Tanja Mager

Joined April 2017
  • Day6

    Matareva Beach

    June 24, 2017 in Samoa

    Ein so schöner Strand wie hier in Matareva lud einfach nur zum faul rumliegen ein - und genau das habe ich an meinem zweiten Tag gemacht. Das verregnete Wetter vom Vortag schien wie vergessen, das Wetter hätte nicht besser sein können: strahlend blauer Himmel, eine seichte Brise, die den Geruch von Salzwasser mit sich trug und eine Sonne, die sich von den wenigen Wolken nicht beirren ließ und mit ihren Strahlen die umgebende Luft, den Sand und das Wasser auf herrlich angenehm heiße Temperaturen erhitzte.
    Nachmittags fuhren wir zu sechst zu einem anderen Strand (Chantal aus Holland und ich saßen draußen auf dem Pick-Up), wo wir beim Schnorcheln riesige Muscheln entdeckten, die mitunter größer waren als mein Kopf. Die Schildkröten, die wir uns eigentlich erhofften zu sehen, tauchten nicht auf. Dafür aber hatte ich am Vormittag eine nette Begegnung mit einer Seeschlange, die ich gar nicht als solche erkannte, sondern nur ein langes, wurmiges, gestreiftes Etwas auf dem Meeresboden. Während dem Mittagessen erfuhr ich von der Angestellten Jess, dass es sich bei diesem schwarzweißen Wurm um eine Seeschlange handelte, deren Venom innerhalb von ein paar Stunden töten kann. Die hatte zum Glück keinen Appetit auf mich.
    Abends wurden wir während dem üppigen Abendessen von samoanischen Tänzern unterhalten und sogar zum Tanzen aufgefordert, wobei ich mit meinen vergleichsweise lahmen Tanzmoves nicht mithalten konnte und komplett unterging...
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day3

    Namua Island

    June 21, 2017 in Samoa

    Meine nächsten zwei Nächte sollte ich auf Namua Island verbringen, eine kleine private Insel nicht weit von der Hauptinsel Upolu. Um es kurz zu fassen: faul am Strand liegen und in der Sonne bruzeln, schnorcheln, lesen, Bilder machen, schlafen, essen, meine erste Kokosnuss (die im übrigen überhaupt nicht nach Kokosnuss schmeckten, wie ich sie von Raffaelo und Co. kannte). Das war im Grunde meine Zeit auf Namua beschrieben. Und es war: AWESOME! Einfach mal die Seele baumeln lassen und nichts tun, ohne warmes Wasser und Strom. Fernab von jeglicher Zivilisation (auch wenn man die Hauptinsel von hier aus genau sehen konnte). Das einzige was mich ein bisschen störte, waren die Strand "fales". Fales waren kleine Holzhütten auf Stelzen, hatten aber weder Fenster noch Türen. Das einzige was sie von einem Zelt unterschieden war ein Dach, meistens aus Wellblech, zugedeckt mit Stroh oder Palmenblättern. Der einzige Luxus war eine Matratze und Moskitonetz. Simpel, aber ein unsagbares Gefühl von Wellenrauschen in den Schlaf gewiegt zu werden und bei unglaublicher Aussicht auf den Ozean aufzuwachen. So kannte ich es zumindest aus Bildern. Auf Namua war die Hütte allerdings mit einer hässlichen blauen Folie umspannt, welche den Blick aufs Meer verweigerte. In der zweiten Nacht machte es mir diese Folie zudem unmöglich einzuschlafen. Draußen tobte nämlich ein Unwetter, es regnete und stürmte. Der Wind ließ die Folie jedes mal so laut aufschlagen, dass es sich die ganze Nacht über anhörte, als würde jemand mein Fale auspeitschen. Zeitweise hatte ich die Befürchtung, dass ich gerade Zeuge eines Zyklons wurde und meine Hütte im nächsten Moment im Meer landet und ich, ohne es zu merken, aufs offene Meer hinausgespült werde. Zum Glück ereilte mich nicht das selbe Schicksal wie Robinson Crusoe. Am nächsten Morgen schien das Wetter immer noch nicht besser zu werden, es schüttete wie aus Kübeln. Glücklicherweise ließ der Regen nach als wir mit dem Boot wieder zur Hauptinsel fuhren (und auf dem Weg dorthin Schildkröten im Wasser begegneten). Ein deutsches Pärchen, das auch auf der Insel schlief und welches ich dort kennenlernte, nahm mich mit ihrem Mietauto bis zum Te Sua Ocean Trench mit, womit mein fünfter Tag auf Samoa begann...Read more

  • Day1

    Talofa Samoa!

