JuJo NeDe

Joined August 2019
  • Day16

    Rasante Rollerabenteuer Teil 2

    August 20 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

    Hier noch zwei kleine Videos, die unsere Wasserfalltour ein wenig spektakulärer machen... :D

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  • Day16

    Rasante Rollerabenteuer

    August 20 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

    Der folgende Eintrag ist nicht für ängstliche Mütter geeignet, also weiterlesen auf eigene Gefahr. Wir haften für rein gar nichts! :P
    Aber fangen wir doch erstmal mit den harmlosen Dingen an...

    Nachdem wir am Sonntagmorgen unser letztes Frühstück in Ubud verspeist hatten und die Rucksäcke zum gefühlt hundertsten Mal mühselig zusammengepackt wurden, holte uns auch schon der gebuchte Shuttlebus ab. Ein wenig unsanft wurden die Rucksäcke in den Kofferraum des klapprigen Busses geworfen und mein neu gekaufter Sonnenhut, den ich vorher sorgfältig angeknotet hatte, wurde platt gedrückt und eingedellt.
    Aber mit diesem Risiko muss man hier nun einmal leben. Knapp 3 Stunden dauerte die Busfahrt in Richtung Norden Balis und wir bangten bei jeder engen Kurve, wovon es auf unserer Route zahlreiche gab, dass der alte Bus nicht gleich auseinander fallen würde. Wie durch ein Wunder kamen wir allerdings heil in Lovina an, obwohl wir ordentlich durchgeschüttelt wurden, aufgrund der Straßenbeschaffenheiten, unzähligen Serpentinen und dem allgemeinen Fahrverhalten unseres Busfahrers... :D Denn jetzt mal ehrlich, in Deutschland würde kein Busfahrer nach halber Strecke kurz anhalten, um sich ein Bier zu genehmigen oder ? ^^
    Von der Bushaltestelle ging es dann weitere 40 Minuten mit dem Taxi zu unserer neu gebuchten Unterkunft, die sich jedoch zu unserem Erschrecken mitten in den Bergen befand. Steil bergauf und völlig ab von jener Zivilisation bahnte sich der Taxifahrer den Weg nach oben und wir konnten es gar nicht glauben, als der Taxifahrer meinte, wir wären nun endlich angekommen.
    Schön, da standen wir nun am Arsch der Welt und malten uns bereits aus, dass wir die nächsten 7 Tage wohl nur in unserem Stelzenhäuschen verbringen würden.
    Meine Laune sank immer weiter in Richtung Tiefpunkt...
    Zwar hatten wir einen traumhaft schönen und paradiesischen Ausblick von unserem kleinen Balkon, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass der nächste Supermarkt, ein Geldautomat oder auch nur ein Restaurant knapp 30 Minuten Fahrtweg von uns entfernt war.
    Misslaunig saß ich auf der Veranda und wir wogen unsere Optioen ab: Entweder stornieren wir die gesamte Woche, obwohl wir bereits alles bezahlt hatten und unser Geld nicht zurückbekommen würden, wir buchen uns eine neue Unterkunft für zwei oder drei Nächte in der Stadt und zahlen somit alles doppelt und dreifach, wir leihen uns Roller aus, obwohl wir damit noch nie gefahren sind und unseren Eltern eigentlich hoch und heilig versprochen hatten, diese Dinger nicht einmal anzugucken oder wir buchen uns einen privaten Taxifahrer, der uns für die Woche allerdings ein halbes Vermögen kosten würde.
    Es sah nicht gut aus für uns, denn so richtig gefiel uns keine der vielen Möglichkeiten.
    Nach langem Hin und Her beschlossen wir dann trotzdem noch einmal zurück nach Lovina zu fahren, wo wir zumindest erst einmal einkaufen gehen konnten und mit etwas Glück und sehr viel Leichtsinn möglicherweise auch an einen Roller kommen würden. Wir ließen uns über den Freund des Hotelbesitzers ein Taxi rufen, welches allerdings eine halbe Ewigkeit brauchte. Mit mieser Laune und knapp anderthalb Stunden Verspätung fuhren wir dann doch endlich in Richtung Lovina und begannen grobe Pläne zu schmieden. Der Taxifahrer, der von Anfang an sehr freundlich war und versuchte, jeden unserer Wünsche zu erfüllen, fuhr uns zu Beginn erst einmal zum Strand, wo er uns den Sonneruntergang zeigen wollte, wir diesen allerdings noch während der Parkplatzsuche verpassten.
    Noch mehr konnte doch gar nicht schiefgehen...
    Wie sich am Ende aber herausstellte, ging es immer noch schlimmer. ;)
    Wir fuhren also weiter zu einem Supermarkt, der endlich groß genug war, um unseren Ansprüchen gerecht zu werden. Wir kleideten uns mit allen möglichen Sorten an Obst ein, darunter Maracujas, Bananen, Ananas, Mango und Nashi-Birnen, fanden endlich fast dunkles Brot, gönnten uns nach diesem Drama Brownies, Müsliriegel, Schokolade und 8 Liter Wasser, denn man weiß ja nie, wann man wieder in die Stadt kommt...
    Es war somit auch fast keine Überraschung, dass wir knapp 600.000 Rp (umgerechnet ca. 38€) in diesem Supermarkt ließen, aber immerhin konnten wir so vorerst in unserer "Berghütte" nicht verhungern.
    Mit vollen Tüten stiegen wir wieder ins Taxi und machten uns nun auf die Suche nach vertrauenswürdigen Rollerverleihen. Doch daran scheiterten wir schlussendlich. Nachdem wir 4 verschiedene Verleihe bzw. Freunde unseres Taxifahrers angepeilt hatten und nichts davon unsere deutschen Sicherheitsstandards erfüllen konnte, machten wir uns gezwungener Maßen wieder auf den Heimweg.
    Mittlerweile waren wir in solch einer Verzweiflung, dass wir auf der Rücksitzbank saßen, uns eine frisch gekaufte Banane gönnten und einfach nur noch lachten, weil unsere Situation einfach nur noch zum Lachen war. Der Taxifahrer ignorierte uns gekonnte, drehte die Musik einfach noch lauter und fuhr uns netter Weise trotz all der Strapazen bis vor die Haustür.
    Jetzt blieb uns nichts Anderes mehr übrig, als unsere vollen Tüten die Treppen hochzuschleppen und Abendbrot zu essen. Immerhin konnten wir dabei den Mondaufgang beobachten und so langsam verflog meine miese Laune wieder... :)
    Schnell merkten wir jedoch, dass mit zunehmender Stunde auch der Wind heftiger durch unser Zimmer zog, also mummelten wir uns mit langärmligen Shirts und einer zusätzlichen Decke in unsere Schlafsäcke und hofften, dass sich all unsere Probleme wie durch wundersame Weise am nächsten Morgen in Luft aufgelöst hatten...

