• Der Himmel öffnet alle Schleusen

    3 hours ago in Italy ⋅ ☁️ 11 °C

    Der Morgen beginnt alles andere als freundlich. Regen prasselt unaufhörlich aufs Dach unseres Wohnmobils, der Wind rüttelt kräftig daran und lässt uns kurz überlegen, ob wir heute überhaupt losfahren sollen. Doch wir bleiben optimistisch – vielleicht wartet am nächsten Ziel besseres Wetter auf uns.

    Unser Weg führt uns an den Lago Trasimeno, einen der schönsten und ruhigsten Seen Mittelitaliens. Eigentlich steht heute eine Fahrradtour auf dem Plan. Doch manchmal hat das Wetter andere Ideen – und so fällt unsere Tour buchstäblich ins Wasser. Bis in den späten Nachmittag hinein schüttet es wie aus Kübeln. Blitz, Donner und sogar Hagel mischen sich unter das Dauerrauschen des Regens.

    Also machen wir das Beste daraus: ein ungeplanter Pausentag. Wir bleiben im Warmen, schneiden an unserem nächsten Video weiter und genießen es, einfach einmal nichts Tun zu müssen.

    Am Nachmittag lässt der Regen endlich nach. Vorsichtig wagen wir einen Spaziergang an den See und durch das Dorf – immer mit einem skeptischen Blick Richtung Himmel. Und tatsächlich: Der Wettergott hat ein Einsehen. Zwischen den Wolken zeigen sich ein paar zarte Sonnenstrahlen und tauchen die Landschaft in ein sanftes Licht.

    Der Lago Trasimeno beeindruckt durch seine Weite und seine Ruhe. Mit rund 128 km² ist er der viertgrößte See Italiens. Er ist erstaunlich flach – maximal etwa sechs Meter tief – und besitzt keinen natürlichen oberirdischen Abfluss. Gerade diese geringe Tiefe sorgt dafür, dass sich das Wasser im Sommer schnell erwärmt. Perfekte Bedingungen für Badefreunde. Drei Inseln liegen im See, zwei davon sind öffentlich zugänglich, eine befindet sich in Privatbesitz.

    Besonders angetan hat es uns das charmante Städtchen Castiglione del Lago. Die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt, die imposante Festung und der weite Blick über den See verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Bei klarer Sicht soll der Blick sogar bis nach Montepulciano in der Toskana reichen.

    Auffällig ist hier die Zahl Drei: drei große Plätze, drei Stadttore und drei Straßen, die innerhalb der alten Stadtmauern verlaufen. Zufall oder Planung – auf jeden Fall ein schönes Detail.

    Auch wenn das Wetter uns heute ausgebremst hat, verzaubert uns dieser Ort mit seiner Ruhe und seinem Charme. Wir schlendern durch die stillen Gassen und stellen uns vor, wie lebendig es hier an einem lauen Sommerabend sein muss.

    Und morgen? Da hoffen wir auf Sonnenschein!
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