    June 19, 2017 in Samoa

    Eine Woche Strandurlaub ist schon vorbei, aber eine weitere bleibt mir noch: auf Samoa.
    Obwohl beide Inseln noch nicht einmal drei Flugstunden auseinander liegen, unterscheidet sich Samoa gänzlich von Fidschi. Das erste, was mir beim Verlassen des Flughafens auffiel, war die schwüle Hitze, die mich wirklich umhaute. Aber abgesehen von dem Dauerschweißfilm auf meiner Haut in der Zeit, die ich in der Hauptstadt Apia verbrachte, war Samoa für meinen Geschmack in allerlei Hinsicht Fidschi überlegen: das Land an sich war flächenmäßig grundsätzlich kleiner als Fidschi und damit auch die Bewohnerzahl. Alles schien viel überschaubarer, kleiner. Die Farben waren viel satter, überall saftig grüne Flächen aus Gras und Bäumen, welche mit den unterschiedlichsten Blumen in den unterschiedlichsten Farben verziert wurden: ein helles freundliches gelb, ein starkes rot, ein scheinendes pink. Und immer begleitet von dem türquis blauen Meer, welches die komplette Insel einschloss. Auch die Wohnhäuser, welche in ihrem Bau so einfach waren, aber mit ihrer bunten Fassade einfach nur ein weiteres Schmuckstück, ein weiteres Juwel bildeten, das die Insel schmückte. Und in jedem einzelnen dieser Häuser lebten genau so bunte und strahlende Menschen; Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Großeltern, Tanten, Onkels, Brüder und Schwestern. Und keiner von ihnen weiß, was für ein wunderschönes, wenn auch simples und ärmliches Leben sie alle führen. Während wir Europäer zwischen grauen Hochhäusern in unserer Anonymität ertrinken, in einer Welt, in der es kein Wir, sondern nur ein Ich gibt, in der wir einfach nur existieren und einem Rhythmus folgen, mit dem nur die Stärksten mithalten können. Eine Welt, in der wir von Menschen umgeben sind und uns doch immer alleine fühlen. Eine Welt, die im völligen Kontrast zu der Welt steht, in der einziges Lachen mehr wert ist als alles Geld auf diesem Planeten; in der selbst an regnerischen Tagen, Blumen und Menschen nicht aufhören zu strahlen; in der Ängste und Sorgen nicht alleine getragen werden.
    Eine Welt in Farbe, eine Welt ohne Zeit. Eine Welt, von der ich wusste, ich würde sie nie mehr verlassen wollen.
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  • Day6

    Nananu-i-Ra and Safari Lodge

    June 17, 2017 in Fiji

    Die zwei wenigen Tage, die ich auf der Insel verbrachte, waren vergleichsweise zu den anderen Tagen hier auf Fidschi ziemlich ruhig. Ich unternahm nicht viel, einerseits um mich zu schonen und mich von meiner Erkältung zu erholen, andererseits gab es auch nicht viel zu tun, abgesehen von einigen Aktivitäten auf oder in dem Wasser. Der starke Wind, der hier herrschte, machte die Insel zu einem idealen Wassersport-Mekka, vor allem für Wind- und Kitesurfer. Der eigentliche Grund, weshalb ich auf die Insel kam, lag eben genau darin, einer dieser Dinge auszuprobieren, was ich aber sicherheitshalber jedoch nicht tat. Stattdessen begab ich mich ein wenig auf Erkundungstour, was ich aber ziemlich schnell aufgab, da es nicht wirklich Wege gab und ich mich zugegebenermaßen viel zu erschöpft fühlte, um auf der Insel zu wandern. Also lag ich mich auf eine der vielen Hängematten, der Wind machte es aber auf Dauer unmöglich Ruhe zu finden, weshalb ich nach ein paar Bildern und Videos wieder zurück zur Lodge ging, wo ich in meinem Bett einschlief. Am frühen Abend schlenderte ich nochmals auf die andere Seite der Insel, wo es ein kleines Café gab und ich mir einen Kaffee gönnte. Mit Buch und heißem Getränk fläzte ich mich auf die Hängematte, und las so lange bis die Sonne im Meer verschwunden war.Read more