    Und siehe da, wer hätte es gedacht, unsere Probleme schienen sich beinahe aufzulösen, als wir am nächsten Morgen auf die zwei deutschen Jungs, Jannis und Florian, trafen. Denn beide waren im Besitz eines Rollers und boten uns an, dass wir bei ihnen hinten drauf mitfahren könnten. Wir konnten unser Glück kaum fassen! Eine halbe Stunde später saßen wir dann auch schon auf den Rollern und fuhren in Richtung des Aling Aling Wasserfalls. (Kurz zur Beruhigung unserer Mütter: Die zwei Jungs haben uns ganz auf die Gentlemen-Art ihre beiden Helme überlassen ^^)
    Bereits nach den ersten Metern steil bergab und dem Kommentar von Florian, dass er die Bremse bereits voll durchdrücke, wir aber immer noch ganz schön schnell bergab sausten, wurde mir klar, dass wir das unmöglich alleine überstehen würden, geschweige denn nicht vom Roller fallen würden...
    Dennoch schob ich all diese Gedanken erst einmal beiseite, denn sobald wir ankamen, realisierten wir vier, dass dies wohl ein ganz schön Adrenalin reicher Tag werden würde. Schon das große Eingangsschild warb mit den berühmten Klippensprüngen von 5m, 10m und sogar 15m Höhe. Ob wir uns das gut überlegt hatten ?
    Ein Guide führte uns die knapp 5 Minuten Fußweg zum Wasserfall und kaum dort angekommen, sprangen wir auch schon die ersten 5 Meter in die Tiefe, nahe des Wasserfalls. Voller Adrenalin schwammen wir zusammen in Richtung Wasserfall, als uns der Guide plötzlich vier Rettungswesten zu warf und uns signalisiert, dass wir ihm folgen sollten. Ein wenig verwundert taten wir dies, kletterten über Stock und Stein, bis wir nach weniger als einer Minute oben am Wasserfall standen und es hieß, wir sollen nun runterrutschen. Gesagt, getan!
    Wir legten uns auf unsere Rücken, kreuzten die Arme vor der Brust und wurden leicht vom Guide angeschubst, ehe uns die Wassermassen die 9m lange "Rutsche" herunter spülten. Das war ein Erlebnis! Die blauen Flecken, die mein Hinterteil dabei zwar abbekommen hat, waren das allemal wert. :D
    Unser Weg führte in Richtung der 10m hohen Klippe, die Jannis ohne weitere Bedenken hinab sprang und zu meinem Erschrecken sprang Hanne auch gleich hinter her. Ach du meine Güte, in was bin ich da bitte rein geraten, dachte ich mir...
    Egal, Augen zu und springen!
    Florian meinte sogar zur Motivation, dass er mich mit der GoPro filmen könne, damit ich auch danach noch was von dem waghalsigen Sprung hätte. ^^
    Also sprang ich ab, ohne dabei so wirklich drüber nachzudenken, und fiel und fiel und fiel, bis ich schließlich im Wasser landete, wobei erschreckender Weise meine Füße den steinigen Boden berührten. Allersings meinte der Guide, dass man sich darüber keine Sorgen machen müsse, er komme selbst mit den Füßen jedes Mal auf... Ah ja. Gut zu wissen...
    Die Jungs hatten anscheinend immer noch nicht genug und keine zwei Minuten später standen wir gefühlte 25m am Klippenrand, obwohl es angeblich nur 15m waren. Nie im Leben würde ich da runter springen!!!
    Kaum hatte ich diesen Beschluss gefasst, waren sowohl Jannis als auch Florian knapp 15m unter uns im Wasser gelandet. Wir zwei genossen dann doch lieber die Aussicht von oben. ;)
    Nach dem Adrenalinschub ging es dann erstmal zu dem beinahe lächerlichen 5m Sprung zurück, allerdings musste man dort mittlerweile anstehen, da alle Möchtegern-Models erst einmal ihre 371 Fotos schießen mussten. Auf die Frage des Guides, ob sie denn auch mal bald runterspringen würden, kam nur ein entsetztes "Nein, um Gottes Willen niemals! Das ist nur für Instagram" zurück. Meine Güte, zu gern hätten wir diese Trullas die 5m bergab geschubst...
    Doch nach einem gewissen Drängeln hatten dann auch wir wieder die Möglichkeit, ins kühle Nass zu springen und erneut den Wasserfall abwärts zu rutschen. Innerhalb kürzester Zeit waren so über 3 Stunden vergangen und die ersten knurrenden Mägen machten sich bemerkbar. Also traten wir die Rückkehr an, schwangen uns erneut hinten auf die Roller und fuhren in das nächstgelegene Restaurant, wo wir traditionell balinesisch aßen. Wir erzählten den beiden Jungs vom unserem Rollerdilemma und nach dem Essen drückten uns beide spontan ihre Schlüssel in die Hand und meinten, wir sollen es einfach mal probieren. Damit begann unsere sehr wacklige und sandige Fahrstunde und so wirklich überzeugt von unserem Können war ich nun wirklich nicht. Aber was hatten wir schon für eine Wahl? Den Jungs wollten wir nicht weiter am Hosenzipfel hängen und es wäre auch viel zu dreist gewesen, sie zu fragen, ob sie uns noch weiter durch die Gegend kutschieren würden. Zudem würden sie morgen selbst abreisen und dann würden wir wieder vor dem selben Problem stehen. Es nützte also alles nichts, wir brauchten einfach zwei Roller!
    Zu unserem Glück wollten Florian und Jannis selbst noch einmal nach Lovina und boten an, uns dorthin mitzunehmen. Freudestrahlend sagten wir zu und keine Stunde später waren wir stolze Besitzerinnen von 2 Rollern, die auch unseren Sicherheitsstandards entsprachen.
    Helm auf, Lichter an, Blinker gesetzt und ab ging's!
    Wir verabschiedeten uns von den anderen Beiden und düsten auf unseren Rollern in die andere Richtung. (Eigentlich kann man es nicht düsen nennen, wir schlichen eher. Schließlich hatten wir ja immer noch das Rollerverbot unserer Mütter im Hinterkopf...^^)
    Wir überwanden die zwei Ampeln, enge Kurven und den kontinuierlichen Straßenanstieg und nach knapp 45 Minuten standen wir auf dem Parkplatz unserer Unterkunft. Ich hätte es selbst nicht gedacht! Aber anscheinend reichte die Zuversicht der beiden Jungs und unsere kleine Fahrstunde aus, um uns heil auf den Berg zu bekommen... :D
    Fix und fertig krochen wir die Treppe zu unserem Zimmer hoch, warfen die Rollerhelme behutsam in die Ecke und ließen den Abend mit unserem Fake-Schwarzbrot, Butter und einer Menge Obst ausklingen. Selbst die Dusche unter dem Sternenhimmel hat sich bei Weitem besser angefühlt, als noch am Tag zuvor. (Kurze Aufklärung: Unsere Dusche hat nämlich den Luxus aus nur 4 Wänden und keiner Decke zu bestehen, weswegen man beim Hochschauen sogar die Milchstraßen erkennen kann.^^)
    Erschöpft fielen wir in unser Bett und schliefen mit dem beruhigenden Gewissen ein, dass wir uns ab morgen unabhängig von Taxifahrern oder deutschen Bekanntmachungen von A nach B bewegen konnten. :)

