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  • Day6

    E. Hoch a. d. Zivilisation, der hl. Ivan

    July 6 in Bulgaria ⋅ ☀️ 20 °C

    Ich schlafe bis 11 Uhr im Hotel. „Ich bin gerettet. Ich lebe. Danke!“, diese Gedanken gehen mir gleich durch den Kopf. Meine Glieder sind schwer, Muskelkater in den Beinen bei jedem Schritt. „Die Natur ist wunderschön, aber die Zivilisation ist auch nicht schlecht“, hatte ich in der Nacht zu einem der Rettungsmänner gesagt, als wir wieder asphaltierte Straße unter uns hatten. So genieße ich es, nach dieser kräftigen Naturerfahrung ein Badezimmer zu haben und wieder auf von Menschen gepflasterten Wegen laufen zu dürfen.

    Eine kurze Besichtigung des sehr schönen Rilaklosters. Der Einsiedler Ivan hatte im 8. Jahrhundert alles weltliche Treiben für nichtig angesehen, sich in die Rilaberge zurückgezogen, dort unter den widrigsten Umständen ohne Kontakt zu Menschen jahrelang gelebt, sein Leben, Denken und Wandeln Gott geweiht und dabei intensive Erfahrungen gemacht. Diese gab er einigen Männern, die sich ihm anschlossen, weiter und diese gründeten das Kloster in tiefer Abgeschiedenheit der Bergwelt. (Genauer nachzulesen auf der Tafel auf dem Foto.) 1200 Jahre später trägt das Leben dieses Mannes immer noch Früchte - beeindruckend.

    Heute freilich wird das Kloster von einer Legion von Touristen aufgesucht - seiner Schönheit tut das keinen Abbruch.

    Ein Taxi-Fahrer fährt mich nach Blagoevgrad, von dort fahre ich mit einem Bus nach Plovdiv, wo ich am späten Nachmittag ankomme. Victoria, eine stolze Tochter der Stadt, zeigt mir dieses Kleinod. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, das römische Forum und Theater, die Reste aus fünftausend Jahre alter thrakischer Zeit, dazu die Handwerkerstuben und Künstlerateliers allenthalben, die Straßenmusiker und Maler machen diese Stadt zu einem zauberhaften Ort. Nach vielem Schlendern führt mich Victoria in ein Restaurant mit echter bulgarischer Küche - deftig und lecker.
    Ich übernachte in einem Apartment unweit der Altstadt.
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