  • Day5

    Fiji Time, Waiting Time

    June 16, 2017 in Fiji

    Grundsätzlich bin ich ein geduldiger Mensch. Manchmal gar nicht aus der Ruhe zu bringen. Ich, Perfektionismus in Person, investiere gerne viel Zeit in Dinge, von denen ich weiß, sie werden gut. Da nehme ich etwas Geduld gerne in Kauf. Aber manchmal gehört Geduld nicht zu meiner größten Stärke, vor allem hier in Fidschi wurde meine Geduld ziemlich oft zur Zerreißprobe gestellt. Ich glaube, die Wartezeit, die ich hier in den letzten sechs Tagen hatte, hatte ich in den letzten Jahren beim Warten auf den Zug oder Bus noch lange nicht. Vor allem mein Ausflug auf die Insel Nananu-I- Ra im Norden Viti Levus bestand zum Großteil nur aus einem: Warten.
    Nach meinem Ausflug am Vortag in die Highlands Fidschis ging es mir noch schlechter als die Tage davor. Bereits auf dem Longboatride zurück zur Stadt Navua merkte ich, wie meine Erkältung schlimmer und schlimmer wurde. In der Stadt angekommen, konnte ich nur noch durch den Mund atmen und hatte Kopfschmerzen. Jedenfalls war ich am Tag meiner Abreise aus Pacific Harbour immer noch angeschlagen und war froh, als vier lange, wenn auch schöne Stunden Busfahrt vorbei waren. Das einzige, was ich jetzt noch wollte war ein Bett, eine Dusche und was zu Essen, da ich bis auf das Frühstück am Morgen, das ziemlich spartanisch ausfiel, nichts gegessen hatte und es bereits halb drei war, als ich in Ellington Wharf ankam. Von dort aus sollte mich ein Boot zur Insel bringen. Zu meiner Verteidigung: ich ging nicht davon aus sofort ins nächste Boot hüpfen zu können, eine halbe Stunde Wartezeit plante ich schon ein. Aus einer halben Stunde Wartezeit wurde schnell eine Stunde. Mit jeder Minute, die verging, wurde mein Hunger und die Diva in mir größer, meine Laune schlechter. Das bemerkte auch Leone, ein Mitte 60-jähriger Fidschianer, den ich am Hafen kennenlernte und der, so wie ich, auf Warren, der Besitzer meiner Unterkunft und Bootsfahrer, wartete. Seine Versuche, mich mit Fragen und Geschichten bei Laune zu halten, scheiterten kläglich. Ich hatte Hunger, mir ging es beschissen und es war windig. Die Tatsache, dass ich bereits seit eineinhalb Stunden auf diesen Warren wartete, der vermutlich nur ein Phantom oder Mythos war, hebte meine Stimmung nicht wirklich und als mir alles zu viel wurde, bat ich Leone mit ruhigem aber bestimmendem Ton ein Taxi zu rufen, das mich in die nächste Stadt bringen sollte. Mir war egal wo, mir war egal was. Hauptsache ein Bett und Essen. Etwas widerwillig aber ohne mich davon abzuhalten, vermutlich weil er mir anmerkte, mich nicht davon abbringen zu können, folgte er meiner Bitte und rief ein Taxi. Natürlich kam genau in diesem Moment das Phantom Warren, der offensichtlich doch kein Phantom war. Warren kam gerade aus der Stadt, wo er einen Großeinkauf tätigte, der Grund weshalb alles so lange dauerte (was für mich aber noch lange keine Entschuldigung war). Da das Nicht-Phantom Warren nun doch da war, wies ich Leone an, das Taxi wieder abzusagen, was Warren mitbekam und ich ihm daraufhin etwas schnippig von meiner geplanten Flucht in die nächste Stadt berichtete, woraufhin er mir ein Einzelzimmer mit King-Size-Bett zum Preis für den Schlafsaal klarmachte. Was ich nicht wusste: ich durfte noch eine volle weitere Stunde am Hafen darauf warten, bis alle Einkäufe auf das Boot verladen wurden. Als die Sonne bereits unterging, bekam ich endlich grünes Licht auf das Boot hüpfen zu können. Halleluja! Fast drei Stunden wartete ich genau auf diesen Moment und um ehrlich zu sein: das gemütliche Zimmer für mich allein besänftige meine Gemüter definitiv; der Sonnenuntergang, der sich jedoch vor meinen Augen auf der Bootsfahrt abspielte, schaffte es sogar, mich meinen Hunger, meine Erkältung und die ewige Warterei für einen langen Moment vergessen zu lassen.
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  • Day4