    Heute morgen wurden wir von den Sonnenstrahlen, die in unser kleines Holzhäuschen fielen, geweckt. Also hieß es raus aus den Federn, ab zum Frühstück und danach auf den Rollern die Insel unsicher machen.
    Gestärkt durch Papaya, Ananas, Mango und einer in Teig frittieren Banane stiegen wir auf unsere ergatterten Roller, die uns pro Tag gerade mal 6,32€ kosten, und verbrannten uns beinahe unsere Hintern. Denn es hat schon einen Grund, wieso die Einheimischen ihre Roller am Abend unter dem Vordach parken und nicht wie wir einfach da abstellen, wo Platz ist... :D
    Mit quasi Arschheizung ging es dann die ersten 30min bergauf und bergab, ehe wir vor einem weiteren Wasserfall, dem Air Terjun Campuhan Wasserfall, standen. Zum Glück waren wir fast die einzigen Leute, die gegen 12 Uhr im Wasserfall geplant hatten, baden zu gehen. Todesmutig sprangen wir also erneut ins kühle Nass, diesmal jedoch nur aus 20cm Höhe. ^^
    So verging die Zeit auch rasent schnell, denn in unserem kleinen Wasserfall-Whirlpool oder beim Spekulatius essen am Wasserfall bleibt eher wenig Zeit, um auf die Uhr zu gucken.
    Wieder aufgewärmt durch die Sonne machten wir uns auf den Weg zurück zu unseren Rollern und fuhren weitere 30min durch enge Serpentinen, um am Ende beim Botanischen Garten unseren letzten Programmpunkt abarbeiten zu können. Doch auf einmal wurde Hanne, die vor mir fuhr, immer langsamer und wir wurden von noch mehr Rollerfahrern und Autos überholt als normalerweise. Merkwürdig, dachte ich mir. Wir schafften es aber kurze Zeit später, links anzuhalten. (Ja, links. Hier herrscht schließlich Linksverkehr an den wir uns schon außerordentlich gut gewöhnt haben.)
    Ich gucke sie ein wenig verwirrt an und nicht einmal Hanne wusste so recht, warum der Roller auf einmal nicht mehr beschleunigte. "Wie voll ist dein Tank?", fragte ich. "Ähm voll, also die Nadel ist ganze Zeit bei E", antwortete sie. Oh man, ich fiel ja fast vom Roller als ich das hörte. "Seit wann heißt denn E (=empy/leer) dass der Tank voll ist, du dumme Nuss?!", schrie ich sie mehr oder weniger hörbar über den Straßenlärm an. Ihre Augen wurden größer und ich glaube, in dem Moment fiel ihr auf, wie dämlich ihr Fehler war. Zwar versuchte sie sich damit rauszureden, dass hier in Indonesien die Tankanzeige andersherum gelesen werden muss als in Deutschland, aber mal ehrlich, das glaube ich ihr nicht! ^^
    (Kommentar Hanne: Doch echt, ich war sie ganze Zeit hoch erfreut, dass mein Roller so wenig Sprit verbraucht!)
    Manno man, und sowas von einer Medizinstudentin mit Abitur...
    Zum Glück haben wir uns ja zwei Roller ausgeliehen, weswegen Hanne sich umgehend hinten auf meinen Roller schwang und wir die 200m wieder bergauf fuhren, um schnell ein wenig Benzin zu kaufen. Die erste Frau wollte uns das Benzin doch tatsächlich in eine Plastiktüte abfüllen, woraufhin wir ganz schnell die Kurve kratzten und lieber bei der Frau auf der anderen Straßenseite uns das Benzin in eine leere 1,5l Wasserflasche haben abfüllen lassen. Somit ging es den Berg wieder runter zu Hannes Roller, wir füllten den komplett leeren Tank auf und düsten die letzten 10min dann ohne weitere Zwischenfälle zum Botanischen Garten.
    Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass sich die weite Anreise absolut nicht gelohnt hatte, denn der so hoch angepriesene Garten sah aus wie ein stinknormaler deutscher Nadelwald. Welch Enttäuschung. Um aber die 1,50€ an Eintritt wenigstens auszunutzen, liefen wir mal wieder bergauf in Richtung der Gewächshäuser, doch nicht einmal diese waren wirklich sehenswert. Lediglich ein asiatisches Pärchen hatte Gefallen an dem Kakteengewächshaus gefunden, aber auch nur, weil sie ihre bunt gefärbten Eisteeflaschen vor verschiedensten Kakteen fotografieren konnten. Da kann man nur die Augen verdrehen und den Knopf schütteln, allerdings nicht so doll, wie bei der Tankaktion auf dem Hinweg... :D
    Enttäuscht latschten wir zurück zu unseren Rollen und legten vor dem endgültigen Heimweg noch einen kurzen Zwischenstopp an einem Straßenstand ein. Denn schon auf dem Hinweg wurde uns aufgrund des Fahrtwindes und der abnehmenden Temperatur in luftiger Höhe kalt, weswegen wir nicht riskieren wollten, auf dem Rückweg zu erfrieren. Also wurden die zwei nächstbesten Jacken für knapp 9€ gekauft und wir konnten ein wenig wärmer eingekleidet den Rückweg antreten.
    Ohne große Probleme und mittlerweile gewöhnt an das Fahrverhalten der anderen, schafften wir es völlig gesund und ohne einen Kratzer zurück nach Hause. Es gab noch einen kurzen Zwischenstop in einem schicki micki Restaurant, aber selbst das konnten wir uns leisten. ^^ Umgerechnet bezahlten wir für 2 alkoholfreie Cocktails, Pasta und Curry mit Reis gerade einmal knapp 12€. Bei solchen Preisen kann man sich schon einmal in einem noblen Restaurant niederlassen.

    Nach solch einer gelungenen Rollertour saßen wir entspannt auf unserem Balkon, aßen Mango und Nashi-Birne, und warteten darauf, dass der Mond endlich aufgeht. Doch irgendwie dauerte das im Vergleich zu den beiden Vortagen viel viel viel länger und ich meinte schon, dass der heute nicht mehr kommen würde, als ob er ein Pizzalieferant wäre. :D
    Nach fast 2h "Verspätung" kroch der Mond dann doch endlich hinter dem Berg hervor und zu unserem Erstauen sah er fast wie ein Blutmond, also eher orangfarbend als weiß, aus.
    Nach all dem Warten und dem Futtern von Brownies nebenbei, ging es dann noch schnell unter die Dusche und danach direkt ins Bett!
    Diesmal schliefen wir sogar mit offenen Balkontüren, da man sonst frühmorgens in seiner eigenen Schweißfütze aufwacht, da es keine anderweitige Lüftung gibt... :P

    Wie wir uns die nächsten Tage auf den Rollern schlagen werden, lest ihr in unseren nächsten Einträgen!
    Also bleibt dran und keine Angst, nur weil wir nicht alle 2 Tage regelmäßig etwas posten, heißt es nicht, dass wir im Graben liegen, sondern wohl eher, dass wir faul am Strand liegen und uns bräunen. ^^
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  • Day14

    Stau auf dem Vulkan

    August 18 in Indonesia ⋅ ⛅ 23 °C

    Wer hätte es gedacht, wir leben noch! Nach Tagen des Versunkenseins wollen wir Euch mal wieder ein bisschen up-to-date halten. By the way: Eigentlich hättet ihr schon gestern ein Lebenszeichen erhalten, jedoch habe ich vor lauter Müdigkeit (jaja, so einen Eintrag zu machen, dauert seine Zeit) den Eintrag gelöscht und das Handy vor lauter Frust unterm Kopfkissen verstaut.
    In diesem Blogeintrag werdet ihr sowohl von Monster-Wanderungen, als auch Massentourismus auf einem Vulkan, bis hin zu Kakerlaken-Fußball hören. Also spannt die Lauscher. ;)

    Aber jetzt erstmal von Vorne angefangen.
    Mit allen Snacks und Wasserressourcen, die wir auftreiben konnten, ausgestattet, machten wir uns am Freitag-Mittag auf den Weg zum 19km langen "Ridge Walk" über die Reisterassen von Ubud. Zuerst ging es vom Hostel bergab mit unseren ausgeliehenen Fahrrädern, was noch recht bequem war. Als wir uns dann dem Wanderweg näherten, grinsten uns zahlreiche Treppen an und die Idee, diesen mit den Fahrrädern zu bestreiten, wurde über Board geworfen. Natürlich versuchten wir vorher noch hartnäckig, die Räder irgendwie über die Treppen zu hiefen, schließlich war der Wanderweg ja nicht umsonst als Fahrrad tauglich im Internet ausgewiesen worden. Doch irgendwann versagten die Kräfte und wir entschieden uns, die Räder an einem klapprigen Strommast, der den Anschein hatte, uns jede Sekunde eine pflastern zu können, anzuschließen. So ging es dann zu Fuß weiter und mit großer Freude erreichten wir die 1,9km-Markierung. Damit wären die ersten 1,9 von den 19km geschafft, dachten wir uns. Puste-Kuchen. Denn anscheinend zeigten die Schilder nicht den Einstieg zum Wanderweg an, sondern den Wanderweg selbst, sodass wir ohne einen einzigen Milliliter getrunken oder einen unserer Survival-Snacks verzehrt zu haben, den Wanderweg schon längst hinter uns gebracht hatten. Tja, manchmal baut selbst das Internet Komma-Fehler ein. ;)
    Aber Hauptsache der Rucksack auf unserem verschwitzten Rücken wug 20kg. :D
    Etwas frustiert, aber auch mit einem Gefühl der Erleichterung, dass uns die nächsten 17km erspart blieben, fielen wir in das nächstbeste Restaurant ein. Unseren Mango-Lassie schlürfend, schmiedeten wir neue Pläne, wie wir die Reisterassen für die nächsten Stunden erkunden würden. So kam es also dazu, dass wir querfeldein über die einzelnen Felder stapften. Wohlgemerkt natürlich auf deren seitlichen Begrenzungsstreifen, denn schon allein den Finger in den Schlamm der Terassen zu stecken, hatte uns deutlich gemacht, dass wir auf keinen Fall dort hinein fallen wollten! Trotzdem blieb dies nicht aus, wenn auch in kleinerem Rahmen, als ich Jule meinen "Mamba-Jump" von einer unten gelegenen Terasse auf eine höhere präsentierte. Aber zum Glück zog Jule mich und mein im Schlamm versinkenes Bein nach oben und wir rollten uns vor Lachen auf dem nassen Gras. :D
    Dementsprechend sah unsere Kleidung danach auch aus.
    Zwei Lassies und ein scharfes Abendbrot später, das einem sämtliche Geschmacksnerven absterben ließ, machten wir uns auf den Heimweg. Da wir die Nase voll hatten vom Laufen, wagten wir es sogar ein paar Stufen mit unseren Rädern herunterzufahren. Der Weg zurück zum Hostel war von Strampeln geprägt, denn schließlich mussten wir nun bergauf fahren.
    Frisch geduscht fielen wir in unsere Betten und hofften, schnell einzuschlafen, denn die folgende Nacht sollte kurz werden!

