• M wie Maskat - M wie Grand Millennium

    8.–12. jan., Oman ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Wärme schmeichelt auf der Haut. Die Luft riecht blumig. So wie es einst in Singapore duftete, als sich die Tür beim Verlassen des Airports öffnete. Das ist dort schon längst nicht mehr so. Aber hier. Die ersten Eindrücke sind positiv. Schnell ist auch der Stress bei der Einreise vergessen.
    Die Straßen Richtung Hotel sind weitläufig, jede Spur weitaus breiter als gewohnt. Und alles im fantastischen Zustand. Die Omanis fahren zivilisiert… und die Sauberkeit - die besticht.
    Wir lassen uns im Grand Millennium nieder. Es befindet sich im Komplex des größten Shopping-Centers Omans. Und ich schwöre 🤞🏻- ich hatte bei der Buchung keine Ahnung davon. Es ist kurz nach 8am als wir am Checkin stehen. Leider haben wir kein Glück wie die zwei Parteien neben uns. Wir können kein Zimmer vorzeitig beziehen. Wir „beziehen“ deshalb eine der chilligen Loungemöbeln der überdimensional großen Terrasse des Hotels. Bewaffnet mit Kopfkissen und Schlafmaske melde ich mich von dieser Welt ab. Rainer döst vor sich hin. Halb Zwölf wird uns der Zimmerschlüssel gebracht. Die nächsten vier Tage weilen wir in der Club-Etage. Ein prima Tipp von Monika. Danke übrigens. So ist immer für‘s leibliche Wohl gesorgt. Gewichthalten ist damit aussichtslos.

    Den restlichen Tag verbringen wir erst mit Ausschlafen und noch bevor die Sonne untergeht, fahren wir nach Muttrah, dem historischen Hafenviertel. Die Fahrt allein ist schon wie eine Sehenswürdigkeit. Ich bin begeistert von dem was ich sehe. Das Licht malt alles noch ein wenig schöner. Die Gebäude sind ganz dezent beleuchtet. Anschließend - kurz vor 7pm ist es leider schon dunkel - fahren wir noch zur großen Moschee, der Sultan Qaboos Mosque. Die ist natürlich jetzt für Nichtgläubige geschlossen. Das wussten wir. Aber wir wollten mal sehen, wie weit wir kommen.
    Das Ambiente ist unbeschreiblich. Ein Großteil der männlichen Muslims trägt ein Dishdasha. So nennt sich dieses weiße, lange Gewand, an dessen Halsbund sich eine Quaste befindet, die in Parfüm getaucht wird. Auf dem Kopf tragen sie eine Kumma. Eine bestickte Kappe. Und nur die wenigsten tragen einen Massar. Einen im Vergleich zu Indien recht flachen Turban.
    Es sind nur wenige Frauen dabei. Sie alle tragen eine, einfarbige - meist schwarze - Abaya und ein Kopftuch. Das Gesicht jedoch frei zu sehen.

    Diese bodenlangen Gewänder spiegeln sich im hoch glänzenden Marmorboden. Ich hab keine passenden Worte für das Ganze was wir sehen. Zusammen mit dem architektonisch unfassbar beeindruckenden Bau der Moschee ergibt es ein Bild, das ich so noch nie gesehen habe.

    Am nächsten Tag ist Freitag.
    Freitag ist für Muslime der wichtigste Tag der Woche. Ein Tag an dem es es für sie verpflichtend ist gemeinsam in der Moschee zu beten.
    Kurz vor Mittag fahren wir zur Qaboos Mosque und schauen dem Geschehen zu. Massen an Gläubigen werden in die Moschee wie vom Magneten ins Innere gesaugt. Beidseitig der Eingänge werden kleine Wasserflaschen verteilt. Auch wir werden beschenkt. Hier und da werden wir angesprochen und nach der Herkunft gefragt. Deutsche seien stets willkommen, hören wir. Na ja.

    Am Freitag ist praktisch alles geschlossen. Außer die Shoppingcenter. Freitags sind sie bis 24Uhr geöffnet. Nicht „nur“ bis 22Uhr wie an den anderen Tagen.

    Den Tag spät beginnen dafür abends erst spät beenden passt genau in unseren Lebensrhythmus. Endlich ausschlafen. Frühstück gibt es in der Lounge bis 10.30Uhr. Bis 10.30pm gibt es Dinner. Zwischendrin natürlich noch Lunch. Das verpassen wir leider am ersten Tag. Aber nur am ersten Tag 😉 Das Büfett sieht übersichtlich aus. Doch das täuscht. Es gibt wieder Mal viel zu viel. Alle aufgetischten Speisen sind ausgewählt und von bester Qualität. Und zum Frühstück gibt es schon Warmes. Wie ich das liebe! Rainer ergötzt sich nach jedem Mahl an der Nachspeisentheke. Die kleinen „Schmeißreinchen“ sind entzückend anzusehen. Da haben die Konditoren ganze Arbeit geleistet. Mir reichen die kleinen Portiönchen Baklawa. Ach so. Natürlich gibt es auch Datteln und Omani Qahwa. Letzteres ist nicht so meins. Ein Gebräu… na ja. Ich würde sagen dünner Kaffee mit Kardamom und Rosenwasser.

    Was also tun wenn alles geschlossen ist? Den Sultans Palast, den Qasr al-ʿAlam, kann man eh - egal ob Freitag oder nicht - nur von außen betrachten. Der befindet sich gefühlt am anderen Ende Maskats. Ganz im Osten. Es liegt im ältesten Bezirk Maskats. Der Palast liegt am Ende einer breiten Promenade, die gesäumt ist von einigen Ministeriumsgebäuden. Die Fassade entspricht farblich so gar nicht den sonstigen Gebäuden in Maskat. Es ist kein alter Bau, wie man vermuten würde. Den hat Sultan Qaboos 1972 in Auftrag gegeben. Der Sultan, der von allen Omanis wirklich verehrt wird, weil er das Land und die Menschen zu Wohlstand gebracht hat und Oman geöffnet hat ohne sich dabei der westlichen Welt zu unterwerfen. Mit diesen Farben soll die Palastfront Reinheit, Meer, Himmel, Macht und Reichtum symbolisieren.

    Am gegenüberliegenden Ende befindet sich das National Museum of Oman. Unser analoger Guide empfiehlt es zu besuchen. Und trotz Freitag ist es geöffnet. Zwei Stunden bleiben wir. Lernen etwas über die Geschichte und Kultur des Landes. Ein echter Mehrwert.

    Am Abend geht’s zum Maskat Souq. Wir haben keine Erwartungen. Und „nehmen“ es halt mit, weil es überall angepriesen wird. So stromern wir etwas durch die einzelnen Bereiche… Aber Begeisterung ist anders. Obwohl gerade die Goldgeschäfte von Einheimischen sehr gut frequentiert werden, sind hier auffallend viele ausländische Besucher.
    Für den Aufstieg auf die Festung ist es nun zu spät. Aber wir haben noch weitere zwei Tage hier in Maskat zur Verfügung 😉
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