    Discover Fiji

    June 15, 2017 in Fiji

    Mein vierter Tag auf Fidschi sollte ein wenig spannender sein als der Tag zuvor. Dazu hatte ich bereits vor einer Woche White Water Rafting auf dem Navua Fluss gebucht, was im wahrsten Sinne des Wortes leider ins Wasser gefallen ist. Einen Tag zuvor erfuhr ich nämlich, dass niemand außer mir diese Tour gebucht hatte und sie deshalb sehr wahrscheinlich nicht stattfinden würde. Für nähere Informationen wollte man mich am nächsten Morgen nochmals anrufen (letztendlich rief ich an, aber das tut auch nicht zur Sache). Letztendlich wurden mir zwei Alternativtouren vorgeschlagen, denen ich beitreten konnte. Ich konnte mich entweder zwischen einer ruhigen Bootsfahrt zu einem Wasserfall am Navua Fluss entscheiden, wo wir Lunch und eine Abkühlung im Wasser haben und im Anschluss ein Dorf besuchen würden oder einem mit Adrenalin vollgepackter Tagesausflug, der eine holprige Fahrt durch die Serua Highlands beinhaltete, eine Wanderung durch den Regenwald mit anschließendem Longboatride und Rafting auf dem unteren Navua River vorbei an etlichen Wasserfällen. Nach dem eher ruhigen Tag am Vortag wollte ich unbedingt ein bisschen Action, da schien mir letztere Tour genau richtig. Dabei ignorierte ich meine leichte Erkältung, was ich später noch zu spüren bekommen sollte.
    Letztendlich bin ich heute sogar sehr froh darüber, dass meine eigentlich geplante White Water Rafting Tour abgesagt wurde und ich stattdessen Teil eines viel spektakuläreren Abenteuers war. Mit zwei anderen Abenteuerlustigen aus Kanada und unserem einheimischen Guide William fuhren wir eine gute Stunde mit dem Pick Up durch die Serua Highlands, vorbei an Mahagoniwäldern und Dörfern, die man in solch abgelegenen Teilen des Landes niemals vermutet hätte. Danach wanderten - oder rutschten und stolperten - wir mit Hilfe von William auf mitunter kaum sichtbaren Pfaden durch den Regenwald. Meine Entscheidung am Morgen, Wanderschuhe anstatt Flip Flops anzuziehen, bereute ich definitiv nicht. Nicht so gut erging es meinen kanadischen Mitläufern, die anscheinend davon ausgingen, viel mehr im Wasser zu sein als an Land und mit ihren Wassersportschuhen, welche mehr Socken als Schuhen glichen, nicht wirklich mit dem Tempo von William mithalten konnten. Aber auch ich hatte mit meinen Wanderschuhen auf dem schlammigen und rutschigen Pfad so meine Probleme. Unsere Anstrengungen blieben aber nicht unbelohnt: nach ca. zwei Stunden erreichten wir unser Longboat, das bereits auf dem Fluss wartete und mit welchem wir den Fluss hinauffuhren. Die Kulisse, die sich vor unseren Augen auftat, war alle Anstrengung wert: Wälder links und rechts von uns, deren Bäume sich im Fluss widerspiegelten und ihm seine unverkennbare smaragdgrüne Farbe verliehen; Wasserfälle, die zum Schwimmen einluden und sich ihren Weg von ganz oben durch den Regenwald bis nach unten kämpfen und mit lautem Getöse Eins mit dem Fluss wurden. Zum krönenden Abschluss schnappten wir uns Sicherheitsweste und Ruder und lauschten spannenden Geschichten längst vergangener Zeiten, während wir seichte Stromschnellen runter sausten. Zugegebenermaßen war das Rafting nicht so spannend wie ich es mir erhofft hatte, da die Stromschnellen wie eben erwähnt ziemlich sanft waren, im Nachhinein war ich allerdings froh darum, mich nicht noch mehr angestrengt haben zu müssen. Von da an ging es nämlich bergab mit meinem Gesundheitszustand, das Rauf- und Runterlaufen im Regenwald, die Kombination aus permanentem Nasssein und kühlem Wind machten mich noch kränker als ich ohnehin schon war. Zurück in Navua besorgte ich mir gleich in der Apotheke Tee und Nasenspray. Völlig erschöpft aber ohne den Tag bereut zu haben, fiel ich später ins Bett und schlief direkt ein.
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  • Day3