    Um 01:30 Uhr klingelte der Wecker und diesmal standen wir sogar beim 1. Mal Klingeln auf. Zähne putzen, die hübschen Wanderklamotten überwerfen, Rucksack greifen und ab runter zur Hauptstraße, wo uns mit typisch balinesischer Verspätung ein Bus abholte und Richtung Mount Batur, einem Schichtvulkan, karrte. Zu Anfang waren wir leicht irritiert, als der Busfahrer nur uns einsackte, obwohl mit uns zwei weitere Personen auf die Tour gewartet hatten, er das Licht im Bus ausschaltete und uns durch die dunklen, leeren Straßen von Ubud fuhr. Zu unserer Erleichterung stieg bald eine Engländerin hinzu und es dauerte auch nicht lang, da sollte in einem 12-Mann-Bus Platz für 16 indische Touristen geschaffen werden. :D Wie auch immer es zu dieser Fehl-Kalkulation kam, sie brachte uns ein, dass wir Ewigkeiten auf einen zweiten Bus warten mussten. Die Anspannung, dass wir nicht rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel stehen würden, stieg. Doch die Inder ließen sich davon gar nicht beunruhigen. Sie trödelten was das Zeug hält und versuchten uns mit Sätzen wie "We will walk fast and hurry up in the hill !" zu beruhigen.

    Als wir dann mit 1,5h Verspätung auf dem Parkplatz am Fuße des Mount Batur ankamen, marschierten Jule und ich sofort los und klammerten uns an einen der 4 unserer Gruppe zugeteilten Guides. Zusammen mit der Engländerin Jasmine und dem Inder Shu, der wohl ein Auge auf Jasmine geworfen hatte und sich uns deshalb anschloss, erklommen wir in unter 2h den Gipfel. Zwischendurch mussten zahlreiche Stopps eingelegt werden, weil Shu mit unserem strammen Wanderschritt nicht mithalten konnte. ;)
    "Ohoh, these girls are walking so fast!"
    Lustig war auch, dass er uns sagte, wie sollen dem Guide einfach nur Bescheid geben, wenn wir eine Pause benötigten. Dabei war er derjenige, der eine Pause gut hätte vertragen können, aber das laut zu äußern, ließ seine männliche Ehre wohl nicht zu. :P

    Wir dachten schon fast, wir würden es pünktlich zum Sonnenaufgang auf den Gipfel schaffen, als sich im Schein unserer Taschenlampen Menschenmassen auftürmten. Stau. Stau auf einem Vulkan?! Wohlgemerkt einem aktiven Vulkan. Ein gutes Gefühl gibt einem das nicht. Als plötzlich ein dumpfer Knall zu hören war und wir in Deckung gingen, meldete sich Jasmine, als frisch approbierte Ärztin, sofort zur Hilfe. Den Einheimischen war das herzlich egal. Wahrscheinlich handelte es sich dabei nur um einen Stein, der herunter gefallen war. Nach bestimmt 10min des Stehens auf wackeligen, steilen Hängen, deren Steine auf dem schwarzen Lava-Sand wie Eisschollen auf dem Ozean waren, bewegte sich die Menschenmasse endlich vorwärts. Zwischenzeitig standen wir dort echt wie die Sardinen. Gar nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn einer tatsächlich gestürzt wäre und die 50 Hintermänner wie Domino-Steine mit umgefallen wären. Gleiches galt natürlich auch für die 200 Leute, die vor uns standen. Jop, das nenne ich Natur-Feeling, wenn man mit Hunderten anderen Leuten den Vulkan erklimmt! So oder so, mit zahlreichen weiteren Stopps erreichten wir den ersten Aussichtspunkt unterhalb des Gipfels. Obwohl uns der Guide aufgrund der Wolken davon abriet, entschlossen wir uns, nun auch noch die letzten Höhenmeter zu machen, um wirklich ganz oben zu stehen. Und: es hatte sich gelohnt! Kaum hatten wir oben am Gipfel einen Platz ergattert, verschwanden die Wolken für etwa 20 Sekunden und die aufgehende Sonne schien uns ins Gesicht! Ein unbeschreibliches Gefühl!

    Nachdem wir alles angezogen hatten, was unser Rucksack hergab - sogar den Regenponcho gegen den eisigen Wind warfen wir uns über - verzehrten wir Hände reibend unser Frühstück, welches aus labbrigen Toast, einem gekochten Ei und einer Banane bestand. Zum Glück hatten wir natürlich zuvor unseren Rucksack reichlich bestückt, sodass es zusätzlich Müsliriegel und aus Singapur importierte Erdnüsse zu schnappern gab. Als dann auch unser Guide anfing zu zittern, der ja eigentlich an die Temperaturen adaptiert sein müsste, machten wir uns auf den Rückweg.
    Diesmal sollte es einen anderen Weg hinunter gehen, der länger, dafür aber nicht so steil war. Anscheinend war dies genug Anlass für unseren Guide, den Sandweg herunter zu joggen, was wir ihm natürlich nachahmten, um nicht verloren zu gehen. Und tatsächlich stellte sich das Joggen als angenehmer heraus, als zu laufen. Nach weiteren 2 Stunden erreichten wir wieder zivilisierte Gegenden und hatten die Wahl, uns entweder für 50.000Rp ein Fahrrad auszuleihen, um die Straßen hinunter zu rollen oder auch noch den Rest des Weges per pedes zu bestreiten. Jule plädierte klar für die Fahrrad-Nummer, ich versuchte ihr deutlich zu machen, wie sportlich wir doch wären ( :D ) und deshalb auch noch den Rest des Weges schaffen würden. Das Resultat war, dass Jule die nächsten Kilometer bockig voraus lief und ich mich mit einem der Inder unterhielt. (Anmerkung Jule: Ich war nicht wirklich bockig, ich wollte nur endlich unten ankommen und hatte keine Lust auf indischen Small-Talk ^^)
    In der Ferne erblickten wir unseren klapprigen, weißen Bus, an dem schon die anderen indischen Passagiere warteten, die sich ein Taxi zum Parkplatz genommen hatten. :D
    By the way hatten sie es auch nicht zum Gipfel geschafft und sich den Sonnenaufgang von der Zwischenstation aus angesehen.

    Kaum war der Klapper-Bus losgefahren, schliefen wir alle ein und aus der vorher so lauten, sich wild in 3 Sprachen unterhaltender Reisegruppe war eine leise vor sich hin schlummernde Truppe geworden. Shu versank so tief im Schlaf, dass er halb auf Jule drauflag und sein Kopf sich auf Jules Schultern bettete. Mit einem kräftigen, aber dennoch Chica-freundlichen Stoß in die Seite, weckte mich Jule auf und tadaaa: schon standen wir auf unser wohl vertrauten Straße in Ubud. Die letzten Meter den Hang hinauf zu unserem Hostel kamen uns nun wie Kikifatz vor, unser Muskeln zeigten uns aber dennoch deutlich an, dass wir wohl einen Vulkan erklommen hatten. Bevor wir in unsere Betten fielen, brachten wir noch schnell unsere schmutzigen Klamotten zur Laundry und gönnten uns noch das Omelette unter'm Frühstücks-Tempel. Danach fielen wir aber wirklich tot müde in unsere Betten.

