. Dazu isst man ein paar Kräuter mit saurer Sahne... Ob das wirklich stimmt, wissen wir nicht, aber wir machen natürlich mit!

    Nach dem Essen sind wir "schnell noch mal" zum Registan Platz, um die nächtlichen Lichtspiele an Moschee und Medresse zu bestaunen. 🌃

    Und anschließend sind wir noch "um die Häuser gezogen". Unser super-duper Guide Adis macht alles mit - unbezahlbar! So landen wir also zum Abschluss noch in einer Shisha-Bar und sogar ich versuche, den Rauch durch die Nase zu lassen... 🫣😤
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  • Vom Friedhof in die Lebendigkeit

    April 13 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 20 °C

    Unsere letzten Stunden in Samarkand standen an. Aber auch an einem halben Tag kann man ein sehr gefülltes Programm erleben... 😆

    Zunächst haben wir einen Stopp in einer Art kleinem lebenden Museum gemacht. Hier wird zum Einen in alter Handwerkskunst, ohne moderne Maschinen und ohne chemische Zugaben, ganz feines Seidenpapier hergestellt. Gewonnen aus den Stöcken von Maulbeerbäumen und mit vielen Arbeitsprozessen entsteht dieses besondere Papier - das heute in der Verwendung viel zu kostspielig geworden ist und "nur noch" genutzt wird, um daraus richtig schöne Produkte herzustellen. Ich habe mir eine wunderschöne Tasche gekauft! 👜
    Außerdem wird hier (ebenso traditionell) das Öl gepresst, das für das leckere Nationalgericht Plov benötigt wird - aus Leinsamen, schwarzem Sesam, Baumwollkernen sowie Honigmelonenkernen. Das Öl schmeckt sehr speziell (🤢) und ist weder für Salat noch zum Braten geeignet - aber eben für den Plov genau die richtige Zutat, wie wir ja selbst schon geschmeckt haben.

    Beim Besuch eines astronomischen Museums und altem Observatorium haben wir einen Einblick in die wichtige und sehr genaue Arbeit des Astronom und Mathematiker Ulugh Beg bekommen. 🔭

    Weiter ging es zu einem Friedhof, wo wir mehr erfahren durften darüber, wie im islamischen Glauben die Verstorbenen unter die Erde gebracht werden... ⚰️ ❌
    Und natürlich war dann auch das nächste Mausoleum nicht fern. Am besten gefiel mir dort das Grab, das Amir Temur für die zweite Ehefrau hat vorbereiten lassen, das aber bis heute leer ist. Sie ist quasi zu ihrem Tod nicht erschienen: Als der Herrscher starb, war sie gerade mal 14 Jahre alt und hat dann einen neuen Mann geheiratet. Wo sie dann gestorben ist, weiß niemand.

    Dann haben wir also Samarkand hinter uns gelassen und sind mit dem Schnellzug nach Taschkent gefahren. Zugfahren 2.0 würde ich sagen: Superpünktlich, großzügige Sitzplätze, angenehm klimatisiert und eine kostenlose Snack Verpflegung inklusive Kaffee gab es auch noch. 🚅 ☕ 🥯

    So sind wir also entspannt an unserem nächsten Etappenziel angekommen: Taschkent, moderne und trubelige Hauptstadt von Usbekistan.
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  • Vom Altertum in die Moderne

    April 14 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 27 °C

    Mit unserem Guide Adis wurden auch in der Hauptstadt Taschkent natürlich noch mal die wichtigen M's besichtigt. Wir hatten ja noch nicht genug von Moscheen und Medressen und Minaretten... 😵‍💫

    Aaaaber langsam vollzog sich der Wandel in die moderne Welt. Da wurde zum Beispiel ein Kultur-/Bildungszentrum neu erschaffen (in "alter" Form) und auch eine neue Moschee darf nicht fehlen. Die alten reichen wohl nicht für all die fleißig betenden Männer in Usbekistan (Adis tut es zweimal im Jahr) - oder die Tradition wurde fortgesetzt, dass jeder "Herrscher" sich irgendwie sein Moscheen-Wunsch erfüllt. Ich weiß es nicht 💁🏻 Schön anzusehen sind aber auch die neuen Bauten!

