• Ötzi war Italiener

    April 8 in Italy ⋅ ☀️ 25 °C

    Im Südtiroler Archäologimuseum in Bozen kann man Ötzi bestaunen. Als zwei Wanderer die „Feucht-Mumie“ 1991 fanden und zunächst für einen verunglückten Bergsteiger hielten und meldeten, wurde die Mumie zunächst recht ruppig aus dem Eis geborgen. Doch bald merkt man, dass man hier einen ganz sensationellen Fund gemacht hat. Eine Zeit lang war umstritten, ob Ötzi Österreicher oder Italiener ist. Gefunden wurde er aber tatsächlich knapp auf der italienischen Seite, der sehr nahen Grenze zu Österreich.

    Diverse wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass er einen großen Teil seines erwachsenen Lebens wohl im Großraum des heutigen Meran gelebt hat. Geboren wurde er allerdings weiter östlich. Es gibt viel Spannendes zu erfahren. So hatte Ötzi beispielsweise Tätowierungen an verschiedenen Körperstellen. Allerdings Körperstellen, die normalerweise von Kleidung bedeckt sind. Daher geht man davon aus, dass die Tätowierungen wohl eher medizinischen Hintergrund haben und beispielsweise der Schmerzstillung oder Heilungsförderung dienten. Durch die verschiedenen Gegenstände, die man bei ihm gefunden hat, wird gerätselt, welchen Stand er wohl hatte. War er ein wichtiger Anführer? Ein Jäger? Ein Krieger oder ein Schamane? Er hatte neben Pfeilen und Bogen unteranderem auch ein Beil mit einer geschmiedeten Kupferklinge dabei. Nach der Altersbestimmung der Mumie konnte man dann sagen, dass die Kupferzeit wohl 1000 Jahre früher begonnen hatte als ursprünglich angenommen.

    Sein Fund stellt auch gleichzeitig einen Kriminalfall dar. Denn forensische Untersuchungen verschiedener Verletzungen ergaben, dass er wohl in einen Kampf verwickelt war und ermordet wurde. In seiner Schulter steckte eine Pfeilspitze, die sein Schulterblatt durchschlagen hatte.

    Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass Ötzi, obwohl er 3000 v. Chr. lebte, schon an Zivilisationskrankheiten litt, die uns auch heute noch plagen. Beispielsweise Helicobacter pylori, Zahnerkrankungen oder auch Arthrosen.
    Read more