    Gegen 16 Uhr erwachten wir aus unserem Koma und klapperten zum 2. Mal den Markt ab. Denn die Laundry hatte unsere hart verhandelten Tops und meinen Kimono einlaufen lassen. Da versteht sich, dass man erstmal aus Frust noch mehr shoppen muss. ;)
    Als krönenden Abschluss des Tages fielen wir in unsere Lieblingspizzeria ein und teilten uns 3 Teller Pasta für nicht mal 10 Euro. Mit vollem Magen ging es im Zimmer ans Koffer packen, das unbedingt noch heute vollzogen werden müsste - laut Jule - weil wir morgen früh nur wieder Stress bekämen. Wie Recht sie doch hatte...

    Wie es mir hier ohne mein Julchen ergehen würde, werdet ihr im nächsten Eintrag hören. Mannoman, ich glaube, ich wäre schon mindestens 2 Mal am Flughafen verschütt gegangen, auf dem Berg verhungert oder... ach hört und lest selbst!
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  • Day11

    SOS! Affenalarm!

    August 15 in Indonesia ⋅ ⛅ 30 °C

    Olà! Keine Angst, wir leben noch.
    Nur um ehrlich zu sein, fehlte uns in den letzten zwei Tagen sowohl die Zeit als auch ein wenig die Motivation, um einen ausführlichen neuen Eintrag zu schreiben.
    Aber dafür wird dieser hier umso länger sein und mit doppelt so vielen Fotos ausgestattet. Also schön dran bleiben... :D

    Nachdem wir Montag nach einem gefühlt ewig langen Fußweg auch den letzten Hügel zu unseren neuen Hostel erklommen hattemn, warfen wir uns erstmal mal inklusive Rucksack im Maikäfer-Style auf das Queensize-Bett unseres Zimmers. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann auf Essenssuche und nach Quinoapfanne und Reisberg ging es glücklicherweise nur noch ins stark ersehnte Bett. :)

    Am nächsten Morgen wurden wir von unüberhörbaren Baulärm geweckt, also ging es leicht verärgert und aus dem Schlaf gerissen im Schlurfschritt zum Frühstück. Dort gab es dann Bananenpancake und Omelett, inklusive frisch gepressten Wassermelonensaft. Da der Weg zum Frühstück so anstrengend war, mussten wir uns nach den absolvierten 50m erst einmal im Bett wieder ausruhen, ein wenig Netflix gucken und Mittagsschlaf halten. Vor Schreck, dass es urplötzlich schon wieder Nachmittag war, schälten wir uns nun das zweite Mal aus den Schlafsäcken und beschlossen, den einheimischen Markt zu erkunden. Dieser Besuch hat sich vor allem für unseren Kleiderschrank gelohnt, denn nun waren wir neu eingekleidet mit Tops und einem zweiten Kimono. Dazu muss man sagen, dass Hanne die absolut skrupellosteste Verhandlerin ist, wenn uns um das Senken von Preisen geht, was hier Gang und Gebe ist. :D
    Mit vollem Tüten ging es dann zurück und die Futtersuche begann von Neuem. Unsere Suche endete am Ende in einem balinesischen Restaurant, wo man seine Bestellung selbst aufzuschreiben und abzugeben hatte, da man sonst womöglich gar nicht erst bemerkt werden würde... :D
    Mit gefüllten Mägen "rollten" wir wieder ins Hostel und es endete unser erster Faulenzertag im gesamten Urlaub. (Nicht dass ihr denkt, wir würden nur schlafen und Filme gucken! )

    Der Mittwochmorgen begann so, wie leider fast jeder Tag hier, denn wir haben mal wieder verschlafen. :P
    Unsere Taktik ist auch alles andere als effizient, denn einfach nur den Wecker ausmachen, sich kurz ansehen und sich dann wieder umdrehen, hat noch niemanden pünktlich aus dem Bett gebracht...

    So kam es, dass wir erst 3 Stunden nach geplanter Zeit im Taxi saßen, immerhin schon auf dem Weg in Richtung des Reiseziels, den zwei Wasserfällen Air Terjun Kuning und Kanto Lampo.
    Der Taxifahrer setzte uns freundlicher Weise direkt vor dem Eingang ab und versprach uns, dass er uns in einer Stunde wieder abholen würde, so dass wir auch direkt zum nächsten Wasserfall gelangen würden.
    Zügig machten wir uns also auf den Weg, all die uneben Stufen, Steine und Treppen hinter uns zu bringen, um pünktlich wieder zurück zu sein. Denn der eigentliche Plan, dass wir einfach zu Füß den nächsten Wasserfall selbst anpeilen würden, hat sich in Luft aufgelöst, als wir merkten, dass 10km zu Fuß bei 30°C wohl nicht so ganz in unserem Interesse liegen würden...
    Unten beim Wasserfall angekommen und bereits zum ersten Mal durchnässt, ereignete sich auch der erste Lachflash des Tages. Kaum setzte sich nämlich Hanne auf einen etwas noch nassen Felsen, rutschte sie erst einmal den knappen Meter gaaanz langsam wie in einem Slow-Motion-Film auf den Boden. :P Ein wirklich zu lustigen Anblick! Wie ihre heißgeliebte Wanderhose nun aussieht, könnt ihr Euch denken. ;)

    Doch viel Zeit zum Erholen blieb nicht, es reichte gerade mal für ein paar Fake-Pringles und zwei Schlucke Wasser, ehe wir auch schon wieder den Rückweg antraten, aus Angst, dass wir in der Pampa zurückgelassen werden würden.
    Zu unserem Glück wartete das Taxi bereits auf uns und wir konnten die 30 minütige Autofahrt zum Kanto Lamöu Wasserfall als Verschnaufpause nutzen.

    Kaum angekommen, merkten wir schnell, dass dieser Wasserfall touristisch eher gefragt ist als der Air Terjun Kuning, denn dort waren wir die einzigen Besucher und hier wimmelte es nur so von Touristen.
    Nichtsdestotrotz hieß es nun, die Bikinis rauszuholen, denn dieser Wasserfall sorgte für ein einmaliges Badeerlebnis! Um den zahlreichen Touris erst einmal den Vortritt zu lassen, entschieden wir uns ein wenig abenteuerlustig dazu, flussaufwärts zu laufen, wo keine Menschenseele weit und breit war. Dies erwies sich jedoch als ein wenig schwierig, da man aufgrund der rutschigen Felsen, spitzen Steine unter Wasser und der Angst, demnächst von irgendwelchen Viechern gebissen zu werden, eher schleppend voran kam. Also drehten wir doch um und warteten ab, bis sich ein kurzes Zeitfenster für ein paar spektakuläre Fotos ergab.
    Zufrieden mit den Schnappschüssen kehrten wir dann wieder an Land und nun begann der wohl nervenaufreibenste Teil der gesamten Tagestour.
    Denn wie bekommt man irgendwo im nirgendwo ein Taxi, welches einen die 30min wieder nach Hause fährt ?
    Die Suche schien hoffnungslos. Wir hatten bereits 4km der insgesamt 13km selbst zu Fuß zurückgelegt , 5 Leute nach einem Taxi gefragt, leider konnte nur keine einzige Person Englisch und so langsam aber sicher ging die Sonne auch unter... Unsere letzte Hoffnung war ein Rollerverleih, der sich am Ende als Abendschule herausgestellte. Völlig verzweifelt kamen wir dort an und obwohl die nette ältere Dame am Eingang nur schlecht Englisch sprach, konnte sie uns als einzige weiterhelfen. Sie kontaktiere ihren Ehemann, der Taxiunternehmer war, und dieser verhalf uns über eine online erstellte Taxisuchseite zu zwei Rollerfahrern, die uns abholen und nach Hause bringen würden. Was für ein Aufwand! Sie meinte am Ende sogar noch zu uns, dass wir den beiden Fahrern sagen sollen, dass wir ihre Freunde seien, dann würden wir einen billigeren Preis bekommen. :P Diese Frau war unsere Rettung in der Not!
    Voller Erleichterung stiegen wir hinten auf die Roller und keine 20 Sekunden später, spürten wir das indonesische Verkehrschaos am eigenen Leib. Ein wenig panisch klammerten wir uns fester an die Roller und hofften nur, dass wir irgendwie als ganzes Stück heil ankommen würden. Und siehe da, es hat geklappt! Nicht einmal einen Kratzer haben wir bekommen, obwohl das alles andere als unrealistisch gewesen wäre, denn sowas wie Verkehrsregeln gibt es hier nicht.
    Mit noch zittrigen Knien schleppten wir uns in das nächstgelegene Burger-Restaurant und verschlangen beide unser Abendessen. Nach solch einem Tag kann man uns das auch wirklich nicht verübeln...
    Mit letzter Kraft schafften wir es in Bett und wer hätte es gedacht, der gestellte Wecker wurde am nächsten Morgen mal wieder gekonnt ignoriert. :D