    Wir haben dann den riesigen Chosur Bozori (Basar) besucht und das Angebot einfach mal auf uns wirken lassen.
    🍊🫜🍞🥩🫑🥚🧆

    Ein "Highlight" sollte die Metro werden, die in der Millionenstadt versucht, das menschlichen Treiben Herr zu werden. Meine Güte, da ist aber auch wirklich was los! 😱 Wir wollten eigentlich nur zwei, drei Stationen bestaunen mit den schönen Gestaltungen - eine Fahrt auf einer der Hauptlinien hat Adis dann aber abgesagt mit der Aussage "Das schafft ihr nicht!", womit er vermutlich recht hat!

    Bei einem letzten gemeinsamen Essen mit unserem Guide - nochmal zu Gast bei einer tollen usbekischen Familie - klingt die Zeit mit unserem M-M-M-Reiseleiter aus. Wirklich schade, Adis ist absolut grandios und wir sind gespannt, wer unsere Gruppe als nächstes begeistern will. 🫣
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  • Stadtbesichtigung auf klassische Art

    April 15 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 17 °C

    Kaum hat Adis und verlassen, ist schon alles ganz anders. Keine Moscheen mehr, keine alten Geschichten von Karawanen und Herrschern...
    Unsere Stadt-Reiseführern Olga zeigt uns die neue/aktuelle Hauptstadt mit Regierungssitz, Denkmal für das schlimme Erdbeben im April 1966 (Wert auf der Richterskala: 9!), Gedenktafeln für die Gefallenen von 1941 mit Nennung jedes einzelnen.

    Was sich NICHT geändert hat, ist die Menge an Input, die wir erhalten. Wir sind wieder völlig überladen, aber wirklich auch "beseelt" von den ganzen spannenden Infos!

    Erschöpft lassen wir uns zum Flughafen bringen und freuen uns auf den Wechsel nach Kirgistan, wo uns wohl viel mehr Natur und Landschaft erwarten... 🛫
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  • Alles ist anders

    Apr 16–17 in Kyrgyzstan ⋅ 🌧 12 °C

    Seit unserer Ankunft in Kirgisistan (auch korrekt: Kirgistan oder Kirgisien) hat sich einiges geändert: das Wetter, das Essen, der Reiseführer, die "gelebte" Religion, der Menschenschlag... Ich lerne wieder einmal mehr, man muss die Schubladen immer wieder aufmachen und neu sortieren. Ich hätte nie gedacht, dass da zwei Nachbarländer sind, die ja beide mal irgendwie zu Rußland gehörten, aber doch so unterschiedlich sind. Aber darauf komme ich irgendwann im Fazit nochmal zurück.

    Zunächst änderte sich gravierend folgendes für uns:
    Der Reiseleiter heisst jetzt Salamat. Er ist natürlich nicht vergleichbar mit unseren super-duper-Adis, aber er ist ein freundlicher Typ, der sich auch gut um uns kümmert. Er ist ein waschechter Kirgise und auf den ersten Blick wird klar: Wir sind hier regional recht nah an China herangekommen. Das äußert sich nicht nur im Anblick unseres neuen Gefährten, sonder auch am Essen. Die Art der Gewürze hat sich geändert, es gibt auch fast konsequent keinen Kaffee mehr sondern ausschließlich Tee. 🍵

    Außerdem ist das Wetter anders: Unsere Stadtbesichtigung von Bischkek, Haupstadt, findet bei leichtem Regen und weitaus kühleren Temperaturen statt. 🌧️ Dafür dürfen wir aber viel mehr auch an Regierungsgebäuden fotografieren.

