(K)ein Tag wie dieser
5. december 2025, Vietnam ⋅ ☀️ 29 °C
Heute ist unser „freier Tag“. Ich kann tun und lassen was meine Frau will. Nachdem wir gestern doch relativ spät ins Bett gegangen sind, haben wir heute ein bisschen länger ausgeschlafen. Also wirklich frei und unbeschwert war der Tag wirklich nicht, denn um 9:30 Uhr war ein bisschen Ho Chi Min Stadt anschauen, also Saigon bis vor dem 2. Juli 1976, befohlen worden. Da wir wie immer keinen Plan hatten, haben wir uns Walter und Rita angeschlossen, die wenigstens schon mal den Reiseführer dabei und ihn auch tatsächlich gelesen hatten. Damit waren schon die ganzen Besichtigungsobjekte geklärt. Gut für uns!
Kaum ein paar Meter vom Hotel weg konnten wir schon einem morgendlichen Geldverbrennungs-Ritual beiwohnen. Hier wird das zuvor mit richtigem Geld gekauft Falschgeld für die Ahnen verbrannt. Ein paar Meter weiter kamen wir am Shop vorbei, indem das Falschgeld gekauft werden kann. Das erste der unzähligen Besichtigungsziele von heute war einer der Märkte, die es hier immer und überall gibt. Vorbei an Fleischbergen, Meerestiere, Gewürzen, Gemüse und zerlegten Hühnern. Aber egal, tapfer durch und sich gewundert, was hier alles verkauft wird. Ein Highlight war ein „Blumenladen“ auf zwei Rädern, einfach unglaublich. Als wir staunend davor standen, kam eine blinde Frau vorbei, die auf ihrem Rücken ein Musikverstärker hatte, den sie dann an dieser Stelle auf Stufe 11 von 10 stellte. Ich glaube fast, die war nicht nur blind sondern auch noch taub. Wie wenn es nicht schon laut genug hier ist. Und weil es hier so schöne Märkte gibt, haben wir noch einmal den großen Markt besucht, den wir schon einmal vor ein paar Tagen besucht hatten. Ich habe leider den Fehler gemacht, ein Hemd für mehr als 1 Sekunde anzuschauen und schon fand ich mich auf einem Stuhl sitzend in ihrem kleinen Kabuff wieder. Ich bekam zig Variationen von Hemden vorgelegt, nebenbei noch Socken angeboten und ach ja, Unterhosen braucht man ja immer. Einmal passte die Farbe nicht, dann war nicht die richtige Größe dabei, aber alles kein Problem, alles wurde innerhalb kürzester Zeit irgendwoher angekarrt. Nebenbei könnte ich ja noch ein anderes schickes Hemd gebrauchen und auch nebenbei wollte sie mich in ein Gespräch verwickeln und mir noch mehr Krempel aufschwätzen. Darin hatte sie wirklich Talent. Als ich merkte, dass mein Hals langsam anschwoll, wurde es Zeit die Reißleine zu ziehen und mich freundlich und ziemlich zügig von hier zu verabschieden. Akquirise funktioniert halt nicht immer und ich spürte die Pfeile in meinem Rücken als ich ging.
Der Hals war zwar noch immer geschwollen aber weiter gehts zum nächste Punkt, eine kleine grüne Parkanlage in der mehr Teer als grün war. Auch egal, denn hier hatte es wenigstens Sitzbänke um ein bisschen auszuruhen, denn wir waren schon eine ganze Weile unterwegs, auch wenn es sich bis hierhin nicht so anhört. Nach der kurzen Pause gehts weiter in Richtung des nächsten Programmpunkts und auf dem Weg dahin entdecken wir etwas ganz ungewöhnliches: einen MARKT, diesmal unter der Erde. DAS konnten wir uns nicht entgehen lassen, also kurzerhand rechts abgebogen, die Treppen runter und in die klimatisierten Gefilde eingetaucht. Keine Beute gefunden und langsam beginnt der Magen zu knurren. Jetzt heisst es, ein Lokal zu finden, das unseren Gourmetansprüchen gerecht wird (das ist nicht wirklich schwer). Wir haben uns für ein vegetarisches Restaurant entschieden und das Essen hat tatsächlich auch noch geschmeckt! Den anschließenden Kaffee wollten wir woanders trinken und die Suche des „woanders“ dauerte länger als geplant. Das erst Ziel war zwar direkt am Fluss, aber der Kaffee so teuer, vor allem für die Schwaben, dass wir weitergezogen sind und außerdem kam in dem Selbstbedienungsladen niemand vorbei um unsere Bestellung aufzunehmen. Selber schuld.
Der Weg zum ersehnten Kaffee führte uns wieder an Weihnachtsläden, Luxusgeschäften und Straßenhändlern vorbei. Aber der Weg hat sich gelohnt und wir fanden ein schönes Balkon-Café sogar mit angeschlossenem Klamottenladen indem, nebenbei bemerkt, Bettina unsere allerletzten vietnamesischen Dongs verpulvert hat. Und womit bezahle ich jetzt das nächste Bier??? Mittlerweile ist es schon fast 16 Uhr und unser Pflichtprogramm hat noch einen offenen Punkt: ein Postamt (aka Kommerzhalle) das wir schon mal besucht hatten, um dort einen Brief einzuwerfen. Vor dem Kommerzhallenpostamt gab es noch eine Break Dance Vorführung. Erstaunlich, welche Gelenke die Jungs mehr haben als ich. Damit war auch der letzte Programmpunkt abgearbeitet und jetzt mussten wir uns nur noch über eine halbe Stunde durch den „Berufsverkehr“ schlagen.Læs mere

















Rejsende
Cool👍
Rejsende
🤣🤣