    Somit kam es dann, dass wir noch verschlafener als die Tage zuvor beim Frühstück saßen (wohlgemerkt 10min vor Ende) und irgendwie versuchten, den Tag zu planen.
    Wir entschieden uns nach dem Drama des gestrigen Tages, uns Fahrräder auszuleihen, um wenigstens ein bisschen mobiler sein zu können. Da uns die Fahrradverleihsuche ebenfalls mehr Zeit kostete als eingeplant, war es mittlerweile Mittag, die Sonne schien uns ununterbrochen ins Gesicht und somit musste vor Reiseantritt erst noch ein Sonnenhut her, um den Sonnenbrand, den wir eh schon hatten, nicht noch zu verschlimmern. Gesagt, getan! Keine 15 Minuten später saßen wir mit unseren bunten Hüten wieder auf dem Rad und es ging in Richtung Affenwald.
    Dort angekommen, stellten wir die Räder ab und hofften, dass sie in zwei Stunden immer noch da sein würden, denn sowas wie Fahrradständer gibt es hier natürlich nicht...
    Kaum betraten wir den Affenwald, sprangen uns auch schon die ersten Affen vor die Füße und ließen sich von all den herumlaufenden Touristen nicht beim Essen oder Lausen stören. Nachdem wir den Rundwanderweg beinahe beendet hatten, gönnten wir uns eine kurze Pause auf einer naheliegenden 2-Mann Holzschaukel. Doch anscheinend kann man diese auch umfunktionieren in eine 2-Mann-plus-1-Affe Schaukel, denn wie aus dem Nichts sprang auf einmal ein kleiner Affe zwischen uns. Vor lauter Schreck wollten wir beinahe aufspringen, dies ging nur nicht, da Hanne den Rucksack aus Sicherheitsgründen an die Schaukel geknotet hatte. Während sie versuchte, all ihre gemachten Seemannsknoten zu lösen, kletterte der Affe mir plötzlich über den Schoß und hängte sich an meinen Arm. Das führte schlussendlich dazu, dass ich voller Angst den Affen wortwörtlich abschüttelte und wir zügig die Schaukel verließen, ehe er uns mit seiner gesamten Affenfamilie angreifen konnte. Zum Glück ist alles gut gegangen, er hat lediglich einen Kratzer auf meinem Arm hinterlassen. Nach dieser Aktion hatten wir dann auch erstmal genug von Affen und gingen auf kürzestem Weg wieder in Richtung Ausgang. Erkenntnis des Tages: Affen sind nicht niedlich!!
    Selbst unsere Fahrräder standen noch da, was ich für ein paar Miuten stark angezweifelt hatte, und wir konnten zu unserem nächsten Ziel fahren, der 5km entfernten Elefantenhöhle, auch Goa Gajah genannt.
    Dort angekommen, waren wir von ihrem Anblick eher enttäuscht, denn so wirklich besonders schien uns diese Höhle, wenn man sie so überhaupt nennen kann, nun nicht. Sie bestand nur aus einem Steineingang und sobald man drinnen war, wollte man schleunigst wieder raus, da die Luft aufgrund zahlreicher Opfergaben und deren Rauch kaum noch zum Atmen ausreichte. Wir flüchtenen also in die umgebende Tempelanlage, die bei weitem sehenswerter war als jene Elefantenhöhle. Wir vertrieben uns mit Kekse essen, Hut-Selfies machen und Leute beboabchten die Zeit, bis wir schließlich selbst wieder los mussten. Allerdings machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinem Wasserfall, der umgeben von Tempelfelsen war, wo uns auch ein Einheimischer gleich das Handy abknöpfte, um Fotos von uns zu machen... Na ja, sagen wir mal so, von seinen 50 Fotos waren 45 unscharf oder verwackelt und nur 2 so wirklich brauchbar. :D Aber der Wille zählt!

    Wieder zurück auf unseren Drahteseln, bahnten wir uns einen Weg durch das Chaos nach Hause. Blöderweise ging es zu 70% bergauf, aber wir haben es hinter uns gebracht, womöglich kam all die Energie von den beiden Babybananen, die wir uns noch bei einem kurzen Einkauf ergattert hatten.
    Doch natürlich reichten uns die zwei kleinen Bananen nach diesem Trip nicht, also gab es sehr leckere und vor allem sehr günstige Pizza und Pasta in einem einheimischen, italienischen Restaurant, in dem wir die letzten beiden Plätzen erwischt hatten. Welch ein Glück!

    Zurück mussten die Fahrräder leider geschoben werden, da die überfüllten Straßen es unmöglich machten, heil wieder anzukommen. Aber auch das war nach den letzten Tagen ein Klacks für uns. :D

    Fix und fertig sitzen wir nun wieder in unserem Bett, obwohl Hanne seit knapp einer Stunde eher liegt und vor sich hin schlummert :D, und sind gespannt, was die nächsten Tage mit sich bringen werden.
    Fakt ist jedoch, das Inselleben wird niemals langweilig.

    Also bleibt gespannt, JuJo meldet sich wieder! (Auch wenn es vielleicht eine zweitägige Wartezeit gibt... :P)
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  • Day8

    Surfen ohne Schädel-Hirn-Trauma

    August 12 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Zuerst einmal gibt es erfreuliche Nachrichten: wir haben beide den Surfkurs ohne größere Komplikationen überstanden! Zwar schmücken nun ein paar Schürfwunden und Blutergüsse unsere Haut vom Aufspringen auf das Board und auch die Sonne hat für eine ordentlich rote Hautfarbe gesorgt, aber wir können uns nun stolze Surf-Anfänger nennen. ;)
    Und ja, wir haben uns natürlich mit Sonnencreme zugematscht, nur fürs Protokoll an unsere Mamis. Aber wirklich geholfen hat das auch nicht, sodass nun unsere gesamte Hinterfront eine angenehme Lobster-Farbe hat - nein nein, so rot ist es dann auch wieder nicht. :D Das liegt nur am einfallenden Sonnenlicht...