    Die kirgisische Flagge ist übrigens richtig schön gemacht: Rot gilt hier als Farbe für Leben und Kraft. Die 40 Sonnenstrahlen stehen für sie vorhandenen 40 Stämme, die es bei den Kirgisen gibt. Der Sonnen-"Körper" enthält eine Jurte. Soll heißen: Alle 40 Stämme leben zusammen unter einem Dach. 🇰🇬

    Weiterfahrt. Bei einer netten kirgisischen Familie wird eine traditionelle Jurte für/mit uns aufgebaut und wir sind zum Tee eingeladen. 🛖

    Das Wetter wird langsam sonniger und wir sind zum Abend hin endlich mal wieder außerhalb von Stadt und Kulturprogramm einfach in der Landschaft unterwegs. Der Wechsel des Programms ist vollzogen. 🕌➡️ 🏞️
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  • Luft, Farben, Vögel und Musik

    April 17 in Kyrgyzstan ⋅ ⛅ 8 °C

    Dieses Land zieht uns komplett in den Bann! 😍
    Die Fahrt am heutigen Tag bietet reichlich schöne landschaftliche Ansichten und wir bekommen einen sehr echten Eindruck von Kirgisien.

    Natürlich ist uns bewusst, dass die Vorführung von Reitern mit ihren Jagdtieren (Adler und Windhund) eine "touristische Veranstaltung" extra für uns ist - aber das ist auch nur die halbe Wahrheit. Fakt ist, dass es diese Tradition auch ohne Touristen immer noch gibt. Wir erkennen eine enge Bindung der Falkner zu ihren Adlern. Und besonders schön finden wir z. B. die Info, dass es in Kirgisistan gesetzlich vorgeschrieben ist, dass jeder groß gezogene und trainierte Adler mit Eintritt seiner Geschlechtsreife in die Freiheit entlassen werden muss! Und dann hat er noch gut 40-50 Jahre zu leben! 😍

    Wir durften heute auch ein bisschen Bewegung genießen und sind durch den Roten Canyon - oder auch "Ferry Tale Canyon" - gewandert. Was für eine traumhaft schöne Landschaft!! 🏞️

    In unserer heutigen Jurten-Unterkunft hat dann abends noch eine Familie kirgisische Musik auf traditionellen Instrumenten für uns gespielt. Toll!

    Wir bekommen wirklich wahnsinnig viel geboten, haben Tage voller intensiver Eindrücke und sind ein bisschen traurig, dass wir die komfortable Jurte mit einem Bett mit bester Aussicht nur für wenige Stunden genießen können.
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  • Kultur von Kirgisistan

    April 18 in Kyrgyzstan ⋅ ⛅ 8 °C

    Wir mussten unser tolles Jurten-Camp leider dann doch verlassen - und haben heute so was wie ein Kulturprogramm vor uns.

    Zunächst besuchen wir ein Frauen-Projekt, wo in bester Handarbeit gefilzt wird. Beim Trockenfilzen wird die Wolle mit einer Nadel immer wieder zusammen-gestopft und es entstehen z. B. Figuren. Mit dem Nassfilzen werden wunderbare Puschen hergestellt, von denen sie Teilnehmer vom Veranstalter ein paar Geschenke bekommt. 😍
    Die Frauen verdienen nebenbei hier gutes Geld dazu, können sich ihre Zeit frei einteilen oder auch zu Hause arbeiten. Eine tolle Geschichte und Möglichkeit, für das einstige Nomadenvolk etwas zu erwirtschaften mit dem, was ihnen liegt.

    Außerdem bekommen wir endlich wieder mal Moscheen zu sehen - wir waren schon auf Entzug... 😵‍💫 Neben einer zebra-Moschee im Vorbeifahren besichtigen wir einerseits eine alte russischorthodoxe Kirche aus Holz sowie eine von Chinesen gebaute Moschee, die nach mehreren anderen Nutzungen nun wieder aktiv als Moschee dient. Unser Reiseführer Salamat erzählt uns, dass zwar rund 70% der Kirgisen dem Islam angehören, aber alle andere Religionen auch absolut existent und anerkannt sind und alles friedlich nebenher und durcheinander geht. So wird zum Beispiel im ganzen Land auch von allen immer Weihnachten und Ostern gefeiert. 😅 Wie einfach es doch offenbar sein könnte...!?

    Aber die Besichtigung von Gotteshäusern hält sich in Grenzen und wir dürfen vor allem auch wieder diese unfassbar schöne Landschaft geniessen. Wir machen einen kleinen Spaziergang zu den "7 Ochsen". Hier sind wir mit 2.200m auf dem höchsten Punkt unserer Reise und blicken auf die Bergkette des südlichen Tian Shan ("Himmelsgebirge"), die etwas weiter auch mit zwei 7-Tausendern aufwarten kann und die Grenze zu China bildet. Wir sind hier Luftlinie nur rund 60 km von der Volksrepublik entfernt! 🇨🇳

    Am Aussichtspunkt hat sich gerade eine Schulklasse versammelt, die Fotos macht, weil sie ihren Abschluss gemacht haben. Natürlich alles mit Pferden und in Tracht.

