• Supa Nacht am Titisee.

    20. maj 2025, Tyskland ⋅ ☁️ 12 °C

    Juhu, es hat in der Nacht geregnet. Was war das für ein schönes Tröpfelgeräusch auf dem Zelt. Und ich, mit meinem Tiger als Begleitung, im trockenen Zelt. Elise ist es egal – sie liebt versautes, matschiges und auch Regen. Sie steht neben dem Zelt und hält Wache.

    Nachdem ich heute Früh einmal kurz aus dem Zelt geblinzelt habe, habe ich gesehen, dass ich alles richtig gemacht habe – und dass mein fleißiges Schnarchen in der Nacht alle wilden Tiere vertrieben hat. Ihr müsst nämlich wissen: Beim Einchecken gestern hat man mir an der Rezeption gesagt, dass es hier „wilde“ Tiere gibt, die sich in der Nacht über alles hermachen, was nicht verschlossen, festgebunden oder im Zelt versteckt ist.

    Unweit von meinem Platz war ein junges holländisches Pärchen mit einem kleinen Zelt untergekommen und hat wohl nicht ganz die Anweisungen verstanden. Ihre Vorräte waren vielleicht 20 Meter um das Zelt verteilt, Packungen geöffnet – und dazu wurde auch noch der Müllsack aufgerissen und der Abfall dekorativ verteilt.
    Ganz nebenbei sehe ich, wie der Wohnmobilfahrer von gegenüber wieder seine Stühle vor das rollende Haus stellt und darauf wartet, bis die Holländer aufstehen und die Bescherung sehen. Während sie auf das Schauspiel warten, lassen sie ihre Senseo-Espressomaschine laufen und belegen ihre gerade beim Kiosk geholten Semmeln mit … na, was wohl … Schwarzwälder Schinken.
    Mir tut ja das junge Pärchen leid. Alle schauen schadenfroh zu, wie sie wie geprügelte Hunde alles einsammeln.

    Ich mache auf der zur Verfügung gestellten Camperküche mein Frühstück, packe dann – und … was sehe ich … der kleine Tiger lümmelt doch wieder im Tankrucksack und lächelt, als hätte er gerade eine Tüte Cannabis geraucht.
    Ich entscheide mich, noch eine Übernachtung dazwischenzuschieben und den Heimweg mit einer weiteren Zeltübernachtung zu versüßen.
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