    Aber erstmal von vorne angefangen. Irgendwie haben wir wohl ein Zeit-Management-Problem, denn tatsächlich schaffen wir es jeden Tag aufs Neue, den Wecker gekonnt anzustellen und wieder einzuschlafen und dann panisch zu erwachen, um z.B. pünktlich um 9 Uhr an der Surfschule zu sein. Ja ja, das sind schon arge Probleme, die man so im Urlaub hat. ;)
    Schnell eine Smoothie-Bowl hinuntergeschlungen, wanderten wir gemeinsam mit unserem Surflehrer in Richtung Strand. Dort ging es zuerst ans Trockenüben auf dem Sand, damit wir fürs Wasser optimal vorbereitet waren - welche Fehleinschätzung unsererseits! Denn bereits nach wenigen Minuten war erste Erschöpfung zu spüren und der Muskelkater war unvermeidbar.
    Nachdem Jule die ersten Wellen erfolgreich genommen hatte, wurde ich wieder an den Strand geschickt, um weiter im Trockenen zu üben, echt peinlich. Später durfte ich aber wieder ins Wasser kommen und auch ein paar Wellen surfen. Trotzdem muss man hier ganz klar sagen, dass Jule das eindeutig mehr drauf hatte, als ich. Während sie eifrig versuchte, jede Welle auszunutzen und der Lehrer sie fleißig lobte, hatte ich mich der entspannteren Variante, einfach nur auf dem Surfbrett liegen zu bleiben, wenn eine Welle kam und auf dieser bis zum 5cm tiefen Wasser zu gleiten, verschrieben. Fand der Lehrer eher nicht so klasse, aber ich hatte meinen Spaß und flog im Gegensatz zu Jule seltener runter. ;) Eine kräftige Nasendusche erhielten wir natürlich trotzdem beide und mal ganz ehrlich, ein paar Mal stand selbst ich auf dem Board, nur sah es nie so gekonnt wie bei Jule aus. :D
    Insgesamt hatte uns das "Surfen" so gut gefallen, dass wir uns für den nächsten Tag wieder Boards ausleihen wollten. Doch dafür mussten wir erstmal die nächste Nacht überstehen... Während Julchen leise vor sich hin schlummerte, bereitete ich mich auf den Nahkampf mit angetrunkenen Typen vor, die gegen 4 Uhr morgens in den Hof unseres Hostels polterten. Also kramte ich schnell im Backpacker-Rucksack nach der Tilli-Taucherlampe, die man im Notfall hätte als Schlagstock umfunktionieren können, schloss alle Fenster und lauschte dem Geschehen unten im Hof. Zu meiner Beruhigung sausten die Typen genauso schnell ab, wie sie gekommen waren.

    Der nächste Tag startete wieder mit einer Smoothie-Bowl und Iced Latte. Da wir uns die Boards nun ohne Lehrer ausliehen, hieß das auch, dass wir nun niemanden mehr hatten, der einem einen Tipp geben konnte. Zwischen gefühlt 100 anderen Surfschule à 5 Personen und Japanern, die sich mit Sonnencremen in allen Farben (gelb, grün, blau, alles war dabei), Ganzkörperkleidung und Safari-Hüte eingedeckt hatten, war es schwer, einen Radius von 3m für sich allein zu haben. So passierte es schließlich auch, dass Jule von hinten über den Haufen gefahren wurde und ein anderes Mal das Board nur knapp ihren Kopf verfehlte. (Korrektur Jule: "Ich hab das Ding voll an die Ommel bekommen!! Hörst du mir nicht zu ?!)
    Mir riss bei einem Crash sogar die Leash (Surfleine) ab, aber keine Sorge, uns geht es sehr gut und die Crashs gingen echt nicht auf unser Konto. Immer diese Surf-Anfänger... :D

    Ganz in den Wellen versunken, vergaßen wir etwas die Zeit und kamen mit leichter Verspätung, Hust, 3 Stunden, Hust, am Hostel an zum Auschecken. Hierbei muss man aber erwähnen, dass unsere Orientierung nicht die beste war und wir, abgetrieben durch die Wellen, unsere Surfschule nicht mehr an der Straße fanden. Als wir dann auch noch die falsche Richtung eingeschlagen hatten und unsere Füße auf dem kochendheißen Sand dahinschmolzen, erklärte sich auch die klitzekleine Verspätung. ;)
    Netter Weise halfen uns die Einheimischen, unsere Surfschule zu finden, obwohl auch sie eine Weile grübeln mussten, wo wir diese, unter den 100 in der Gegend vorkommenden Surfschulen, finden würden.

    Nicht einmal irritiert davon, dass wir 3h zu spät zum Check-Out kamen, ließen und die Hostel-Besitzer noch in aller Ruhe duschen und unsere Rucksäcke packen, bis es dann um 16:30 Uhr mit dem Bus nach Ubud ging.

    Was wir dort so unternehmen, hört ihr die nächsten Tage! Es bleibt dabei: JuJo meldet sich!
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  • Day6

    We did it! Endlich Millionär!

    August 10 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Nicht einmal wir hätten es gedacht, aber wir haben uns heute Morgen auf dem Flughafen Singapurs nicht verlaufen, geschweige denn den Flug verpasst!

    Verwöhnt von Singapur Airlines, bei der man heiße Handtücher und Magnum-Eis serviert bekommt, werden wir den Luxus bei unseren zukünftig anstehenden Inlandsflügen vermissen. :D

    Etwas überfordert, da es nun keine Metros mehr gab, mussten wir uns auf umständlichen Wegen ein Taxi ordern bzw. der Taxifahrer hat wohl eher uns geordert und somit ging es bei chaotischen Verkehrsbedingungen in Richtung Legian, wo ein luxuriöses Doppelbett in unseren eigenen 10m2 wartete.

    Nach einem kurzen Nickerchen führte es uns schlussendlich zum Strand, wo wir uns sehr spontan dazu entschieden, einen Surfkurs für den morgigen Tag zu buchen. :)

    Gerade sitzen wir in einem Burger-Restaurant und bestellen mittlerweile den 3. Burger, weil die einfach zu preiswert und lecker sind, als dass man diese nicht essen könnte. Quasi der indonesische Peter Pane. :P
    Zudem haben wir unseren Muttis versprochen, häufiger etwas zu essen als nur alle 16 Stunden. Ist ja schließlich nicht wirklich gesund.

    Wir hauen uns nun weiter die Bäuche voll, hoffentlich wird uns das beim Surfen nicht zum Verhängis... ^^

    Aber keine Sorge, JuJo meldet sich! :D

    Achja, warum eigentlich die protzige Überschrift? Die Indonesische Währung heißt Rupiah und für 1€ erhält man knapp 16.000 davon. :D
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  • Day5

    Zwischen Geleebohnen & Düsenjets

    August 9 in Singapore ⋅ ⛅ 31 °C

    Der heutige Tag begann für uns zwei etwas anders, als wir es ursprünglich geplant hatten...

    Ich fiel nämlich beinahe vor Schreck aus dem klapprigen Bett, als mir mein Handy anzeigte, dass es bereits 12:38 Uhr war. Der halbe Tag war schon wieder um, ehe wir überhaupt wach waren.
    Na toll, sowas kommt also davon, wenn man erst nach 4 Uhr im Bett ist, da man ja noch geschlagene 20 Minuten neben miefigen Schuhen auf der Treppe ausharren musste, damit auch jedes einzelne Foto zum passenden Blogeintrag hochgeladen wird...

    Noch total benebelt und alles andere als quick lebendig, verließen wir das kuschelige Innenleben unserer Schlafsäcke und machten uns daran, Pläne für den letzten Tag hier in Singapur zu schmieden.
    Das Ergebnis lautete, dass ehe die Rucksäcke nicht gepackt waren, das Hostel nicht verlassen werden durfte. Und so saßen wir dann da, umringt von halbvollen Vakuumtüten, nach Käsefüßen riechenden Socken der letzten vier Tage und so ziemlich allem, was am Montag noch mühselig nach System in den Rucksack gestopft worden war.
    Bereits jetzt schlossen wir den Pakt, dass wir höchstens alle zwei Wochen die Stadt wechseln würden, da diese Packerei einfach nur ätzend war und alles andere als spaßig. Ob wir diesen Pakt einhalten werden, sehen wir dann im Laufe der nächsten Wochen... :D

    Nach Ewigkeiten des Quetschens, Drückens und Fluchens waren die Rucksäcke endlich gepackt und man könnte meinen, sie seien genauso professionell zusammen geschnürt worden, wie zu Beginn, nur wäre dies eine Lüge. Ich zitiere: "Ey ich kriege diesen Rucksack doch nie wieder so zusammen gepackt, wie Papa es Sonntag Abend geschafft hat!!" :D

    Nichtsdestotrotz musste unser Werk nun einfach ausreichend sein, denn die Zeit rannte und wir wollten ja auch heute noch los. Also begann unsere Route in Richtung Arab Street, die wir gestern bereits von unseren Scootern aus entdeckt hatten, jedoch absolut keine Zeit war, um sie sich näher anzusehen. Es galt ein sturer Blick geradeaus, ansonsten hätten wir, der Roller oder unsere Mitmenschen den Abend nicht so heil überstanden. Aber wie wir wissen, ist ja alles gut gegangen. :)