    Wir blicken derweil in die Ferne und schmieden schon neue Reisepläne... 🏕️ 🏔️
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  • Reinas Ranch

    Apr 18–19 in Kyrgyzstan ⋅ ☀️ 11 °C

    Unsere heutige Übernachtung dürfen wir auf einer Farm verbringen. Der Vater war Leiter einer landwirtschaftlichen Kolchose während der russischen Zeit und hat so als ursprünglicher Nomade sehr gut das Landwirtschaften gelernt.

    Die Tochter betreibt heute die Farm, ein Bruder ist Tierarzt und der andere ist Metzger. Die Kombi funktioniert recht gut...

    Sie haben Angus-Rinder importiert, züchten Fettschwanzschafe und hochwertige Pferde, die im Ausland offenbar bis 400T Euro gehandelt werden. 😳

    Das Land, das sie dort nutzen, ist traumhaft schön und wir wären gerne länger dort!
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  • 1 Tag "schlechtes" Wetter

    April 19 in Kyrgyzstan ⋅ ☁️ 4 °C

    Wir haben uns ja bewusst für den Reisetermin in der Vorsaison entschieden - und das bedeutete: Es kann noch regnen und kalt sein. Wir hatten während der Reise fast durchgehend Glück. Heute war aber mal wieder ein bisschen norddeutsche Luftfeuchtigkeit angesagt - passte ganz gut, weil wir aufs Schiff gegangen sind, um ein bisschen über den Yssykkölsee zu tuckern. 🚢

    Als wir danach weiter gezogen sind, wurde es aber auch schon wieder ein bisschen freundlicher. 🌥️

    Wir haben noch ein "Freilichtmuseum" besucht mit ganz vielen Steinen. Hier sind viele Felsgravuren zu finden, die teilweise aus dem 7. bis 3. Jahrhundert vor Christus stammen.

    Nach einem wieder mal leckeren Mittagsstopp fahren wir in das Tschong Kemin Tal - suuuper schöne "Passfahrt", tolle Szenerie. In der Unterkunft erwarten uns wieder gebrochen Zimmer und ein netter Ausklang des Tages. Mehr braucht die Seele nicht. 🌄
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  • Rasantes mit kopfloser Ziege

    April 20 in Kyrgyzstan ⋅ ☀️ 6 °C

    Am letzten kompletten Tag in Kirgisistan durften wir noch ein echtes Highlight erleben. Wir waren alle etwas skeptisch - denn auf dem Programm stand das traditionelle Ziegen-Polo der Kirgisen. Das bedeutet: Zwei Mannschaften spielen gegeneinander auf dem Pferd eine Mischung aus Polo und Rugby. Der Ball ist dabei (wirklich!) eine tote Ziege, der lediglich Kopf und Füße abgetrennt sind. Alles andere ist noch dran und drinnen... 🐐

    Das klang zunächst etwas irritierend. Aber man darf zugestehen: Als (frühere) Nomaden, nimmt man, was man hat. 💁🏻‍♂️ Und die noch vorhandenen Beinansätze helfen den Spielern, den "Ball" im vollen Ritt am Pferd hängend von Boden aufzunehmen.
    Die Siegermannschaft gewinnt die tote Ziege, die dann gegrillt und gegessen wird. 🍖

    Zur Veranstaltung wurden wir von Pferdewagen abgeholt und tingeln sehr gemütlich ins Nachbardorf, wo einzig für uns einige Jungs das Spektakel veranstalten. 🏇🏼

    Natürlich teilen auch wir uns in zwei Fangemeinden auf und feuern die Jungs entsprechend an. "Meine" Mannschaft gewinnt. 😁🏆

    Es lässt sich schwer beschreiben und vermitteln, was wir da erleben durften - aber so skurril es klingt, so beeindruckend und fröhlich war es.
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    Trip end
    April 23, 2026