    Mein dritter Tag bestand hauptsächlich aus Busfahrt und Erkundungstour in Pacific Harbour an der Südküste Viti Levus. Dabei habe ich ein super süßes Café entdeckt, das auf den ersten Blick ziemlich verramscht aussieht, in Wirklichkeit aber einen Kaffee (oder in meinem Fall: einen Tee) wert ist.

  • Day2

    Far, far away I wanna cast away

    June 13, 2017 in Fiji

    Als Kind stellten wir uns immer gegenseitig die Frage, welche drei Dinge wir mitnehmen würden, wenn wir für den Rest unseres Lebens auf einer einsamen Insel gestrandet wären. Ich wusste nie so wirklich was ich darauf antworten sollte, weil ich nicht auf einer einsamen Insel gestrandet sein wollte, auch wenn ich die Wahl hatte, mir drei Dinge auszusuchen, die das Leben auf der Insel angenehmer machen würden. Ich dachte, ich würde so wie so nie Fuß auf eine verlassene Insel setzen. 15 Jahre später habe ich sogar schon zwei Füße auf eine unbewohnte Insel gesetzt und wünschte ich hätte sie dort für immer lassen können. Aber erst mal von vorne:
    Am Morgen nach meiner Ankunft in Nadi fuhr ich zusammen mit Laura, die mit mir im Schlafsaal geschlafen hat, nach Port Denarau. Leider trennten sich bereits dort schon unsere Wege, da sie eine ganz andere Tour gebucht hatte als ich und sie somit mit einem anderen Boot abfuhr. Ich hingegen fuhr mit einer anderen Gruppe mit einem Catamaran über den Südpazifik, vorbei an wunderschönen kleinen Inseln bis hin zur Mana-Insel, die zur Inselgruppe der Mamanucas zählt. Dort teilte sich die Gruppe in die, die in Mana ausstiegen und solche, für die es für eine weitere Stunde auf dem Segelboot zur Modriki-Insel als finales Ziel der Tour gehen sollte, worunter auch ich zählte. Bereits auf dem Catamaran lernte ich zwei Deutsche kennen, die in Bielefeld lebende Marietta und ihre Tochter Anna, die seit 5 Jahren in Sydney lebt und arbeitet, weshalb Marietta zu Besuch ist. Glücklicherweise hatten wir die selbe Tour gebucht und hatten so einige nette Gespräche auf unserem Segelboot. Mit frischem Obst, Alkohol, warmen Temperaturen, einer angenehmen Brise und musizierenden Fidschianern verging die Fahrt wie im Flug und nach einer Stunde erreichten wir die unbewohnte Insel Modriki, auch bekannt als Tom Hanks Island, auf der 2001 der Film "Castaway" gedreht wurde. Eine verhältnismäßig kleine Insel, aber nicht minder schön. Im Gegenteil: mit einem malerisch schönen weißen Sandstrand, der die Cover teurer Reisemagazine ziert; kristallklares und türkisfarbenenes Meerwasser; im Zentrum der Insel ein dicht bewachsener Regenwald, aus dem das exotischste Zwitschern dringt, das ich je gehört habe; wolkenloser Himmel und eine warme Brise, die sich wie ein Kleid an mich schmiegte und jede einzelne Pore meines Körpers mit solch einer wohlig angenehmen Wärme füllten, die mich für immer auf der Insel verharren lassen könnte.
    Während manche mit einem kleinen Boot zum Strand fuhren, schnappte ich mir ein paar Flossen und Schnorchel und sprang ins Meer, wo ich zum ersten Mal eine Welt fernab von der, die wir kannten, bestaunen konnte. Neongelbe und blaue Fische, die sich zwischen Korallen mit den seltsamsten und kunstvollsten Formen versteckten. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit und mussten nach einer Stunde schon wieder auf das Segelboot, wo uns ein leckeres Lunch mit frischem Fisch, Salaten und Soßen serviert wurde.
    Bevor wir allerdings zurück nach Port Denarau fuhren, machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp auf Mana, wo wir das Dorf und seine Bewohner besuchen und näher kennenlernen durften. Dazu wurden wir eingeladen, an einer Willkommenszeremonie teilzunehmen.
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  • Day1