    Somit begann eine neue abenteuerliche Tour durch ein kunterbuntes Viertel, welches aus lauter niedlichen Straßenläden und kulinarischem Essen, so weit das Auge reichte, bestand. Nach nicht allzu langem Überlegen setzten wir uns auch bereits in das nächstbeste Restaurant, denn unser knurrender Magen machte uns klar deutlich, dass er nach 16 Stunden auch mal wieder gerne was essen würde. Und somit taten wir ihm diesen Gefallen!
    Auf die Empfehlung unserer schweizerischen Reisebegleiterin Ramona, die wir im Hostel kennengelernt haben, hin, bestellten wir uns dann ebenfalls eine bekannte Spezialität, nämlich Cendol. Obwohl dies ursprünglich ein Dessert in Form von Eis war, gab es dies im Restaurant in Form eines Getränk. Im Großen und Ganzen war es beinahe schon süßer als süß, denn schließlich bestand es aus Kokosmilch, gefühlt einem Viertel Palmzuckersirup, grünen Geleewürmern, Eis und den berühmten roten Azuki Geleebohnen.
    Sollten wir innerhalb der nächsten paar Tage also Diabetes bekommen, wissen wir, woran es lag... :P

    Mit gefüllten Mägen machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Hafen, denn schließlich war heute der 54. Geburstag Singapurs und wir wollten unter gar keinen Umständen das Finale Feuerwerk verpassen, welches bereits seit 2 Monaten jedes Wochenende geprobt wurde. (Die Stadt hat einfach zu viel Geld... )
    Gegen 19 Uhr waren wir dann vor Ort, erholt von dem Schreck, als wenige Minuten zuvor die letzten Düsenjets der Flugshow über unseren Köpfen Loopings drehten und im Nichts verschwanden. Dazu kam das Phänomen, dass man diese erst dann hörte, als sie schon längst hinter der Skyline verschollen waren. (Physik und so, habe ich leider abgewählt in der Sekundarstufe 2 :P )
    Mit langsam verschwindender Gänsehaut begaben wir uns dann genauso wie alle anderen 15.000 Leute um uns herum zum Hafenbecken, ausgestattet mit einheimischen Eistee, Chips und Keksen. Vielleicht waren es auch 50.000, wir konnten leider das Englisch der Rezeptionisten nicht so gut verstehen. :D
    Wie dem auch sei, weit und breit waren nur Menschenmassen in rot/weiß zu sehen, also war es relativ egal, wie viele tausend Leute uns nun umringten. Gemütlich saßen wir die erste halbe Stunde noch auf dem Boden und aßen diesmal genießbare Früchte wie Maracuja, Litschis und Ananas.
    Doch schon bald merkten wir, dass wir wohl besser stehen sollten, um etwas zu sehen, denn die drei gebildeten Reihen vor uns, erschwerten unsere Sicht minimal...
    Gespannt warteten wir auf das Feuerwerk, welches eigentlich um Punkt 20:00 Uhr beginnen sollte. Doch es wurde 20:02 Uhr, 20:07 Uhr, 20:12 Uhr... wir hatten schon Angst, dass wir uns falsch positioniert hätten, doch all die Einheimischen um ins herum hätten wohl kaum solch einen Fehler begannen, oder ? Gerade dann, als ich laut aussprach, dass ich mich wieder hinsetzen würde, gingen plötzlich die ersten Raketen los und verpassten mir einen heftigen Schreck.
    Fasziniert sahen wir zu dem riesigen Feuerwerk auf und ignorierten mehr oder weniger, dass wir wohl danach in einer gewaltigen Aschewolke stehen würden. Zu all unserem Erstaunen endete das so angepriesene Feuerwerk bereits nach knapp 5 Minuten. "Wie ? Das war's jetzt ? Ich dachte, Singapur hätte genug Kohle...", war die allgemeine Reaktion. Im Nachhinein betrachtet geht selbst das Feuerwerk beim Hennigsdorfer Stadtfest länger, zwar ohne solch eine Kulisse oder das gewaltige Ausmaß, aber naja... ^^
    Aus Angst vor überfüllten Metros und den bekannten U-Bahn-Drückern, die auch in verstopfte Abteile noch drei Menschen quetschen, blieben wir noch eine weitere halbe Stunde am Hafen sitzen und genossen ein weiteres Mal die Licht- & Wassershow vor der Marina Bay Mall.
    Jedoch machte sich so langsam bei einigen von uns die Müdigkeit bemerkbar und wir begannen den Rückweg anzutreten. Sehr überrascht stellten wir fest, dass die Massen sich immer noch nicht aufgelöst hatten und wir mithilfe von Einweisern zur richtigen U-Bahn Schlange geleitet wurden, dort allerdings schon das eben erwähnte Horrorszenario sich abspielte. Zwar ohne persönliche Drücker, aber voll war eine Untertreibung. Wir ließen freiwillig eine Metro ausfallen, warteten auf die nächste, doch selbst die hat sich an ihrer Passagieranzahl verändert. Egal, wir quetschen uns hinein und immerhin konnten wir nun nicht mehr umfallen, da überall um uns herum Menschen standen, die dies verhinderten. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann jeder für sich selbst beantworten... :D

    Zum Glück haben wir die Fahrt nach nur zwei Stationen hinter uns gehabt und der Weg ins Hostel erschien wie eine Leichtigkeit. Angekommen gab es nun eine finale To Do Liste abzuarbeiten, die noch vor Abreise erledigt sein musste. Darunter unter anderem die 800 gemachten Fotos, natürlich noch völlig unaussortiert, speichern bzw. in Dropboxen oder Google Drive Konten hochladen, was sich bei jenen Hostel Computern als langwierige Aufgabe von knapp 1 Stunde herausstellte. Duschen, Handgepäck packen, beruhigende WhatsApps schreiben und Ähnliches stand ebenfalls sehr weit oben. Während Schlaf bei Hanne erste Priorität hatte, beschloss ich, die Nacht einfach zum Tag zu machen, denn die letzten 5 Stunden vor Abreise konnte ich nun auch noch sinnvoll nutzen und mir vertrödeln. :)
    Hat auch geklappt, denn nun ist es 4:58 Uhr und ich bin alles Andere als müde, Jetlag sei Dank. Außerdem muss ja einer die Besenkammer bewachen, nicht, dass noch der Rucksack geklaut wird oder Ähnliches.

    Gleich beginnt dann auch die aufregende Fahrt zum Flughafen und wir hoffen, dass uns unsere zweieinhalb Stunden Zeit ausreichen, um uns dort zurecht zu finden...

    Wir werden ja sehen, denn schließlich hält JuJo euch up-to-date! :)

    Noch ein abschließender Fun Fakt, was die deutschen Touristen im Ausland betrifft...
    Denn ein jeder kennt sie, diese typischen und absolut hässlichen Umschnallbauchtaschen. Einerseits sieht man die heutige Jugend damit cool durch die Straßen ziehen, anderseits auch die älteren Generationen, wenn sie im Urlaub sind.
    Nun, jetzt gehören auch wir beide dazu. Es geht sogar so weit, dass wir diese ästhetischen Täschlein mit unter die Dusche nehmen, aus Angst, dass man uns den Reisepass oder die Kreditkarte klauen könnte. Jetzt denkt bloß nicht, dass wir die die ganze Zeit umgeschnallt um uns tragen. So weit gehen selbst wir nicht, aber es gibt diese Kleiderhaken ja immerhin nicht umsonst. Da gehört nun einmal die deutsche Touri-Bauchtasche ran, die wir seit unserer Ankunft nicht mehr aus den Augen lassen! Sie finden manchmal auch ihren Platz unter dem Kopfkissen oder im Schlafsack...

    Also seid froh, dass wir so gut auf unser Hab und Gut aufpassen und wehe, einer von euch musste bei der Duschvorstellung lachen!!
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