• Poulnabrone Dolmen

    7. juni, Irland ⋅ 🌧 13 °C

    Der "Poulnabrone-Dolmen", auch Poulnabrone Grab genannt, ist das älteste datierte megalithische Monument in Irland und eines der bedeutendsten Portalgräber der Jungsteinzeit. Es befindet sich auf dem Hochplateau des Burren im County Clare, etwa 9,6 Kilometer nordwestlich von Kilnaboy, und ist die zweitbeliebteste Sehenswürdigkeit im Burren nach den Cliffs of Moher.

    Der Name Poulnabrone stammt aus dem Irischen und bedeutet ursprünglich "Poll na mBrón" – "Loch der Mahlsteine". Durch eine Fehlübersetzung ist es jedoch weithin bekannt als "Hole of the Sorrows", also "Loch der Sorgen" oder "Loch der Trauer". Das Grab wurde zwischen 3800 und 3200 vor Christus errichtet und über etwa 600 Jahre hinweg genutzt, was es zwischen 5.200 und 5.800 Jahre alt macht.

    Architektonisch ist Poulnabrone als Portal Grab klassifiziert. Zwei etwa 180 Zentimeter hohe Portalsteine, sogenannte Orthostaten, markieren den Eingang. Der auffälligste Bestandteil ist der massiv große Deckstein, der 3,65 Meter lang ist und etwa 10 Tonnen schwer ist. Damit ist er der größte Deckstein aller Megalithanlagen weltweit. Ursprünglich war das Grab von einem niedrigen Steinhügel, einem Cairn, umgeben, der die Steine stabilisierte. Heutzutage ist dieser Cairn jedoch größtenteils verschwunden.

    Bei archäologischen Ausgrabungen in den 1980er Jahren durch die Archäologe Anne Lynch wurden 33 menschliche Überreste entdeckt: 17 Erwachsene, 16 Kinder und ein Neugeborenes. Besonders bemerkenswert ist der über genetische Forensik ermittelte älteste bekannte Fall des Down-Syndroms bei einem männlichen Kind, was belegt, dass dieses Kind sorgfältig betreut wurde und eine würdevolle Bestattung erhielt. Viele der Verstorbenen starben vor ihrem 30. Lebensjahr, Arthritis wurde bei mehreren festgestellt, und ein Opfer hatte sogar einen Pfeilspitzenrest im Hüftknochen. Zu den Grabbeigaben gehörten eine Steinaxt, Pfeilspitzen, Steinanhänger, Perlen, Knochenanhänger, Quarzkristalle und Tonscherben.

    Das Poulnabrone-Dolmen ist nicht nur ein Grab, sondern wahrscheinlich auch ein rituelles Zentrum gewesen. Die auffällige Lage und Bauweise deuten darauf hin, dass es später noch von den Kelten zwischen 600 und 500 vor Christus als Druiden-Altar genutzt wurde. Eine besondere Besonderheit ist, dass zur Wintersonnenwende die Sonne direkt ins Grab hinein scheint.

    Das Grab ist heute gut zugänglich und an der R480 zwischen Corofin und Ballyvaughan ausgeschildert. Es gehört zu den meistfotografierten Megalithanlagen Irlands.
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