    Was ich noch vor zwei Tagen bezweifelt hatte, ist jetzt doch Realität. Seit wenigen Stunden bin ich auf Fidschi und genieße die Wärme, die ich die letzten Monate in Neuseeland so sehr vermisste.
    Aber erst mal von Anfang: Nach meiner Ankunft in Auckland hat es mein Plan vorgesehen, zunächst überflüssiges Gepäck loszuwerden, das ich mit mir rumschleppte und definitiv nicht auf den Inseln benötigen würde. Erste Anlaufstelle war IEP, Partnerorganisation meiner Reiseorganisation in Deutschland. Dieser Plan scheiterte kläglich, da ich vor verschlossenen Türen stand und die Öffnungszeiten mit meinem Abflug am Montag kollidierten und IEP somit keine Option mehr war. Na schön, dachte ich mir. Dann eben der Geldumtausch zuerst. Mit neuem Elan und guter Dinge marschierte ich zur einzig offenen Bankfiliale an diesem Samstag. Am Schalter teilte ich der Frau ziemlich selbstsicher mit, dass ich gerne das Geld abholen würde, von dem ich vor ein paar Tagen mit ihr am Telefon sprach und sie mir versicherte, dass eine Bestellung gar nicht nötig sei, da in der Filiale genügend Geld zum tauschen da wäre. Die Antwort, die darauf folgte, stieß mir ziemlich hart vor den Kopf: leider ist nicht genügend Geld zum umtauschen der Neuseelanddollar da, womöglich habe ich in der Hauptfiliale angerufen, die allerdings am Wochenende geschlossen ist. Völlig niedergeschlagen, mit schmerzenden Füßen und schmerzendem Rücken sammelte ich meine letzten Kräfte und lief zurück zur Intercity Bushaltestelle, bei der ich eine Stunde zuvor ausgestiegen bin. Dabei sind mir nämlich eine ganze Reihe von Schließfächern aufgefallen, in denen ich mein Zeug unterbringen könnte, dachte ich mir. Wie sich aber herausstellte, würde das Lagern meines Gepäcks für 14 Tage ein halbes Vermögen kosten. Ohne Geld für Fidschi und Samoa und immernoch gefühlten 100 Kilo auf dem Rücken, stolperte ich zur nächsten Bushaltestelle. Das Hostel, das ich für die nächsten zwei Nächte gebucht hatte, lag weiter außerhalb des Zentrums als ich dachte, weshalb ich - laut Busfahrer Nummer 1 - sogar nochmal umsteigen sollte. Letztendlich konnte ich aber die letzten 500 Meter zu Fuß laufen, da Busfahrer Nummer 2 seinen Bus mit einem türkischen Basar verwechselte und mir einen unverschämt hohen Preis für ein paar Meter abknöpfen wollte, die einem mit schwerem Rucksack und wunden Füßen vorkommen wie ein Boden aus Lava. Auch der runterverhandelte Preis war mir nicht billig genug, weshalb ich gezwungenermaßen den Weg zu Fuß in Kauf nehmen musste.

    Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Bikini, die Pechsträhne vom gestrigen Tag schien mich verlassen zu haben, denn innerhalb kürzester Zeit fand ich das, wonach ich suchte. Auch am Tag meiner Abreise lief alles wie am Schnürchen. Ich ließ mein überflüssiges Gepäck im Hostel, holte mein Geld auf der Bank ab und schaffte es ohne weitere Zwischenfälle zum Flughafen. Abgesehen von einer kleinen Panikattacke, lief auch dort alles prima. Tags zuvor habe ich beim Packen meines Rucksacks einige Dokumente, von denen ich glaubte, sie auf Fidschi oder Samoa nicht zu benötigen, darunter auch mein Working Holiday Visa, entfernt. Das fiel mir allerdings erst kurz vor meinem Boarding ins Flugzeug ein. Völlig hysterisch und mit den wildesten Fantasien im Kopf, nicht mehr ins Land zu können, lief ich zu einer Gruppe von Beamten beim Security check, die mir aber versicherten, dass alles im System vermerkt ist und ich auch ohne Kopie meines Visas Fuß ins Land setzen darf. Nochmal Glück gehabt (zwei Wochen später habe ich beim Auspacken meines Rucksacks übrigens mein Visa zwischen einem Stapel von Unterhosen wieder gefunden). Nach fast einem Jahr verließ ich somit zum ersten Mal neuseeländischen Boden und steuerte in Richtung Fidschi.
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  • Day1

    Anfang vom Ende - oder Ende vom Anfang?

    June 11, 2017 in New Zealand

    Hätte man mir noch vor einem Jahr gesagt, dass ich auf zwei einer der schönsten Inseln im Südpazifik fliegen würde, dem hätte ich den Vogel gezeigt. Ich, Tanja Mager, die mit damals 19 Jahren bis auf ein paar wenige Aufenthalte im Ausland (Tagesausflüge nach Frankreich und die Schweiz, und eine einwöchige Abschlussfahrt nach Wien) noch nichts von der Welt gesehen hatte, hält jetzt - ein Jahr später - ihren Boarding Pass auf Fidschi und Samoa in der Hand und kann es immer noch kaum glauben. Dabei sollte es fürs erste doch nur Neuseeland sein. 270 Tage, in denen ich arbeiten wollte, um an anderen Tagen das Land zu bereisen, zu erkunden und unsicher zu machen. 270 Tage, in denen ich die einheimischen Kiwis, die Kultur, den Lifestyle, Menschen auf der ganzen Welt kennenlernen und einfach die beste Zeit meines Lebens haben wollte. Das war der Plan. Aber aus 270 Tagen wurden ganz schnell 365. 365 Tage, in denen ich hart arbeiten sollte, und schließlich an anderen Tagen das Land bereisen, erkunden und unsicher machen konnte. 365 Tage, in denen ich mich in Neuseelands Einheimische, deren Kultur und deren Lifestyle verliebte, mir ein Netz von Freunden und Bekannten auf der ganzen Welt aufbaute, mich selbst - vor allem auf geistiger Ebene - weiter entwickelte und besser kennenlernte. Ich weiß Dinge, die ich vor 12 Monaten noch nicht wusste, wie zum Beispiel, wer und was ich später mal werden möchte und warum. Ich weiß, wo es hingehen soll und ich weiß, wen ich an meiner Seite haben möchte und wer mich auf meinem weiteren Weg begleiten soll. Dinge schienen mir noch nie so klar zu sein wie jetzt, als wäre Neuseeland mein Wegweiser an einer Kreuzung gewesen, an der ich viel zu lange ratlos stand und nicht wusste wohin. Bevor ich aber an diesen Punkt angelangt bin musste ich - und muss auch immer noch - weniger schöne Momente wegstecken, die ich eher in die Rubrik "Lowest low" einordnen würde. In diesen eben besagten Momenten fühlte ich mich verlassen und schrecklich einsam, unverstanden, falsch behandelt, hintergangen. Es lief also nicht immer alles nach Plan, was allerdings nicht immer schlecht war. Wäre nämlich alles nach Plan gelaufen, würde ich jetzt nicht meine Reise auf Fidschi und Samoa antreten. Meine Pläne haben es nämlich nicht vorgesehen, in Geldnot zu geraten und dadurch noch ein zweites Mal auf einer Dairy Farm zu arbeiten. Ich habe um ehrlich zu sein auch nicht erwartet, jemanden kennenzulernen, der aus dem selben Holz geschnitzt ist wie ich. Damaris hat mir nicht nur die Zeit auf der Dairy Farm leichter und erträglicher gemacht, auf der ich zuletzt arbeitete und ich die Menschen, die dort arbeiteten, je näher ich sie kennenlernte und je mehr Zeit ich mit ihnen verbrachte, überhaupt nicht ausstehen konnte. Unser Frust über Arbeit und Arbeitskollegen schweißte uns glaube ich ziemlich eng zusammen, aber auch andere - und erschreckend viele - Gemeinsamkeiten wurfen schon öfters mal die Frage auf, ob wir vom Postmann getrennt wurden. Letztlich hat sie mir in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet und mich davon abgehalten, mir eine once-in-a-lifetime Möglichkeit entgehen zu lassen, weshalb ich bald den nächsten Flieger ins Paradies nehmen werde.
    In der Begegnung mit Damaris, aber auch mit anderen Menschen, die ich bisher auf meiner Reise kennengelernt habe, dachte ich mir leise und insgeheim es handelt sich um Schicksal. Grundsätzlich glaube ich aber nicht an Schicksal oder ähnliches, was nicht heißt, dass manche Aufeinandertreffen mit Menschen, die mich inspirierten, prägten und beeinflussten, keinen Sinn hatten. Ich glaube, dass meine Entscheidungen und die Entscheidungen anderer dazu führen, dass sich bestimmte Leute zu bestimmten Zeiten und zu bestimmten Orten im Laufe des Lebens über den Weg laufen. Und manchmal bleibt es auch dabei. Unsere Wege kreuzen sich, wir begegnen uns, wir laufen weiter. Aber manchmal gehen wir über diese besagte Begegnung hinaus und treten mit unserem gegenüber in eine Beziehung. Diese Beziehung ermöglicht es dem anderen, Einfluss auf uns zu nehmen, uns zu prägen, zu inspirieren. Manchmal sogar ohne, dass wir es merken. Meine nächsten Entscheidungen, die ich treffe, sind also geprägt von davor geführten Beziehungen und resultieren wieder in Begegnungen und Beziehungen mit anderen Menschen. Genau so erging es mir. Ich schmiedete Pläne, traf Menschen; ich schmiss meine Pläne um, machte neue, traf neue Entscheidungen und neue Menschen. Entscheidungen, die mich zu dem machten und dort hinführten, was und wo ich heute bin.
    Und heute bin ich dort angelangt, wo alles angefangen hat und hier wird in wenigen Wochen auch alles enden. Zwar fängt jetzt eine neue Reise an, aber deren Anfang bedeutet auch, dass mein Abenteuer "Neuseeland" sich immer mehr seinem Ende zuneigt und ein neues, gänzlich anderes bereits auf der anderen Seite der Welt wartet.
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